Bodélé-Depression

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Staubsturm in der Bodélé-Depression am 18. Februar 2004

Die Bodélé-Depression ist eine endorheische Senke und ein Sedimentbecken im Zentrum des Tschad am südlichen Rand der Sahara. In früheren niederschlagsreicheren Klimaperioden war diese Senke ein Auffangbecken für das aus dem Tschadsee im Bahr el-Ghazal überlaufende Wasser.

Im Norden und Nordosten wird die Bodélé-Depression durch das Tibesti-Gebirge bzw. das Windkorrasionsgebiet von Borkou, im Westen durch den Erg du Bilma und im Osten und Süden durch das Wüstengebiet des Erg du Djourab begrenzt.

Dieses Gebiet umfasst eine Fläche von ca. 35.000 km², die sich von 16°05' bis 17°38' nördlicher Breite und 15°50' bis 18°50' östlicher Länge ausbreitet.[1] Sie liegt ca. 600 km nördlich des heutigen Tschadsees und markiert mit 155 bis 180 m die tiefste Senke im Tschadbecken. Im Nordosten der Senke gibt es eine Häufung von Stellen, an denen die 150-m-Marke gerade noch unterschritten wird. Die Artikel-Koordinaten zeigen diesen tiefsten Teil der Senke an.[2] Von hier aus liegt die nächstgelegene Oasenstadt Faya-Largeau rund 130 km entfernt im Nordosten.[3]

Auf Satellitenbildern scheint die Oberfläche die Bodélé-Depression aus weißen, gelben Streifen und Flecken mit aufliegenden, nach Süden wandernden Barchanen zu bestehen. Bei dem weißen Oberflächenmaterial handelt es sich um stark erodierte, ausgedehnte Diatomitsedimente älterer Seeablagerungen, die auf älterem Dünensand liegen und großräumig von gelbfarbenen Sanden der jüngeren äolischen Sedimentationphase überdeckt werden. Man findet in der Bodélé-Depression zudem feines und loses Tonmaterial in Form von jüngeren Schwemmböden vor, diese haben sich aufgrund der denudativer Prozesse im Tibesti-Gebirge in der Senke abgelagert.

In der Bodélé-Depression treten durchschnittlich an 100 Tagen im Jahr Staubstürme auf, die die Mineralien vermutlich bis in das Amazonasgebiet tragen.[4][5] Ein anschauliches Beispiel für diese Staubstürme wurde am 18. Februar 2004 von der NASA fotografiert.[6] Der Staub besteht zu einem großen Teil aus Ablagerungen von Kieselalgen, da die Depression den früheren Grund eines großen urzeitlichen Sees darstellt und die Senke noch bis vor 4000 Jahren teilweise Wasser enthielt.[7]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ramsar-Publikation: Chad (Memento vom 24. September 2012 im Internet Archive)(Seite 1 der PDF-Datei 173 KB)
  2. Höhenangaben bei OpenCycleMap
  3. Entfernung messen mit google maps
  4. http://www.paradisi.de/Freizeit_und_Erholung/Erholung/Waelder/News/30895.php
  5. Der Spiegel vom 16. August 2010: Winddüse: Saharastaub lässt Amazonas-Dschungel sprießen
  6. Earthobservatory NASA: Dust Storms from Africa's Bodele Depression (Memento vom 25. Oktober 2007 im Internet Archive)
  7. http://www.climate4you.com/ClimateAndLandscapes.htm#Lake%20Chad

Weblinks[Bearbeiten]

17.03111111111118.220833333333Koordinaten: 17° 1′ 52″ N, 18° 13′ 15″ O