Martin Bojowald

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Martin Bojowald (* 18. Februar 1973 in Jülich) ist ein deutscher Physiker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Martin Bojowald absolvierte 1992 sein Abitur am Stiftischen Gymnasium in Düren. Anschließend studierte er an der Technischen Hochschule Aachen und promovierte bei Hans A. Kastrup im Jahr 2000 mit einer Dissertation über Quantum geometry and symmetry. Nach seinem Studium arbeitete er am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Golm bei Potsdam. 2005 wurde er Mitarbeiter am Institut für Gravitation und Kosmologie (IGC) der Pennsylvania State University in den USA bei Abhay Vasant Ashtekar, einem der Pioniere der Schleifen-Quantengravitation. Er ist dort inzwischen als Associate Professor tätig.

[Bearbeiten] Werk

Bojowald beschäftigt sich mit den Themen Schleifenquantengravitation (SQG, Loop Quantum Gravity) und physikalische Kosmologie. Bekannt wurde er für die Anwendung der SQG auf kosmologische Probleme. Er entwickelte im Rahmen der SQG eine Theorie, nach der das Universum auch vor dem Urknall, der in den üblichen kosmologischen Modellen der Allgemeinen Relativitätstheorie eine Singularität darstellt, an der die Beschreibung der Allgemeinen Relativitätstheorie an ihre Grenzen stößt, schon existierte. Wie in einem umgestülpten Luftballon (dieses Bild benutzte Bojowald in einem Interview mit der Zeitschrift Die Zeit), wären aber Raum- und Zeitrichtungen invertiert und man hätte es mit einem kontrahierenden Universum jenseits des Urknalls zu tun. Der durch die SQG hinzukommende neue Aspekt ist nach Bojowald ein repulsives Verhalten der Gravitation bei kleinen Abständen (im Bereich der Planck-Dimensionen). Im Rahmen seines Modells gab Bojowald auch eine neue Interpretation der Inflationstheorie des Universums.

[Bearbeiten] Ausbildung und Werdegang

  • Oktober 1993–Juni 1998: Studium RWTH Aachen, Diplom bei Prof. Dr. Hans A. Kastrup
  • Juli 1998–August 2000: Fellow des Deutsche Forschungsgemeinschaft-Graduiertenkollegs Strong and electroweak interactions at high energies; Promotion RWTH Aachen/Doktorvater: Prof. Dr. Hans A. Kastrup
  • September 2000–August 2003: Postdoctoral Scholar, Center for Gravitation and Geometry, The Pennsylvania State University
  • September 2003–Dezember 2005: Junior Staff Scientist am Albert-Einstein-Institut in Potsdam
  • Januar 2006–Juni 2009: Assistant Professor of Physics, The Pennsylvania State University, Institute for Gravitation and the Cosmos
  • seit Juni 2009: Associate Professor of Physics an der Pennsylvania State University, Institute for Gravitation and the Cosmos

[Bearbeiten] Veröffentlichungen

  • Absence of a Singularity in Loop Quantum Gravity. In: Physical Review Letters, Bd. 86, S. 5227–5230, 2001 Summary
  • Inflation from Quantum Geometry. In: Physical Review Letters, Bd. 89, S. 261301, 2002 Summary
  • Loop Quantum Cosmology. In: Living Reviews 2008
  • Forget the Big Bang. Now it's the Big Bounce. (Mitautor). Scientific American, Oktober 2008.
  • Zurück vor den Urknall. Die ganze Geschichte des Universums. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009 ISBN 978-3-10-003910-1

[Bearbeiten] Auszeichnungen und Erwähnungen

  • April 1995–Juni 1998: Studienstiftung des deutschen Volkes
  • Porträt im Magazin Nature, Januar 2005
  • Xanthopoulos Prize 2007 der International Society on General Relativity and Gravitation
  • NSF Career Award 2008: "Effective Descriptions in Cosmology"
  • Teaching Award 2009, Penn State Society of Physics Students

[Bearbeiten] Weblinks

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