Bobengrün

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Bobengrün ist ein Dorf im Regierungsbezirk Oberfranken im Nordosten von Bayern. Seit 1978 ist es ein Ortsteil des bayerischen Staatsbades Bad Steben im Landkreis Hof.

Geographie[Bearbeiten]

Bobengrün liegt inmitten des Naturparks Frankenwald. Eingebettet im Tal des Lohbaches und des Bobengrüner Baches liegt Bobengrün am Fuße des 729 Meter hohen Spitzberges. Es liegt auf einer Höhe von 530 m ü. NN. und hat 562 Einwohner (Stand August 2006).

Bobengrün hat ein föhnfreies Mittelgebirgsklima.

Zur ehemaligen politischen Gemeinde Bobengrün gehörten die Ortsteile Horwagen, Christusgrün, Dürrnberg, Gerlas, Ziegelhütte und Erlaburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Rathaus in Bobengrün
Blick auf den Ortsteil Horwagen

In der Zeit zwischen 1050 und 1300 kolonisierten die Grafen von Orlamünde die Gegend um Lichtenberg. In dieser Zeit dürfte auch Bobengrün entstanden sein. Die erste Erwähnung erfolgte am 6. Juni 1410 in einer Urkunde des Grafen Oswald von Truhendingen. Zwischen 1427 und 1432 verkaufte Graf Sigismund von Weimar-Orlamünde die Herrschaft Lichtenberg und somit auch Bobengrün an die von Waldenfels. Fast 200 Jahre später verkauften diese die Herrschaft Thierbach aufgrund hoher Schulden an das Markgraftum Bayreuth, dem Bobengrün bis zum Jahre 1791 angehörte. Nach dem Rücktritt des letzten Markgrafen kam Bobengrün unter preußische Verwaltung. Im Jahre 1807 fiel Bobengrün nach einer Niederlage des preußischen Heeres an Frankreich. Knapp drei Jahre später trat Napoleon mit dem Pariser Vertrag das ehemalige Fürstentum Bayreuth ab; Bobengrün wurde bayerisch.

1831 standen im Dorf 36 Häuser, eine Mühle und eine Ziegelhütte. Man zählte 297 Einwohner. 1855 waren es bereits 570. Zur Gemeinde gehörten damals die Orte Bobengrün, Horwagen und Gerlas sowie die Einöde Erlaburg. Im Jahre 1861 entstand das erste Schulhaus. 1882 nahm der Marmorbruch Horwagen seinen Betrieb auf. In den Jahren 1911/1912 wurde das neue Schul- und Rathaus errichtet. Die evangelische St.-Paulus-Kirche wurde in den Jahren 1961/1962 gebaut. Seitdem ist Bobengrün Kirchdorf. Im Jahre 1978 wurde die Gemeinde Bobengrün im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Bad Steben eingemeindet. Damals lebten 725 Personen im Dorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahre 1783 lebten in Bobengrün 335 Personen. Rund 100 Jahre später (1885) waren es bereits 600. Bis 1933 stieg die Einwohnerzahl auf 665, 1946 wurden 916 Einwohner gezählt. 1960 waren es noch 785 Einwohner. Mitte der 80er Jahre waren inklusive der Zweitwohnsitze über 800 Einwohner gemeldet; gegenwärtig sind es noch 560.

Gemeinderäte[Bearbeiten]

Im Bad Stebener Gemeinderat sind aktuell (2012) Christian Wages (CSU), Dietmar Friedrich (CSU), Werner Färber (Freie Wähler) und Peter Färber (SPD) aus Bobengrün vertreten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Juni 2005 verlieh das Bayerische Staatsministerium für Umwelt dem Marmorbruch Horwagen, in dem bis Anfang der 90er Jahre Flaserkalk, bekannt unter dem Handelsnamen Deutsch-Rot, abgebaut wurde, das Gütesiegel „Bayerns schönste Geotope“. Eine weitere Sehenswürdigkeit und zugleich Wahrzeichen von Bobengrün ist das Alte Rathaus aus dem Jahre 1911 in der Ortsmitte von Bobengrün.

Der Bobengrüner Planetenweg wurde im Jahr 2010 in Verbindung mit der 600-Jahr-Feier eingeweiht. Der rund drei Kilometer lange Wanderweg erstreckt sicht vom Bobengrüner CVJM-Haus bis zum Wanderheim Gerlaser Forsthaus und erklärt an acht Stationen die Planeten unseres Sonnensystems.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Pfingsttagung

Die größte Veranstaltung Bobengrüns ist die Pfingsttagung des CVJM im Froschbachtal. Jedes Jahr zieht es am Pfingstwochenende tausende Christen in das kleine Frankenwalddorf, um auf der Tagung des CVJM mitten im Wald das Wort Gottes zu hören. Seit 1946 findet diese Veranstaltung in Bobengrün statt und hat seitdem nicht an Anziehungskraft verloren. Rund 10.000 Besucher zählt man jährlich.

Neben der großen Pfingstveranstaltung finden weitere kleinere Feste in Bobengrün statt. Jedes Jahr werden zahlreiche Vereinsfeste veranstaltet, z. B. das Feuerwehrfest und das Brunnenfest. Die Kirchweih wird traditionell am dritten Wochenende im Oktober gefeiert.

Weblinks[Bearbeiten]

50.34444444444411.651388888889Koordinaten: 50° 21′ N, 11° 39′ O