Bode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bode (Begriffsklärung) aufgeführt; insbesondere gibt es Personen mit dem Nachnamen Bode, siehe Bode (Familienname).
Bode
Karte des Einzugsgebiets

Karte des Einzugsgebiets

Daten
Gewässerkennzahl DE: 568
Lage Deutschland (Sachsen-Anhalt)
Flusssystem Elbe
Abfluss über Saale → Elbe → Nordsee
Quelle von Kalter und Warmer Bode, bei Königshütte
51° 44′ 24″ N, 10° 46′ 11″ O51.73987777777810.769769444444860
Quellhöhe 860 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen (Kalte Bode)
Mündung in die Saale, bei Nienburg51.84052411.77142180Koordinaten: 51° 50′ 26″ N, 11° 46′ 17″ O
51° 50′ 26″ N, 11° 46′ 17″ O51.84052411.77142180
Mündungshöhe 80 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 780 m
Länge 169 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 3229 km²[1]
Abfluss am Pegel Stassfurt[2]
AEo: 3200 km²
Lage: 16,8 km oberhalb der Mündung
NNQ (30.07.1999)
MNQ 1989-2011
MQ 1989-2011
Mq 1989-2011
MHQ 1989-2011
HHQ (19.04.1994)
1,39 m³/s
3,05 m³/s
12,8 m³/s
4 l/s km²
50,9 m³/s
129 m³/s
Linke Nebenflüsse Goldbach, Holtemme
Rechte Nebenflüsse Rappbode, Luppbode, Selke
Durchflossene Stauseen Mandelholztalsperre,
Talsperre Königshütte,
Talsperre Wendefurth
Mittelstädte Quedlinburg, Oschersleben, Staßfurt
Kleinstädte Thale, Wegeleben, Gröningen
Luftbild des Flussgebiets

Luftbild des Flussgebiets

Die Bode ist ein linker Nebenfluss der Saale in Sachsen-Anhalt. Sie entspringt mit zwei Quellflüssen im Hochharz und entwässert diesen in nordöstlicher Richtung. Nach 169 km mündet sie bei Nienburg in die Saale.

Geografie[Bearbeiten]

Quell- und Einzugsgebiete[Bearbeiten]

Bodeschlucht: Prinzensicht

Die beiden Quellflüsse der Bode entwässern das südliche Gebiet des Brocken, des höchsten Gipfels im Harz:

  • Die Kalte Bode (17 km lang) entspringt am Bodesprung in 860 m ü. NN.
  • Die größere Warme Bode (23 km lang) hat ihr Quellgebiet im Bodebruch, das zum Brockenfeld gehört, und bildet sich ihrerseits aus den Quellbächen Große Bode (links) und Kleine Bode (rechts).

Die Warme Bode vereinigt sich mit der rund 2 °C kälteren Kalten Bode unweit der Ruine Königsburg unmittelbar vor der Stauwurzel der Talsperre Königshütte (Überleitungssperre) zur Bode.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Bode bildet das größte Talsystem innerhalb des Harzes und verläuft in windungsreichem Tal durch die welligen Hochflächen des Unterharzes. Auf den letzten zehn Kilometern innerhalb des Gebirges windet sich die Bode zwischen Treseburg und Thale durch ein Engtal, das eigentliche Bodetal, dessen unterster Abschnitt die tiefste außeralpine Felsschlucht Deutschlands darstellt. Dieser Talabschnitt steht unter Naturschutz.

Danach durchquert sie in teils geschwungenem, teils eingedämmtem und begradigtem Lauf das Harzvorland, bis sie bei Nienburg in die Saale einmündet. Städte an der unteren Bode sind Quedlinburg, Wegeleben, Gröningen, Oschersleben, Hadmersleben, Egeln und Staßfurt.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Wichtige Nebenflüsse innerhalb des Harzes sind die Rappbode und die Luppbode. Die Rappbode wird bei Wendefurth durch die Rappbode-Talsperre gestaut. Am Nordende dieser Talsperre vereinigt sich die Rappbode mit der Bode, die hier in der Talsperre Wendefurth gestaut ist. Weitere wichtige Nebenflüsse sind der Goldbach, die Holtemme und, als größter, die Selke.

Linke Zuflüsse Rechte Zuflüsse
In Klammern der Ort der Mündung in die Bode.

Wasserfälle[Bearbeiten]

Die natürlichen Wasserfälle im Harz sind nicht hoch. Der Obere Bodefall an der Warmen Bode ist ein Sturzbach mit kleinen Fallstufen von etwa 1 m Höhe, der Untere Bodefall, ebenfalls an der Warmen Bode, ist eine Fallstufe gleicher Höhe. Der Bodekessel im Bodetal ist eine ehemalige Stufe in grandioser Schlucht, die 1798 durch Sprengung von ehemals 2 m Höhe auf 1 m erniedrigt wurde. Der vierte Wasserfall liegt im Kästental.


