Bombardiere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Bombardiere bezeichnete man ursprünglich die Bedienung eines Steine verschießenden Katapults. Später (erste Hälfte des 19. Jahrhunderts) eine Zwischenstufe zwischen den Gemeinen (Kanonieren) und den Unteroffizieren in der preußischen Artillerie. In einigen Armeen gibt es diese Bezeichnung noch heute für Artillerieunteroffiziere.

Im 14. und 15. Jahrhundert wurden bestimmte, Steine verschießende Wurfgeschütze als Bombarden bezeichnet. Der Begriff wurde dann auf die Bedienungsmannschaft erweitert und kam unter dem Großen Kurfürsten aus dem Französischen auch als Bezeichnung für die entsprechenden Soldaten im kurbrandenburgischen Heer auf. Die Bedienung der anderen Geschütze hatte die Bezeichnung Kanoniere. Das Artilleriekorps des Großen Kurfürsten bestand 1683 aus einer Bombardier- und vier Kanonier-Kompanien.

Bis 1862 war Bombardier ein Dienstgrad in der preußischen Armee und bezeichnete eine Zwischenstufe[1] zwischen den Kanonieren und den Unteroffizieren. Die Bombardiere kamen aus den "gebildeten Ständen" und waren Vorgesetzte der Kanoniere, sie hatten in dieser Zeit Ärmeltressen und Unteroffizierstroddeln als Rangabzeichen.

Voraussetzung waren im Jahre 1812:

  • gute moralische Führung
  • Größe mind. 5 Fuß vier Zoll (1,67 m)
  • Alter zwischen 18 und 28 Jahren
  • Lesen, Schreiben und Rechnen bis zur Regeldetri (Dreisatz)


Ab 1. Juli 1859 wurden keine neuen Beförderungen in diesen Dienstgrad mehr vorgenommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Preußische Heer im Jahre 1812; Bd. 1; Großer Generalstab; Berlin 1912; S. 204

Quellen[Bearbeiten]

  • Transfeldt, Wort und Brauch im Deutschen Heer, Stuttgart 9/1986; ISBN 3-440-81060-7
  • Das Preußische Heer im Jahre 1812; Bd. 1; Großer Generalstab; Berlin 1912