Blu-ray Disc

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Speichermedium
Blu-ray Disc
Blu-Ray-Logo.svg
Allgemeines
Typ optisches Speichermedium
Kapazität 25 GB[1] (Single Layer),
50 GB (Dual Layer),
100/128 GB (BDXL; 3 bzw. 4 Layer),[2]
unter Laborbedingungen bis zu 500 GB (20 Layer)
Lebensdauer 30 bis 50 Jahre (Angaben der Industrie)
Größe 12 cm / 8 cm
Gebrauch Datenspeicher,
hochauflösende Filme
Ursprung
Entwickler Blu-ray Disc Association (2002)
Vorgänger DVD
Nachfolger HVD, AD
Eine Blu-ray Disc (Unterseite)

Die Blu-ray Disc (abgekürzt BD; auch BRD; häufig nur Blu-ray genannt) ist ein digitales optisches Speichermedium. Sie wurde als High-Definition-Nachfolgerin der DVD entwickelt und bietet ihrem Vorläufer gegenüber eine erheblich gesteigerte Datenrate und Speicherkapazität. Auf Blu-rays können daher Filme mit deutlich höherer Auflösung gespeichert werden. Blu-ray-Player sind in der Regel abwärtskompatibel zu DVDs, so dass auch diese abgespielt werden können. BD setzte sich im Formatkrieg gegen die Mitbewerber HD DVD und VMD durch. Die Produktion und Weiterentwicklung der konkurrierenden HD-DVD-Technik – einschließlich der Geräte – wurde im März 2008 eingestellt.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Der Name Blu-ray Disc ist englischen Ursprungs. Blue ray bedeutet wörtlich blauer Strahl, was sich auf den violetten Lichtstrahl des verwendeten Lasers (405 nm) bezieht. Die Schreibweise ohne e im Namen wurde gewählt, um diesen als markanten Markennamen eintragen zu können.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Spezifikationen für die Blu-ray Disc wurden am 19. Februar 2002 durch die neun Unternehmen der Blu-ray GroupPanasonic, Pioneer, Philips, Sony, Thomson, LG Electronics, Hitachi, Sharp und Samsung – beschlossen; dieser Gruppierung schlossen sich Ende Januar 2004 Dell und Hewlett-Packard sowie Mitte März 2005 Apple und Acer an. Nachdem einige von Hewlett-Packard eingebrachte Verbesserungsvorschläge abgewiesen worden waren, trat HP 2005 aus dem Konsortium und wechselte in das HD-DVD-Lager. Das Ende der Konkurrenz zwischen der Blu-ray Disc und der HD DVD begann am 19. Februar 2008, als Toshiba als wichtigster HD-DVD-Entwickler den Abbruch der Weiterentwicklung des Konkurrenzformats verkündete.[4]

2009 wurden in Deutschland 450.000 BD-Spieler verkauft, was einem Zuwachs von 150 % gegenüber 2008 entspricht.[5] Ab 2010 wurden einige Filmtitel mit jeweils einer DVD und einer Blu-ray im Set (DVD/Blu-ray-Bundle) angeboten. Ebenso werden einige Ausgaben von neuen 3D-Blu-ray-Titeln mit dem Erwerb eines 3D-Blu-ray-Player und/oder 3D-Fernseher verknüpft, so dass diese vorerst nur in Kombination exklusiv erhältlich sind (beispielsweise „Die Chroniken von Narnia III“).

Im Jahr 2011 wurden in Europa 806,80 Millionen Euro mit Blu-ray Discs umgesetzt. In Deutschland verfügten im Jahr 2012 11,55 Millionen Personen über ein Blu-ray- bzw. HD-DVD-Abspielgerät.[6]

Verbreitung der Videokompression
bei rund 2.717 Blu-ray-Titeln 2007–2011
Codec Prozent
H.264/MPEG-4 AVC
  
65,99 %
VC-1 (WMV3)
  
25,36 %
MPEG-2
  
8,65 %
Verbreitung der Audiodatenkompression
bei rund 3.371 Audiospuren auf Blu-ray-Titeln 2007–2011
Codec Prozent
DTS-HD Master Audio
  
