Borissoglebsk

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Stadt
Borissoglebsk
Борисоглебск
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Wappen
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Woronesch
Stadtkreis Borissoglebsk
Bürgermeister Nadeschda Katschanowa
Gegründet 1698
Stadt seit 1779
Fläche 42 km²
Bevölkerung 65.585 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1562 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 100 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 47354
Postleitzahl 397160–397172
Kfz-Kennzeichen 36, 136
OKATO 20 410
Website gw.bgsk.vrn.ru
Geographische Lage
Koordinaten 51° 22′ N, 42° 5′ O51.36666666666742.083333333333100Koordinaten: 51° 22′ 0″ N, 42° 5′ 0″ O
Borissoglebsk (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Borissoglebsk (Oblast Woronesch)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Woronesch
Liste der Städte in Russland

Borissoglebsk (russisch Борисоглебск) ist eine russische Stadt und Rajon-Zentrum in der Oblast Woronesch. Mit 65.585 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] ist sie nach Woronesch die zweitgrößte Stadt des Gebietes.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Südrand der Oka-Don-Ebene entlang der Eisenbahnlinie MoskauWolgograd, etwa 240 km östlich von Woronesch und rund 600 km südöstlich von Moskau. Durch Borissoglebsk fließt der Chopjor-Zufluss Worona. Zu den nächstgelegenen Städten zählen Poworino (21 km südöstlich von Borissoglebsk entfernt) und Nowochopjorsk (43 km südwestlich). Ebenfalls nahe Borissoglebsk verlaufen die Verwaltungsgrenzen der Oblast Woronesch zu den Oblasten Tambow, Saratow und Wolgograd.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Rathaus der Stadt Borissoglebsk

Borissoglebsk ging aus einer Festung hervor, die zum Schutz vor Tataren errichtet worden war. Die Gründung erfolgte nach herrschender Meinung der Heimathistoriker im Jahre 1698, einer anderen Hypothese zufolge bereits 1646. Anfangs hieß die Ortschaft Pawlowskaja krepost („Pawel-Festung“). 1704 wurde sie jedoch in Borissoglebsk umbenannt, nachdem hier die erste Kirche des Ortes errichtet und auf die orthodoxen Heiligen Boris und Gleb geweiht wurde.

1700 wurde in Borissoglebsk auf Gutheißen des Zaren Peter des Großen mit dem Bau einer Werft begonnen, an der später das in der Gegend reichlich vorhandene Holz im Schiffbau für die Kriegsflotte verwendet wurde. Die Lage nahe dem Chopjor-Fluss war hierfür günstig; über den Don kamen die Schiffe an die Flotte am Asowschen Meer.

Ab den 1710er-Jahren verlor Borissoglebsk seine militärische Bedeutung. Statt dessen blühte dort Handel, bei dem landwirtschaftliche Güter über den Chopjor in andere russische Regionen verschifft wurden. Ende des 18. Jahrhunderts zählte die Stadtbevölkerung an die 2000 Einwohner. In den 1870er-Jahren entstanden in Borissoglebsk, das bereits 1779 Stadtrechte erhielt, erste Industriebetriebe, außerdem wurde der Ort an das russische Eisenbahnnetz angeschlossen.

Am 16. Januar 1906 verübte Marija Alexandrowna Spiridonowa am Bahnhof der Stadt einen Anschlag auf den Vizegouverneur von Tambow.

1923 wurde in Borissoglebsk eine Militärfliegerschule gegründet, zu deren Schülern auch später bekannte Piloten wie Waleri Tschkalow, Wiktor Talalichin oder Alexander Ruzkoi gehörten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 22.309
1926 39.788
1939 52.876
1959 54.415
1970 63.733
1979 67.621
1989 72.338
2002 69.392
2010 65.585

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Heute ist Borissoglebsk Zentrum eines Weizenanbaugebietes mit Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen. Bedeutend für die Wirtschaft der Stadt sind unter anderem der Gerätebau, die Herstellung von Ersatzteilen für Landwirtschaftsmaschinen, die Nahrungsmittel- und die Textilindustrie.

Mit der Lage in der Nähe der Magistralen A144 und M6 ist Borissoglebsk ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Daneben gibt es in der Stadt einen Bahnhof mit Verbindungen u. a. nach Wolgograd oder nach Lipezk.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Seit 1994 unterhält Borissoglebsk eine Städtepartnerschaft mit Delmenhorst in Deutschland.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Borissoglebsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)