Bohemian Grove

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Bohemian Grove ist ein etwa 11 Quadratkilometer großes Gelände in 20601 Bohemian Ave, in der Gegend um Monte Rio, Kalifornien. Seit 1899 treffen sich dort die ausschließlich männlichen Mitglieder des „Bohemian Club“, die vornehmlich aus der US-amerikanischen Elite aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Medien rekrutiert werden, zu einem 14-tägigen Retreat mit Veranstaltungen aller Art. Die Exklusivität des Klubs wird durch die Wartezeit nach Antrag auf Mitgliedschaft deutlich, die in der Regel 15 bis 20 Jahre betragen soll, wobei auch Eilanträge mit nur drei Jahren Wartezeit in Ausnahmefällen möglich sind. In jedem Fall müssen mindestens zwei aktive Mitglieder (Kooptation) den Aufnahmekandidaten empfehlen. Eine Aufnahmegebühr von 25.000 Dollar sowie weitere Jahreszahlungen werden bei Erfolg fällig. Gästen wird auch ein Besuch gestattet, wobei ein rigoroses „Personen-Screening“ der Teilnahme vorausgeht.

Es nahmen außer Ernest O. Lawrence und diversen hochrangigen Militärbeamten auch der Präsident von Harvard sowie Vertreter von Standard Oil und General Electric daran teil. Zu den regelmäßigen Besuchern des Bohemian-Grove-Events, das Mitte Juli beginnt und drei Wochenenden beinhaltet, gehörten oder gehören unter anderem Helmut Schmidt, Henry Kissinger, Alan Greenspan, Richard Nixon, George Bush Senior, George Bush Junior und Arnold Schwarzenegger.

Die Treffen sind Gegenstand verschiedener Verschwörungstheorien, wonach die Mitglieder, ohne dazu demokratisch legimitiert zu sein, insgeheim die Geschicke der Vereinigten Staaten, wenn nicht der Welt lenken würden (wie es ähnlich auch dem Council on Foreign Relations oder der Trilateralen Kommission unterstellt wird), oder dort würden heidnische bzw. satanistische Rituale bis hin zur Opferung von Kindern vollzogen. Nachdem der paläokonservative Radiomoderator Alex Jones ausführlich über die namenlosen Praktiken berichtet hatte, die angeblich im Bohemian Grove stattfänden, drang im Januar 2002 ein schwerbewaffneter Amerikaner auf das Gelände vor, um die dortige rituelle Gewalt zu beenden. Die Polizei konnte ihn festnehmen, niemand kam zu Schaden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marlon Kuzmick: Council on Foreign Relations. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 1, S. 210 ; Michael Barkun: A Culture of Conspiracy. Apocalyptic Visions in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2013, S. 1.

Weblinks[Bearbeiten]

38.462057-122.992201Koordinaten: 38° 27′ 43″ N, 122° 59′ 32″ W