53,19 %
Dolby TrueHD
  
19,22 %
lineares PCM
  
12,70 %
Dolby Digital (AC-3)
  
12,43 %
DTS-HD HighRes
  
1,25 %
DTS
  
1,22 %
Anzahl der verkauften Bildträger in Deutschland
Jahr Verkaufte DVDs Verkaufte Blu-ray Discs Verkaufte HD DVDs Verkaufte VHS-Kassetten
1999 2.100.000 - - 39.800.000
2000 8.200.000 - - 35.800.000
2001 18.900.000 - - 31.700.000
2002 35.500.000 - - 28.600.000
2003 64.100.000 - - 20.800.000
2004 90.200.000 - - 13.000.000
2005 98.700.000 - - 5.600.000
2006 100.800.000 - - 2.000.000
2007 103.300.000 372.000 130.000 800.000
2008 101.300.000 1.700.000 500.000 200.000
2009 106.600.000[7] 6.200.000 100.000 (HD DVD + VHS)
2010 103.500.000 [8] 12.000.000 k.A. k.A.
2011 101.100.000 [9] 17.200.000 [9] k.A. k.A.
2012 89.400.000 [10] 23.100.000 k.A. k.A.
2013 87.800.000 29.300.000 k.A. k.A.

2010 wurden zudem rund 2,9 Mio. Spielfilm- oder Serienprodukte mit einem zeitlich unbeschränkten Nutzungsrecht (sog. Electronic-Sell-Through, EST) per Download aus dem Internet gekauft.
Quelle: Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.

Umsatz der verkauften Bildträger in Deutschland (Videokaufmarkt)
Jahr Umsatz DVDs Umsatz Blu-ray Discs Umsatz VHS-Kassetten
2000 170 Mio. - 423 Mio.
2001 407 Mio. - 383 Mio.
2002 713 Mio. - 327 Mio.
2003 1053 Mio. - 199 Mio.
2004 1323 Mio. - 117 Mio.
2005 1322 Mio. - 44 Mio
2006 1295 Mio. - 12 Mio.
2007 1313 Mio. 14 Mio. 4 Mio.
2008 1242 Mio. 48 Mio. 1 Mio.
2009 1258 Mio. 119 Mio. 1 Mio.
2010 1189 Mio. 193 Mio. 1 Mio.
2011 1129 Mio. 267 Mio. k.A.
2012 1022 Mio. 343 Mio. k.A.
2013 984 Mio. 410 Mio. k.A.

Quelle: Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.

Technik[Bearbeiten]

Blu-ray-Disc-Rohlinge LM-BRM50 von Panasonic. Dual-Layer-BD-RE-Discs mit 50 GB Fassungsvermögen eingebettet in einer Cartridge.

Die Blu-ray Disc gibt es in drei Varianten: als nur lesbare BD-ROM (vergleichbar mit DVD-ROM), als einmal beschreibbare Variante BD-R (vergleichbar mit DVD±R) und als wiederbeschreibbare BD-RE (vergleichbar mit DVD±RW).

Die Blu-ray Disc basiert auf einem tief-violetten Indiumgalliumnitrid-Diodenlaser mit 405 nm Wellenlänge, die wiederbeschreibbare Blu-ray Disc arbeitet mit der Phase-Change-Technik.

Sie hat – genau wie CD und DVD – einen Durchmesser von 12 cm. Eine Blu-ray Disc fasst mit einer Lage bis zu 25 GB[1] und mit zwei Lagen bis zu 50 GB an Daten. Alternative Quellen nennen als Bruttokapazität 21,7 GB.

Aktuell (März 2013) sind BDs in den Größen 25, 50 und 100 GB im Handel erhältlich.[11]

TDK ist es gelungen, auf einer sechslagigen Scheibe 200 GB unterzubringen, dabei wurde die Kapazität einer Lage auf 33,3 GB erhöht. Pioneer erklärte im Juli 2008, Prototypen mit 400 GB auf einer Scheibe mit 16 Lagen erzeugt zu haben; eine Entwicklung einer marktreifen Version war bis zum Jahr 2010 geplant. Stattdessen wurde 2010 die BDXL mit 100 GB Speicher veröffentlicht.[12][13] Ebenfalls kündigte das Unternehmen für 2013[veraltet] Versionen mit bis zu 1 TB[14] Speicherkapazität an.

