Bornheim (Rheinland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bornheim
Bornheim (Rheinland)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bornheim hervorgehoben
50.7636111111116.984722222222262Koordinaten: 50° 46′ N, 6° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 82,69 km²
Einwohner: 46.437 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 562 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53332
Vorwahlen: 02222 Ortsnetz Bornheim
02227 Ortsnetz Merten
02236 Ortsnetz WiddigVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 012
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstr. 2
53332 Bornheim
Webpräsenz: www.bornheim.de
Bürgermeister: Wolfgang Henseler (SPD)
Lage der Stadt Bornheim im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild

Bornheim ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Durch ihre zentrale Lage zwischen Köln und Bonn gehört sie zu den am stärksten wachsenden Städten der Region und ist mittlerweile die drittgrößte Stadt des Rhein-Sieg-Kreises. Durch die Stadtteile Waldorf, Walberberg und Merten führte einst die Eifelwasserleitung, ein römischer Aquädukt, durch den zu jener Zeit das römische Köln mit Trinkwasser versorgt wurde.

Geographie[Bearbeiten]

Bornheim liegt zwischen den beiden Großstädten Köln und Bonn und breitet sich mit seinen Stadtteilen von den Ebenen am linken Rheinufer der Kölner Bucht im Osten über den Hang des Vorgebirges im Westen bis zur noch durchweg bewaldeten Hochfläche der Ville aus. Der höchste Punkt des Stadtgebietes liegt mit dem Hennesenberg im Stadtteil Brenig bei 164,8 Metern über Normalnull, der tiefste Punkt ist am Rheinbett bei Widdig mit 46,6 Metern über Normalnull angegeben.

Die Stadt grenzt an die Bundesstadt Bonn im Süden, die Gemeinden Alfter und Swisttal im Südwesten, die Gemeinde Weilerswist im Westen, die Städte Brühl und Wesseling im Norden, sowie am Rhein an die Stadt Niederkassel im Osten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bornheim gliedert sich in 14 Stadtteile.[2] Dies sind

  • die „Vorgebirgsdörfer“
  • und die „Rheindörfer“

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region der heutigen Stadt Bornheim wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Östlich an den Vorgebirgshang anschließend ist auf der linksrheinischen Lössterrassenplatte zwischen den Stadtteilen Bornheim und Sechtem eine Konzentration von Fundplätzen festzustellen. Hier wurden Hügelgräber mit Beigaben sowie Steinwerkzeuge gefunden, welche eine Besiedelung in der Vorzeit belegen. Ein eisenzeitliches Gehöft wurde im Stadtteil Hersel lokalisiert.

Des Weiteren fand man zwei Fliehburgen in der näheren Umgebung. Diese waren recht einfache Wallanlagen, von Germanen oder Kelten zum Schutz ihrer Siedlungsbewohner errichtet. So die noch in ihren Grundrissen erkennbare Aldeburg im Walberberger Wald (Ringwall) und ein Abschnittswall auf dem Stromberg im Süden des Waldes von Rösberg nahe dem Dobschleider Hof.

Auch die Anwesenheit der Römer von 50 v. bis 450 n. Chr. ist durch Bauwerke belegt. Reste des Römerkanals von der Eifel nach Köln sind noch heute im Raum Bornheim vorhanden oder als Geländeeinschnitte erschließbar. Die Römische Villa in Botzdorf wurde 2002 entdeckt.

Schon damals diente das Vorgebirge als Obst- und Gemüsegarten für die römischen Siedlungen Bonna (Bonn) und Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln).

Von der Landnahme und zahlreichen Dorfgründungen durch die Franken künden viele Begräbnisplätze und einige Ortsnamen, denn merowingerzeitliche Fundplätze stehen auch in räumlichem Bezug zu Orten mit dem Suffix „Heim“. Beispiele zur Verdeutlichung sind die Namen der Orte Bornheim, Mehlem, Mülheim (Bonn), Schweinheim, Stockheim, Holzem, Nieder- und Oberbachem, Ließem, Hochheim oder Stockem.

