Blizzard Ski

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Dieser Artikel behandelt das Unternehmen Blizzard; zu weiteren Bedeutungen siehe Blizzard (Begriffsklärung).
Blizzard Sport GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1945 (in Mittersill)
Sitz Mittersill, Österreich
Tschop, Ukraine
Leitung Helmut Exenberger
Mitarbeiter 260 (Jan. 2013)
Umsatz 32 Mio. Euro (2009)
Branche Ski
Skibindungen
Website www.blizzard-ski.com

Blizzard Sport GmbH ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Mittersill, Österreich, das Ski und Skibindungen, herstellt. Die Produktionsstätten liegen in Mittersill und der Ukraine.

Geschichte[Bearbeiten]

Blizzard wurde 1945 von Anton Arnsteiner (1925–2013), der, mehrmals verwundet, aus dem Zweiten Weltkrieg in seinen Heimatort Mittersill zurückgekehrt war, in dessen Tischlerei gegründet. Neben Möbeln und anderen Gegenständen aus Holz fertigte er auch Schier an, die trotz der damaligen wirtschaftlichen Lage nach dem Krieg rasch zum Erfolgsprodukt seines Betriebes wurden.

1953 wurde die Marke Blizzard eingetragen. 1954 verwendete Blizzard als erster Hersteller serienmäßig Polyethylen-Skibeläge, die in den kommenden Jahren Standard wurden. 1957 führte Arnsteiner die erste Betriebserweiterung durch, mittlerweile mit etwa 30 Mitarbeitern bzw. Angestellten. Fiberglas und Metall wurden als "neue Skimaterialien" eingeführt.

1960 war die Mitarbeiterzahl auf achtzig gestiegen und der „Metallski“ wurde in Serie gefertigt. 1963 wurde ein Großteil des Fabrikgebäudes durch einen Brand zerstört. 1964 wurde im Zuge der großen Renovierungsarbeiten die zweite Ausbaustufe im Werk Mittersill vorgenommen. 1965 meldete der damalige Geschäftsführer einen Rekordumsatz und erhöhte die Anzahl der Beschäftigten auf zweihundert.

1970 wurde der Betrieb (300 Beschäftigte) zum dritten Mal erweitert. 1974 betrug das Volumen des komplett neuen Werkes 500.000 Ski/Jahr und die "Blizzard Skifabrik Anton Arnsteiner" wurde in "Blizzard GmbH" umbenannt. 1976 wurde für den deutschen Markt eine Zweigniederlassung in Sauerlach bei München errichtet. 1980 kam nach sechs Jahren Entwicklungszeit und einer Investition von 30 Mio. Schilling der "Thermoski" auf den Markt. Mit neun Weltcupsiegen und dem Gesamtweltcupsieg war Blizzard, gemessen an den auf Blizzard-Skiern erzielten sportlichen Erfolgen, die Nummer Eins im österreichischen Skimarkt.

Auf der ISPO präsentierte Blizzard 1996 den ersten Carving-Ski. Das Unternehmen meldete im Herbst desselben Jahres Insolvenz an und am 1. Oktober 1996 folgte die Übernahme durch den Schweizer Sportartikelhersteller Scott. 2005 übernahmen Karl Hofstätter (33,3 %) und Anton Stöckl (66,6 %) das Unternehmen. Bereits 2006 zog sich Stöckl zurück und veräußerte seine Anteile im Oktober an die Tecnica-Gruppe. 2007 übernahm die Tecnica-Group das restliche Drittel von Hofstätter.

2009 wurde der Produktionsstandort Mukachevo in der Ukraine nach Tschop, ebenfalls in der Ukraine, verlagert.

Mit der Kollektion 2009/10 wurde das Vertriebsnetzwerk von Blizzard und Tecnica in den Kernmärkten in Europa (unter anderem Österreich & Deutschland) zusammengeführt und Blizzard nun als Marke der Gruppe über diese Vertriebskanäle angeboten.