Des Weiteren soll die neue Phase-Change-Technik eine doppelt so hohe Übertragungsrate (Datentransferrate) von 72 Mbit/s beim Beschreiben anstatt der ursprünglich maximal spezifizierten einfachen 36 Mbit/s ermöglichen. Ein wichtiger Bestandteil der Spezifikation ist auch ein Kopierschutz in Form einer eindeutigen Identifikationsnummer. Außerdem eignen sich Blu-ray Discs besonders gut für Full-HD-Videos, die dank der hohen Auflösung eine bessere Qualität als die gängigen Systeme wie PAL und NTSC bieten, aber auch dementsprechend mehr Speicherplatz benötigen. BD-Spieler unterstützen in der Regel das zuerst von Panasonic und Sony eingeführte hochauflösende AVCHD-Format.

In der Praxis sehen die technischen Spezifikationen für Blu-ray-Video-Discs folgendermaßen aus: Die Gesamt-Datenrate ist auf 53,95 Mbit/s begrenzt. Davon sind 40,00 Mbit/s für den reinen Videostream (in Form von MPEG-2, VC-1 und AVC) reserviert, die verbleibenden 13,95 Mbit/s für die Tonspuren (in Form von Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS, DTS-HD High Resolution Audio, DTS-HD Master Audio und Linear-PCM).

BD-Spieler BDP100 von Panasonic

Eine weitere Neuerung gegenüber der DVD ist der verkleinerte Abstand des Lasers zum Datenträger sowie die geringere Wellenlänge (und daher andere Farbe) des Laserstrahls. Weiterhin ist die Schutzschicht auf der Laser-Seite mit 0,1 mm im Vergleich zu 0,6 mm der DVD deutlich kleiner. Aufgrund der daraus resultierenden größeren Anfälligkeit gegen Kratzer und Staub war zunächst geplant, die Blu-ray Disc nur in einer Art Kassette (Steckmodul oder Cartridge genannt) anzubieten, ähnlich wie seinerzeit die MiniDisc. Stattdessen wurde jedoch eine Beschichtung namens „Durabis“ entwickelt, die den Gebrauch eines Kassettengehäuses nicht mehr unbedingt notwendig macht.

Die wesentlich höhere Datendichte und damit eine erhöhte Speicherkapazität wird durch folgende Maßnahmen erreicht:

  • die gegenüber der DVD kleinere Wellenlänge des Laserstrahls von 405 nm gegenüber 650 nm (DVD) und 780 nm (CD): Der minimal mögliche Fokusdurchmesser ist proportional zur Wellenlänge. Erst mit der Verfügbarkeit derart kurzwelliger preiswerter Laserdioden war die Entwicklung möglich.
  • die gegenüber anderen optischen Laufwerken höhere numerischer Apertur (NA) von 0,85, die nur mit asphärischen hochpräzisen Linsen erreichbar ist: Je höher die NA ist, desto kleiner ist der Fokus und einen umso größeren Raumwinkel umfasst der Strahlweg von und zur Datenschicht. Der Abstand zwischen Medium und Laseroptik muss geringer sein, die Schutzschicht ist dünner. Somit werden Schreibfehler und stärkere Streuungen verringert, und es ist möglich, eine Blu-ray Disc zum Beispiel aus Metall oder anderen stabilen, undurchsichtigen Materialien kombiniert mit einer dünnen durchsichtigen Trägerschicht zu bauen, die mit erheblich höheren Drehzahlen als eine Scheibe aus Polycarbonat betrieben werden können, woraus dann höhere Übertragungsraten resultieren.

