Bonerath

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bonerath
Bonerath
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bonerath hervorgehoben
49.6902777777786.7580555555556424Koordinaten: 49° 41′ N, 6° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 424 m ü. NHN
Fläche: 4,25 km²
Einwohner: 245 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54316
Vorwahl: 06588
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 010
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Webpräsenz: www.bonerath.de
Ortsbürgermeisterin: Gabriele Terres
Lage der Ortsgemeinde Bonerath im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild

Bonerath (moselfränkisch: Bönert) ist eine Ortsgemeinde im westlichen Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort bietet einen Rundumblick ins mittlere und obere Ruwertal mit seinen Höhenzügen sowie ins Riveristal mit der Riveristalsperre, das Misselbachtal und auf die Höhen des Osburger Hochwaldes.

Zu Bonerath gehört auch der Wohnplatz Langeichhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Um 55 v. Chr. eroberten die Römer unter Cäsar das Land der Treverer. Im dritten oder vierten Jahrhundert wurde auf dem „Casselheck“ eine römische Villa rustica errichtet. Zwischen 900 und 1200 wurden von den Franken auf dem Hunsrück Rodungen vorgenommen. Um 1200 unterstand Bonerath wahrscheinlich dem erzbischöflichen Forstamt auf dem Hochwald. Im Jahr 1239 wurde von einem Mann namens „Bonclath“ berichtet, der vielleicht der Ortsgründer oder der Namensgeber der Ortschaft sein könnte.

Am 27. Februar 1330 beurkundete Erzbischof Balduin von Trier, dass Johann d’Orreo, Bürger und Schöffe von Trier, 1/2 Manse Ackerland und Steuern aus „Bonrade“ (andere Quellen sagen „Bonrode“) bezog. Die Witwe des Johann d’Orreo heiratete 1355 Friedrich von Schmidtburg, der somit das erbliche Schenkrecht und die Steuern des Ortes aus diesem Amt bekam, nach der kurfürstlichen Amtsbeschreibung war damit die Grundgerichtsbarkeit über ganz Bonerath verbunden.

Im Jahr 1466 wurde ein Ort namens „Urenberg“ erwähnt, der auf dem Schöndorfer Pfarrgebiet lag und inzwischen untergegangen ist. Nach dem Trierer Feuerbuch von 1563 waren sechs Familien (Feuerstellen) in „Bonrath“ ansässig. Sechs Jahre darauf wurde der Ort in alten Urkunden „Bonroit“ (aber auch „Bonroidt oder Bonrath“) genannt. Im Zusammenhang mit einer Visitation wurde Bonerath als Tochterkirche von Schöndorf benannt. Von der Kapelle des hl. Arnold in Bonerath wurde berichtet, dass sie schon längere Zeit baufällig sei.

Nach einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1630 gibt es acht Familien in „Bonrodt“. Die Herren zu Meysenburg-Brandenburg-Clerf, genannt die „Rodenburger“, hatten die niedere und mittlere Gerichtsbarkeit über Bonerath. Die Rechte der Schmidtburger bestanden aber wohl noch weiter, wurden aber an den Gemarkungsrand von Bonerath in Richtung Morscheid gedrängt, wo die Schmidtburger den gesamten Zehnt erhielten und das Patronatsrecht ausübten. Abgaben aus Bonerath bekamen sie nachweislich bis 1723, wahrscheinlich aber sogar bis zum Ende der Kurfürstenzeit. Der Ort hieß 1642 „Bonrodtt“ und gehörte zum Hochgericht zu Waldrach im Amt Pfalzel.

Zwischen 1672 bis 1689 wurden unter Ludwig XIV. (Reunionsversuche 1687) und Vauban durch die Franzosen große Zerstörungen in der Region angerichtet. Die Kapelle war baufällig und es wurde 1702 mit der Neuerrichtung und Vergrößerung begonnen, wie die Jahreszahl 1702 über dem Eingangsportal vermuten lässt. Die Kapelle in Bonerath erhielt wohl eine neue Glocke (da in einem Bericht von 1936 eine Glocke mit der Jahreszahl 1707 erwähnt wird). Fünf Jahre später wurde der Ort mehrmals in Urkunden und Niederschriften im Zusammenhang mit der Kapelle erwähnt, die zu dem Zeitpunkt noch dem hl. Arnulphus geweiht und wohl endgültig fertiggestellt war und als Stolz des Dorfes galt. Nach einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1717 war die Kapelle St. Arnoldi (andere Bezeichnung für den hl. Arnulphus) geweiht und angeblich wieder in einem wörtlich „misero Statue quo“, also einem miserablen Zustand. Der Ort wurde in der Grundbuchaufnahme im Jahr 1723 als „Bonnert“ bezeichnet und zahlte Abgaben an Herrn von Schmidtburg.

