Bojanowo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bojanowo
Wappen von Bojanowo
Bojanowo (Polen)
Bojanowo
Bojanowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Rawicz
Fläche: 2,34 km²
Geographische Lage: 51° 42′ N, 16° 45′ O51.716.75Koordinaten: 51° 42′ 0″ N, 16° 45′ 0″ O
Einwohner: 2970
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 63-940
Telefonvorwahl: (+48) 65
Kfz-Kennzeichen: PRA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E261 BreslauPosen
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 17 Schulzenämter
Fläche: 123,50 km²
Einwohner: 8917
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3022013
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Józef Zuter
Adresse: Rynek 12
63-940 Bojanowo
Webpräsenz: www.gminabojanowo.pl

Bojanowo [bɔja'nɔvɔ] (1943–1945 Schmückert) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen.

Geographie[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 8,8 °C bei einer jährlichen durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 650 mm[2].

Geschichte[Bearbeiten]

Am 16. April 1638 erhielt Stefan Bojanowski von Władysław IV. Wasa das Recht zur Anlage einer Stadt mit der Verpflichtung, eine evangelische Kirche zu errichten. Die Kirche wurde 1640 fertiggestellt. Bogusław Bojanowski, Sohn des Stadtgründers, legte 1663 eine neue Stadt neben der alten an und nannte sie nach seinem Namen Bogusławowo; für sie erhielt er am 20. August desselben Jahres von König Johann II. Kasimir das Stadtrecht.

Durch die Zweite Teilung Polens kam der Ort von 1793 bis 1807 vorübergehend an Preußen, wurde dann aber nach dem Frieden von Tilsit als Teil des Herzogtums Warschau wieder polnisch.

Aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde Bojanowo 1815 erneut preußisch. Am 12. August 1857 zerstörte ein Brand die gesamte Stadt, 440 Häuser wurden zerstört und etwa 2.000 Menschen verloren ihr Obdach. 1860 wurde der Bau der evangelischen Kirche, heute katholisch, fertiggestellt. 1881 wurde eine Brauerei mit einer Kapazität von 2.000 Hektolitern pro Jahr eröffnet. 1900 wurde die Bahnstation errichtet.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges kam die Stadt im Januar 1920 erneut zu Polen. Die Grenze zu Deutschland verlief in etwa zwei Kilometern Entfernung.

Am 5. September 1939 wurde die Stadt von deutschen Truppen besetzt und am 8. Oktober 1939 vom Deutschen Reich annektiert. Mit der Anordnung über Ortsnamensänderung im Reichsgau Wartheland vom 18. Mai 1943 wurde die Stadt nach ihrem Ehrenbürger Heinrich Schmückert in Schmückert umbenannt.[3] Am 20. Januar 1945 flüchteten die Deutschen aus der Stadt vor der Roten Armee, die am 23. Januar einrückte und Bojanowo in polnische Verwaltung zurückgab.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren etwa 80 Prozent der Einwohner Deutsche. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Wechsel der staatlichen Zugehörigkeit Bojanowos sank die Einwohnerzahl und die Bevölkerungsstruktur veränderte sich. Etwa 55,2 Prozent der Einwohner zählten sich zu den Deutschen und ca. 43,6 waren Polen[4]. 1938 wurden 2.994 Einwohner gezählt, davon 86,9 Prozent Polen, 12,5 % Deutsche und etwa 0,6 Prozent Juden. 1946 lebten 1.984 Einwohner in Bojanowo.

Die Landwirtschaftsschule

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat etwa 9.000 Einwohner auf einer Fläche von 123,5 km². Zur Stadt- und Landgemeinde Bojanowo gehören die Ortschaften:

Name Deutscher Name
(1815–1919)
Deutscher Name
(1939–45)
Bojanowo Bojanowo Schmückert
Czechnów Zechen Zechen
Gierłachowo Gerlachowo
1905–19 Gerlach
Gerlach
Giżyn Geischen Geischen
Golina Wielka Lang Guhle Langguhle
Golinka Alt Guhle Altguhle
Gołaszyn Bärsdorf Bärsdorf
Gościejewice Gußwitz Gußwitz
Kawcze Kawitsch Langendorff
Pakówka Pakowko
1901–19 Wiesenrode
Wiesenrode
Parłowice Porlewitz Porlewitz
Potrzebowo Potrzebowo
1905–19 Neulände
Neulände
Sowiny Sowiny Eulau
Sułów Mały Klein Saul Klein Saul
Szmezdrowo Schlemsdorf Schlemsdorf
Tarchalin Tarchalin Tarche
Trzebosz Triebusch Triebusch
Wydartowo Drugie Harte Harte
Wydartowo Pierwsze Wydartowo Langgußwitz
Zaborowice Saborwitz
1936–45 Waffendorf

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Europastraße 261 zwischen Breslau und Posen, wo sich jeweils ein internationaler Flughafen befindet. Weiterhin befinden sich auf der Straße 20 Kilometer nördlich Leszno und 15 Kilometer südlich Rawicz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bojanowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 14. Juni 2014.
  2. http://www.gminabojanowo.pl/miastoigmina.html
  3. Anordnung über Ortsnamenänderung im Reichsgau Wartheland im Verordnungsblatt des Reichstatthalters im Warthegau vom 18. Mai 1943 (pdf; 1,9 MB)
  4. http://www.gminabojanowo.pl/wiecejohistorii.html