Technische Daten einer BR-Laserdiode sind z. B.[15]:

Wellenlänge 405 nm
Ausgangsleistung 200 mW (cw), 400 mW (gepulst 40 ns, 50 % Einschaltdauer)
Schwellstrom 39 mA / Strom (150 mW) 130 mA
Abstrahlwinkel 9°/19°
Typ Wellenlänge

Numerische Apertur[16]
Durchmesser des Laserspots
Spurabstand

Schnittzeichnung der Strahlgeometrie
CD Wellenlänge: 780 nm
Numerische Apertur: 0,45
Spotdurchmesser: 2,1 µm
Spurabstand: 1,6 µm
CD
DVD Wellenlänge: 650 nm
Numerische Apertur: 0,6
Spotdurchmesser: 1,3 µm
Spurabstand: 0,74 µm
DVD
Blu-ray Wellenlänge: 405 nm
Numerische Apertur: 0,85
Spotdurchmesser: 0,6 µm
Spurabstand: 0,32 µm
Blue-ray

Videoauflösung auf Videoabspielgeräten[Bearbeiten]

Blu-ray-3D-Logo

Auf einer BD-ROM können die Inhalte beliebig sein. Zum Abspielen auf einem Blu-ray-Videoabspielgerät (kein Computerlaufwerk) darf die maximale Auflösung des Videomaterials auf der Blu-ray Disc 1920 × 1080 Pixel bei maximal 29,97 Halbbildern pro Sekunde betragen (Zeilensprungverfahren i). Im Vollbildverfahren (p) können bei einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixel maximal 24 Bilder pro Sekunde, bei 1280 × 720 Pixel bis zu 59,94 Bilder pro Sekunde erreicht werden.

Auflösung Bildrate Seitenverhältnis
1920×1080 29,97-i 16:9
1920×1080 25-i 16:9
1920×1080 24-p 16:9
1920×1080 23,976-p 16:9
1440×1080 29,97-i 16:9 (anamorph)
1440×1080 25-i 16:9 (anamorph)
1440×1080 24-p 16:9 (anamorph)
1440×1080 23,976-p 16:9 (anamorph)
1280×720 59,94-p 16:9
1280×720 50-p 16:9
1280×720 24-p 16:9
1280×720 23,976-p 16:9
720×480 29,97-i 4:3/16:9 (anamorph)
720×576 25-i 4:3/16:9 (anamorph)

Kopierschutz[Bearbeiten]

Für die Blu-ray Disc ist wie für die HD DVD der Kopierschutz Advanced Access Content System (AACS) aus dem Bereich des Digital Rights Management vorgesehen. Es gibt Programme, deren Vertrieb in Deutschland illegal ist, die diesen Kopierschutz umgehen. Seit etwa 2010 enthalten einige Blu-ray-Discs in der Tonspur das Cinavia-Wasserzeichen. Seit 1. Februar 2012 müssen alle verkauften Blu-ray-Player dieses erkennen und den Ton oder das Bild nach etwa 10 Minuten ausschalten.[17][18] Der Einsatz des VEIL-Kopierschutzes wird derzeit erwogen. Hinzu kommt die BD+-Technologie zur Prüfung der autorisierten Wiedergabe und zur Entschlüsselung. Da BD+ ständig weiterentwickelt wird, sind kontinuierliche Updates des Abspielgerätes notwendig.[19][20] Derzeit gelten alle Kopierschutzmaßnahmen der Bluray-Disc, obgleich ihr Umgehen strafbar ist, als ausgehebelt.[21](Stand Oktober 2014)

Anbieter[Bearbeiten]

Hersteller[Bearbeiten]

Die größten Produzenten von bespielten Blu-ray Discs sind Bertelsmann Arvato, Cinram, Sony und Technicolor. Der deutsche Spezialanlagenbauer Singulus Technologies fertigt automatisierte Blu-ray-Produktionsanlagen.

Abspielgeräte[Bearbeiten]

Die PlayStation 3 verfügt über ein BD-Laufwerk.

BD-Spieler werden u. a. von Denon, Daewoo, Funai, JVC, Kenwood, Lite-ON, LG, Loewe, Marantz, Mitsubishi, Panasonic, Philips, Pioneer, Sharp, Sony, Samsung, Onkyo, Oppo und Toshiba produziert.[22][23]

Auch Sonys Spielkonsole PlayStation 3 verfügt über ein BD-Laufwerk. Sie kann neben Spielen auch Filme dieses Formates wiedergeben. Auch der neue Blu-ray-Disc-Standard 2.0 ist mittlerweile dank eines Firmware-Updates auf der Konsole möglich, was die PlayStation 3 nach Aussage des Herstellers zum ersten BD-Abspieler macht, der diesen Standard überhaupt unterstützt.

