Borsfleth

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Borsfleth im Kreis Steinburg; für das ehemals gleichnamige Dorf siehe Barsfleth.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Borsfleth
Borsfleth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Borsfleth hervorgehoben
53.8269444444449.42944444444442Koordinaten: 53° 50′ N, 9° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Steinburg
Amt: Horst-Herzhorn
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 15,19 km²
Einwohner: 743 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25376
Vorwahlen: 04124, 04824
Kfz-Kennzeichen: IZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 61 015
Adresse der Amtsverwaltung: Elmshorner Straße 27
25358 Horst
Webpräsenz: www.amt-horst-herzhorn.de
Bürgermeister: Peter Mohr (KWV)
Lage der Gemeinde Borsfleth im Kreis Steinburg
Karte

Borsfleth ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. Sie besteht neben dem Kirchdorf aus den vier Dorfschaften Büttel, Eltersdorf, Ivenfleth und Wisch.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Borsfleth liegt etwa fünf Kilometer nördlich von Glückstadt an der Stör und der Elbe. Die Kremper Au und die Große Wettern fließen durch das Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Borsfleth wurde 1307 erstmals urkundlich erwähnt und besteht neben dem Kirchdorf aus den vier Duchten (Dorfschaften) Büttel, Wisch (1349), Eltersdorf (1360) und Ivenfleth (1230). Die eigentliche Gründung wird wohl weit in das 13. Jahrhundert zurückgehen, zumal Borsfleths Geschichte mit der Erwähnung eines Klosters verbunden ist, denn der Vorläufer des Zisterzienser-Nonnenklosters in Itzehoe hat sich auf einer noch heute vorhandenen Wurt vor dem heutigen Stördeich bei Ivenfleth befunden, bis es um 1263 an seinen jetzigen Platz verlegt wurde.

1263 wurde das Dorf an seinen jetzigen Ort verlegt. 1627/28 wurde es im Dreißigjährigen Krieg fast komplett zerstört und erlitt schon wenige Jahre später, in der Zeit von 1657 bis 1660 im zweiten schwedischen Krieg erneut schwere Schäden.

Der Ortseingang ist geprägt durch die alte Verlathschleuse mit der über die Krempau führenden Brücke. Sie wurde 1994 erneuert. Von hier blickt man direkt auf die Kirche mit dem neugotischen Turm von 1900. Im Kirchdorf befindet sich eine der letzten Klinkerstraßen des Kreises Steinburg. Das alte Pastorat mit seinem rund einen Herktar großen, reich mit Bäumen bestandenen Garten bildet den Mittelpunkt des Kirchdorfes.

Mit dem Abschluss der von 1984 bis 1987 durchgeführten Dorferneuerung gab die Gemeinde eine heraus, die im selben Jahr von der „Interessengemeinschaft Buchleinen“ als „Schönes Leinenbuch“ ausgezeichnet wurde.

Die Borsflether Holländerwindmühle von 1822 wurde abgetragen und ist seit einigen Jahren völlig ortsfremd im Freilichtmuseum Hessenpark zu sehen.

Abtretungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde ein Teilgebiet mit damals etwa 30 Einwohnern an die Stadt Glückstadt abgetreten.[2]

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWV seit der Kommunalwahl 2008 sechs Sitze, die Wählergemeinschaft BfB hat drei Sitze und die Grünen zwei.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein schreitender goldener Schwan mit erhobenen Flügeln und silberner Bewehrung.“[3]

Borsfleth zählt zu den so genannten sieben Kremper-Marsch-Dörfern. Diese Gemeinden haben ein einheitliches Wappen. Mehr dazu siehe: Amt Krempermarsch. Die alte Fahne der Kremper Marsch zeigt in Rot einen weißen Schwan mit einer Krone um den Hals. In dieser Form gilt das Wappen seit 500 Jahren für die Landschaft Stormarn. Um der alten Tradition gerecht zu werden, haben die Dörfer der ehemaligen „Kremper-Marsch-Kommüne“ das alte Schwanenwappen in etwas abgeänderter Form und ohne Krone übernommen, wobei von Dorf zu Dorf die Farben zur Unterscheidung wechseln.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neben der „Alten Dorfschule“ aus dem Jahre 1683 stehen in Borsfleth das Pastorat, die St.-Urban-Kirche und das ehemalige Haus Kokemüllers unter Denkmalschutz. Weitere Reetdachhäuser gelten als Kulturdenkmale.

Die Gemeinde wird von restaurierten Fachwerkhäusern geprägt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Schriftsteller Helmut Heißenbüttel (1921–1996), lebte viele Jahre Borsfleth.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Borsfleth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein