Feuerwerkskörper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bombe (Feuerwerk))
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Feuerwerkskörper werden pyrotechnische Gegenstände bezeichnet, die für Feuerwerks­zwecke dienen. Nicht zu den Feuerwerkskörpern gerechnet werden pyrotechnische Gegenstände, die als Notsignale (Signalrakete), für den militärischen Einsatz (Schlachtfeldbeleuchtung) oder für technische Experimente dienen.

Feuerwerksbomben-Arrangement beim Kirschblütenfest in Hamburg

Typen von Feuerwerkskörpern[Bearbeiten]

Höhenfeuerwerk[Bearbeiten]

Effekt mit Steighöhen zwischen mehreren dutzend und einigen hundert Metern. Im Himmel explodieren solche Höhenfeuerwerkskörper – bedingt durch eine Zerlegerladung – und werfen ihre Effekte aus (z. B. Leuchtsterne, Heuler, Saluts, Cracklingsterne).

Effektkörper mit passivem Aufstieg[Bearbeiten]

Peonien mit Farbwechsel (Bratislava)

Effektkörper, die in den Himmel geschossen werden (Bomben usw.), werden im Allgemeinen aus Rohren (Mörsern) geschossen, bedingt durch eine Ausstoßladung in Form von gekörntem Feuerwerksschwarzpulver:

  • Kugelbombe, ein kugel­förmiges Geschoss; sie ist die Standardbauform für Feuerwerkskörper asiatischer Herkunft
  • Zylinderbombe, zylinderförmige Bomben, die durch ihre Form mehr Steighöhe erzielen
  • Bombette, ein kleiner Effekt, der in größerer Anzahl in einem Gesamteffekt verbaut ist

Die Form des eigentlichen Effekts ist dabei aber von der Bauform des Körpers unabhängig. Zylinderbomben erzeugen auch durchaus runde Effekte („Chrysantheme“, „Päonie (Peonie)“), Kugelbomben erzeugen etwa auch Ringe (Ringbombe, „Saturn“), oder Figuren wie „Schmetterling“, „Smiley“ oder „Herz“, wie auch die folgenden:

  • Eine „Trauerweide“, insbesondere aber die japanische Kamuro, oder „Crown“, „Diadem“, „Spinne“, „Polyp“ und anderes bezeichnet einen besonders langziehenden Effekt, der erst einige Sekunden nach der Zerlegung ausbrennt und daher weit herunterfällt. Kamuros in Gold sind die klassischen Finalschüsse.
  • „Komet“, „Palme“ oder ähnliches sind Effekte, die schon beim Aufstieg eine Leuchtspur hinterlassen (aufsteigender Effekt). Dieser zusätzliche Leuchtsatz wird gleichzeitig mit der Treibladung gezündet.
  • Blitzknall, „Salut“, eine Bombe mit Blitzknallsatz, die hauptsächlich Lärm erzeugt. Der typische Eröffnungs- und Abschluss-Schuss. Einen besonderen Ruf haben dabei italienische und spanische Saluts.

Effektkörper mit Eigenantrieb[Bearbeiten]

Effektkörper mit Eigenantrieb haben einen nach und nach abbrennenden Treibsatz: Die Rakete wird gezündet, für einen bestimmten Zeitraum verschafft die Treibladung der Rakete Schub. Danach steigt die Rakete lediglich durch ihre Trägheit weiter. Die Treibladung besteht aus einer schwarzpulverähnlichen Mischung. Kurze Zeit später setzt ein Verzögerungssatz die Ausstoßladung frei, welche die Effekte entzündet und auseinander treibt. Beispiele:

  • Feuerwerksraketen
  • Ein Luftheuler ist ein Feuerwerkskörper, der nach dem Anzünden unter Erzeugung eines lauten Heultones abbrennt und sich durch den Rückstoß fortbewegt. In Deutschland ist dieser Feuerwerkskörper wegen seines unkontrollierten Flugs seit dem 1. Juli 2008 verboten.