Auch die PlayStation 4, der Nachfolger der Playstation 3, ist in der Lage, Blu-rays abzuspielen.[24] Ebenso besitzt die Ende 2013 erschienene Xbox One ein BD-Laufwerk.[25]

Seit 2011 werden zunehmend auch 3D-fähige Blu-ray-Player produziert.

Aufzeichnungsgeräte[Bearbeiten]

Das erste außerhalb Japans verfügbare Aufzeichnungsgerät ist der Panasonic DMR-BW500, der in Australien und Frankreich verkauft wird, wo HDTV mittels DVB-Varianten ausgestrahlt wird. Die französische Variante gestattet eine geräteinterne Aufzeichnung des über zwei – speziell für das „TNT HD-System“ (ein auf DVB-T basierendes System) konzipierte – Empfangsteile empfangbaren französischen Fernsehprogramms auf der eingebauten 500-GB-Festplatte, sowie nach Transcodierung/Kompression auf Blu-ray Discs und DVDs.[26] Ein Kopieren von DV-Videos ist ebenfalls möglich. Für den japanischen Markt erhältliche Blu-ray-Recorder sind aufgrund der dortigen Ausstrahlung mittels ISDB, dem Kopierschutz Copy Once und der Netzspannung nicht in Europa verwendbar. Für das Frühjahr 2010 sind die ersten Blu-ray-Recorder mit integriertem Doppel-HDTV-Satellitenempfänger und der Fähigkeit zum HD+-Empfang für Deutschland angekündigt.[27]

Computerlaufwerke[Bearbeiten]

Neben den Blu-ray-Videoplayern und -Recordern werden von vielen Herstellern auch PC-Laufwerke angeboten. Es existieren reine Leselaufwerke, Kombilaufwerke aus CD-/DVD-Brenner und BD-Leselaufwerk sowie Blu-ray-Brenner zum Beschreiben von BD-R- und BD-RE-Rohlingen. Letztere können genau wie DVD-Brenner sowohl zum Speichern von Daten als auch zum Erstellen von Video-BDs benutzt werden, was vor allem für Besitzer von HD-Videokameras interessant ist. Selbst erstellte Blu-ray Discs können mittlerweile von den meisten aktuellen Blu-ray-Spielern wiedergegeben werden, sofern das kompatiblere BDMV-Format (mit Startmenü) benutzt wird – BDAV, das zweite Format für Endverbraucher, welches bloß die Videodaten ohne Menü enthält, wird von manchen Geräten nicht einwandfrei gelesen.

Einige BD-Laufwerke können zusätzlich zur Blu-ray Disc auch HD DVDs wiedergeben.

Filmstudios[Bearbeiten]

Alle großen Filmstudios wie 20th Century Fox, Metro-Goldwyn-Mayer, Sony Pictures Entertainment, Paramount, Universal Studios, The Walt Disney Company, Warner Bros. und Constantin Film veröffentlichen HD-Filme auf Blu-ray Disc.

Interaktive Anwendungsschicht[Bearbeiten]

Blu-ray-Disc-Rohling von Panasonic. Single-Layer-Disc mit 25 GB Fassungsvermögen ohne Cartridge (2005).
Blu-ray-Disc-Rohling von Sony mit 200 GB Fassungsvermögen (2008).

Im Rahmen der Blu-ray-Disc-Spezifizierung wird weiterhin eine interaktive Anwendungsschicht definiert, die unter anderem das bisherige DVD-Menü ersetzen soll. Diese Anwendungsschicht heißt BD-J und wird in einer Variante von Java programmiert, die auf einer Abwandlung der Multimedia Home Platform beziehungsweise GEM-Spezifikation (Globally Executable MHP) basiert. Mit ihr ist es möglich, interaktive Anwendungen wie interaktive Filme (Wahl eines von mehreren Handlungssträngen oder Filmenden), Einblendungen, Spiele, Webangebote oder multimediale Zusatzinformationen zu integrieren.

