Borazide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Borazide sind chemische Verbindungen des Bors der allgemeinen Formel R2BN3.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Synthese eines Borazids, den Verbindungen Bortriazid B(N3)3 und Lithiumtetraazidoborat Li[B(N3)4] gelang Egon Wiberg im Jahr 1954. Die Synthese und die Folgechemie wurde im Wesentlichen durch Peter Paetzold weiterentwickelt.[1][2]

Herstellung[Bearbeiten]

Borazide lassen sich nach der allgemeine Reaktionsgleichung

\mathrm{R_2BCl + MN_3 \to \ R_2BN_3 + MCl }

herstellen. Als Azidierungsmittel werden bevorzugt Lithiumazid oder Trimethylsilylazid eingesetzt. Als Lösungsmittel dienen beispielsweise Toluol oder Dichlormethan. Flüchtige Bestandteile können im Vakuum abgezogen werden. Die Reinigung erfolgt zum Beispiel durch Umkristallisation.

Reaktionen[Bearbeiten]

Als Lewis-Säure bilden die Borazide bei geeigneter Substitution Addukte mit Lewis-Basen wie Pyridin. Dichlorborazid reagiert bei 200 °C unter Abspaltung von Stickstoff zu Hexachloroborazol. Borazide sind oft explosiv und müssen äußerst vorsichtig gehandhabt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. P. Paetzold: In: Adv Inorg Chem., 1987, 31, 123-
  2. P. Paetzold: Beiträge zur Chemie der Bor-Azide. I. Zur Kenntnis von Dichlorborazid in: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, 326, S. 47 - 52.

Weblinks[Bearbeiten]