Blutopfer

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Das Blutopfer im Kontext einer Deutung von Blut als einem Symbol von Vitalität und Träger von Lebenskraft blickt auf eine lange Geschichte zurück, schon Homers Odysseus lockt bei seiner Reise in die Unterwelt die Seelen der Verstorbenen, die nach Leben gieren, mit einem Blutopfer an.

Auch in der Darbringung eines Opfertieres ist psychologisch nicht unbedingt der Akt des Tötens an sich, sondern das Vergießen des Blutes (was natürlich den Tod des Opfertieres nach sich zieht) das eigentlich Wesentliche.

Europa-Orient[Bearbeiten]

Europa: In West- und Nordeuropa sind auch aufgrund fehlender schriftlicher Überlieferung zwar Menschenopfer aber keine Blutopfer belegt, jedoch lassen sogenannte Opferrinnen oder Einkerbungen auf Opfersteinen Rückschlüsse auf die Darbringung von Flüssigkeiten als Opfer schließen. Ob es sich dabei um Blut-, Milch- oder um Trankopfer gehandelt hat, bleibt ungeklärt. Hinweise für eine dahingehende Praxis ergeben sich aus den Tier- und Menschenopfern im Südeuropäischen bzw. im Mittelmeer-Raum. Als symbolisches Blutopfer könnte auch der Ritus in den christlichen Gemeinden verstanden werden, "Christus, der sein Blut für uns hingegeben hat". Auch in der Sprache und in bestimmten Redewendungen finden sich noch Belege für solche Riten, wenn etwa im Rahmen von gewaltsamen Ereignissen vom Blutvergießen also dem Vergießen von Blut die Rede ist oder in der Vorstellung, dass ein ursprünglicher Zustand, z.B. verletzte Ehre (vgl. Şeref, Namus) oder eine schwere Schande, nur durch Blut gereinigt oder getilgt werden kann, um das soziale Gefüge wiederherzustellen (Ehrenmord).

Orient: Animalische Opfer haben eine lange belegte Tradition im Orient. Aus dieser Opferungs-Tradition heraus hat sich auch jene religiöse Form der Schlachtung entwickelt die nach jüdischem oder islamischem Ritus abläuft. Und auch die Hysterie um angebliche Kindsmorde durch Juden, die bis in die Neuzeit in Europa auftrat, gehört dazu. Die Parallelen zur jüdischen Schächtung und die Rolle, die Blut bei diesen Opferungs-, Mordfantasien spielt, sind offensichtlich. Allerdings dienten sie lediglich dazu, eigene Vorurteile zu projizieren; kein einziger Fall ist tatsächlich bekannt. Durch die Kindsmordphantasien ausgelöst wurden indes mehrfach Gewaltorgien gegenüber der jüdischen Bevölkerung, die alles was man den Juden fälschlich vorgeworfen hat, in den Schatten stellten.

Mit dem Ausbluten lassen des lebenden Tieres wird in einem übertragenen Sinn die ganze Lebenskraft des Tieres entfernt und auf der "heiligen" Erde aus welcher das Leben entstammt vergossen bzw. an Gott zurückgegeben, von welchem sie gekommen ist (siehe Schächten). Es ist klar, dass diese Art der Schlachtung für Außenstehende befremdend wirkt wenn man sich diese Zusammenhänge nicht vergegenwärtigt, die säkulare Schlachtung hat die Fleischgewinnung als Hintergrund, die einzigen Regeln nach denen sie sich richtet sind Mindeststandards des Tierschutzes und Hygienemaßnahmen. Der "religiösen" Schlachtung hingegen ist ihre Herkunft aus dem Opferritual noch deutlich anzumerken und dies wird auch durch religiöse Gebote weitertradiert.

Ein unappetitlicher Aspekt ergibt sich aus den Ermordungen durch Kopfabschneiden vor einem religiös-fanatisierten Hintergrund da hier psychologisch an alte Traditionen des Menschenopfers angeknüpft wird. Wer einen Gefangenen bloß ermorden möchte, kann dies auch durch eine Kugel tun (wer ein Tier zum Nahrungsgewinn töten möchte, müsste es nicht lebendig ausbluten lassen, es sei denn vor einem religiösen Hintergrund der auf der Opferpraxis basiert), wobei natürlich eine "grausame" Methode auch die Feinde erschüttern soll, dies geschieht jedoch vor den unbewusst ablaufenden Motivationsketten der beispielsweise dschihadistisch motivierten Mörder, die sich unbewusst einer atavistischen kulturellen Prägung entsprechend verhalten und an alte durchaus auch vorislamische aber durch diesen weitertradierte Formen anknüpfen.

In Indien spielt die Verwendung von Blut in einigen Riten eine Rolle.

Amerika[Bearbeiten]

Aus den vorkolumbischen Kulturen Mittelamerikas ist bekannt, dass das Opfern von Blut - sei es bei Menschenopfern oder auch im Rahmen einer Selbstverstümmelung - weit verbreitet war. So finden sich etwa aus den Kulturen der Mayas und Azteken zahlreiche Darstellungen, die Priester und Herrscher bei der Darbringung von Blut als Opfer für die Götter zeigen, verbunden mit Selbstverletzung etwa der Zunge oder der Genitalien. Oft steht dies im Zusammenhang mit Fruchtbarkeitsriten, welche die neue Ernte sichern sollten.