Datenrate[Bearbeiten]

Die Angabe „1ד entspricht einer Datenrate von 36 Mbit/s. Die Daten werden damit etwa viermal so schnell gelesen wie bei einer DVD gleicher Rotationsgeschwindigkeit (einmal). Laufwerke für den Einsatz in Filmabspielgeräten werden mit dem bis zu 1,6-Fachen dieser Geschwindigkeit, also 54 Mbit/s, betrieben, wodurch gleichzeitig die maximale Datenrate eines Content-Streams inklusive aller Kameraperspektiven und Tonspuren auf diesen Wert begrenzt ist. Die AV-Bitrate ist auf 48 Mbit/s beschränkt. Laufwerke für den Computereinsatz (bzw. für spätere Spielkonsolen) schaffen jedoch bereits die 8-fache Geschwindigkeit (also 288 Mbit/s; ca. 36 MB/s).

Aufnahmegeschwindigkeit[Bearbeiten]

Laufwerkgeschw. Datenrate Schreibdauer für eine Blu-ray Disc
(in Minuten im CLV-Modus)
Mbit/s MByte/s Single Layer Dual Layer
36 4,5 90 180
72 9 45 90
144 18 22,5 45
216 27 15 30
288 36 11,25 22,5
12× [28] 432 54 7,5 15

Varianten[Bearbeiten]

Professional Discs[Bearbeiten]

  • Professional Disc for Data (PDD): professionelle Variante von Sony mit robusterer Verarbeitung und einem anderen Dateisystem; seit Mai 2004 in Japan verfügbar, seit 2006 nicht mehr produziert.
  • Professional Disc for Broadcast (PDB): professionelle Variante von Sony mit robusterer Verarbeitung und einem anderen Dateisystem, wird bei XDCAM-Camcordern und -Recordern als Video- und Tonaufzeichnungs-Medium für das MPEG2-IMX-Format genutzt.

Diese Varianten entsprechen nicht den Produkten für Konsumenten. Sie sind ausschließlich für professionelle Anwendung gedacht und werden nur in kleinen Stückzahlen hergestellt.

Stereoskopische Variante[Bearbeiten]

Im Dezember 2009 ist von der Blu-ray-Disc-Association eine Spezifikation für stereoskopische Videos veröffentlicht worden, die den Standard MPEG-4 MVC verwendet, eine Erweiterung des bereits eingesetzten Standards MPEG-4 AVC. Ein Abspielen entsprechender 3D-Blu-ray-Discs ist auch auf den bisherigen Playern, welche die stereoskopische Videoausgabe nicht unterstützen, monoskopisch möglich.[29]

4K-Variante[Bearbeiten]

Aktuell arbeitet eine Arbeitsgruppe der Blu-ray Disc Association (BDA) an einer Weiterentwicklung des derzeitigen Blu-ray-Standards. Hierbei geht es primär um die Möglichkeit zur Wiedergabe von 4K-Filmen mit 3840 × 2160 Pixeln, welche eine zu große Datenmenge aufweisen, um auf aktuellen Blu-ray Discs Platz zu finden.[30] Erstmals bestätigte Samsung nun die technischen Spezifikationen der Ultra High Definition Television beziehungsweise 4k Blu-ray Disc, demnach soll das digitale optische Speichermedium über vier Schichten verfügen und somit mehr als 100 Gigabyte speichern können. Victor Matsuda, Chairman des Blu-ray Disc Association Global Promotions Committee, bestätigte in einem Interview, dass die "4K Blu-ray" offiziell auf dem Weg sei und die Lizenzierung bis zur ersten Jahreshälfte 2015 finalisiert werde. Die Spezifikationen für die 4K Blu-ray sollen spätestens zum 3. Quartal 2015 feststehen. Erste "4K Blu-rays" und entsprechende Player werden noch vor Weihnachten 2015 auf den Markt kommen. [31] Der japanische Elektronikkonzern Panasonic präsentierte im April 2014 den weltweit ersten 4k Blu-ray-Player, der eine native 4K (60p) Auflösung realisieren kann.[32] Die Übertragung der Daten vom Player zum 4k-Monitor bzw. 4k-Fernseher erfolgt entweder via DisplayPort oder dem im September 2013 vom HDMI-Forum (einem aus 88 verschiedenen Unternehmen aus der Elektronikbranche bestehenden Planungsgremium) beschlossenen und verabschiedeten neuen Übertragungs-Standard HDMI 2.0.[33]