Urkundlich wird der Hauptort Bornheim als „Brunheim“ im Bonngau, in der Grafschaft des Grafen Ehrenfried, erstmals am 2. August 945 genannt. Die heutige Königstraße war schon sehr früh als Teil der mittelalterlichen Heerstraße ein wichtiger Transportweg von Bonn nach Aachen. Sie wurde im Jahr 1272 als „Connixstroß“ erstmals erwähnt. Der urkundlich erstgenannte Ort innerhalb der Stadt Bornheim ist der Stadtteil Widdig, welcher bereits 804 als „Wittheich“ seine Ersterwähnung hatte.

Im 10. und 11. Jahrhundert kamen fast alle Dörfer mit ihren Gemarkungen als Dotationen an Klöster und freiadelige Stifte in Bonn (Cassius-Stift) und Köln (auch zum Kölner Domkapitel).

Aus dem Amt der Schutzvögte, als Verwalter der Dotationen, erwuchsen die Grundherrschaften unter kurkölnischer Lehenshoheit. Diese Grundherren aus alten rheinischen Rittergeschlechtern erbauten in vielen Orten ihre Burgen. Von den als vornehme Sitze und Landhäuser inmitten von Parkanlagen geschaffenen Bauwerken zeugt noch heute auch die Burg Bornheim.

Schloss Bornheim[Bearbeiten]

Schloss Bornheim, um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Schloss Bornheim

In den Jahren zwischen 1728 und 1732 entstand vermutlich nach den Plänen von Johann Conrad Schlaun, einem Baumeister des Barock, das Schloss Bornheim im Stil eines Maison de Plaisance (Lustschloss). Von den vorherigen Bauten blieb nur noch die Vorburg erhalten, vom einstigen Torturm mit Zugbrücke blieb nichts. Als Ersatz wurde ein barocker Einfahrtsbogen gebaut, mit Steinbrücke und einem Glockentürmchen. Weitere Reste der Vorburg, etwa das Glockentürmchen, fielen am 4. Februar 1972 einem Großbrand zum Opfer.

Die Schlossherren des 19. Jahrhunderts wechselten mehrfach. Erwerber waren 1826 Gerhard Freiherr von Carnap, 1859 Wenzel Graf von Boos-Waldeck und 1872 Heinrich Freiherr von Diergardt. Heute befindet sich das Schloss Bornheim im Besitz der Freiherren von Diergardt, die es als soziale Einrichtung betreiben.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Zur kurfürstlichen Zeit als sich die ersten Ortsgrenzen bildeten, war die heutige Stadt in acht Bereiche geteilt.

Mit dem Einrücken der französischen Revolutionsarmee wurden die alten Einteilungen aufgehoben. Die Franzosen versprachen sich davon militärische und wirtschaftliche Vorteile. Die Selbstverwaltung in den Dörfern war unterbunden und alle Macht lag somit bei den Franzosen. 1798 kam es dann in den besetzten Gebieten zu einer Einteilung in Verwaltungszonen, da man sich hiervon eine bessere Nutzung des annektierten Rheinlandes versprach. Durch die neue Grenze zwischen den Departements Rhein/Mosel und Roer ausgehend am linken Rheinufer zwischen Hersel und Bonn und von dort gerade in Richtung Westen wurde die Herrlichkeit Alfter mit Alfter und Roisdorf zerschnitten. Somit wurde Roisdorf von Alfter getrennt und Roisdorf wurde eine eigene Gemeinde. Ebenfalls wurde der Dingstuhl Waldorf in die Gemeinden Waldorf und Hemmerich-Kardorf zerteilt. Die Herrlichkeit Bornheim blieb bestehen und bildete später mit den anderen drei Gemeinden die Samtgemeinde Bornheim mit Sitz der Verwaltung im Bornheimer Gerichts- und Amtshaus auf der Burgstraße mit 3.633 Einwohnern im Jahre 1740.

