Bollingen SG

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SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bollingen zu vermeiden.
Bollingen
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: See-Gaster
Gemeinde: Rapperswil-Jonai2w1
Postleitzahl: 8715
Koordinaten: 710228 / 23087747.2196318.893951410Koordinaten: 47° 13′ 11″ N, 8° 53′ 38″ O; CH1903: 710228 / 230877
Höhe: 410 m ü. M.
Bollingen am Zürichsee, links die Kirche St. Pankraz

Bollingen am Zürichsee, links die Kirche St. Pankraz

Karte
Bollingen SG (Schweiz)
Bollingen SG
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Das Dorf Bollingen liegt am Ufer des Obersees und gehört zur politischen Gemeinde Rapperswil-Jona.

Geographie[Bearbeiten]

Die ländlich geprägte Ortschaft auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Jona liegt am nördlichen Oberseeufer zwischen Schmerikon und dem Joner Ortsteil St. Dionys. Der Ortsteil Oberbollingen liegt östlich von Bollingen. Neben einigen Landwirtschaftsbetrieben gibt es in Bollingen auch ein Speiserestaurant. Der dem Seeufer folgende Fuss- und Radweg (Strandweg) von Rapperswil nach Schmerikon führt durch Bollingen.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Bollingen liegt an der Bahnstrecke Rapperswil-Uznach, der Bahnhof wurde 2004 stillgelegt. Die ehemalige Bahnstation liegt zwischen dem Dorf Bollingen und dem Kloster Wurmsbach, da in Bollingen früher Sandstein abgebaut wurde und der Steinbruch ausserhalb des Ortszentrums liegt. Es war der Kreuzungspunkt zwischen Schmerikon und der damaligen Endstation Rapperswil der SOB.

An den öffentlichen Verkehr ist Bollingen deshalb nur an Schultagen durch den Bollinger Schulbus angebunden

Industrie[Bearbeiten]

In der Gegend von Bollingen sind ehemalige Sandsteinbrüche, aus denen Steine u. a. für das Landesmuseum Zürich abgebaut wurden. Fast 1000 Jahre wurde dort Bollinger Sandstein abgebaut. Heute sind die ehemaligen Steingruben kaum mehr zu erkennen, da sie teilweise mit Sträuchern und Bäumen überwachsen sind.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Pankraz
im Dorf Bollingen

Kirche St. Pankraz[Bearbeiten]

Auf einem Hügel über dem Dorf erhebt sich die Kirche St. Pankraz, deren Gründung wohl auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Die heutige Kirche stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert, wurde aber im 18. Jahrhundert komplett barockisiert. An die einschiffige Saalkirche mit Polygonalchor wurde 1764 ein markanter Käsbissenturm angefügt. Die Neugestaltung des Innenraum 1776/1777 hatte eine Ausstattung der Decke mit reizvollen Stuckaturen im Rokoko-Stil durch Martin Zobel zur Folge. Die Stuck-Kartuschen rahmen spätbarocke Deckenfresken von Felix Christoph Cajetan Fuchs ein. Die Gemälde zeigen Heilige, sowie im zentralen Deckengemälde eine Allegorie auf die mystische Verehrung des Herzen Jesu. Der barocke Hochaltar mit einem Gemälde der Beweinung Christi von Johann Michael Hunger entstand um 1690, und befand sich ursprünglich in Rapperswil. Das ausdrucksvolle Chorbogen-Kruzifix stammt aus dem Jahre 1570. Neueren Datums sind die Farbglasfenster im Chor von August Wanner und die Empore mit Orgel aus den 1950er-Jahren.

Kapelle St. Mainrad in Oberbollingen

Kapelle St. Meinrad Oberbollingen[Bearbeiten]

Die frühgotische Kapelle aus dem 13. Jahrhundert liegt auf einer Landzunge unweit von Schmerikon und ist dem Heiligen Meinrad geweiht. Einst war sie im Besitz des Klosters Rüti, ging aber 1260 in den Besitz des Klosters Wurmsbach über. Die Kapelle verfügt über einen Dachreiter und einen polygonalen Chorabschluss.

Zwischen Bollingen und Oberbollingen steht am Seeufer ein üppiger Bildstock jüngeren Datums.

Wohnhaus von C. G. Jung[Bearbeiten]

Der bedeutende Psychologe Carl Gustav Jung bewohnte eine ausserhalb des Dorfkerns versteckt am Seeufer gelegene historistische Villa mit Bootshaus, die aufgrund von Jungs eigener Namensgebung als „Turm“ bekannt wurde.

Ebenso ist auf einer Anhöhe über dem Dorf das Wohnhaus von Marie-Louise von Franz erhalten, einer engen Vertrauten Jungs.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bollingen SG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Anderes: Bollingen SG. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern, 1989.
  • Peter Ziegler: Kirchen und Kapellen rund um den Zürichsee. Th. Gut Verlag, Stäfa 2000.