Kleinformate[Bearbeiten]

Zur Blu-ray Disc mit 12 cm Durchmesser gibt es zusätzlich auch eine 8 cm große Blu-ray Disc. Die 8-cm-Variante kann als einlagige BD-RE oder BD-R 7,5 GB speichern. Diese reduzierte Größe soll unter anderem in kleinen Kameras Anwendung finden und wird zurzeit von Hitachis DZ-BD7H und DZ-BD70 genutzt.[34]

Die Mini Blu-ray Disc ist eine auf dem roten Laser basierende DVD mit Blu-ray-Datenstruktur und -Inhalt, deswegen wird auch die Bezeichnung BD-9 verwendet, eine Mischung aus BD (für Blu-ray Disc) und DVD-9. Diese Scheiben zielen auf den normalen Benutzer ab, der noch keinen Blu-ray-Brenner besitzt, aber bereits seine Filme mit einem Blu-ray-Spieler abspielen will. Die Scheiben besitzen zwar dieselbe Datenstruktur, können aber noch nicht mit der Verschlüsselung AACS versehen werden. Die Scheiben sollten mindestens mit dreifacher Geschwindigkeit rotieren, um eine Datenrate von 30,24 Mbit/s zu erreichen, weshalb sie von vielen Blu-ray-Playern (die üblicherweise nur für einfache Geschwindigkeit ausgelegt sind) nicht einwandfrei wiedergegeben werden.[35]

Blu-ray-Kleinformate oder Ausführungen mit speziellem Design wie zum Beispiel in der Stern-, Sägeblatt- oder Herzform können nicht auf Slot-In-Laufwerken, wie sie beispielsweise bei der PlayStation 3 eingebaut sind, verwendet werden.

Als Medium für Video- und Computerspiele[Bearbeiten]

Blu-rays dienen auch als Speichermedium sowohl für Video- als auch für Computerspiele. Die Spielekonsolen PlayStation 3, PlayStation 4 sowie Xbox One besitzen ein Blu-ray-Laufwerk und können damit Filme und Spiele von Blu-ray Discs einlesen. Blu-ray Discs als Medium für Spiele werden zum einen wegen des höheren Speicherbedarfs an hochwertigeren Texturen und Spielgrafiken eingesetzt, dienen aber auch als indirekter Kopierschutz, da bis zum Erreichen des Massenmarktes von Blu-ray-Brennern und Rohlingen die illegale Vervielfältigung beim Heimanwender nur in geringem Ausmaße geschehen kann. Auch im PC-Bereich kann die Blu-ray für Spiele benutzt werden, wurde aber bis jetzt nur von wenigen Anbietern genutzt.

Abspielgeräte-Profile[Bearbeiten]

Die Blu-ray-Spezifikationen enthalten Anforderungen an Abspielgeräte, die in sogenannten Profilen zusammengefasst sind.[36]

Profil Name Anforderungen
1.0 Initial Das bei Vorstellung der Blu-ray Disc definierte Profil. Sekundäre Audio- und Videodecoder sind optional, genauso wie lokaler Festspeicher und Netzwerkverbindung.
1.1 Bonus View Das neuere Profil mit notwendigem sekundären Audio- und Videodecoder für Bild-in-Bild. Mindestens 256 MB lokaler Festspeicher sind erforderlich.
2.0 BD-Live BD-Live erfordert mindestens zwei sekundäre Decoder, 1 GB lokalen Festspeicher für Updates und Inhalte sowie eine Internetverbindung.
3.0 BD-Audio ein zusätzliches, von allen Video- und BD-J-Anforderungen befreites Profil für reine BD-Audio-Spieler
4.0 wurde freigelassen
5.0 BD3D Unterstützt stereoskopische 3D-Inhalte. Die maximale Datenrate steigt von 48 Mbps auf 72 Mbps.[37]

Der für BD-Live erforderliche Speicher muss nicht zwingend in dem Gerät eingebaut sein, sondern kann auch über einen USB-Stick oder eine Speicherkarte zur Verfügung gestellt werden. Besonders bei günstigeren Geräten ohne Aufzeichnungsfunktion ist diese Methode üblich.

