Bolsenasee

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Lago di Bolsena
Bolsenasee, gesehen von Montefiascone, mit der Isola Martana links im Bild, und Bisentina im Hintergrund
Bolsenasee, gesehen von Montefiascone, mit der Isola Martana links im Bild, und Bisentina im Hintergrund
Geographische Lage Mittelitalien
Abfluss Marta
Inseln Bisentina, Martana
Größere Städte in der Nähe Viterbo
Daten
Koordinaten 42° 35′ N, 11° 56′ O42.58333333333311.925305Koordinaten: 42° 35′ N, 11° 56′ O
Lago di Bolsena (Italien)
Lago di Bolsena
Höhe über Meeresspiegel 305 m
Fläche 114 km²f5
Länge 13 kmf6
Breite 11 kmf7
Volumen 9,2 km³dep1f8
Umfang 43 kmf9
Maximale Tiefe 151 mf10
Mittlere Tiefe 81 mf11

Der Bolsenasee (italienisch Lago di Bolsena, lateinisch Lacus Volsiniensis) ist ein See in Mittelitalien. Er befindet sich etwa 90 km nördlich von Rom in der Provinz Viterbo im Norden der Region Latium nahe der Grenze zu Umbrien und der Toskana. Der See wurde nach der Stadt Bolsena am Nordufer benannt.

Geografie[Bearbeiten]

Der Bolsenasee ist ein fast kreisrunder See mit 114 km² Fläche und ungefähr 43 km Umfang, der von den Volsiner Bergen umgeben wird. Seine Oberfläche liegt 305 m über dem Meeresspiegel, die größte Tiefe beträgt zirka 151 m, die Durchschnittstiefe etwa 81 m.

Der See liegt in der vormals vulkanisch aktiven Zone des sogenannten Apparato Vulsinio. Er füllt eine Caldera, die vor schätzungsweise 300.000 Jahren durch Einsturz unterirdischer Magmakammern nach starken, explosiven Vulkanausbrüchen entstanden ist.[1]

Der See wird ausschließlich von Regen- und Grundwasser gespeist, sein einziger Abfluss ist das Flüsschen Marta, das den See bei der gleichnamigen Ortschaft am Südufer verlässt und in das Tyrrhenische Meer mündet. Es dauert deswegen nahezu 120 Jahre, bis der See rein rechnerisch sein Wasser ausgetauscht hat. Der Bolsenasee verfügt dennoch über eine sehr gute Wasserqualität, die Sichttiefen bis zu 10 Metern ermöglicht. Der schwarze, grobkörnige und mit Tuffpartikeln durchsetzte Sand an den Seeufern weist auf den vulkanischen Ursprung hin.

Im See befinden sich zwei kleine Inseln: die Isola Bisentina und die Isola Martana. Auf der Isola Bisentina können historische Gebäude besichtigt werden: Die Insel war jahrhundertelang im Besitz der Familie Farnese und diente vielen Päpsten als Sommerresidenz. Auf der Isola Martana soll im 6. Jahrhundert die ostgotische Königin Amalasuntha von ihrem Cousin und Mitregenten Theodahad gefangen gehalten und schließlich ermordet worden sein.

Am Ufer des Sees liegen (im Uhrzeigersinn) die Orte Bolsena, Montefiascone, Marta, Capodimonte, Gradoli, Grotte di Castro und San Lorenzo Nuovo. In der Umgebung des Sees findet man die Anbaugebiete der DOC-Weine „Est! Est!! Est!!!“ und „Aleatico di Gradoli“ (siehe hierzu auch den Artikel Weinbau in Italien).

In den 1990er Jahren wurde eine weitere Uferverbauung durch restriktive behördliche Maßnahmen radikal eingedämmt. Dadurch ist der Zugang zum Seeufer fast nicht eingeschränkt. Der Bolsenasee gilt als gutes Beispiel für die Entwicklung eines sanften Tourismus in Italien.

Touristische Ziele in der Umgebung[Bearbeiten]

Feste rund um den See[Bearbeiten]

Sonnenuntergang über dem Lago di Bolsena
Blick von Montefiascone auf den Lago di Bolsena mit Isola Martana (l.) und Isola Bisentina (r.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lago di Bolsena – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.lagodibolsena.org pdf