Bochum-Dahlhausen

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Wappen von Bochum
Bochum-Dahlhausen
Stadtteil von Bochum
Lage von  im Süd-West
Koordinaten 51° 25′ 36″ N, 7° 8′ 38″ O51.4267215277787.143859861111160Koordinaten: 51° 25′ 36″ N, 7° 8′ 38″ O
Höhe 60 m ü. NN
Fläche 5,27 km²
Einwohner 13.149 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 2495 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Aug. 1929
Postleitzahl 44879
Gliederung
Bezirk Süd-West
Gemarkungen

Dahlhausen, Oberdahlhausen

Quelle: [1][2]

Dahlhausen ist ein Stadtteil im Südwesten von Bochum, der an die Städte Essen und Hattingen grenzt. Auf der anderen Seite der Ruhr liegt der Essener Stadtteil Burgaltendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Dahlhausen 1843
Das ehemals genutzte Bahnhofsgebäude des Haltepunktes Bochum-Dahlhausen
Straßenbahn in Bochum-Dahlhausen

Dahlhausen wurde erstmals im Jahr 803 urkundlich erwähnt. Um 1400 gehörten das Gut Dalehusen und Linden zum Amt Blankenstein. Zur Zeit Napoleons wurde es dem Kanton Hattingen zugeordnet. Ab 1815 gehörte die Gemeinde zum Kreis Hattingen. Im Jahr 1921 wurde Dahlhausen mit der Nachbargemeinde Linden zu Linden-Dahlhausen zusammengeschlossen.[3] Bereits am 1. August 1929 wurde diese neue Gemeinde aufgelöst und nach Bochum eingemeindet.[3]

Im Zuge der Industrialisierung zählten im 19. Jahrhundert vor allem Menschen aus Hessen, den ostpreußischen Provinzen und aus Polen zu den Zuwanderern. Im Zeitraum von 1818 bis 1921 stieg die Bevölkerungszahl von 387 auf 13.000 an. Insbesondere in den 1960er-Jahren wurden Arbeitskräfte aus der Türkei, Italien und Portugal angeworben.[4]

Heute[Bearbeiten]

Heute gibt es zahlreiche Überbleibsel alter Zechenanlagen, die Dahlhausen einstmals seine Bedeutung verliehen, wie der Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau. Von dieser Geschichte zeugen auch viele stillgelegte Eisenbahnstrecken in Dahlhausen, wie der Hasenwinkeler Kohlenweg. Die Relikte des Ruhrbergbaus werden hier lokal durch den Dahlhauser Bergbauwanderweg erschlossen. Ein weltweit bedeutendes Unternehmen aus der Gründerzeit ist die Dr. C. Otto & Comp., die Steine für Hochöfen und Kokereien herstellt.

Der Bahnhof Bochum-Dahlhausen ist heute ein Halt an der S 3, die ihn an das S-Bahnnetz Rhein-Ruhr anschließt. Außerdem ist mit der Straßenbahnlinie 318, die hier seit 1901 ihre Endhaltestelle hat, der Bochumer Hauptbahnhof und die Bochumer Innenstadt zu erreichen. In Dahlhausen befindet sich das frühere Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen, das 1977 als Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen eröffnet wurde.

In Dahlhausen gibt es vier Schulen. Neben der Grundschule Dahlhausen befinden sich im Schulzentrum Süd-West die Hugo-Schultz-Realschule, die Heinrich-Kämpchen-Hauptschule und das Theodor-Körner-Gymnasium. Des Weiteren gibt es das Rosalie-Adler-Zentrum für Senioren sowie die Lutherkirche.

Der Ortskern ist heute multikulturell geprägt. Verschiedene Initiativen fördern die Stadtteilkultur, u.a. der "IFAK e.V. - Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe - Migrationsarbeit", die "Akademie der Kulturen NRW", prokulturgut.net e.V. und die Jugendkunstschule "Schule der Künste" des Kulturgut e.V. Als lokale Publikation erscheint Lindah. Das ehemalige Naturfreundehaus wird seit 2010 von prokulturgut.net e.V. in Kooperation mit der Stadt Bochum als "Bola. Haus der Kulturen Ruhr" Jugend-/ Bildungsstätte und Kulturhostel geführt. Seit 2012 ist Dahlhausen einer der Austragungsort des "Ruhrstadt-Festivals".

In Dahlhausen befindet sich auch die frühere Herberge Haus Hedtberg. Längst vergangen ist die Zeit der Restauration Burg Horkenstein auf den Ruhrhöhen.

An einem Ruhr-Stauwehr gibt es einen Biergarten und einen Campingplatz. Früher befand sich hier ein Fluss-Freibad mit Badeinsel. Etwas flussaufwärts befindet sich die Schwimmbrücke Dahlhausen, eine Pontonbrücke nach Burgaltendorf. Weitere Ruhrbrücken sind die stillgelegte Eisenbahnbrücke Dahlhausen mit der 1988 errichteten Fußgängerbrücke. Wander- und Radwege an der Ruhr als Teil der Kaiser-Route führen nach Hattingen und Essen-Steele.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bochum-Dahlhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Bochum 2006 (pdf)
  2. Die Einwohnerzahlen sind nach statistischen Bezirken und nicht nach den Gemarkungen angegeben, die Zahlen hierfür sind im Artikel Einwohnerentwicklung von Bochum
  3. a b  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 225 und 258.
  4. Stadtteilladen Regenbogen (Hrsg.): Wir kommen doch alle aus denselben Verhältnissen. Aus der Geschichte der Arbeitseinwanderung in Bochum-Dahlhausen von 1880 bis heute. Bochum, 1990