Bohemund III. (Antiochia)

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Bohemund III. (Antiochia)

Bohemund III. von Antiochia, genannt der Stotterer, frz. Bohémond III d'Antioche le Bègue, (* 1144; † 1201), war Fürst von Antiochia von 1163 bis 1201.

Er war der Sohn von Konstanze von Antiochia und ihrem ersten Ehemann Raimund von Poitiers.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Bohemund war insgesamt viermal verheiratet, jedes Mal mit einer Frau, die bereits vorher verheiratet gewesen war:

  • Um 1160 heiratete er in Konstantinopel Irene Komnena (Wilhelm von Tyros nennt sie Theodora), eine Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel I.. Nach seiner Scheidung schickte Bohemund sie nach Konstantinopel zurück. Irenes erster Gatte ist unbekannt. Mit Irene hatte er zwei Töchter:
    • Konstanze;
    • Philippa ∞ Balduin/Balian von Patriarcha aus Antiochia, lebte mit ihm in Akkon.
  • Zwischen 1162 und 1166 bis 1180 heiratete er Orguilleuse von Harenc (Orzogliosa), die Tochter des Herren von Harenc, Rainald von Saint-Valery, die Witwe von Guillaume de Fresnel. Ihr Bruder war nach Collenberg vermutlich Silvester von Poitiers. Der Ehe entsprossen zwei Söhne:
    • Raimund IV. († 1199), Graf von Tripolis (1187–1189), Regent von Antiochia (1193–1194);
    • Bohemund IV. († 1233), Fürst von Antiochia (1201–1216, 1219–1233) und Graf von Tripolis (1189–1233).
  • Zwischen 1181 und 1199 war er mit Sibylle, der Mutter des Konstablers von Antiocha, verheiratet. Mit ihr hatte er einen Sohn und eine Tochter:
  • 1199 heiratete er Isabella von Farabel, eine Cousine der Beatrix von Diaspre, der Tochter von Gautier von Surdeval (Le Dur oder Laitor). Isabella war geschieden worden, nachdem ihr Mann an Lepra erkrankt war. Collenberg nimmt an, dass Sybille und Isabella identisch sind. Sie wurde die Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter:

Leben[Bearbeiten]

1164 wurde er von Nur ad-Din gefangen genommen, nachdem er mit Konstantin Koloman, Raimund von Tripolis und Hugo von Lusignan in der Schlacht von Artah in einen Hinterhalt geraten war und in Ketten nach Aleppo gebracht. Er wurde erst zehn Jahre später wieder freigelassen.

1181 verließ Bohemund Orguilleuse, um eine Frau namens Sibylle zu sich zu nehmen, nach dem nicht immer verlässlichen Wilhelm von Tyros eine Hure. Papst Alexander III. tadelte deshalb ihn mit einer Bulle und der Patriarch von Jerusalem exkommunizierte ihn, was Bohemund aber nicht umstimmte. Die Ehe wurde schließlich anerkannt, vermutlich, nachdem seine ersten beiden Frauen verstorben waren. 1193 wurde Bohemund von Leo I. von Kleinarmenien in Baghras gefangen genommen, nach Smbat Sparapet mit Hilfe seiner Ehefrau Sibylle, der Schwiegermutter Leos, und gefangen nach Sis gebracht. Auf Vermittlung von König Heinrichs von Jerusalem wurde er 1194 freigelassen und der Konflikt mit Leo I. 1195 durch Verheiratung von Bohemunds Sohn Raimund mit Alix von Armenien, Leos Nichte und Tochter von Ruben III., beigelegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. München 2001. ISBN 3-423-30175-9
  • W. H. Rudt de Collenberg: A fragmentary copy of an unknown recension of the 'Lignages d'Outre-Mer' in the Vatican Library. In: English Historical Review 98 (No. 387), 1983, 311-327.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Konstanze Fürst von Antiochia
1163–1201
Bohemund IV.