Seit 2010 sind die Vertriebsstrukturen innerhalb und auch erstmals außerhalb Europas in das bestehende Tecnica-Group Netz integriert worden (Italien, Frankreich, England, Niederlande, Belgien, Schweden, Finnland, Tschechien, Polen, USA, Kanada, Japan & Korea). Erstmals in der Firmengeschichte wurde Blizzard der "European Ski Award" (besser bekannt als "ispo Award") für das IQ-Power System in der Kategorie Ski Hardware verliehen.

Produkte[Bearbeiten]

Thermoski[Bearbeiten]

In den 70er Jahren wurden über 30 Millionen Schilling in die Entwicklung des Thermoski investiert. Dieser passte sich durch den Einsatz und die Kombination von verschiedenen temperaturabhängigen Materialien den jeweiligen Schnee- und Pistenverhältnissen an. Da die beiden Ski unterschiedliche Konstruktionen hatten, wurde vorgegeben, welcher Ski an welcher Seite (Links oder Rechts) benutzt werden musste.

Quattro[Bearbeiten]

Eine Weiterentwicklung des Thermoski wurde 1982 präsentiert: der Blizzard Quattro Ski. Die sogenannte "Talski-Automatik" wurde mit der Thermoski-Funktion kombiniert und sollte das Skifahren noch leichter gestalten. Nach Rechtsstreitigkeiten mit dem Autohersteller Audi, welcher den Begriff Quattro bis heute einsetzt, wurde diese Technologie in den Folgejahren unter dem Namen Multi-Matic vermarktet.

IQ[Bearbeiten]

Mit der Übernahme durch Karl Hofstätter und Anton Stöckl im Jahr 2005 wurde die Entwicklung eines Ski- und Bindungssystems gefördert, wie es bei anderen großen Herstellern der Industrie schon länger vorhanden ist. In der Kollektion 2005/06 wurde das sogenannte "IQ-System" bei den Top-Modellen eingesetzt. Bei dem IQ-System handelt es sich um eine im Ski verarbeitete Führungsschiene, die für die Bindungsaufnahme verantwortlich ist. Die Bindung kann nach vorne und hinten frei gleiten und der Ski wird in der Kurve (im Schwung) total durchgebogen. Das Herausgleiten der Bindung während der Fahrt wird durch eine Schraube in der Mitte der Bindung verhindert. Das System in dieser Form ist patentiert und wird nur bei Blizzard so eingesetzt.

Power Frame[Bearbeiten]

Der Power Frame ist die Neuentwicklung der Saison 2008/09. Die Fortführung der IQ-Seitenwangen rund um den ganzen Ski sorgt für eine bessere Schwung- und Kraftverteilung über den ganzen Ski.

Sidewall[Bearbeiten]

Neben den bei Carving Ski üblichen "Cap-Konstruktionen", bei denen die Skioberfläche von einer Kante über den Ski bis zur anderen Kante reicht, werden auch bei neuen Modellen wieder Seitenwangen eingesetzt, welche den Ski stabilisieren und den Skibauern mehr Möglichkeiten der Produktionsweisen geben.

IQ-Power[Bearbeiten]

Durch größere Investitionen des Mutterkonzerns wurde die IQ-Technologie weiter entwickelt und in 3 Modellen der Kollektion 2010/11 als IQ-Power Technologie auf den Markt eingeführt. Das integrierte Bindungssystem wurde um einen Öldruck-Dämpfer im Mittelteil erweitert. Die Modelle erhielten zusätzliche Carbonstreben, die durch die direkte Verbindung mit dem Dämpfer bessere Laufruhe und mehr Dynamik ermöglichen. Diese Technologie wurde auf der ispo '11 mit dem "European Ski Award" (auch bekannt als "ispo Award") in der Kategorie "Ski Hardware" prämiert.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.snow-online.de/produkte/fischer-watea-101-freeride-european-ski-award.html

Weblinks[Bearbeiten]