Bobonaro (Distrikt)

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Distritu Bobonaru (tetum)
Distrito de Bobonaro (port.)
Indonesien Oecusse (Distrikt) Cova Lima Bobonaro (Distrikt) Ermera (Distrikt) Liquicá (Distrikt) Dili (Distrikt) Aileu (Distrikt) Ainaro (Distrikt) Manufahi Manatuto Baucau (Distrikt) Lautém (Distrikt) Viqueque (Distrikt)Lage des Distrikts Bobonaro
Über dieses Bild
Landschaft zwischen Balibo und Maliana.jpg
Daten
Hauptstadt Maliana
Fläche 1.380,82 km² (5.)[1]
Einwohnerzahl (2010) 96.709 (4.)[2]
Bevölkerungsdichte 70,0 Einw./km² (7.)[1]
Zahl der Haushalte (2010) 16.883 (4.)[1]
ISO 3166-2: TL-BO
Subdistrikte Einwohner[1] Fläche[1]
Atabae 11.024 252,80 km²
Balibo 14.851 297,08 km²
Bobonaro 23.854 217,12 km²
Cailaco 9.957 205,17 km²
Lolotoe 7.129 169,31 km²
Maliana 25.234 239,35 km²
Karte
Übersichtskarte vom Distrikt Bobonaro

Bobonaro (tetum Bobonaru) ist ein Distrikt von Osttimor. Er ist nach der ehemaligen Distriktshauptstadt Bobonaro benannt.

Geographie[Bearbeiten]

Grenzposten bei Mota'ain

Bobonaro hat eine Fläche von 1.380,82 km². Hauptstadt des Distriktes ist das 149 km südwestlich von der Landeshauptstadt Dili gelegene Maliana. Subdistrikte von Bobonaro sind Atabae, Balibo, Bobonaro, Cailaco, Lolotoe und Maliana.

Der Distrikt Bobonaro liegt im äußersten Nordwesten Osttimors an der Sawusee. Von Süd nach Nord durchzieht, aus Westtimor kommend, der Fluss Nunura den Distrikt und mündet schließlich in den Lóis, der im Nordosten die Grenze zum Distrikt Liquiçá und im Osten zum Teil zum Distrikt Ermera bildet. Die Quellflüsse des Nunura, Talau und Malibaka, bilden im Westen einen Großteil der Grenze zum indonesischen Westtimor, das zur Provinz Ost-Nusa Tenggara gehört. In den Nunura mündet der von Osten kommende Bulobo, wo Maliana, Atabae und Cailaco aufeinander treffen. An einem schmalen Punkt trifft Bobonaro im Osten auch auf den Distrikt Ainaro. Südöstlich liegt der Distrikt Ainaro, Südlich der Distrikt Cova Lima. Nah dem Küstenort Batugade liegt der wichtigste Grenzübergang Mota'ain zwischen Osttimor und Indonesien.

Bobonaro besteht aus drei Ebenen. Die Tieflandebene im Nordwesten besteht aus kargem Land und Reisfeldern und reicht von der Küste bis zum Nunura. Im Westen reicht eine Ebene bis auf 1000 m Höhe. Die Hochlandebene reicht bis 1500 m. Die höchsten Berge des Distrikts sind der Tapo (1934 m), der Leolaco (1929 m), der Leohito (1925 m), der Leber (1403 m) und der Tulo (1285 m). Bobonaro war früher aufgrund seiner Berge und heißen Quellen ein beliebtes Ausflugsziel, musste aber stark unter der Gewalt im Unabhängigkeitskampf leiden. Neun Prozent der Distriktsfläche sind bewaldet. An der Küste liegt Be Malae-Atabae, eine Important Bird Area, die aus Wald und Feuchtgebieten besteht.

Zwischen Oktober und April fallen in der Regenzeit über 1.000 mm Niederschlag. In Lolotoe fällt mit 2.837 mm die größte jährliche Niederschlagsmenge des Landes. In den sieben Monate der Trockenzeit fällt fast kein Regen.

