Blogosphäre

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John Kelly beim Vortrag Mapping the global blogosphere.

Der Begriff Blogosphäre (engl. „blogosphere“) beschreibt die Gesamtheit der Weblogs (kurz: Blogs) und ihrer Verbindungen. Er entspringt der Wahrnehmung, dass Blogs durch ihre Vernetzungen gemeinsam eine oder eine Vielzahl von Communitys bilden, beziehungsweise ein soziales Netzwerk darstellen. Der Begriff soll an „Logosphäre“ erinnern, was in etwa „Welt der Worte“ bedeutet. Auch eine Ähnlichkeit mit dem Konzept der Noosphäre ist beabsichtigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff „blogosphere“ wurde zuerst am 10. September 1999 von Brad L. Graham scherzhaft verwendet.[1] 2002 wurde er von William Quick aufgegriffen,[2] worauf er sich schnell in der Warblog-Community verbreitete.

Ursprünglich eher scherzhaft verwendet, fand der Begriff Blogosphäre zunehmend auch massenmediale und akademische Verwendung.[3]

Ein historisch wichtiger Text ist die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace von John Perry Barlow, die ausgehend von einer techno-liberalen Position eine Freiheit des Internets von der Kontrolle nationaler Regierungen forderte. Bis heute hat sich in der Blogosphäre eine starke Abneigung gegen jegliche Zensur und Eingriffe in die Meinungsfreiheit erhalten.

Entstehung der Blogosphäre[Bearbeiten]

Die Blogophäre bildet ein lose zusammenhängendes Netzwerk durch Interaktion zwischen den Weblogs selbst, aber auch mit Sozialen Netzwerken.

Vernetzung[Bearbeiten]

Die Vernetzung der Weblogs untereinander erfolgt über verschiedene Methoden:

  1. Merkmal des Bloggens ist es, im Beitrag auf andere Weblog-Beiträge des gleichen Themas zu verlinken (Hyperlink). Dem Leser wird so ein direkter Zugang zu weiteren Informationen innerhalb der Blogosphäre ermöglicht.
  2. Weblog wie z.B. Wordpress senden einen Pingback an den jeweils verlinkten Beitrag, der diesen automatisch oder moderiert in einen "Rück"-Link umwandelt. In diesem Vorgang sehen einige Blogger den eigentlichen Entstehungsprozess der Blogosphäre.[4]
  3. Kommentatoren - die häufig selbst Blogger sind - verlinken ihren Namen häufig mit dem eigenen Weblog. Auf diese Weise entsteht eine Art ungeordnetes und auf viele Quellen verteiltes Blog-Verzeichnis. Diese Art der Vernetzung birgt jedoch einige Ungenauigkeiten: Es findet keinerlei thematische Kategorisierung statt. Auch sind nicht alle verlinkten Webseiten automatisch ein Weblog.

Interaktion mit Sozialen Netzwerken[Bearbeiten]

Die meisten Sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter bieten die Möglichkeit, Web-Inhalte mit den eigenen Kontakten zu teilen. Diese Funktion machen sich auch Blogger zu Nutze.

Indizierung[Bearbeiten]

Websites wie Technorati, Blogpulse, Bloglines, Tailrank, PubSub, Rivva und andere stellen die Verbindungen zwischen Weblogs dar. Sie bedienen sich dabei der Hypertext-Links, um Vernetzungsstrukturen herauszufiltern und um verfolgen zu können, wie sich Meme und bestimmte Themen in der Blogosphäre entwickeln und wo sie ihren Ausgang nehmen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ramón Reichert: Amateure im Netz. Selbstmanagement und Wissenstechnik im Web 2.0. Bielefeld: transcript, 2008. ISBN 978-3-89942-861-2
  • Aaron Barlow: The Rise of the Blogosphere. Santa Barbara: Praeger, 2007. ISBN 978-0-275-98996-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bradlands.com/weblog/comments/september_10_1999/
  2. http://www.iw3p.com/DailyPundit/2001_12_30_dailypundit_archive.php#8315120
  3. Blogosphere: The new political arena, Michael Keren, 2006.
  4. http://www.tiuz.de/was-ist-die-blogsphare-der-weg-zum-social-media-blog/