Bopser

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Bopser / Hoher Bopser
Auf dem Bopser, Aufnahme von 1961

Auf dem Bopser, Aufnahme von 1961

Höhe 485,2 m ü. NHN [1]
Lage Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland
Gebirge Filder
Koordinaten 48° 45′ 12″ N, 9° 10′ 52″ O48.7533333333339.1811111111111485.2
Bopser (Baden-Württemberg)
Bopser
Besonderheiten Ort von Stuttgarter Fernsehturm, Wasserturm Stuttgart-Degerloch, Sportzentrum Waldau und Heslacher Tunnel
Wappen von Stuttgart
Bopser
Stadtteil von Stuttgart
Karte
Koordinaten 48° 45′ 12″ N, 9° 10′ 53″ O48.7533429.181383Koordinaten: 48° 45′ 12″ N, 9° 10′ 53″ O
Fläche 2,042 km²
Einwohner 2947 (2011)
Bevölkerungsdichte 1443 Einwohner/km²
Postleitzahl 70180
Vorwahl 0711
Stadtbezirk Stuttgart-Süd
Quelle: Datenkompass Stuttgart (PDF; 1,9 MB)
Blick vom Fernsehturm zum Wasserturm Stuttgart-Degerloch mit Wasserhochbehälter
Blick von Neuer Weinsteige am Bopserhang zum Killesberg
Westportal des Heslacher Tunnels am Marienplatz
Zahnradbahn Stuttgart (untere Endhaltestelle Marienplatz)

Der Bopser, auch Hoher Bopser genannt, ist eine 485,2 m ü. NHN[1] hohe Erhebung auf der Filderebene im baden-württembergischen Stuttgart.

Der Berg ist unter anderem der Ort des Stuttgarter Fernsehturms, des Wasserturms Stuttgart-Degerloch, des Sportzentrums Waldau und des Heslacher Tunnels.

Bopser ist zugleich der Name des Stadtteils im Stuttgarter Stadtbezirk Süd.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Bopser erhebt sich südlich der Stuttgarter Innenstadt auf der bewaldeten Filder-Hochebene zwischen den (alphabetisch sortierten) Stadtbezirken Birkach, Degerloch, Ost, Sillenbuch und Süd oder ist Teil von ihnen:

Der Bezirk Birkach liegt mit dem Stadtteil Schönberg, etwas entfernt im Südsüdosten, am Berg. Der Bezirk Degerloch befindet sich mit dem (gleichnamigen) Stadtteil Degerloch, im westsüdwestlichen Bergkuppenbereich, sowie mit seinen Stadtteilen Hoffeld, etwas entfernt im Südwesten, Tränke, etwas entfernt im Süden, Waldau, im südöstlichen Bergkuppenbereich, und Haigst, im Nordwesten, am und auf dem Berg. Der Bezirk Stuttgart-Ost dehnt sich mit dem Stadtteil Frauenkopf, vom östlichen Kuppenbereich abwärts, und der Bezirk Sillenbuch mit dem (gleichnamigen) Stadtteil Sillenbuch, vom südöstlichen Kuppenbereich abwärts, am und auf dem Berg aus. Stuttgart-Süd befindet sich mit den Stadtteilen Bopser, inklusive am Nordfuß gelegenen Weißenburgpark, vom nördlichen Kuppenbereich abwärts, und Weinsteige, im Nordwesten, am Berg. Die Stadtteilgrenzen von Bopser, Sillenbuch und Waldau stoßen an der nördlich vom Stuttgarter Fernsehturm befindlichen Jahnstraße Ecke Kirchheimer Straße aufeinander. Rund 250 m östlich davon treffen sich an der Jahnstraße Ecke Mittlere Filderstraße die Grenzen der Stadtteile Bopser, Frauenkopf und Sillenbuch und etwa 200 m westlich der höchsten Stelle des Bopser grenzen an der Jahnstraße Ecke Ahornstraße die Stadtteile Bopser, Degerloch, Haigst und Weinsteige aneinander.

Die höchste Stelle vom Bopser liegt auf der Kreuzung von Jahnstraße und der Seitenstraße Königsträßle. Seine Waldgebiete heißen Armenkastenwald, Hospitalwald, Oberer Wald, Silberwald, Spitalwald, Weißtannenwald und Wernhalde. Diese sind von zahlreichen Waldwegen, unter anderem Oberes und Unteres Bospersträßle, Steiler Bopser (oder Am Bopserweg) und Wernhaldeweg, durchzogen.

An der Südostflanke vom Bopser entspringt am Rand des Sportzentrums (s. u.) ein nordnordwestlicher Zufluss des aus Degerloch kommenden Ramsbachs, einem Zufluss der in den Neckar mündenden Körsch; am Bach liegt bergkuppennah die Kuhwiesenquelle. An seiner Ostflanke entspringt der kleine Tiefenbach, der über den Bußbach und Dürrbach auch dem Neckar zufließt.

Geologie[Bearbeiten]

Der Bopser besteht in Oberflächennähe unter anderem aus Schichten von Filderlehm und Lias und in seinem Inneren aus Gipskeuper, Mergel und Sandstein.

Sendeanlagen[Bearbeiten]

Stuttgarter Fernsehturm[Bearbeiten]

Etwa 650 m nordöstlich der höchsten Stelle vom Bopser steht seit 1955 auf 483 m Höhe der 216,61 m hohe Stuttgarter Fernsehturm, von dem heutzutage nur noch Hörfunkprogramme ausgestrahlt werden. Von der auf 152,4 m Höhe gelegenen Aussichtsplattform des in Stahlbetonbauweise erbauten Turms kann aus rund 635 m ü. NHN eine schöne Rundumsicht genossen werden.