Einwohner[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl in Bobonaro
Jungen in Maliana

Im Distrikt leben 96.709 Einwohner (2011).[2] Die Bevölkerungsdichte beträgt 70,0 Einwohner pro Quadratkilometer. Dabei sind die Subdistrikte Bobonaro und Maliana dichter besiedelt. Die Sucos Holsa und Ritabou sind als „urban“ klassifiziert. Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,9 Jahren (2010).[1]

Hatte 2004 in Balibo jede Frau durchschnittlich 6,17 Kinder, stieg die Anzahl über 6,60 Kinder in Atabae, 6,46 in Lolotoe, 6,53 in Maliana und 7,19 Kinder in Bobonaro, bis auf 8,32 Kinder pro Frau in Cailaco an (Landesdurchschnitt 6,99). Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 0,16 %. Allerdings wandern viele Einwohner in andere Landesteile aus, vor allem in die Landeshauptstadt Dili. Über 8.000 Einwohner Dilis wurden in Bobonaro geboren. Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Balibo bei 94 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 110), in Maliana bei 106 (121), in Atabae bei 109 (87), in Lolotoe bei 117 (145), in Cailaco bei 118 (109) und in Bobonaro bei 149 (179). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Atabae und Cailaco sind damit zwei von 14 Subdistrikten, in denen sie, entgegen den Landestrend anstieg. Bobonaro ist einer der acht Subdistrikte mit der höchsten Kindersterblichkeit des Landes.[3]

Knapp die Hälfte der Bevölkerung spricht als Muttersprache die Nationalsprache Kemak. 33 % sprechen Bunak (Größte Sprachgruppe in den Subdistrikten Bobonaro, Lolotoe und Maliana), 11,8 % Tetum, 4,7 % Bekais. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprechen 37,5 % Tetum, 31,0 % Bahasa Indonesia und 10,7 % Portugiesisch.

Der Südosten Bobonaros bildet zusammen mit dem Nordosten von Cova Lima das Kernland der Bunak.[4] Hier stellen sie innerhalb der Sucos meist eine Bevölkerungsmehrheit von über 90 %.[5] In das Flachland, südlich von Maliana, wanderten die Bunak erst vor wenigen Generationen aus dem Hochland ein und gründeten dort mehrere Dörfer. Auch hier bilden sie die Bevölkerungsmehrheit.[4] Im Nordteil von Maliana und einem Großteil von Balibo wird hauptsächlich Tetum Prasa gesprochen, nach Süden hin gibt es Minderheiten mit Tetum Terik als Muttersprache. Im Südosten von Balibo spricht man mehrheitlich Bekais und die Kemak dominieren den gesamten Norden des Distrikts. Sie stellen die Mehrheit in den Subdistrikten Atabae, Balibo und Cailaco.[5]

Von den Einwohnern, die fünf Jahre oder älter sind, besuchten 2010 32,4 % (Frauen: 31,2 %; Männer: 33,5 %) eine Schule. 24,6 % (22,0 %; 27,2 %) haben die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 42,1 % (45,8 %; 38,4 %). Die Zahlen sind mit dem Landesdurchschnitt vergleichbar.[6] 6,5 % der Einwohner haben allerdings nur die Vorschule besucht, immerhin fast zwei Drittel die Grundschule. Weiterführende Schulen haben etwa ein Drittel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können nur 2,5 % vorweisen; das entspricht einem Drittel des Landesdurchschnitts.[6] Die Analphabetenrate betrug 2004 noch 64,1 % (68,1 %; 60,0 %).[3]

