Blutregenalge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blutregenalge
Cysten von Haematococcus pluvialis(Lichtmikroskopische Aufnahme, Differentialinterferenzkontrast)

Cysten von Haematococcus pluvialis
(Lichtmikroskopische Aufnahme, Differentialinterferenzkontrast)

Systematik
ohne Rang: Chloroplastida
Abteilung: Chlorophyta
Klasse: Chlorophyceae
Familie: Haematococcaceae
Gattung: Haematococcus
Art: Blutregenalge
Wissenschaftlicher Name
Haematococcus pluvialis
Flot. emend. Wille

Die Blutregenalge (Haematococcus pluvialis) ist eine Grünalge aus der Klasse der Chlorophyceae. Sie ist eine von einer Gallertschicht umgebene, knapp 0,1 mm (100 µm) kleine, einzellige Süßwasseralge mit becherförmigem Chloroplasten, zwei körperlangen Geißeln und einem Augenfleck. Unter schlechten Lebensbedingungen kann sie in ein Dauerstadium übergehen und eine Cyste bilden, die eine durch Carotinoide (u. a. Astaxanthin) verursachte charakteristische rötliche Färbung aufweist. Astaxanthin wird zum Schutz vor verstärkter UV-Strahlung und auch bei Nährstoffmangel gebildet.[1] Den von ihr bewohnten Biotopen wie Teichen, kleinen Wasserlöchern oder gar Weihwasserbecken kann bei Massenentwicklungen dadurch eine spektakuläre blutrote Farbe verliehen werden. Dieses Phänomen wird auch als „Blutregen“ bezeichnet. Das Pigment Astaxanthin ist auch für die Bildung des sogenannten Blutschnees der Alge Chlamydomonas nivalis verantwortlich. Hierbei handelt es sich um von Astaxanthin dieser Alge rot gefärbten Schnee, den man häufig in Gebirgen findet.

Die Blutregenalge stellt eine der wichtigsten natürlichen Quellen für die industrielle Gewinnung von Astaxanthin dar.[2] Für das Pigment Astaxanthin wird teilweise auch der veraltete Name Haematochrom (oder englisch Haematochrome) verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Franz-Christian Czygan: Blutregen und Blutschnee: Stickstoffmangel-Zellen von Haematococcus pluvialis und Chlamydomonas nivalis In: Archives of Microbiology Volume 74, Number 1 / März 1970
  2. Martin Guerin, Mark E. Huntley and Miguel Olaizola: Haematococcus astaxanthin: applications for human health and nutrition. In: Trends in Biotechnology 21(5) May 2003

Literatur[Bearbeiten]

  • D. v. Denffer, F. Ehrendorfer, K. Mägdefrau, H. Ziegler: Strasburger, Lehrbuch der Botanik. 31. Auflage 1978
  • Benedix, Erich Heinz: Urania Pflanzenreich. Viren, Bakterien, Algen, Pilze 1. Auflage. Urania-Verlag. Leipzig, Jena, 1991. ISBN 3-332-00348-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haematococcus pluvialis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien