Bonosus

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Dieser Artikel befasst sich mit dem römischen Usurpator Bonosus († 281).
Antoninian des Bonosus (Authentizität unsicher).

Bonosus († 281) war ein römischer Usurpator. Sein Lebensbericht beruht weitgehend auf seiner Vita in der spätantiken (und oft notorisch unzuverlässigen) Historia Augusta, weshalb viele Aussagen kaum verifizierbar sind.

Leben[Bearbeiten]

Nach der Vita in der Historia Augusta wurde Bonosus in Hispanien geboren, sein Vater war ein Brite, seine Mutter eine Gallierin. Er verlor seinen Vater in jungen Jahren, dennoch gelang es seiner Mutter, ihm eine geeignete Erziehung zu verschaffen. Er hatte eine ausgezeichnete Militär- und Beamtenkarriere hinter sich gebracht, als es den Germanen gelang, während er am Rhein stationiert war, die römische Flotte, die unter seinem Kommando stand, zu verbrennen.

Aus Angst vor den Konsequenzen rief er sich angeblich 280 (oder 281) in Köln – zusammen mit Proculus (?) – zum römischen Kaiser aus. Dem rechtmäßigen Kaiser Probus gelang es jedoch, ihn zu besiegen. Bonosus beging Selbstmord durch Erhängen. Er hinterließ angeblich, denn wieder dient die Historia Augusta als (nicht zuverlässige) Quelle, eine Ehefrau und zwei Söhne, die von Probus ehrenvoll behandelt worden seien.

Andere spätantike Quellen berichten nur von der Erhebung des Bonosus in Köln und der Niederschlagung des Aufstandes durch Probus (vgl. Kreucher, Probus, S. 166). Die Ausschmückungen in der Historia Augusta sind demnach nur mit äußerster Vorsicht zu genießen und Bonosus ist somit als möglicherweise fiktiv zu betrachten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerald Kreucher: Der Kaiser Marcus Aurelius Probus und seine Zeit. Stuttgart 2003, S. 166ff.
  • Dieter Salzmann: Die Münzprägung des Bonosus − eine moderne Fiktion? In: Thomas Fischer, Peter Ilisch (Hrsg.): Lagom. Festschrift für Peter Berghaus zum 60. Geburtstag am 20. November 1979. Numismatischer Verlag der Münzenhandlung Dombrowski, Münster 1981, ISBN 3-921507-03-0, S. 49-58.

Weblinks[Bearbeiten]