Bodenfeuerwerk[Bearbeiten]

So werden fest mit dem Boden verankerte Feuerwerkskörper genannt:

  • Eine Fontäne (oder Vulkan, in der Schweiz auch Zuckerstock[1][2]) sprüht Funken und kleine Sterne nach oben. Die Effekthöhe variiert zwischen zehn Zentimeter und mehreren Metern. Als Wasserfallfontäne wird sie, mit der Düse nach unten an waagrechten Drähten etc. befestigt; ohne Düse fällt dann ein Vorhang silberner Funken zu Boden.
  • Eine Sonne ist ein Rad, das durch den Rückstoß von Antriebskörpern, meist verbunden mit Funkeneffekt wie bei Fontänen, an einem Stab zum Drehen gebracht wird.

Mischformen von Boden- und Höhenfeuerwerk[Bearbeiten]

Feuerwerkskörper, die ihre Effekte zwar nach oben in die Luft ausstoßen, diese aber nicht erst in der Höhe zur Erscheinung treten:

  • Feuertopf: Effekt, der lose Effekte direkt ausstößt: Diese bilden eine Säule
  • Schweifrohr, Kometenrohr: Einzelner Effekt als reiner Aufstieg
  • Batterie (Cakebox), eine kartonierte Packung aus verschiedenen Effekten mit einem Zünder, in der umfangreichsten Variante als Fertigfeuerwerk bezeichnet. Oft auch mit anderen Effekten wie Fontänen etc. vereinigt.

Licht-, Rauch- und Pfeifeffekte[Bearbeiten]

Dies verschiedenen Effekte beruhen – neben der mechanischen Konstruktion des Körpers – auf den Zusammensetzungen der verwendeten Effektsätze (Leucht- und Leuchteffektsatz, Rauch-, Pfeifsatz).

Reine Knalleffekte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Knallkörper
  • Ein Kanonenschlag ist ein Feuerwerkskörper, der aus losem, in eine Papphülse verpackten Schwarzpulver besteht. Ein Kanonenschlag explodiert mit lautem Knall ohne besondere Lichteffekte. Kanonenschläge werden zum großen Teil in China produziert. Aus diesem Grund heißen sie auch oft Chinaböller.
  • Schweizerkracher, Pirat: ein zigarettengroßer Einzelknall mit Reibkopf, außer in Deutschland frei für Jugendliche.
  • chinesische Knatterschnur: kleine Knallsätze in einer langen, dünnen Seidenpapierhülle. Sie brennt in einer schnellen Serie mittellauter Knalle mit etwa 1 m/min ab; sie heißt bei uns so, weil sie für das Chinesische Neujahrsfest typisch ist.
  • Ein Knallfrosch ist ein Feuerwerkskörper, der aus mehreren Effektsätzen besteht, die im Laufe der Zeit abbrennen. Ein Knallfrosch macht hierbei hüpfende Bewegungen, woher der Name stammt.
  • Knallteppiche, Knallketten, Teppichkracher oder Lady-Cracker sowie Zisselmänner bewirken viele einzelne Knalleffekte, die durch eine Zündschnur verbunden sind, welche nach einmaligem Anzünden der Reihe nach die einzelnen Knalleffekte Sekunde für Sekunde explodieren lässt.

Feuerwerksscherzartikel und Feuerwerksspielwaren[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kleinstfeuerwerk
  • Zimmerfeuerwerkskörper können und dürfen in geschlossenen Räumen verwendet werden: Knallerbsen (Knallbonbons), Tischbomben oder Wunderkerzen.
  • Knatterschnüre (Knallketten), auf einem Band oder einer Zündschnur montiert, lösen zahlreiche Knalleffekte aus.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Pyrotechnik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Pyrotechnik

Zur Rechtslage im Umgang mit Feuerwerksartikeln siehe:

Zur Chemie und Physik der Feuerwerkskörper:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zuckerstock bei Knallfred, abgerufen am 31. Juli 2014.
  2. Der Mikrokosmos im pyromanischen Rausch, Jungfrau Zeitung, abgerufen am 31. Juli 2014.
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!