Regionalcode[Bearbeiten]

Regionalcodes der Blu-ray Disc

Genauso wie bei der DVD ist bei der Blu-ray Disc wieder ein Regionalcode implementiert, der verhindern soll, dass beispielsweise eine in den USA erworbene Blu-ray Disc auf europäischen Abspielgeräten verwendet werden kann. Die Codes unterscheiden sich jedoch von denen der DVD. In der Praxis verzichten viele Filmproduktionsfirmen teilweise oder vollständig auf eine Implementierung des Regionalcodes (zum Beispiel Time Warner). Das führt dazu, dass im Moment ungefähr 70 Prozent der erhältlichen Filme auf Blu-ray Disc keine Regionalbeschränkung haben.

Regionalcode Gebiet
  • A/1
Nord- und Südamerika (außer französische Überseegebiete), Japan, Korea, Taiwan, Hongkong und Südostasien
  • B/2
Europa (einschließlich Grönland und französische Überseegebiete, ohne den europäischen Teil Russlands), Naher Osten, Afrika, Ozeanien, Australien
  • C/3
Indien, China, Russland, Zentral- und Südasien

Anders als der DVD-Regionalcode wird der Blu-ray-Regionalcode auf Computern nur von der Abspielsoftware, nicht aber vom Laufwerk oder Betriebssystem überprüft. Er ist in einer Datei der Abspielsoftware oder in der Registry gespeichert (bei Standalone-Playern ist er Teil der Firmware). In manchen Internetforen werden Hacks zum Zurücksetzen des Blu-ray-Regionszählers veröffentlicht, manchmal wird auch Deinstallation und Neuinstallation des Abspielprogramms empfohlen.

Kritik[Bearbeiten]

Neben den erweiterten interaktiven Fähigkeiten von BD-Live (Programmierbarkeit), welche transparent für den Nutzer ablaufen, ist es möglich, dass ohne Wissen des Nutzers Nutzungsprofile erstellt werden können, die in Folge vom Abspielgerät zu den Herstellern per Internet übermittelt werden können. Somit ist es möglich, dass der Hersteller einer Blu-ray unbemerkt vom Nutzer Statistiken erhält, wie oft ein Film (oder Teile davon) mit welchen Einstellungen (Sprache, Untertitel usw.) abgespielt wurde. Darin sehen Datenschützer ein Problem, zumal der Nutzer weder beim Kauf darüber informiert wird noch der Verwendung zustimmen muss.[38]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hartmut Gieselmann: Blaues Gedächtnis. Professionelle Datensicherung der nächsten Generation. In: c’t. Nr. 6, 2004, ISSN 0724-8679, S. 196ff (behandelt UDO und PDD und stellt zudem relevante Unterschiede zu MO und DVD-RAM dar).
  •  Hartmut Gieselmann: Brenner in blau. In: c’t. Nr. 15, 2006, ISSN 0724-8679, S. 114–121 (relevante Unterschiede zur HD DVD hinsichtlich der technischen Maßnahmen für Datensicherheit).
  •  W. Wunderlich: Digitales Fernsehen HDTV, HDV, AVCHD für Ein- und Umsteiger. ISBN 978-3-00-023484-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blu-ray Disc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Blu-ray Disc – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Präfixe werden hier bei Speicherkapazitäten im dezimalen Sinn verwendet: 1 KB = 1000 B (Byte), 1 GB (GByte) = 1000 MB (MByte), analog zu den Herstellerangaben.
  2. Spezifikation für BDXL verfügbar: 128 GByte auf einer Plastikscheibe auf heise.de, 26. Juni 2010
  3. http://www.blu-raydisc.com/en/Technical/FAQs/HistoryandAssociation.aspx FAQ-Webseite der Blu-ray Disc Association (englischsprachig).
  4. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Toshiba-beerdigt-HD-DVD-offiziell-181129.html
  5. DER SPIEGEL, 1/2010, S. 53
  6. Die Blu-ray erobert den Markt. Newsmeldung bei blu-rayler.de, abgerufen am 18. Januar 2013.
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  17. Gerald Himmelein: Big Brother Is Muting You. c’t 12/2013.
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