Schulbildung[6] Schulabschluss[6]
in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-
Sekundär
Sekundär Diplom/ Fach-
hochschule
Universität Kein Abschluss
Frauen 31,2 % 22,0 % 45,8 % 6,7 % 59,2 % 17,4 % 14,1 % 0,4 % 1,2 % 1,0 %
Männer 33,5 % 27,2 % 38,4 % 6,4 % 58,3 % 15,4 % 15,8 % 0,9 % 2,4 % 0,8 %
gesamt 32,4 % 24,6 % 42,1 % 6,5 % 58,7 % 16,3 % 15,0 % 0,7 % 1,8 % 0,9 %

2004 waren 99,6 % der Einwohner Katholiken, 0,2 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors, 0,1 % Protestanten und 0,2 % Muslime.[7]

Geschichte[Bearbeiten]

Kolonialzeit[Bearbeiten]

Portugiesisches 5. Kavallerieschwadron von Bobonaro (1969)
Fort von Balibo
Portugiesische Kavallerieangehörige 1969 in Atabae
Flagge des Bureau de Luta pela Libertação de Timor und der Vereinigten Republik von Timor

Vor 400 Jahren bauten die Portugiesen in Balibo eine große Festung zum Schutz ihrer kolonialen Ansprüche auf Timor. Ein weiteres Fort entstand 1655 in Batugade.

Auf dem Gebiet des heutigen Bobonaro bestanden ursprünglich mindestens acht traditionelle, timoresische Reiche, die von Liurais regiert wurden.[8] Balibo, Cailaco, Cowa und Sanirin erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[9][10] Das Reich Cowas reichte von der Nordküste bis ins Gebiet des niederländischen Westtimors. Auch das portugiesische Fort in Batugade lag auf dem Gebiet Cowas.[11] Das Reich von Lamaquitos (Lamakitu) beherrschte in etwa das Gebiet des heutigen Subdistrikts Maliana, zwischen Cailaco im Norden und Maucatar im Süden.[12] Weitere Reiche waren Bobonaro und Ayasa.[8]

Nach mündlichen Überlieferungen stand der Norden Bobonaros unter der Vorherrschaft des Reichs von Likusaen (Likosaen), das mit dem heutigen Liquiçá sein Zentrum im Gebiet der Tokodede und Kemak hatte. Die Dominanz Likusaens erkennt man heute noch an dem starken linguistischen Einfluss des Kemaks auf die Sprache der Bunak. Likusaen stand in Konkurrenz mit dem Tetum-Reich von Wehale, im Südosten des heute indonesischen Westtimors. Bei der späteren kolonialen Teilung Timors zwischen den Niederländern und Portugiesen fielen die Gebiete Wehales an die Niederlande, während Portugal die Gebiete Likusaens unter seine Oberhoheit nahm. Allerdings gab es noch diverse Grenzverschiebungen, auch weil die verschiedenen timoresischen Reiche immer wieder Kriege gegeneinander führten, was zu wechselnden Abhängigkeiten führte. Die Grenze, die jetzt Indonesien und Osttimor trennt, teilt heute noch das Siedlungsgebiet der Bunak.[4]

Im 18. Jahrhundert kam es zur Cailaco-Rebellion gegen die Portugiesen. Cailaco galt als Hauptstützpunkt der Rebellen. Im Marobotal mit den Flüssen Marobo und Lóis lebten damals relativ isoliert 40.000 Menschen. Die Pedras de Cailaco (Felsen von Cailaco), die Steilwände des Leolacos, boten dem Reich von Cailaco eine natürliche Festung und galten als uneinnehmbar. Am 23. Oktober versammelten die Portugiesen am Fuße des Berges insgesamt 4.000 Mann, zu denen auch Topasse und verbündete Timoresen gehörten. Nach 40 Tagen mussten sie aber im Dezember, auch wegen schwerer Regenfälle, die Belagerung aufgeben.[11]

