Bobonaro

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Subdistrikt Bobonaro
Bobonaro (Osttimor)
Red pog.svg
Hauptstadt Bobonaro
Fläche 217,12 km²[1]
Einwohnerzahl 23.854 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Ai-Assa 1.651
Atu-Aben 827
Bobonaro 1.532
Carabau 2.620
Colimau 1.357
Cota Bo’ot 571
Ilat-Laun 1.193
Leber 1.454
Lour 975
Lourba 1.759
Malilait 1.419
Maliubu 2.063
Molop 1.545
Oeleo 947
Sibuni 980
Soileco 1.322
Tapo 610
Tebabui 1.029
Übersichtskarte
Der Subdistrikt Bobonaro liegt im Osten des gleichnamigen Distrikts
Lage des Distrikts Bobonaro

Die osttimoresische Stadt Bobonaro (auch Aubá, Bubo Naro, Babonaro; Tetum: Bobonaru) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Subdistrikts und Sucos. Während der portugiesischen Kolonialzeit war sie zeitweise auch die Hauptstadt des Distrikts Bobonaro, bevor Maliana diese Rolle übernahm. In der Zeit des Estado Novo wurde der Ort in Vila Armindo Monteiro umbenannt, nach dem Politiker Armindo Rodrigues de Sttau Monteiro.

Der Ort[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 45 km von der Küste entfernt, auf einer Meereshöhe von 715 m, im Norden des gleichnamigen Subdistrikts, beidseitig der Grenze zwischen den Sucos Bobonaro und Malilait. Zur Landeshauptstadt Dili sind es in Luftlinie etwa 60 km nach Nordosten, zur Distriktshauptstadt Maliana etwa 13 km nach Westen. Zur Grenze nach Indonesien sind es ebenfalls nur wenige Kilometer.

Die Stadt hat 6.110 Einwohner (2006) und zieht sich über mehrere Kilometer an der Straße entlang. Der Markt in Bobonaro hat regionale Bedeutung und gilt touristisch als sehenswert. Außerdem gibt es hier eine Grundschule, eine vorbereitende Schule für die Sekundarstufe, ein Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[3] Die Kirche ist der Unbefleckten Empfängnis Marias geweiht.

Der Suco[Bearbeiten]

Suco Bobonaro
Orte Position[4] Höhe Orte Position[4] Höhe
Bobonaro 9° 2′ S, 125° 20′ O-9.0319444444444125.325715 715 m Dena 9° 3′ S, 125° 21′ O-9.0463888888889125.34361111111568 568 m
Hok 9° 3′ S, 125° 20′ O-9.0416666666667125.34055555556617 617 m Holital 9° 2′ S, 125° 20′ O-9.0377777777778125.3325617 617 m
Kulumba 9° 2′ S, 125° 20′ O-9.0411111111111125.33833333333617 617 m Lactil 9° 2′ S, 125° 19′ O-9.0358333333333125.31833333333773 773 m
Lalebol 9° 3′ S, 125° 21′ O-9.0491666666667125.34361111111568 568 m Lepo 9° 3′ S, 125° 21′ O-9.0430555555556125.35833333333625 625 m
Lesigatal 9° 2′ S, 125° 19′ O-9.0333333333333125.3175773 773 m Maucugun 9° 3′ S, 125° 21′ O-9.0525125.34555555556568 568 m
Mautaloh 9° 2′ S, 125° 20′ O-9.0397222222222125.32833333333620 620 m Tuluapu 9° 3′ S, 125° 20′ O-9.0421527777778125.33080833333[5] ?

Der Suco hat 1.532 Einwohner (2010,[2] 2004: 1.746[6]). Etwa 95 % der Einwohner geben Bunak als ihre Muttersprache an. Unter 5 % sprechen jeweils Tetum Prasa und Kemak, kleine Minderheiten Mambai oder Habun.[7]

Der Suco Bobonaro liegt im Zentrum des gleichnamigen Subdistrikts und hat eine Fläche von 12,49 km².[8] Im Norden liegen die Sucos Malilait und Lourba, im Osten Carabau, im Südosten Lour, im Süden und Südwesten Ai-Assa und im Nordwesten Oeleo. Hier entspringt der Fluss Anaslota, der zum Flusssystem des Lóis gehört und zunächst nach Norden nach Oeleo fließt. Von Nord nach Süd durchfließt der Loumea den Suco.

Bobonaro, der Hauptort des Subdistrikts, liegt nur zum Teil im Suco, der Nordteil liegt in Malilait. Südwestlich vom Ort Bobonaro liegen die Orte Lactil (Laktil) und Lesigatal (Lesi Gatal), südöstlich die Dörfer Holital (Holtal), Mautaloh und Tuluapu (Tuluatu). Weiter östlich befinden sich die Ortschaften Kulumba und Hok (Bok) und jenseits des Loumea Dena, Lalebol, Maucugun (Maucugum) und Lepo.[9] Neben der Grundschule in Bobonaro gibt es jeweils eine in Holital, Lesigatal und Maucugun. [3]

In Bobonaro befinden sich die drei Aldeias Lactil, Lesigatal und Tuluata.[10] Die Aldeia Tas-Masac wurde 2009 abgeschafft.[11]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Abílio de Araújo zum Chefe de Suco gewählt.[12] Bei den Wahlen 2009 gewann Esteves Barreto.[13]

