Bob Wollek

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Bob Wollek 1976
Bob Wollek 1977 im Kremer-Porsche 935K2 auf dem Nürburgring

Bob Wollek (* 4. November 1943 in Straßburg; † 16. März 2001 in Sebring, Florida) war ein französischer Autorennfahrer. Er starb nach einem Unfall mit dem Fahrrad, als er sich auf das 12-Stunden-Rennen von Sebring vorbereitete.

Karriere[Bearbeiten]

Bob Wollek gewann die 12 Stunden von Sebring bereits 1985, mit Anthony Joseph Foyt als Teampartner auf einem Porsche 962. Obwohl Wollek 2001 schon weit über 50 Jahre alt war, war er im Rennsport noch immer voll konkurrenzfähig. Er verfolgte stets ein strenges Trainingsprogramm, das vor allem auf dem Radfahren aufbaute, und war während seiner gesamten Karriere immer einer der fittesten Piloten.

Wollek war vor allem als Sportwagenpilot bekannt. In den 1970er-Jahren war er schon für das Kölner Kremer-Team auf einem Porsche 935K2 unterwegs. Er gewann viermal die 24 Stunden von Daytona und 1982 (auf einem Porsche 936) sowie 1983 (auf einem Porsche 956) die Deutsche Rennsport-Meisterschaft, eine Vorläuferserie der heutigen DTM. Er war lange Jahre Werksfahrer für Porsche in den unterschiedlichsten Rennserien und konnte in seiner langen Karriere fast alle großen Sportwagenrennen gewinnen. Dazu feierte er ungezählte Klassensiege. Trotz dreißig Teilnahmen zwischen 1968 und 2000 blieb ihm ein Erfolg bei den 24 Stunden von Le Mans versagt. Er schaffte zwar sechs Podienplätze (viermal Zweiter, zweimal Dritter) aber der große Triumph wollte sich nie einstellen. Am Ende seiner Karriere hatte er noch zweimal die Chance auf den Sieg, aber 1997 fiel der in Führung liegende Porsche 911 GT1 am Morgen des Sonntags durch einen Fahrfehler Wolleks in der Arnage-Kurve aus. Der Wagen drehte sich, schlug gegen die Leitplanke und beschädigte die hintere Radaufhängung. (Sieger wurde der Joest-Porsche mit Alboreto/Johansson/Kristensen.) Ein Jahr später gewann zwar auch ein Porsche, aber Wollek saß wieder im falschen Auto und musste sich erneut mit Rang zwei begnügen.

Nach dem Rückzug von Porsche aus der großen Sportwagenklasse wechselte Wollek in die GT-Klasse. Bis in das Jahr 2000 feierte er Klassensiege mit dem Porsche 993 GT2 in der ALMS.

Tödlicher Unfall auf dem Rad[Bearbeiten]

Am Freitag, dem 16. März 2001 gegen 16:30 Uhr, nachdem er sich für das 12-Stunden-Rennen qualifiziert hatte und mit dem Fahrrad auf dem Weg zurück in sein Hotel war, fuhr er von Sebring kommend den Highway 98 entlang, als er von einem Wohnmobil, gefahren von einem 82-jährigen Amerikaner, angefahren wurde. Er starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Besonders tragisch war, dass Wollek vor dem Rennen angekündigt hatte, sich im Laufe der Saison vom aktiven Rennsport zurückzuziehen, um danach als „Botschafter“ für Porsche zu arbeiten. Bei allen großen Sportwagenrennen wurden 2001 Schweigeminuten für den großen Rennfahrer eingelegt.