1865 vereinigte sich Balibo mit dem Reich von Cowa im Kampf gegen die Portugiesen. 1868 entsandten die Portugiesen eine Streitmacht nach Sanirin, dessen Liurai sich weigerte Steuern zu Zahlen und von Batugade aus begann eine Offensive gegen Cowa und Balibo. Cailaco unterstützte die Kolonialmacht mit eigenen Kriegern. 1871 kapitulierte die Königin von Balibo, Dona Maria Michaelia Doutel da Costa. Balibo wurde zum Vasallen Portugals. Cowa erkannte erst 1881 die Vorherrschaft Portugals an.[11]

Der Herrscher von Atabae rebellierte zusammen mit dem Liurai von Maubara im Jahr 1893 gegen die portugiesischen Kolonialherren. Im März 1895 führte Gouverneur José Celestino da Silva eine Offensive gegen Marobo, um es endgültig für Portugal zu unterwerfen. 1896 unterstützte Atabae das Reich von Manufahi bei einem weiteren Krieg gegen die Portugiesen. Bei der Belagerung von Atabae kam der bekannte portugiesische Offizier Francisco Duarte ums Leben.[13]

Anfang 1961 versuchte das linksgerichtete Kampfbüro zur Befreiung Timors (Bureau de Luta pela Libertação de Timor) einen Aufstand. Am 9. April rief es in Batugade eine Republik aus und stellte eine timoresische Regierung auf. Die Portugiesen schlugen den Aufstand schnell nieder und die Kämpfer flohen nach Indonesien.

Besetzung durch Indonesien[Bearbeiten]

Verlauf der indonesischen Invasion (1975-1979)

Bereits am 8. Oktober 1975 besetzten indonesische Truppen den Grenzort Batugade des damaligen Portugiesisch-Timor und errichteten hier ihr Hauptquartier für die folgende Operation Komodo. Dabei gab man vor, es handle sich um Kämpfer der UDT, die zuvor der FRETILIN im Machtkampf unterlegen war. Am 14. Oktober folgte Maliana und am 16. Oktober der restliche Teil des Subdistrikts von Balibo. Unter den Opfern hier waren auch zwei britische und drei australische Reporter in Balibo, die so genannten Balibo Five. Der Küstenort Aidabaleten (Atabae) folgte im November. Die FRETILIN richtete einen Appell an den Weltsicherheitsrat, aber die internationale Staatengemeinschaft griff nicht ein. Am 28. November erklärte die FRETILIN Osttimor von Portugal für unabhängig, doch bereits am 7. Dezember begann Indonesien offiziell mit der Invasion Osttimors, wobei das restliche Gebiet Bobonaros zunächst verschont blieb.[14][15] In Cailaco und in den Nachbardistrikten entstanden bases de apoio, in denen die geflohene Zivilbevölkerung von der Widerstandsbewegung FALINTIL angesiedelt wurde. Zwischen September 1977 und Februar 1978 drang die indonesische Armee auch in das Hinterland von Bobonaro vor. Die Widerstandsbasen wurden zerstört, die Bewohner wurden auseinandergetrieben oder gefangengenommen.[16] Während der Besatzung und dem damit verbundenen Guerillakrieg der Timoresen kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen. In Lolotoe befand sich eines der sogenannten „Rape Houses“, in denen es zu Massenvergewaltigungen von Osttimoresinnen durch die Indonesen kam.[17]

1999 fand ein Referendum statt, in dem sich die Bevölkerung Osttimors für die Unabhängigkeit von Indonesien aussprach. Davor und vor allem danach kam es im ganzen Land zu einer Gewaltwelle, ausgelöst von sechs pro-indonesischen Milizen und dem indonesischen Militär. Die Stadt Maliana wurde von Paramilitärs gestürmt. Zwei Fahrer der Vereinten Nationen wurden getötet und der ganze Ort, bis auf die Kirche, niedergebrannt. Am 8. September kam es zu einem Massaker in der Polizeistation von Maliana, bei dem mindestens 13 Menschen starben. Im gesamten Distrikt Bobonaro wurden im September 1999 mindestens 111, eventuell 200 Menschen ermordet. Besonders schwer traf es auch den Subdistrikt Lolotoe, in dem die Miliz Kaer Metin Merah Putih (KMP) mit dem indonesischen Militär wütete.[18] Erst nach Einschreiten der internationalen Eingreiftruppe INTERFET unter australischer Führung, endete die Gewalt. Osttimor kam unter UN-Verwaltung und erlangte 2002 endgültig seine Unabhängigkeit.[19]

Unabhängiges Osttimor[Bearbeiten]

Am 6. Januar 2006 wurden drei Indonesier an der Grenze beim indonesischen Turiskain auf dem Malibacafluss von osttimoresischen Polizisten erschossen. Laut indonesischen Militärquellen waren die drei Opfer beim Fischen, als ohne Vorwarnung auf sie das Feuer eröffnet wurde. Jakarta protestierte heftig.[20] Nach dem Vorfall kam es zu Vergewaltigungen von osttimoresischen Frauen.

Anfang 2010 gab es Berichte, dass Bewaffnete, die sich als Ninjas verkleidet haben, die Bevölkerung in den Distrikten Cova Lima und Bobonaro terrorisieren. Timoresische Polizei (PNTL) und Armee (F-FDTL) entsandten daraufhin Einheiten, um gegen die Verbrecher vorzugehen. Bei der Aktion wurden 118 Personen gefangen genommen, sieben davon verhaftet.[21]

Am 30. Januar 2010 wurde Maliana zum Sitz der dritten Diözese Osttimors erklärt.[22]

Politik[Bearbeiten]

Stärkste Partei in den einzelnen Distrikten bei den Parlamentswahlen 2012

Der Distriktsadministrator wird von der Landesregierung in Dili ernannt. 2001 war dies João Vicente,[23] derzeit ist es Domingos Martins (Stand Februar 2014).[24]

Bei den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung, aus der später das Nationalparlament hervorging, gewann die FRETILIN in Bobonaro die meisten Stimmen, so dass sie das damalige Direktmandat erhielt. Bei den Parlamentswahlen 2007 gelang es dem Congresso Nacional da Reconstrução Timorense (CNRT) mit 20,6 % der Stimmen die stärkste Kraft in Bobonaro zu werden.[25] Bei den Parlamentswahlen 2012 erhielt der CNRT 37,7 % und wurde erneut stärkste Kraft im Distrikt.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2007 konnte Fernando de Araújo von der Partido Democrático (PD) in Bobonaro 38,7 % der Stimmen auf sich vereinen, schied aber als landesweit Drittplatzierter aus. In der zweiten Runde gewann der parteilose José Ramos-Horta 84,6 %. 2012 gewann Fernando de Araújo in Bobonaro wieder, musste sich aber erneut als Viertplatzierter geschlagen geben. Die zweite Runde ging in Bobonaro an den Wahlsieger Taur Matan Ruak mit 70,0 %.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Anteil Haushalte mit …
Ackerbau
Feldfrüchte Anteil 2010[6] Produktion 2008[26]
Mais 66 % 10.600 t
Reis 31 % 16.662 t
Maniok 57 % 3.667 t
Kokosnüsse 55 % keine Angaben
Gemüse 46 % 2.563 t (mit Obst)
Kaffee 28 % keine Angaben
Viehzucht
Nutzvieh Anteil 2010[6] Anzahl der Tiere 2010[6]
Hühner 77 % 76.602
Schweine 78 % 40.565
Rinder 43 % 29.235
Wasserbüffel 11 % 7.559
Pferde 11 % 3.345
Ziegen 32 % 18.010
Schafe 2 % 2.060
Ausstattung
Ausstattung Anteil 2010[6] Anzahl der Haushalte[6]
Radio 27 % 4.549
Fernsehen 15 % 2.476
Telefon (Mobil/Festnetz) 50 % 8.412
Kühlschrank 4 % 705
Fahrrad 7 % 1.238
Motorrad 13 % 2.120
Auto 5 % 432
Boot 3 % 467
Rinderherde zwischen Maliana und Balibo
Salzgewinnung in Atabae
Heiße Quellen von Marobo