Merten, Rösberg, Sechtem und Walberberg wurden zur Samtgemeinde Sechtem mit 2.880 Einwohnern zusammengefasst. Hersel, Uedorf, Widdig, Urfeld, Keldenich und Wesseling wurden ebenfalls zur Samtgemeinde Hersel mit 2.328 Einwohnern zusammengefasst. Diese drei Bezirke mit insgesamt 8.841 Einwohnern gehörten zum Kanton Brühl, im Arrondissement Cologne des Rur-Departements mit Präfektur in Aachen. Die drei Samtgemeinden Hersel, Sechtem und Bornheim wurde wenige Zeit später in die Mairien Hersel, Sechtem und Waldorf umbenannt.

Altes Bürgermeisteramt
Rathaus Bornheim

Während des 19. Jahrhunderts zog die Amtsstube der Mairie (ab 1816 Bürgermeisterei und ab 1928 Amt) Waldorf mehrere Male um, da jeder neue Bürgermeister die Amtstube in seiner Nähe haben wollte. Alle elf Bürgermeister hatten einen anderen Sitz ihrer Amtsstube, so dass man 1883 ein neues Rathaus in Bornheim baute, nachdem es zuvor große Diskussionen um den neuen Standort gegeben hatte. Letztlich setzte sich aber ein Mehrheit für Bornheim und gegen die Standorte Waldorf und Roisdorf durch, da Bornheim bereits zu dieser Zeit der größte Ort war und zudem geographisch zentral innerhalb der Bürgermeisterei lag. Die Bürgermeisterei Waldorf war zu jener Zeit in die vier Gemeinden Bornheim-Brenig, Kardorf-Hemmerich, Roisdorf und Waldorf untergliedert.

Durch die Weltwirtschaftskrise 1929 waren die meisten Städte und Gemeinden hoch verschuldet, wie auch beispielsweise Bonn, Hersel und Sechtem, weil diese Gemeinden durch ihre Industrie sehr viele Arbeitslose hatten. Eine Ausnahme bildete damals die Gemeinde Bornheim-Brenig im Amt Waldorf, wo man mit einer soliden Finanzpolitik, einer verhältnismäßig geringen Arbeitslosigkeit und großen Ersparnissen zu einem zu dieser Zeit sagenhaften Rechnungsüberschuss von 60.000 Reichsmark kam.

Durch ein 1927 kurz vor der Wirtschaftskrise erbautes Rathaus in Merten und die Krise in den meisten Fabriken, die Stilllegung vieler Brikettgruben und die Probleme der Berggeist AG in Brühl herrschte im Amt Sechtem und allen angeschlossenen Gemeinden eine solche finanzielle Notlage, dass am 16. Mai 1931 eine Personalunion mit dem Amt Waldorf abgeschlossen wurde. Am 20. Juni 1931 übernahm der Waldorfer Amtsbürgermeister Ditz auch die Dienstgeschäfte des Amtes Sechtem. Daraufhin wurde aus Platzmangel eine Villa neben dem Rathaus gekauft und für Bürozwecke umgebaut.

Auch im dritten Amt war die Zeit reif für ein neues Rathaus, allerdings war die Frage, ob es im Hauptort Hersel oder in der in den letzten Jahren immer bedeutender gewordenen angeschlossenen Gemeinde Wesseling gebaut werden sollte. Die Wesselinger begründeten ihren Vorschlag damit, dass ihr Ort durch den ausgebauten Hafen und die damit wachsende Industrie hohe Bedeutung erreicht hatte. Zudem spielte die Gemeinde Wesseling ihren größten Trumpf auf, indem sie dem Amt Hersel den Bauplatz für das neue Rathaus schenkte, was auch die Platzfrage entschied.

Im Sommer 1932 verbreitete sich das Gerücht, dass sich die Gemeinden Wesseling und Keldenich aus dem Amt Hersel im Landkreis Bonn lösen und dem Landkreis Köln eingegliedert werden sollten. Das Gerücht bestätigte sich und die Bürger des Amtes Hersel wurden von der preußischen Staatsregierung vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Gemeinden Keldenich und Wesseling wurden am 1. Oktober 1932 aus dem Verband des Amtes Hersel gelöst und zusammen mit der Gemeinde Berzdorf aus dem Amt Brühl zum neuen Amt Wesseling zusammengeschlossen. Damit fehlte dem stark verkleinerten Amt Hersel das Rathaus, der Amtsbürgermeister und das Personal. Die Gemeinden Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld kamen somit zum Amt Waldorf und wurden ebenfalls von Bornheim aus verwaltet.

