Bobrowice

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bobrowice (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bobrowice
POL gmina Bobrowice Lubuskie COA.svg
Bobrowice (Polen)
Bobrowice
Bobrowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Krośnieński
Geographische Lage: 51° 57′ N, 15° 5′ O51.9515.083333333333Koordinaten: 51° 57′ 0″ N, 15° 5′ 0″ O
Höhe: 65 m n.p.m
Einwohner: 960 (2005)
Postleitzahl: 66-627
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FKR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Krosno OdrzańskieŻagań
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 23 Ortschaften
Fläche: 185,05 km²
Einwohner: 3171
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0802022
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Marek Babul
Adresse: Bobrowice 131
66-627 Bobrowice



Bobrowice (deutsch Bobersberg) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Lebus, gehört zum Powiat Krośnieński und hat etwa 900 Einwohner.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Zentralosten der Woiwodschaft Lebus am linken Ufer des Flusses Bober. 13 Kilometer nördlich verläuft die Landesstraße 32, die zum Grenzübergang Guben (35 Kilometer) oder zur Woiwodschafts-Hauptstadt Zielona Góra/Grünberg (55 Kilometer) führt. Der Bober fließt hier durch ein Tal, das westlich bis zu 100 Meter aufsteigt, und mündet nach etwa 20 Kilometern in die Oder. In der näheren Umgebung liegen mehrere Seen, die zum Lebuser Seeland (2005 Europas Landschaft des Jahres) gehören.

Gemeinde (Gmina Bobrowice)[Bearbeiten]

Zur Landgemeinde Bobrowice gehören die Ortschaften (deutsche Namen bis 1945):

  • Barłogi (Berloge)
  • Bobrowice (Bobersberg)
  • Bronków (Brankow)
  • Bronkówek (Brankower Theerofen)
  • Brzezinka (Klein Deichow)
  • Chojnowo (Kunow)
  • Chromów (Chrumow)
  • Czeklin (unbewohnt) (Schegeln)
  • Dachów (Dachow)
  • Dęby (Daube)
  • Dychów (Deichow)
  • Janiszowice (Jähnsdorf)
  • Kołatka (Blochbude)
  • Kukadło (Kuckädel)
  • Lubnica (Leimnitz Vorwerk)
  • Młyniec
  • Prądocinek (Neubrück)
  • Przychów (Preichow)
  • Strużka (Seedorf)
  • Tarnawa Krośnieńska (Tornow)
  • Wełmice (Wellmitz)
  • Żarków (Sarkow)

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Bobrowice geht auf eine mittelalterliche slawische Siedlung zurück, die vermutlich Mitte des 9. Jahrhunderts entstand.[2] Als Teil des Herzogtums Crossen (Krosno Odrzańskie) gehörte Bobrowice bis 1163 zum Königreich Polen. Nach dem Tod Władysław II. wurde es Schlesien zugeschlagen. Die Stadt entwickelte sich schließlich aus einer Freiheit um die Burg Bobersberg, die von schlesischen Piasten errichtet worden war. Aus Geldmangel wurde der Burgflecken in der Folgezeit mehrfach an die Markgrafen von Brandenburg verpfändet. 1329 wird Bobrowice als Ort im Herzogtum Sagan urkundlich aufgeführt, womit es zu diesem Zeitpunkt zum Königreich Böhmen gehörte. 1486 gelangte Bobrowice mit Crossen durch Vererbung wieder an die Mark Brandenburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der Ort an Polen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Von überregionaler Bedeutung war Bobrowice im späten Mittelalter und in der Neuzeit als Töpferort. Die bis ins 19. Jahrhundert dort hergestellte Bobersberger Keramik bestand im Wesentlichen aus Gebrauchsgeschirr, wie Schüsseln und Krüge aus glasierter Irdenware. Die Töpferwaren wurden vor allem nach Osten bis nach Russland verhandelt. Da die sie über Stettin umgeschlagen wurde, gelangte die Bobersberger Keramik zusammen mit ähnlichen Erzeugnissen aus anderen pommerschen Töpferorten als Stettiner Ware in den Fernhandel. Bekannte Bobersberger Töpfer waren die Brüder Carl und Ernst Teichert. Die Begründer der Meisener Teichert-Werke, waren als Waisenkinder zu einer Bobersberger Töpferfamilie gekommen, wo sie zu Töpfermeistern ausgebildet wurden.

Kirchengeschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche von Bobrowice

Die Pfarrkirche von Bobrowice geht auf ein mittelalterliches Bauwerk zurück, denn Gründungsdatum unbekannt ist. Dieser einschiffige Backsteinbau mit einem vorgelagerten Westturm wurde durch mehrere Schadfeuer so stark beschädigt, dass er 1851 abgerissen werden musste. 1853 bis 1856 erfolgte der Neubau des heutigen Gebäudes nach Entwürfen von Friedrich August Stüler. Die 1857 eingebaute Orgel stammt vom Crossener Orgelbauer Schulz.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1750 1800 1840 1910 1939 2005
690 980 1485 1168 1122 960

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, * 17. Februar 1699 auf Gut Kuckädel (Kukadło), † 16. September 1753 in Berlin, war Baumeister, Maler und Architekt in Preußen.
  • Rudolf Nehmer (* 19. Mai 1912; † 12. Juli 1983 in Dresden), Maler und Graphiker

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. Richard Krüger: Aus der Geschichte der Stadt Bobersberg. In: Crossener Kreiskalender 1930. S. 89 ff.