Bonaventura Cerretti

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Kardinal Ceretti (im Vordergrund 2. v. R.) im Jahr 1928 als Päpstlicher Legat in Australien, hier mit dem Premier von Queensland, W. McCormack (2. v. L.), auf dem Toowong-Friedhof in Queensland

Bonaventura Kardinal Cerretti (* 17. Juni 1872 in Comune de Bardono, Provinz Terni, Italien; † 8. Mai 1933 in Rom) war ein vatikanischer Diplomat und später ein Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Bonaventura Cerretti empfing nach philosophischen und theologischen Studienjahren in Spoleto und Rom am 31. März 1895 das Sakrament der Priesterweihe. Von 1895 bis 1899 arbeitete er als Gemeindeseelsorger im Bistum Rom. 1899 trat er in den diplomatischen Dienst des Vatikans ein und war zunächst im Vatikanischen Staatssekretariat beschäftigt. Von 1904 bis 1906 führte ihn sein erster Auslandseinsatz nach Mexiko, wo er als Sekretär der Apostolischen Delegation arbeitete. In den Jahren 1906 bis 1914 nahm er verschiedene Aufgaben bei der Apostolischen Delegation in den USA wahr.

1914 empfing Bonaventura Cerretti durch Kardinal Rafael Merry del Val y Zulueta die Bischofsweihe und erhielt die Ernennung Titularerzbischof von Philippopolis in Thracia und zum Apostolischen Gesandten für Australien und Neuseeland. 1917 wurde er Sekretär der Kurie für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten. 1919 nahm er als Päpstlicher Sondergesandter an der Friedenskonferenz in Paris teil, 1921 wurde er Apostolischer Nuntius in Frankreich. Papst Pius XI. nahm ihn als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Cecilia 1925 in das Kardinalskollegium auf. Bonaventura Cerretti vertrat den Papst als Päpstlicher Legat beim 29. Internationalen Eucharistischen Kongress in Sydney. 1930 erhielt er die Ernennung zum Erzpriester der Basilika Santa Maria Maggiore. 1931 berief ihn der Papst zum Kardinalpräfekten des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur und am 13. März 1933 zum Kardinalbischof von Velletri.

Bonaventura Cerretti starb am 8. Mai 1933 in Rom und wurde in der Basilika Santa Maria in Trastevere beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elvira Cerretti: Il Cardinale Bonaventura Cerretti. Rom 1939
  • Vittorio De Marco: Un diplomatico vaticano all’Eliseo. Il cardinale Bonaventura Cerretti (1872–1933). Rom 1984

Weblink[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Basilio Kardinal Pompilj Kardinalbischof von Velletri
1933–1946
Enrico Kardinal Gasparri
Francesco Kardinal Ragonesi Präfekt der Apostolischen Signatur
1931–1933
Enrico Kardinal Gasparri
Vincenzo Kardinal Vannutelli Erzpriester der Basilika Santa Maria Maggiore
1930–1933
Angelo Kardinal Dolci