Zusätzlich löste der Regierungspräsident die drei Standesämter Sechtem, Waldorf und Hersel auf und gründete das neue Standesamt Bornheim. Diesen Zeitpunkt kann man als Geburtsstunde der heutigen Stadt Bornheim bezeichnen.

Am 7. Mai 1934 wurde auf Antrag der Amtsmitglieder vom preußischen Staatsministerium das Amt Waldorf in „Amt Bornheim“ umbenannt. Am 1. April 1935 genehmigte der Regierungspräsident in Köln den Zusammenschluss der Ämter Bornheim und Sechtem zum neuen Amt Bornheim. Hiervon versprachen sich die beiden Ämter erhebliche Einsparungen und eine gestärkte Position. Zusätzlich wurde das Amt Hersel endgültig dem Amt Bornheim angeschlossen, sodass sich am 1. Juli folgende Struktur ergab:

  • Bornheim-Brenig, Kardorf-Hemmerich, Roisdorf und Waldorf wurden zur neuen Gemeinde Bornheim zusammengeschlossen.
  • Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld wurden zur neuen, größeren Gemeinde Hersel zusammengeschlossen.
  • Merten, Rösberg, Sechtem und Walberberg wurden zur neuen, größeren Gemeinde Sechtem zusammengeschlossen.

Diese drei neuen Gemeinden bildeten das Amt Bornheim.

Am 1. August 1969 wurde durch das Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz) die „neue“ amtsfreie Gemeinde Bornheim durch Zusammenschluss der zuvor amtsangehörigen drei Gemeinden Bornheim, Hersel (ohne den Ortsteil Urfeld) und Sechtem unter gleichzeitiger Auflösung des Amtes Bornheim gebildet.[3]

Seit dem 1. Januar 1981 trägt die Gemeinde Bornheim zudem den Titel „Stadt Bornheim“.[4]

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat
        
Von 48 Sitzen entfallen auf:
Ratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 55,72 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,13
26,29
10,79
7,37
6,16
3,57
3,25
0,43
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+1,90
+1,27
-3,71
+7,37
-2,20
+0,91
+3,25
+0,43
-9,23

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Bornheim. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt[5]. Am 7. November 2014 trat ein Ratsherr aus der CDU aus, verbleibt aber als Parteiloser im Rat. Seither verfügt die CDU im Rat nur noch über 19 Sitze.[6]

Kommunale Entwicklung[Bearbeiten]

Bei der kommunalen Neugliederung des Großraumes Bonn 1969 wurde aus dem Amt Bornheim, das die Gemeinden Bornheim, Hersel und Sechtem umfasste, die Gemeinde Bornheim. Die zur Gemeinde Hersel gehörende Ortschaft Urfeld kam zu Wesseling. Seit 1981 ist Bornheim Stadt.

Bornheim wurde von 1946 bis 2004 mit absoluter Mehrheit von der CDU regiert. Erst nach 58 Jahren verlor diese ihre absolute Mehrheit und stellte nicht mehr den Bürgermeister. Seit der Kommunalwahl 2009 regiert ein Bündnis aus CDU und Bündnis 90/Die Grünen in Bornheim. Bürgermeister ist seit 2004 der Sozialdemokrat Wolfgang Henseler.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bornheim unterhält seit 1989 eine Städtepartnerschaft mit Bornem in Belgien und seit 1991 mit Mittweida in Sachsen. Seit 2010 besteht eine Städtepartnerschaft mit Zawiercie in Polen.

Wappen[Bearbeiten]

Ein in Gold und Silber gegitterter roter Balken, den an der vorderen Flankenstelle ein gestürztes schwarzes Schwert überdeckt.

Das Geschlecht der Herren von Bornheim ist zum ersten Mal urkundlich für das Jahr 1107 belegt. Im Jahre 1147 wird die Burg Bornheim erstmals als Rittersitz erwähnt. Der Gitterbalken ist das Wappen der Familie von Bornheim und findet sich 1319 im Breniger Schöffensiegel.