Weitere Sendeanlagen[Bearbeiten]

Ungefähr 50 m östlich vom Stuttgarter Fernsehturm steht ein kleiner, für die Öffentlichkeit gesperrter Reserve-UKW-Sendeturm (48.755799.190989) in Stahlfachwerkbauweise.

Am und auf dem Berg gibt es zahlreiche Mobilfunkantennenstandorte, unter anderem mehrere an der Neuen Weinsteige, einer am Königsträßle und am Gazi-Stadion.

An der Südsüdwestflanke des Bergs existierte bis 1956 bei den Sportplätzen auf den Bopseräckern in Hoffeld der Sender Stuttgart-Degerloch, dessen Türme nach Fertigstellung des Stuttgarter Fernsehturms abgebaut wurden. An diese Sendeanlage erinnert noch der Name der Straße Bei den Funktürmen.

Auf dem im Filder rund 1,5 km nordöstlich vom Bopser gelegenen Frauenkopf (462,3 m ü. NN)[1] steht im gleichnamigen Stadtteil seit 1972 der 192,4 m hohe und für die Öffentlichkeit gesperrte Fernmeldeturm Stuttgart aus Stahlbeton unter anderem zur Ausstrahlung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen.

Wasserturm und Wasserhochbehälter[Bearbeiten]

Etwa 65 m ostnordöstlich der höchsten Stelle vom Bopser steht an der Jahnstraße seit 1912 der Wasserturm Stuttgart-Degerloch, der 28 m hoch ist und 400 m³ Behältervolumen hat. Neben dem Turm befindet sich seit 2008 ein Wasserhochbehälter.

Sportanlagen[Bearbeiten]

Direkt südöstlich der höchsten Stelle vom Bopser breitet sich oberhalb von etwa 465 m Höhe das Sportzentrum Waldau aus, unter anderem mit dem Gazi-Stadion (Spielstätte der Stuttgarter Kickers) und dem Eisstadion Waldau (Stuttgarter EC). Rund 1,2 km südöstlich des Sportzentrums steht an der Südostflanke des Bergs seit 2006 direkt westlich vom Stadtteil Sillenbuch auf rund 455 m Höhe die Spitalwaldhalle Sillenbuch.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Sowohl die Haupt- als auch die Nebenverkehrswege am Bopser haben insbesondere an ihren oftmals kurvenreichen Nordrampen starke Steigungen bzw. Gefälle (Gradiente).

Straße[Bearbeiten]

Über die Nord- und Westflanke vom Bopser führt von der Innenstadt kommend im Abschnitt zwischen den Stadtbezirken Mitte, Degerloch und Möhringen die Bundesstraße 27, die an der Nordrampe unter anderem ein Teil der steilen Straße Neue Weinsteige ist und in Richtung Süden zur beim Stadtteil Fasanenhof gelegenen Anschlussstelle Stuttgart-Degerloch der Bundesautobahn 8 führt.

Auf dem Berg zweigt von der B 27 die vorbei an Sportzentrum Waldau und Stuttgarter Fernsehturm führende Kreisstraße 9511 (Jahnstraße) in Richtung Ostnordosten ab. Diese wiederum stößt wenige Meter östlich vom Turm auf die Landesstraße 1200 (Kirchheimer Straße), die in Richtung Südosten zur Gemeinde Nellingen auf den Fildern führt. Zudem trifft die K 9511 in Turmnähe auf die L 1016 (Achse JahnstraßeMittlere Filderstraße), die von der Innenstadt im Norden den Turm passierend in Richtung Süden zur Autobahnschlussstelle Stuttgart-Flughafen verläuft. In der Nordwestflanke des Bergs befindet sich als Teil der die B 27 am Charlottenplatz kreuzenden Bundesstraße 14 zwischen Marienplatz und Burgstallstraße der 2,3 km lange Heslacher Tunnel.

Schiene[Bearbeiten]

Über den Bopser verkehren, vorbei am Stuttgarter Fernsehturm und am Sportzentrum Waldau, die Linien U7, U8 und U15 der Stadtbahn Stuttgart. Sie fahren abschnittsweise unterirdisch, nämlich im 1987 fertiggestellten Tunnel Neue Weinsteige, im Tunnel Obere Weinsteige und im 1998 eröffneten Waldautunnel, und halten an der Haltestellen Waldau (GAZI Stadion) (Georgiweg), Ruhbank (Fernsehturm) (Kirchheimer Straße Kreuzung Mittlere Filderstraße; siehe hierzu auch Ruhbank) und Stelle (Jahnstraße).

Zudem verkehrt an der Nord- und Westflanke des Bergs seit 1884 auf ihrer 2,2 km langen Trasse die Zahnradbahn Stuttgart, welche die Stadtteile Süd (Endhaltestelle Marienplatz) und Degerloch (Endhaltestelle Degerloch) miteinander verbindet. An der Nordrampe fährt sie abschnittsweise entlang der Straße Alte Weinsteige und an ihren beiden Endhaltestellen besteht Anschluss an die auf dem Bopser haltenden Stadtbahnlinien, auf deren Trassen früher die Filderbahn-Gesellschaft fuhr.

Im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 soll der 9.468 m lange Fildertunnel den Bopser durchqueren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz, Baden-Württemberg