Boggis

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Boggis (wohl als Kurzform von Bodogisel) war Herzog von Aquitanien. Er lebte vermutlich in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts.

Die einzige gesicherte Quelle für Boggis‘ Existenz ist die "Vita Landiberto episcopi Traiectensis" (Vita des Bischofs Lambert von Maastricht) des Kanonikers Nikolaus, die Herzog Boggis von Aquitanien und seine Ehefrau Oda (auch St. Oda von Amay oder Chrodoara d´Amay),[1] erwähnt [2], diese als amita, d.h. als Lamberts Tante väterlicherseits.

In der Charta von Alaon wird Boggis als Sohn des Frankenkönigs Charibert II. († 632)[3] und als Vater des Herzogs Eudo von Aquitanien († 735)[4] bezeichnet und damit zum Bindeglied zwischen den Merowingern und dem ersten aquitanischen Herzogshaus. Da die Charta von Alaon, die vorgibt, aus dem Jahr 845 zu stammen, eine Fälschung des 17. Jahrhunderts ist, sind diese Angaben wertlos.

Literatur[Bearbeiten]

  • Vita Landberti episcopi Traiectensis Auctore Nicolao 12, MGH SS rer. Merov. VI, S. 415.
  • Die Charta von Alaon, RHGF, Band 8 (1752, Neuausgabe 1870), "Diplomata Caroli Calvi XLIX. Pro monasterio beatæ Mariæ e Alaon. Apud Cardinalem de Aguirre Tomo 3 Concil. Hisp. Pag. 131”, S. 470-474 online

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Oda von Amay im Portal „Ökumenisches Heiligenlexikon“
  2. "Oda…Bohggis Aquitanorum ducis recens defuncti vidua"
  3. S. 471: "Boggiso Duci et suo fratri Bertrando, quos Haribertus Rex habuit ex Gisela uxore" und "Boggiso Ducis Dagobertus Rex concessit post mortem fratris suis Ilderici Aquitaniæ Regis" – König Dagobert gab Aquitanien dem Herzog Boggis nach dem Tod seines Bruders Ildericus (Chilperich)
  4. S. 471: "Eudonis Aquitaniæ ducis, et fratris sui Imitarii; et eorum genitori Boggiso Duci"