Das Flammenschwert aus dem heutigen Wappen der Stadt Bornheim dagegen bezieht sich auf das alte Schöffensiegel von Waldorf von 1380, welches das Attribut des Pfarrpatrons von Waldorf des hl. St. Michael ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg Bornheim, ehemalige Vorburg
Die Insel Herseler Werth liegt am Rheinufer bei Bornheim

Schulen / Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Bornheim selbst verfügt über eine Grundschule, eine Gesamtschule und ein Gymnasium. Weitere Bildungseinrichtungen sind in den jeweiligen Stadtteilen angeführt.

  • Bibelseminar Bonn - Theologische Fachschule
  • Johann-Wallraf-Schule - Grundschule
  • Europaschule Bornheim - Gesamtschule
  • Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
  • Volkshochschule Bornheim/Alfter (Kommunales Weiterbildungszentrum für die Stadt Bornheim und die Gemeinde Alfter)
  • Bornheimer Musikschule e. V.
  • Stadtbücherei Bornheim

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bornheim hat circa 2.600 Wirtschaftsbetriebe in den Bereichen Handel und Handwerk, dazu kommen noch 96 Gaststätten. Auch die intensive Landwirtschaft mit Obst- und Gemüseanbau hat hier im klimatisch/pedologischen Gunstgebiet von Vorgebirge und dessen Vorland Bedeutung. Im Stadtteil Roisdorf liegt eine der Zentralen von Landgard Obst&Gemüse, einer der größten deutschen Vermarktungseinrichtungen für Obst und Gemüse, die hier aus der 1920 gegründeten Versteigerungsgenossenschaft hervorging. Seit 2014 ist der in und um Bornheim angebaute und vermarktete Bornheimer Spargel von der Europäischen Union mit Herkunftsbezeichnung geschützt.

Weiterhin finden Sie im Stadtteil Roisdorf die Roisdorfer Mineralquellen, die unterschiedliche Mineralwässer fördern und abfüllen sowie alkoholfreie Erfrischungsgetränke herstellen. In dem ehemaligen Produktionsstandort der Firma Moeller im Gewerbegebiet Hersel finden sich heute die Unternehmen RHENAC Stanzteile GmbH und EN ElectronicNetwork AG, welche aus dem Unternehmen Moeller hervorgegangen sind.

Touristik[Bearbeiten]

Bornheim mit seiner circa 83 Quadratkilometer großen Flächengemeinde verfügt in Teilbereichen durchaus über neu geschaffene Gewerbe- und Wohnviertel, hat jedoch mit seinen eingegliederten von alter Zeit her gewachsenen Ortsteilen, direkte Trabantenstadtlagen gibt es nicht, einen charmanten Mix aus städtischem und dörflichem Charakter bewahren können. Hinzu kommt seine landschaftliche Attraktivität, gegeben durch seine Lage zwischen Rhein und den alten und jungen Wäldern im Kottenforst und der südlichen Ville und den nördlich anschließenden Rekultivierungsgebieten des Naturparks Rheinland. Eine Vielzahl historischer Gebäude, Kirchen, Klöster, Burgen und teilweise recht gut erhaltener alter Gehöfte, nicht zu vergessen die Spuren der alten Römer, sind hier zu finden.

Verkehr[Bearbeiten]

Stadtbahn der Linie 68 in Bornheim

Die Lage Bornheims an der stark befahrenen linken Rheinstrecke zwischen Bonn und Köln sorgt für günstige ÖPNV-Verbindungen:

