Bob Brozman

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Bob Brozman auf der italienischen Musicastrada 2010

Bob Brozman (* 8. März 1954 in New York City; † 23. April 2013 in Santa Cruz, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Gitarrist und Musikwissenschaftler, der sich neben Jazz und Blues auch der Weltmusik verpflichtet fühlte.

Leben und Arbeit[Bearbeiten]

Bereits in frühster Jugend wurde Bob mit der Musik konfrontiert. Mit sechs Jahren fing er an Gitarre zu spielen und empfand den Klang als große Herausforderung.[1] Als Student der Musik und Musikethnologie an der Universität von Washington arbeitete er mit einer großen, weltumspannenden Anzahl von Musikern zusammen, die von den Okinawa-Inseln bis Ghana reichte. Entsprechend groß war die Zahl von Musikstilen, die er zu Gehör brachte: Gypsy Jazz, Calypso, Blues, Ragtime, Hawaiimusik und karibische Musik. So wurde Brozman ein begehrter Begleit-Gitarrist und ein Fundus der Weltmusik des 20. Jahrhunderts. Brozman war das ganze Jahr zwischen Nordamerika und Europa unterwegs, wo er hauptsächlich auftrat, aber auch in Australien, Asien und Afrika. Am Ende seines Lebens besaß der Hawaii-Gitarrist eine beeindruckende Sammlung von Instrumenten, die er von seinen Reisen rund um die Erde mitgebracht hatte.

Er nahm zahlreiche Alben auf und wurde dreimal mit dem amerikanischen Guitar Player-Hörerpreis für den besten Bluesmusiker ausgezeichnet. 1999 gründeten Brozman und Woody Mann eine Gitarrenschule, die an den Standorten in Kalifornien, New York und Kanada jährlich über 120 Studenten unterrichtete. In den Jahren 2000 bis 2005 landete er fünfmal in den Europäischen Top Ten der Weltmusik, da er in seinen letzten zehn Jahren in Europa populärer geworden war als in seinem Heimatland.[2]

Bob Brozman wurde am Abend des 23. April 2013 in seinem Haus im kalifornischen Santa Cruz tot aufgefunden.[3] Nach Aussage seines langjährigen Produzenten und Mitarbeiters Daniel Thomas nahm sich Brozman das Leben, weil er bedingt durch die Spätfolgen eines 1980 erlittenen Autounfalls seine Hände nur noch unter Schmerzen zum Gitarrenspiel bewegen konnte.[4] In den Monaten nach seinem Tod wurde ein weiteres mögliches Motiv bekannt, als Brozman von verschiedenen Seiten des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt wurde.[5][6] Unter anderen hatte Brozmans früherer Tourmanager Gary Atkinson angegeben, Brozman habe seine damals neunjährige Tochter missbraucht.[7]

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1981 Blue Hula Stomp
  • 1983 Snapping the Strings
  • 1985 Hello Central… Give Me Dr. Jazz
  • 1988 Devil's Slide
  • 1989 Remembering the songs of our youth, mit The Tau Moe Family
  • 1992 A Truckload of Blues
  • 1993 Slide a go-go
  • 1995 Blues 'Round the Bend
  • 1997 Golden Slide
  • 1997 Kika Kila Meets Ki Ho'Alu, mit Ledward Kaapana
  • 1998 Kosmik Blues & Groove
  • 1999 Four hands sweet and hot, mit Cyril Pahinui
  • 1999 Ocean Blues, mit Djeli Moussa Diawara
  • 1999 The Running Man
  • 2000 Get together, mit Woody Mann (USA)
  • 2000 JIN JIN, mit Takashi Hirayasu (Okinawa)
  • 2000 In the saddle, mit Ledward Kaapana
  • 2000 Tone poems III, mit Mike Auldridge et David Grisman
  • 2001 Nankuru Naisa, mit Takashi Hirayasu (Okinawa)
  • 2001 Live Now
  • 2002 Digdig, mit René Lacaille (Riverboat - World Music Network)
  • 2002 Rolling through this world, mit Jeff Lang (Australien)
  • 2003 Mahima, avec Debashish Bhattacharya (Inde)
  • 2003 Metric Time
  • 2005 Songs of the volcano, CD und DVD mit fünf Stringbands aus Papua Neuguinea
  • 2006 Blues Reflex (Ruf Records)
  • 2007 Lumiere (Riverboat/ World Music Network)
  • 2008 Post industrial blues
  • 2010 Six Days in Down
  • 2012 Fire in the mind

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bob Brozman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie seiner Homepage
  2. Deutschlandradio Kultur, Nachrichten 26. April 2013 10:30
  3. Internationally Beloved World Blues Musician, Bob Brozman, Passes Away at Age 59. (PDF; 55 kB) Pressemitteilung auf der Homepage von Bob Brozman vom 25. April 2013. Abgerufen am 28. April 2013.
  4. Robin Denselow: Bob Brozman obituary. Guitarist and ethnomusicologist who played with an international array of musicians. Guardian, 28. April 2013
  5. Artikel auf thecountryblues.com
  6. Steve Palopoli:The Dark Side of Genius. santacruz.com, 4. Juni 2013
  7. Früherer Artikel auf santacruz.com, archiviert bei archive.org (Gary Atkinson im Kommentarbereich)