Borkum West II

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f2

Trianel Windpark Borkum

BW

Lage
Trianel Windpark Borkum (Deutschland)
Trianel Windpark Borkum
Lage in Deutschland
Koordinaten 54° 2′ 30″ N, 6° 28′ 0″ O54.0416666666676.4666666666667Koordinaten: 54° 2′ 30″ N, 6° 28′ 0″ O
Land Deutschland
Gewässer Nordsee
Daten
Primärenergie Windenergie
Leistung 80 × 5 MW = 400 MW (elektrisch)
Typ Offshore-Windpark
Eigentümer Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co KG
Betriebsaufnahme 2014 (geplant)
Gründung Tripod
Turbine AREVA Wind M5000
Website Trianel Borkum

Der Offshore-Windpark „Borkum West II“ ist ein in Bau befindlicher Offshore-Windpark in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der südlichen Nordsee. Inzwischen wird der Windpark als Trianel Windpark Borkum bezeichnet.

Lage[Bearbeiten]

Der Offshore-Windpark entsteht auf einer Fläche von 56 km² rund 45 km nördlich der Insel Borkum bei Wassertiefen von 25 bis 35 Metern.

Projekt[Bearbeiten]

Von der Trianel Windpark Borkum GmbH & Co. KG aus Aachen ist die Errichtung und der Betrieb von 80 einzelnen Windenergieanlagen (WEA) vom Typ AREVA Wind M5000 mit einer Nennleistung von rund 5 MW und einer Gesamtleistung von 400 MW geplant.[1] An dem Offshore-Projekt beteiligen sich 33 Stadtwerke unter der Führung der Trianel GmbH mit einer Gesamtinvestition von 1 Mrd. Euro.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Windpark wurde von der Prokon Nord Energiesysteme GmbH in Leer projektiert. Der Antrag auf Bau und Betrieb von 80 Windenergieanlagen vom 26. Mai 2006 in der Fassung vom 15. November 2007 wurden am 13. Juni 2008 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) genehmigt.[2]

Den Auftrag für die Verkabelung der einzelnen WEA mit der Umspannplattform mit circa 65 km Mittelspannungs-Seekabel hat die Norddeutsche Seekabelwerke GmbH (NSW) erhalten.[3]

Für die erste Bauphase wurde im August 2011 eine Sicherheitszone für die Schifffahrt eingerichtet, damit zunächst 40 WEA aufgestellt werden können. Diese sollten zunächst bis zum zweiten Quartal 2013 ans Netz gehen.[4] Beim Rammen der Fundamente in den Meeresboden wurden Blasenschleier verwendet, um Schweinswale vor dem Baulärm zu schützen.[5] Das Errichterschiff Oleg Strashnov setzte die bei WeserWind in Bremerhaven gebauten Tripods auf die in den Meeresboden gerammten Gründungspfähle.[6] Jeweils zwei dieser 60 m hohen und bis zu 900 t schweren Teile wurden vom Kranschiff Stanislav Yudun vom Offshore-Terminal der Bremer Logistic Group (BLG) in Bremerhaven abgeholt und zum rund 45 km entfernten Baufeld gebracht.[7] Ende Mai 2013 waren alle Tripods gesetzt, danach wurden die Windenergieanlagen vom niederländischen Eemshaven geholt und auf den Tripod-Fundamenten errichtet.[8] Das vom britischen Unternehmen MPI gecharterte Errichterschiff Adventure transportierte dabei jeweils die Komponenten für drei komplette Windenergieanlagen auf einer Tour vom Festland zum Baufeld und montierte sie auf die Tripods.[9] Bis Februar 2014 war die Hälfte der Anlagen errichtet, Anfang Juni wurde gemeldet, dass alle 80 WEA („BW 1“ bis „BW 80“) installiert seien.[10]

HGÜ-Offshore-Plattformen und -Leitungen für Windparks in der Nordsee

Das Errichterschiff Oleg Strashnov hob Mitte April 2013 die rund 2400 Tonnen schwere Umspannplattform („BW 0“) von Alstom auf das bereits im Baufeld installierte Fundament.[11] Die damit errichtete Umspannplattform ist das Herzstück des Windparks, hier kommen die 33-kV-Leitungen von den 80 Windenergieanlagen zusammen. Der Strom wird hier auf 155 kV umgespannt und zum TenneT-Netzanschlusspunkt an der etwa 7,5 km entfernten HGÜ-Konverter-Plattform „DolWin alpha“ geleitet werden[12], von dort wird er über die HGÜ „DolWin 1“ über Norderney zum Land geleitet.

Durch eine Verzögerung des Netzanschlusses durch den verantwortlichen HGÜ-Netzbetreiber TenneT TSO wird die erste Ausbaustufe des Windparks voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2014 in Betrieb gehen können.[13][14]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offshore-Windpark „Borkum West II“
  2. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
  3. NSW erhält Auftrag für Borkum West II. In: Schiff & Hafen Heft 3/2011, S. 70, Seehafen-Verlag, Hamburg 2011, ISSN 0938-1643
  4. Trianel: Windpark startet erst 2013. In: Täglicher Hafenbericht vom 28. Juni 2012, S. 4, Seehafen-Verlag, Hamburg 2012, ISSN 2190-8753
  5. „Vorbereitungen für den Trianel Offshore-Windpark laufen an“. Abgerufen am 17. Juli 2011
  6. Ausbau von Windenergie auf See stockt. In: Täglicher Hafenbericht vom 23. Oktober 2012, S. 4
  7. Kranschiff lädt Tripods. In: Täglicher Hafenbericht vom 7. März 2013, S. 4
  8. Fundamentarbeiten abgeschlossen. In: Schiff & Hafen Heft 6/2013, S. 119
  9. Frank Binder: Der Trianel Windpark Borkum wächst. In: Täglicher Hafenbericht vom 2. August 2013, S. 4
  10. Frank Binder: Nordsee-Windpark fertig – wieder kein Netzanschluss. In: Täglicher Hafenbericht vom 5. Juni 2014, S. 4
  11. Alstom hands over offshore substation for wind farm to Trianel alstom.com, 15. April 2013, abgerufen am 25. April 2013
  12. [1] Parkinterne Umspannplattform errichtet. Trianel Pressemitteilung, abgerufen am 30. April 2013
  13. Offshore-Ausbau: Trianel verklagt TenneT. Stromtipp.de, 23. Oktober 2012, abgerufen am 23. Oktober 2012
  14. Homepage Trianel-Borkum, abgerufen am 16. März 2014

Weblinks[Bearbeiten]