Laut der Volkszählung von 2010 arbeiten 43 % aller Einwohner, die zehn Jahre oder älter sind (Landesdurchschnitt: 42 %). 4 % sind arbeitslos (5 %).[6] 72,3 % der Haushalte betreiben Ackerbau, 88,5 % Viehzucht (Stand: 2010).[1] An den Küsten wird gefischt. 66 % der Haushalte bauen Mais an (Landesdurchschnitt: 55 %), 55 % Kokosnüsse (42 %), 57 % Maniok (51 %) und 46 % Gemüse (43 %). Über 31 % pflanzen Reis (25 %), vor allem in Maliana und Cailaco am Ostufer des Nunura und am Bulobo. Zur Grundversorgung werden zudem Erdnüsse, grüne Bohnen, Mungbohnen, Kidneybohnen, Soja, Maniok und Süßkartoffeln angebaut. Daneben pflanzen die Einwohner Senfblätter, Kopfsalat, Kohl, Zwiebeln, Karotten, Bananen, Tomaten, Auberginen, Papayas, Ananas, Kartoffeln und Knoblauch.[6][26] Als Haustiere werden in erster Linie Hühner gehalten. Über drei Viertel der Haushalte haben Hühner, noch etwas mehr haben Schweine. Rinder finden sich bei 43 % der Haushalte, jeder Dritte hält Ziegen, jeweils jeder Zehnte Pferde beziehungsweise Büffel. Selten sind Schafe.[6] Missernten führen zu massiven Problemen, so kam es in Balibo im November 2007 zu einer extremen Nahrungsmittelknappheit.

Für den Verkauf bauen 28 % der Haushalte Kaffee an, was dem Landesdurchschnitt entspricht. Weitere Handelsgüter sind Lichtnüsse, Kokosnüsse, Orangen, Mangos und andere Früchte an. Kaffeezentrum im Distrikt ist der hochgelegene Subdistrikt Lolotoe, in dem über 76 % der Haushalte das wichtigste Exportgut des Landes anbauen. In Cailaco und Bobonaro sind es immer noch zwischen 47 und 45 %.[6]

93 % der Haushalte Bobonaros leben in ihrem eigenen Haus, bei weiteren 4 % gehört das Haus einem weiteren Familienmitglied. Nur knapp ein Viertel aller Wohnhäuser bestehen aus Ziegeln oder Beton. Der Großteil der Gebäude wird noch immer aus Naturmaterialien, wie Bambus, Palmwedeln oder Lehm hergestellt. Bei den Dächern haben sich Zink- und Eisenbleche vielerorts durchgesetzt. Allerdings sind 29 % der Wohnhäuser noch mit Palmwedeln oder Stroh gedeckt. Bei über der Hälfte der Wohnhäuser besteht der Boden aus gestampftem Lehm, bei 35 % aus Beton oder Fliesen. Insgesamt sind die Naturmaterialien in Bobonaro ähnlich verbreitet wie im Landesvergleich.[6] 74 % der Haushalte haben Zugang zu sauberen Trinkwasserquellen (10 % über dem Landesdurchschnitt),[1] wobei nur 21 % das Wasser am oder im Haus haben. Die Bewohner der anderen Haushalte müssen das Trinkwasser aus öffentlichen Leitungen, Brunnen, Quellen oder Gewässern holen. Mit 94 % benutzen fast alle Haushalte Holz zum Kochen. Im Landesdurchschnitt sind es 4 % weniger. Fast zwei Drittel verwenden Petroleum um Licht zu erzeugen, ein Viertel Strom. Im Landesdurchschnitt benutzt die Hälfte Petroleum und über ein Drittel Elektrizität.[6]

In kleineren Mengen finden sich als Bodenschätze Erdgas, Erdöl, Gold und Silber. In Atabae wird Salz aus dem Meer gewonnen.