Hydrologische Aspekte[Bearbeiten]

Tafel an der Jungfernbrücke

Verheerende Hochwasser der Bode sind für die Jahre 1539, 1667, 1730, 1740, 1772 und besonders von Weihnachten 1925 überliefert.[3] Erst durch die Fertigstellung der Rappbodetalsperre 1959 konnte die Hochwassergefahr gebannt werden. Die Wassermenge der Bode kann stark variieren: Während des Silvesterhochwassers von 1925 wurde ein Abfluss von 350 m³/s festgestellt, wogegen es im darauf folgenden Sommer 1926 nur 0,35 m³/s waren. Ein weiteres verheerendes Hochwasser gab es nach starken Regenfällen im April 1994. Dabei standen weite Flächen entlang des Bodelaufes, trotz des großen Talsperrensystems, unter Wasser.

Talsperren der Bode[Bearbeiten]

Siehe auch: Talsperren im Harz

Im Einzugsgebiet der Bode (insgesamt 3229 km²) befindet sich das größte Talsperrensystem des Harzes. Die Teil-Einzugsgebiete betragen für die Talsperre Wendefurth 309,20 km², für die Rappbodevorsperre und die Rappbodetalsperre 269,00 km² und für die Talsperre Königshütte 154,2 km². Die Mandelholztalsperre staut das Wasser der Kalten Bode.

Geschichte und Kultur[Bearbeiten]

Im Frühmittelalter bildete die Bode den Grenzfluss zwischen dem Harzgau im Westen und dem Schwabengau im Osten. Die beiden wichtigsten Bode-Übergänge in dieser Zeit waren die in den Fuldauer Annalen mehrfach genannten Orte Ditfurt und Gröningen.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name ist seit der ersten urkundlichen Erwägung als Buda (775) in vielen Formen überliefert. Neben der heutigen Namensform Bode gab es vor allem die Form Bada, beide auch mit der akkusativischen Endung -am. Seit 1334 ist nur noch der Name Bode belegt. Der Name wird auf das gotische bauths, bautha (stumm) zurückgeführt. Der Lautwechsel vom ingwäonischem o und a in den alten Urkunden geht auf ein altfriesisches au zurück.[4]

Sage über die Entstehung des Namens[Bearbeiten]

Der Überlieferung nach soll sich der Name von folgender Sage ableiten: Von Thüringen kommend verfolgte einst der Riese Bodo die schöne Königstochter Brunhilde, die er gegen ihren Willen heiraten wollte. Brunhilde entfloh auf einem weißen Ross, jedoch tat sich plötzlich vor ihr ein tiefer Abgrund auf. Sie setzte mit einem kühnen Sprung zum jenseitigen Felsen über, der Verfolger stürzte jedoch in die Tiefe. Der Hufabdruck des Pferdes ist noch heute an der sogenannten Roßtrappe zu sehen. Der Riese Bodo wurde in einen Hund verwandelt. Bei dem Sprung verlor die Prinzessin ihre goldene Krone, die von dem Hund Bodo auf dem Grund des Flusses bewacht wird. Nach dem verzauberten Riesen Bodo erhielt der Fluss den Namen Bode.

Literarische Rezeption[Bearbeiten]

Das Bodetal und seine Ortschaften sind der Hauptschauplatz von Theodor Fontanes Roman Cécile.

„Die düstere Schöne, die Bode, empfing mich nicht so gnädig, und als ich sie im schmiededunkeln Rübeland zuerst erblickte, schien sie gar mürrisch und verhüllte sich in einen silbergrauen Regenschleier: aber mit rascher Liebe warf sie ihn ab, als ich auf die Höhe der Roßtrappe gelangte, ihr Antlitz leuchtete mir entgegen in sonnigster Pracht, aus allen Zügen hauchte eine kolossale Zärtlichkeit, und aus der bezwungenen Felsenbrust drang es hervor wie Sehnsuchtseufzer und schmelzende Laute der Wehmut.“

Heinrich Heine: Die Harzreise (1826)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. TU Braunschweig, Leichtweiß-Institut, Abteilung Hydrologie, Wasserwirtschaft und Gewässerschutz, Flussgebietsmodell Bode, 1996. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  2. Pegel: Stassfurt Auf: hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de
  3. Magistrat der Stadt Quedlinburg (Hrsg.):Das Bode-Hochwasser Silvester 1925 in Quedlinburg: Festschrift zur Einweihung der Bahnhofsbrücke am 27. November 1926. 1926.
  4.  Elfriede Ulbricht: Das Flussgebiet der thüringischen Saale. 1. Auflage. Max Niemeyer, Halle (Saale) 1957. (Die weiteren Namen waren Bode (936), Bodam (964), Bode (965), Nuda (965), Badam (968), Boda (979), Bode (983), Bodam (983), Badam (994), Bodam (zw. 1012 und 1023), Bode (1134), Botam (zw. 1159 und 1162), Bodam (1205).)