Boroboroton

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Boroboroton aus Toriyama Sekiens Hyakki Tsurezure Bukuro (百器徒然袋).

Der Boroboroton (jap. 暮露暮露団; dt. „Zerlumpter Futon“) ist ein fiktives Wesen des japanischen Volksglaubens, das zur Gruppe der Yōkai gehört.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Boroboroton besteht aus einem stark zerlumpten Futon (japanische Schlafmatte) mit zwei Armen und einem Auge, der nachts zum Leben erwacht und scheinbar unkrontrolliert schlängelnd durch die Luft schwebt. Für schlafende Hausbewohner kann er sehr gefährlich werden, da er sich um deren Körper und Köpfe schlingt und seine Opfer so erdrosseln kann.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Wesen Boroboroton gehört zu einer besonderen Gruppe der Yōkai, den Tsukumogami (付喪神, dt. „Artefakt-Geister“): Dem japanischen Volksglauben zufolge können Haushaltsgeräte und Musikinstrumente aller Art nach Ablauf von 100 Jahren sich in Yōkai verwandeln, weil auch sie eine Seele besitzen. Auch Boroboroton entwickeln ein Eigenleben, wenn sie ihren „100. Geburtstag“ erreichen, in dieser Zeit zu oft ignoriert wurden und sich nutzlos vorkommen. Als Vergeltung für die Verwahrlosung verfolgen sie Hausbewohner und werfen sie aus ihren Betten, oder umschlingen sie. Andere Boroboroton suchen weitere Tsukumogami auf und verbünden sich mit ihnen. Oder sie verlassen das Haus und wandern umher.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kenji Murakami: 妖怪事典. Mainichi Shinbunsha, Tokyo 2000, ISBN 9784620314280, S. 309.
  • Sekien Toriyama, Mamoru Takada, Atsunobu Inada u.a.: 画図百鬼夜行, Kokusho Kankōkai, Tōkyō 1992, ISBN 9784336033864, S. 302.
  • Tani Akira: 金森宗和茶書. Shibunkakushuppan, Tokyo 1997, ISBN 4784209441, S. 312.