Nach einem Visitationsbericht wurden in der Kapelle im Frühjahr und im Sommer 1739 an einigen Werktagen Gottesdienste abgehalten. Patronat war St. Arnuldi (hl. Arnulphus) und der Ort wurde als „Bonert“, aber auch als „Bonerath“ bezeichnet. Negativ wurde ausdrücklich vermerkt, dass in guten Zeiten die Teilnahme am Gottesdienst zwar rege war, in Zeiten der Gefahr aber ein Rückfall in heidnische Gebräuche beobachtet wurde. Der Ort wurde Mitte des 18. Jahrhunderts als „Bonrath“ bezeichnet und die Kapelle war der hl. Margaretha geweiht. 1754 erhielt die Kapelle ihren jetzigen Altar.

Bonerath wurde durch zwei Brände im Jahr 1836 zum großen Teil zerstört, auch die Kapelle war betroffen. Der Turm war ganz und der Rest stark zerstört. Ein Jahr darauf wurde die Kapelle mit Versicherungsgeldern wieder aufgebaut. 1928 wurde eine Wasserleitung gebaut. Im Zweiten Weltkrieg, 1943, musste die Glocke an die „Reichsstelle für Metall“ zum Einschmelzen abgegeben werden. Drei Jahre nach dem Krieg erhielt die Kapelle wieder eine neue Glocke. Die Vorsatztafeln des Altars wurden 1952 renoviert. Seit dieser Zeit besteht das Doppelpatronat des hl. Arnold und der hl. Margaretha. Im Jahr 1956 erhielt die Kapelle eine Reliquie des heiligen Arnoldus.

Bei Baggerarbeiten für das Kanalsystem wurden im Jahr 1958 „auf Casselheck“ Überreste einer „Villa rustica“ gefunden. Es wurde ein 4,10 m breiter Raum mit einer Hypokaustenheizung ausgegraben, der von einer 54 cm starken Schiefermauer ummauert war. Der Raum war in einer Höhe von 40 cm erhalten. Anhand von Scherben von Hausgegenständen wurde das Bauwerk dem 3. bis 4. Jahrhundert zugeordnet.

1964 bis 1968 wurden etliche Renovierungsarbeiten an der Kapelle durchgeführt, darunter der Neubau der Sakristei, die Erneuerung des Fußbodens und des Außenputzes. Im Jahr 1984 wurde die Kapelle erneut renoviert. Der Außenputz musste wieder erneuert werden, auch der Altar sowie einige Heiligenfiguren, der Innenputz und das Dach wurden instand gesetzt. Im Jahr darauf wurden die Figuren der heiligen Barbara und des heiligen Michael restauriert. 1988 erhielt die Kapelle eine Gedenktafel für die Kriegsopfer der beiden Weltkriege, 2002 wurden die Fenster der Kapelle restauriert.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bonerath, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 151
1835 146
1871 176
1905 202
1939 207
1950 221
Jahr Einwohner
1961 219
1970 266
1987 225
1997 230
2005 247
2013 245

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Bonerath besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In geteiltem Schild oben in Silber ein rotes Balkenkreuz, unten in Grün fünf silberne Orgelpfeifen, begleitet vorne und hinten von einem goldenen Eichenblatt.

Wappenbegründung: Die obere Schildhälfte erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit zu Kurtrier (Erzstift Trier). Die untere Schildhälfte nimmt Bezug zur ehemaligen Kapelle in der Gemeinde mit dem Patrozinium St. Arnold. Der hl. Arnold war auch der Schutzpatron der Organisten (Orgelpfeifen). Die Eichenblätter symbolisieren den Wald und die Natur um Bonerath.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im unteren Teil des Ortes befindet sich eine Grillhütte mit Kinderspielplatz und das Gemeindehaus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Ansässige Vereine sind die Frauengemeinschaft (seit 1986), der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Bonerath e. V. (seit 1997), der Heimat- und Kulturverein Bonerath e. V. (seit 1998) sowie die Jugendgruppe Bonerath (seit 2003).

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bonerath – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 76 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen