Boilerplate

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Boilerplate (auch Abbinder oder englisch für ursprünglich Kesselplatte, Kochplatte, übertragen Standardtext, Textbaustein) bezeichnet einen gleichbleibenden Textblock meist am Ende eines Texts. Im Zusammenhang mit E-Mails wird der Begriff auch im Zusammenhang mit der Signatur benutzt. Der Begriff wird sowohl in der Medienarbeit und dem Druckwesen[1] als auch in der Programmierung verwendet.[2]

Public Relations[Bearbeiten]

Boilerplate oder Backgrounder ist ein Begriff aus der PR- und Medienarbeit. Es handelt sich dabei um eine Textpassage am Ende einer Medienmitteilung. Sie enthält die wichtigsten allgemeinen Angaben zur Organisation, welche hinter der Medienmitteilung steht (z. B. Anzahl der Mitarbeiter des Unternehmens, Umsatz, Standorte, Branchenschwerpunkte, Gründung).

Die Boilerplate ist somit ein über einen längeren Zeitraum gleichbleibender Textblock ohne direkten Bezug zum aktuellen Anlass, welcher inhaltlich im Zentrum der Medienmitteilung steht. Die Boilerplate bietet Journalisten die Möglichkeit, auf einen Blick das Tätigkeitsprofil einer Organisation bzw. eines Unternehmens zu erfassen.

Programmierung[Bearbeiten]

In der Programmierung bezeichnet der Begriff boilerplate code Codefragmente, die an vielen Stellen in mehr oder weniger unveränderter Form benötigt werden. Das kommt häufiger vor in Programmiersprachen, die als eher „geschwätzig“ (verbose) gelten, d. h. dem Programmierer auch für geringste Aufgabenstellungen viel Codierarbeit abverlangen. Der Bedarf an Boilerplate-Code kann durch Nutzung von high-level Mechanismen wie Metaprogrammierung (wobei das System den benötigten Boilerplate-Code automatisch generiert) und Methodikbausteine wie Konvention vor Konfiguration (wodurch „gute“ Defaultwerte zur Verfügung gestellt werden, so dass viele Implementierungsdetails nicht mehr in jedem Projekt ausdrücklich spezifiziert werden müssen) reduziert werden.

Die folgenden Perlzeilen zeigen beispielhaft Boilerplate-Code. Sie bestehen aus einem Shebang und zwei Pragmata (die der gute Programmierstil verlangt) am Anfang einer Quelldatei. Diese Zeilen sind nicht Teil der Programmlogik, sondern enthalten Information für die Ablaufumgebung.

#!/usr/bin/perl
use warnings;
use strict;

Boilerplate-Code wird häufig zur Vorbereitung der Benutzung von Funktionen aus Bibliotheken mit niedrigem Abstraktionsniveau benötigt. Ein Beispiel hierfür ist die strcat Function in C zum Zusammenfügen zweier Zeichenketten. Da C keinen String-Datentyp kennt, werden Strings als nullterminierte character arrays dargestellt. Der Code, den man braucht, um (jedenfalls auf eine Art) mit strcat zwei Strings namens first und second zu verketten, lautet in ausführlich kommentierter Fassung, aber ohne notwendige Fehlerbehandlung:

char *result;
 
/* Allocate memory for the size of the two strings, plus 1 for the terminating NULL character. */
result = malloc(strlen(first) + strlen(second) + 1);
 
/* Copy the contents of 'first' to 'result'. */
strcpy(result, first);
 
/* Append the contents of 'second'. */
strcat(result, second);/* Deallocate the reserved memory when finished */
free(result);

Die Variablendeklarationen und die Anweisungen malloc und free sind der Boilerplate-Code, der als Rahmen für die eigentliche Arbeit der beiden Funktionsaufrufe vorausgesetzt und somit zusätzlich geschrieben werden muss.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Donald Treadwell, Jill B. Treadwell: Public Relations Writing. Principles in Practice. SAGE, 2003, ISBN 9780761945994.
  2.  Ralf Laemmel, Simon Peyton Jones: Scrap your boilerplate: a practical approach to generic programming. In: Proceedings ACM SIGPLAN Workshop on Types in Language Design and Implementation. 2003 (Webseite, PS).