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1968 FrankreichFrankreich Trophée Le Mans Alpine A210 FrankreichFrankreich Christian Ethuin Rang 11
1969 FrankreichFrankreich Société Automobiles des Alpine Alpine A210 FrankreichFrankreich Jean-Claude Killy Ausfall Stoßdämpfer
1973 FrankreichFrankreich Equipe Matra-Simca Shell Matra-Simca MS670B FrankreichFrankreich Patrick Depailler Ausfall Ölpumpe
1974 FrankreichFrankreich Equipe Gitanes Matra MS670B FrankreichFrankreich Jean-Pierre Jaussaud FrankreichFrankreich José Dolhem Ausfall Motorschaden
1975 FrankreichFrankreich Ecurie Buchet Porsche 911 Carrera RSR FrankreichFrankreich Cyril Grandet disqualifiziert
1976 DeutschlandDeutschland Porsche Kremer Racing Porsche 934 FrankreichFrankreich Marie-Claude Charmasson FrankreichFrankreich Didier Pironi Rang 19
1977 DeutschlandDeutschland Porsche Kremer Racing Porsche 934 BelgienBelgien Jean-Pierre Wielemans FrankreichFrankreich Philippe Gurdjian Rang 7 und Klassensieg
1978 DeutschlandDeutschland Martini Racing Porsche 936/78 BelgienBelgien Jacky Ickx DeutschlandDeutschland Jürgen Barth Rang 2 und Klassensieg
1979 DeutschlandDeutschland Essex Motorsport Porsche Porsche 936 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Hurley Haywood Ausfall Motorschaden
1980 DeutschlandDeutschland Gelo Racing Team Porsche 935 DeutschlandDeutschland Helmut Kelleners Ausfall Zylinderschaden
1981 DeutschlandDeutschland Porsche Kremer Racing Porsche 917 K81 FrankreichFrankreich Guy Chasseuil FrankreichFrankreich Xavier Lapeyre Ausfall Motorschaden
1982 DeutschlandDeutschland Belga Team Joest Racing Porsche 936C BelgienBelgien Jean-Michel Martin BelgienBelgien Philippe Martin Ausfall Motorschaden
1983 DeutschlandDeutschland Sorga S.A. Joest Racing Porsche 956 DeutschlandDeutschland Klaus Ludwig SchwedenSchweden Stefan Johansson Rang 6
1984 ItalienItalien Martini Racing Lancia LC2/84 ItalienItalien Alessandro Nannini Rang 8
1985 ItalienItalien Martini Racing Lancia LC2 ItalienItalien Alessandro Nannini AustralienAustralien Lucio Cesario Rang 6
1986 DeutschlandDeutschland Rothmans Porsche Porsche 962C DeutschlandDeutschland Jochen Mass AustralienAustralien Vern Schuppan Ausfall Unfall
1987 DeutschlandDeutschland Rothmans Porsche Porsche 962C DeutschlandDeutschland Jochen Mass AustralienAustralien Vern Schuppan Ausfall Motorschaden
1988 DeutschlandDeutschland Porsche AG Porsche 962C SudafrikaSüdafrika Sarel van der Merwe AustralienAustralien Vern Schuppan Ausfall Motorschaden
1989 DeutschlandDeutschland Joest Racing Porsche 962C DeutschlandDeutschland Hans-Joachim Stuck Rang 3
1990 DeutschlandDeutschland Joest Porsche Racing Porsche 962C DeutschlandDeutschland Louis Krages SchwedenSchweden Stanley Dickens Rang 8
1991 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Silk Cut Jaguar Jaguar XJR12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Kenny Acheson ItalienItalien Teo Fabi Rang 3
1992 FrankreichFrankreich Courage Compétition Cougar C28 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Jean-Louis Ricci Rang 6 und Klassensieg
1993 DeutschlandDeutschland Joest Porsche Racing Porsche 962C FrankreichFrankreich Henri Pescarolo Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Randy Meixner Rang 9
1994 JapanJapan Nisso Trust Racing Team Toyota 94C-V SchwedenSchweden Steven Andskär SudafrikaSüdafrika George Fouché Rang 4
1995 FrankreichFrankreich Courage Compétition Courage C34 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mario Andretti FrankreichFrankreich Éric Hélary Rang 2 und Klassensieg
1996 DeutschlandDeutschland Porsche AG Porsche 911 GT1 DeutschlandDeutschland Hans-Joachim Stuck BelgienBelgien Thierry Boutsen Rang 2 und Klassensieg
1997 DeutschlandDeutschland Porsche AG Porsche 911 GT1 DeutschlandDeutschland Hans-Joachim Stuck BelgienBelgien Thierry Boutsen Ausfall Getriebeschaden
1998 DeutschlandDeutschland Porsche AG Porsche 911 GT1 DeutschlandDeutschland Jörg Müller DeutschlandDeutschland Uwe Alzen Rang 2
1999 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Champion Racing Porsche 911 GT3-R DeutschlandDeutschland Dirk Müller DeutschlandDeutschland Bernd Mayländer Rang 19
2000 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dick Barbour Racing Porsche 911 GT3-R DeutschlandDeutschland Dirk Müller DeutschlandDeutschland Lucas Luhr disqualifiziert

Weblinks[Bearbeiten]