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Der Subdistrikt Bobonaro

Der Subdistrikt Bobonaro liegt im Osten des gleichnamigen Distrikts. Nordwestlich liegen die Subdistrikte Maliana und Cailaco, im Süden der Subdistrikt Lolotoe, im Südwesten der Distrikt Cova Lima und im Norden der Distrikt Ermera. An einem schmalen Punkt trifft Bobonaro im Osten auch auf den Distrikt Ainaro. Im Subdistrikt entspringt der Fluss Loumea und mehrere seiner Nebenflüsse. Andere Flüsse aus dem Norden des Subdistrikt fließen nach Norden in den Lóis, Osttimors längster Fluss. Im Westen, im Suco Leber, liegt der Tapo, mit 1934 m der höchste Berg des Distrikts Bobonaro.[9] Etwas südlich davon liegt der Berg Leohito mit 1925 m.[14]

Bobonaro teilt sich in 18 Sucos: Ai-Assa, Atu-Aben (Atu Aben), Bobonaro, Carabau, Colimau, Cota Bo’ot (Cotabot), Ilat-Laun (Ilatalaun), Leber, Lour, Lourba, Maliubu (Male-Ubu), Malilait, Molop, Oeleo (Oe-Leu, Oeleu), Sibuni, Soileco (Soi Leco, Soilesu), Tapo und Tebabui.[10]

Im Subdistrikt Bobonaro leben 23.854 Menschen (2010,[1] 2004: 22.756[15]). Der Altersdurchschnitt beträgt 18,6 Jahre (2010,[1] 2004: 18,2 Jahre[16]). Er ist eines der Zentren der Nationalsprache Bunak in Osttimor. Ihre Sprecher bilden die größte Sprachgruppe im Subdistrikt.[16] Auch die Nationalsprache Kemak wird gesprochen. In Marobo (Marabo) haben sich die Kemak über Generationen mit der benachbarten Ethnie der Bunak vermischt, weswegen es kulturelle Unterschiede zwischen den Kemak von Marobo und dem benachbarten Atsabe gibt.[17] Die französische Anthropologin Brigitte Renard-Clamagirand studierte zwischen 1966 und 1970 die hiesige Kultur.[18]

Als Zweitsprache ist die Amtssprache Tetum weit verbreitet. Bahasa Indonesia wurde während der Besatzungszeit verwendet, die Älteren sprechen noch Portugiesisch. Dieses wird auch in den Schulen unterrichtet.[19]

71 % der Haushalte bauen Mais an, 69 % Maniok, 61 % Kokosnüsse, 56 % Gemüse, 45 % Kaffee und 10 % Reis.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Markt von Bobonaro (Dezember 1968)

Die Marobo-Kemak hatten im Norden Bobonaros ein kleines Reich, das unter der Vorherrschaft des Reiches von Atsabe stand, an dessen Peripherie es lag.[18] Gouverneur José Celestino da Silva führte im März 1895 eine Offensive gegen Marobo und Obulo, um sie endgültig für Portugal zu unterwerfen.[21]

Im Januar 1976 begannen indonesische Streitkräfte mit der Besetzung des Subdistrikts von Bobonaro. Bewohner von Ai-Assa und Malilait berichten, dass Angriffe von Bodentruppen und Lufteinheiten die Zivilisten mehrmals zur Flucht zwangen. Viele starben durch Verwundungen, Krankheiten und Hunger. 1979 gaben die Dorfbewohner auf und ergaben sich den indonesischen Truppen.[22]

Zwischen den Sucos von Tapo, Oeleo und Leber kam es in der Vergangenheit wiederholt zu gewalttätigen Konflikten, wobei auch die überregionalen Konflikte zwischen 1975 und 1999 ebenfalls mit einwirkten und zu Kämpfen und Vertreibungen führten. So war in diesen Sucos 1999 die pro-indonesische Miliz Dadurus Merah Putih aus Ritabou aktiv.[23]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heiße Quelle von Marobo

Während der portugiesischen Kolonialzeit entstand im Suco Ilat-Laun ein Bad mit heißen Quellen. Das Schwimmbecken, das von der heißen Quelle gespeist wird, existiert noch heute und ist heute eine touristische Sehenswürdigkeit.[24]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bobonaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b c Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. a b UNMIT Geographic Maps: Bobonaro District - August 2008 (PDF; 535 kB)
  4. a b Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. Get Coordinate - Wiki Koordinaten ermitteln
  6. Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004
  7. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Bobonaro (Tetum; PDF; 8,5 MB)
  8. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)
  9. a b Timor-Leste GIS-Portal
  10. a b Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  11. Diploma Ministerial 9/2004 (Portugiesisch)
  12. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados
  14. Lugares
  15. Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004
  16. a b Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  17. Andrea K. Molnar: Died in the service of Portugal
  18. a b Center for Southeast Asian Studies, Northern Illinois University
  19. Bobonaro District Development Plan 2002/2003 (PDF-Datei; 566 kB)
  20. a b Seeds of Life
  21. History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  22. CAVR Chega Files: Chapter 7.5: Violations of the Laws of War (PDF; 534 kB)
  23. CAVR Chega Files: Part 10: Acolhimento and victim support (PDF; 518 kB)
  24. Jane's Oceania: Timor - Facts about Timor
  25. Sports Reference: Victor Ramos, abgerufen am 13. September 2013

-9.0319444444444125.325Koordinaten: 9° 2′ S, 125° 20′ O