Bonnie Dundee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
John Graham of Claverhouse

John Graham of Claverhouse, bekannt als Bonnie Dundee (* 1648; † 27. Juli 1689) war ein schottischer Adliger des 17. Jahrhunderts, der seinen Ruhm in Schottland dem Sieg in der Schlacht von Killiecrankie im Schottischen Aufstand 1689 gegen England verdankt.

Leben[Bearbeiten]

Graham verbrachte seine Kindheit in Glen Ogilvy bei Dundee (war also „Lowlander“), wo seine den Royalisten nahestehende Familie Besitz in Claverhouse hatte, und studierte bis 1661 an der Universität St.Andrews. Er diente ab 1672 als Freiwilliger unter dem Herzog von Monmouth in der Armee Ludwigs XIV. von Frankreich. 1674 wechselte er die Seite und diente jetzt als Cornet in der Garde von Wilhelm von Oranien, dem er in der Schlacht von Seneffe in Belgien am 11. August 1674 das Leben rettete. Er wurde zum Hauptmann befördert, nahm aber 1676 nach der Belagerung von Maastricht seinen Abschied. Wilhelm von Oranien empfahl ihn an seinen Onkel, den späteren Jakob II., damals Herzog von York. In Schottland kommandierte er ab 1678 ein eigenes Dragonerregiment, das an der brutalen Unterdrückung der Presbyterianer (Covenanter[1]) in den „Lowlands“ beteiligt war (Dumfries, Galloway). Von dieser Seite brachte ihm das den Spitznamen „Bloody Clavers“ (oder schottisch „bluidy“) ein.

Im anschließenden Covenanter-Aufstand wurde er 1679 bei Drumclog geschlagen, zog sich nach Glasgow zurück, das er erfolgreich verteidigte, und siegte mit Monmouth vereinigt bei Bothwell Brig. 1680 hinterließ er bei Karl II., den er zu härterem Vorgehen gegen die Covenanter überreden wollte, einen sehr günstigen Eindruck und machte in der Folge stetig Karriere. Seine überraschende Heirat 1674 mit Lady Jean Cochrane, die aus einer aufständischen Covenanter-Familie stammte und deren Mutter eine überzeugte Presbyterianerin war, schadete seiner Karriere nur kurz. 1686 wurde er Generalmajor und James VII. von Schottland (Jakob II. von England), dessen getreuer Gefolgsmann er war, erhob ihn 1688 zum ersten Viscount von Dundee.

Dundees Grab

Im selben Jahr, als Jakob II. ins Exil ging und durch Wilhelm von Oranien abgelöst wurde, begann Dundee in den Highlands den Widerstand zu organisieren, war aber im März 1689 gezwungen, aus Edinburgh unterzutauchen. Er starb in einer Schlacht gegen General Hugh Mackay in einem Tal beim Pass von Killiecrankie. Dundee ritt an der Spitze des Heeres und hielt als Ermutigung für seine Highlander sein Schwert hoch erhoben, sodass sein Brustpanzer hochrutschte und ihn eine verirrte Kugel zwischen die Rippen treffen und tödlich verletzen konnte. Wenig später verblutete er. Er wurde in St. Bride begraben, einer kleinen Kirche in Blair in der Nähe des Schlachtfeldes. Die Schlacht gegen eine zweifache Übermacht regulärer englischer Truppen (4000 gegen etwa 2000), teilweise Veteranen aus den holländischen Kriegen von Wilhelm von Oranien („Williamites“ genannt) und damit seine ehemaligen Kriegskameraden, hatte er aber gewonnen. Nach einer gescheiterten Attacke auf die in Dunkeld stationierten „Cameronians“ (ehemalige Covenanter in englischer Uniform) schlief der nun seines charismatischen Führers beraubte Aufstand ein.

Dundee lebte aufgrund seines Erfolges gegen die Engländer im ersten Jakobiten-Aufstand in schottischen Liedern als „Bonnie Dundee“ fort (so ein Gedicht von Walter Scott).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bonnie Dundee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Biografie (englisch, archivierte Version vom 17. Juli 2007)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. So hießen Protestanten, die sich nicht den von Karl II. eingesetzten Bischöfen unterwerfen wollten. Unter Jakob II. mit Todesstrafe verfolgt, setzten sie sich mit Waffengewalt zur Wehr