  • Die Regionalbahnen Rhein-Wupper-Bahn und MittelrheinBahn zwischen Wuppertal/Köln und Bonn-Mehlem/Koblenz halten in Roisdorf und Sechtem.
  • Die Stadtbahnlinie 16 verkehrt auf der Rheinuferbahn, einer Strecke der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahn (KBE). Sie fährt von Bonn nach Köln über Wesseling den Rhein entlang.
    Haltestellen sind in Hersel, Uedorf und Widdig.
  • Die Stadtbahnlinie 18 verkehrt auf der Vorgebirgsbahn, einer anderen Strecke der KBE. Sie fährt von Bonn nach Köln über Bornheim, Brühl und Hürth am Vorgebirge entlang.
    Haltestellen sind in Roisdorf West, Bornheim Rathaus, Bornheim, Dersdorf, Waldorf, Merten und Walberberg.
  • Die Stadtbahnlinie 68 verkehrt auf der Strecke zwischen Bornheim und Ramersdorf auf der Trasse der Linie 18.
    Haltestellen sind in Roisdorf West, Bornheim Rathaus und Bornheim.
  • Die RVK-Buslinien 817 (Brenig-Bornheim-Roisdorf-Hersel) und 818 (Sechtem-Merten-Rösberg-Waldorf-Dersdorf-Bornheim-Roisdorf-Hersel) verbinden die einzelnen Bornheimer Ortsteile, die Taxibus-Linie 882 verbindet Bornheim über Brenig mit Swisttal-Heimerzheim. Hinzu kommt die Anrufsammeltaxi-Linie 790 zwischen den Ortsteilen. Des Weiteren verbindet die Buslinie 633 der SWB die Bornheimer Orte Bornheim und Roisdorf über Alfter und Bonn-Duisdorf mit Bonn-Lessenich.
  • Bornheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Bornheim verfügt insgesamt über ein Straßen- und Wegenetz von 348,0 km (Stand 2006). Im Stadtgebiet sind 29.344 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 24.396 Pkw und 1.001 Zugmaschinen [7].

Religion[Bearbeiten]

Kirchturm St. Sebastian

Katholiken[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet Bornheims gibt es zwölf katholische Kirchengemeinden, die in zwei Kirchengemeindeverbänden zusammengefasst sind:

Von 1925 bis 2007 bestand in und später auch um die Rheindorfer Burg in Walberberg das Dominikanerkloster St. Albert. Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts besaßen die Dominikaner hier eine Philosophisch-Theologische Hochschule, das „Walberberger Institut“ bestand als Heimvolkshochschule bis 2007.

In Botzdorf, Brenig und anderen Dörfern Bornheims gibt es noch den alten Brauch, dass an Karfreitag und Karsamstag Kinder klappern gehen und so das Glockengeläut ersetzen. In mehreren Orten Bornheims ist der Brauch des Beierns erhalten, bei dem an besonderen Festtagen die Kirchenglocken in bestimmten Rhythmen und Melodien manuell angeschlagen werden.[8]

Evangelische[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirchengemeinde Vorgebirge
    • 1. Pfarrbezirk: Bornheim (Versöhnungskirche, Alte Kirche), Brenig und Roisdorf
    • 2. Pfarrbezirk: Dersdorf, Hemmerich (Markuskirche), Kardorf, Merten, Rösberg und Waldorf
  • Kirchengemeinde Hersel
    • Hersel (Dreieinigkeitskirche), Sechtem (Die Arche), Uedorf und Widdig (und Aegidienkapelle Bonn-Buschdorf)
  • Kirchengemeinde Brühl
    • Martin-Luther-Kirche (Walberberg) (1. Pfarrbezirk Brühl)

Freikirchen[Bearbeiten]

In Bornheim und in Roisdorf existieren zwei freikirchliche Gemeinden, die „Freie Christengemeinde“ und die Evangelische Freikirche Bornheim. Das Bibelseminar Bonn, eine theologische Fachschule mit freikirchlichen Hintergrund, hat im Haus Wittgenstein (Roisdorf) seit 1996 ihr Ausbildungszentrum. Hier werden junge Menschen auf biblischer Basis zu Jugendreferenten, Seelsorgehelfern, Pastoren und Missionaren ausgebildet.

Juden[Bearbeiten]

Bis 1938 besaß Bornheim eine Synagoge. Sie wurde in der Reichspogromnacht von den Bornheimer Nationalsozialisten niedergebrannt. Eine Plakette in der Königstraße erinnert an dieses Gotteshaus. Von der jüdischen Gemeinde Bornheims zeugen nur noch die drei Friedhöfe in Bornheim (Botzdorf), Walberberg und Hersel. Die jüdischen Bornheimer wurden, soweit sie nicht auswandern konnten, fast alle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern ermordet. Die jüdischen Friedhöfe sind 2004 in einer Studie im Auftrag der Stadt Bornheim dokumentiert worden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Straßenschild Secundastraße, benannt nach der Ehrenbürgerin, Schwester Maria Secunda, die von 1909 bis zu ihrem Tod 1957 im Kloster Maria Hilf als Ordensschwester tätig war.[9]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Heinrich Böll (1917−1985) lebte von 1982 bis 1985 im Stadtteil Merten und liegt dort auf dem alten Friedhof begraben. Anlässlich seines 25. Todestages wurde Böll posthum zum Ehrenbürger ernannt. Sein Sohn René nahm die Urkunde am 16. Juli 2010 entgegen.[10]
  • Franz Farnschläder, Bornheim (17. Januar 1912−17. Juni 1992), Ehrenbürger seit 17. Januar 1992
  • Peter Langel, Hersel (1919−?), Ehrenbürger seit 1985
  • Heinz Nowicki (1912−31. Mai 2000), Ehrenbürger seit 1975
  • Ferdinand Rott, Merten (1894−1958), Ehrenbürger seit 20. August 1956
  • Schwester Secunda (1878−2. Juli 1957), Augustinerin, seit 1909 im Kloster Bornheim, Ehrenbürgerin seit 13. Juni 1957
  • Franz von Kempis, Sechtem (1870−1960), Ehrenbürger seit 1958[11]

Söhne und Töchter von Bornheim[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Bursch: Die Siedlungsnamen der Stadt Bornheim, Eine Studie zur Toponymie und Siedlungsgeschichte des Vorgebirges, Bornheim 1983
  • Wilhelm Ewald: Rheinische Siegel, 6 Bde. Bd. III Tafel 10 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Landeskunde 27), Bonn 1906-1975
  • Klaus Grewe: Der Römerkanal-Wanderweg, Ein archäologischer Wanderführer Hrsg.: Eifelverein, ISBN 3-921805-16-3
  • Dietrich Höroldt: Bornheim. Junge Stadt auf altem Kulturboden. Geschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart. J.P. Bachem Verlag 2008, ISBN 978-3-7616-1627-7
  • Ulrike Müssemeier, E. Nieveler, R. Plum, H. Pöppelmann: Chronologie der merowingerzeitlichen Grabfunde vom linken Niederrhein bis zur nördlichen Eifel, Materialh. zur Bodendenkmalpflege im Rheinland, 15, Köln/Bonn 2003
  • Bernd Päffgen: Merowingerzeitliche Siedlungsfunde im nördlichen Rheinland unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse im Braunkohlenrevier, in: M. Schmaedecke (Hrsg.): Ländliche Siedlungen zwischen Spätantike und Mittelalter, Arch. u. Mus. 33, Liestal 1995 S. 89-109.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bornheim (Rheinland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bornheimer Daten auf einen Blick. Abgerufen am 12. Juli 2014 (Einwohnerzahlen: Stand 31. Dezember 2013).
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 82.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 303.
  5. Stadt Bornheim. Ratswahl - Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 16. Juni 2014.
  6. Ratsherr Stefan Montenarh verlässt die CDu-Fraktion. General-Anzeiger Bonn (Vorgebirge), 8./9. November 2014, S. 25.
  7. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010
  8. Beiern im Rheinland
  9. Wolfgang Kaes: Geschichte von Maria Hilf. Bornheimer Kloster war eine Fabrik für Tapeten. In: General-Anzeiger (Bonn). 3. August 2012, abgerufen am 8. November 2014.
  10. Heinrich Böll erhält posthum die Ehrenbürgerschaft der Stadt Bornheim. Stadt Bornheim, 12. Juli 2010, abgerufen am 8. November 2014.
  11. Liste der Ehrenbürger auf der Homepage der Stadt Bornheim
  12. Interview mit Johannes B. Kerner, in dem er seine Kindheit in Hersel bestätigt.