In Marobo gibt es ein Schwimmbecken, dass von heißen Quellen gespeist wird und eine lokale touristische Attraktion ist.

Der kommunale Radiosender im Distrikt ist Radio Communidade Maliana RCM (Radio Maliana) auf FM 91,7 MHz.[27] Weniger als ein Drittel aller Haushalte besitzt ein Radio. Gerade mal 15 % haben einen Fernseher.[6]

Anteil Haushalte mit …[6]
… Hauswänden aus …
Ziegel/ Beton Holz Bambus Lehm Eisen-/ Zinkblech Palmwedel Natursteine Sonstiges
24 % 3 % 11 % 5 % 2 % 51 % 4 % 1 %
… Dächern aus … … Böden aus …
Palmwedel/ Stroh/ Bambus Eisen-/ Zinkblech Dachziegel Sonstiges Beton Fliesen Boden/ Lehm Bambus/ Holz Sonstiges
29 % 70 % 1 % 0 % 31 % 4 % 60 % 3 % 2 %
Trinkwasserversorgung durch …
Leitung oder Pumpe im Haus Leitung oder Pumpe außerhalb Öffentliche Leitung, Brunnen, Bohrloch geschützte Quelle nicht geschützte Quelle Oberflächengewässer Sonstiges
3 % 18 % 35 % 18 % 18 % 6 % 2 %
Energiequelle zum Kochen Lichtquelle
Elektrizität Petroleum Holz Sonstiges Elektrizität Petroleum Holz Lichtnuss/
Candle berry
Sonstiges
1 % 4 % 94 % 1 % 24 % 64 % 3 % 3 % 6 %

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bobonaro (Distrikt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in figures 2011 (PDF; 3,8 MB), abgerufen am 5. Mai 2013
  3. a b Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  4. a b c Antoinette Schapper: Finding Bunaq: The homeland and expansion of the Bunaq in central Timor, S. 163–186, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011
  5. a b vgl. Zahlen und Nachweise in den einzelnen Artikeln
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch; PDF-Datei; 9,35 MB)
  7. District Pritory Tables: Bobonaro 2004 (PDF; 14,8 MB)
  8. a b Traditional Power Structures and Local Governance in East Timor (PDF; 5,5 MB)
  9. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  10. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR
  11. a b c History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  12. Timorlorosae 2000 (portugiesisch)
  13. The case of Alferes Francisco Duarte “O Arbiru” (1862 – 1899) (PDF; 386 kB), abgerufen am 25. März 2013
  14. Center for Southeast Asian Studies, Northern Illinois University
  15. ETAN: When East Timor first flew its flag in defiance
  16. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  17. Bestandsaufnahme der Vergangenheitsaufklärung in Indonesien und Osttimor
  18. 1999 East Timor Crimes against humanityVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  19. Tagesspiegel, 3. September 1999, Angriff auf UN-Mitarbeiter in Maliana 1999
  20. Tempointeractive, 6. Januar 2006, Three Indonesians Shot by Timor Leste Police
  21. Wikinews, 24. März 2010, „Ninjas“ in Timor-Leste?
  22. 30.Januar 2010, Catholic News Agency, Benedict XVI erects new diocese in East Timor
  23. National Directory of Studies and Research
  24. Descentralização Administrativa na República Democrática de Timor-Leste: Bobonaro, abgerufen am 7. Februar 2014
  25. CNE - official results on 9th July 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  26. a b Direcção Nacional de Estatística: Timor-Leste in Figures 2008 (PDF-Datei; 3,56 MB)
  27. ARKTL – Asosiasaun Radio Komunidade Timor-Leste (englisch)

-9.0333333333333125.33333333333Koordinaten: 9° S, 125° O