Borstel (Stendal)

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52.64138888888911.83611111111148Koordinaten: 52° 38′ 29″ N, 11° 50′ 10″ O

Borstel
Stadt Stendal
Höhe: 48 m
Fläche: 9,98 km²
Einwohner: 585 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Juli 1973
Eingemeindet nach: Hansestadt Stendal
Postleitzahl: 39576
Vorwahl: 03931
Borstel (Sachsen-Anhalt)
Borstel
Borstel
Lage in Sachsen-Anhalt

Borstel ist ein Ortsteil der Kreisstadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.

Dorfkirche Borstel

Geografie[Bearbeiten]

Borstel liegt rund zwei Kilometer nördlich von Stendal. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Flugplatz Stendal-Borstel.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Ortschaft ist deutschen Ursprungs: 1271 wird "borstal", 1540 "borstell" geschrieben. Es bedeutet soviel wie "Wohnort", "Bauernhaus", "Bauernstube", "Schutz", "Behausung". Der als Ringdorf unterhalb der Kirche angelegte Ort wurde 1140 erstmals urkundlich erwähnt.

Zeit Ereignis
1140 Erstmalige urkundliche Erwähnung (lt. Literatur des Altmärkischen Museums Stendal): Graf Otto von Hillersleben machte die Gemarkung Borstel dem Bistum Havelberg zum Geschenk.
1170 Markgraf Otto I. (Tangermünde) verwaltete das Gebiet. Zahlreiche neue Untertanen werden angesiedelt.
1209 Der Ort wird als Stammsitz derer von Borstell erwähnt. Es werden die Brüder Otto und Bernwart von Borstell genannt. Das Wappen der Familie und damit auch des Ortes ist ein grünes Kleeblatt auf silbernem Feld, besteckt mit drei Adlerflügeln.
1249 Bau der Dorfkirche. Die Gemeinde gehört ab 1838 zur "Mutterkirche" Neuendorf.
Mittelalter Über genaue Ereignisse im Ort ist wenig überliefert. In der Literatur wird wiederholt eine angebliche Burganlage zwischen Borstel und Eichstedt erwähnt, die vermutlich auf dem Platz eines zur Zeit der Völkerwanderung (um 500) von den Slawen errichteten Gerichtsplatzes stand.
1541 Als Beschäftigungsart der Einwohner Borstels werden Viehzucht, Ackerbau und Bienenzucht ausgewiesen.
Zeit des dreißigjährigen Krieges Borstel ist zeitweise Hauptquartier des kaiserlichen Generals Gallas.
um 1800 Ein Nachkomme derer von Borstell, Hans Friedrich Heinrich von Borstel (1728 – 1804) erwirbt sich Verdienste als preußischer Generalleutnant.
Napoleonische Zeit Es kommt zu Kämpfen zwischen preußischen und französischen Truppen in unmittelbarer Nähe der Ortschaft.
Mitte des 19. Jahrhunderts Das Gebiet südlich des Dorfes (Richtung Stendal) wird für den weiteren Ausbau der preußischen Garnison genutzt.
1907/1908 Eine an Borstel vorbeiführende Eisenbahnlinie zwischen Stendal und Arendsee wird errichtet. Der Ort erhält eine eigene Bahnstation.
1908 Bau eines Hartsteinwerkes. Das Werk wird nach Plänen des Ingenieurs Thießen aus Neumünster erbaut. Aus örtlich vorkommendem Kalksandstein werden Ziegel hergestellt. Zunächst sind 14 Arbeiter beschäftigt. Die tägliche Arbeitszeit umfasst zehn Stunden. Es werden wöchentlich etwa 130.000 Steine produziert. 1930 besteht die Belegschaft aus 17 Arbeitern. Das Hartsteinwerk wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Russland als Reparationsleistung abgebaut.
1910 Das erste Flugzeug, das die Stendaler sehen, landet auf dem Gelände des Exerzierplatzes rechts der Straße von Stendal nach Borstel.
1920 Mehr und mehr Bauern beginnen mit dem bald für den Bereich der gesamten Altmark typischen Spargelanbau.
1934 Beginn des Aufbaus des Flugplatzes Borstel. 6.000 Arbeiter errichten Kasernen, Straßen, einen Gleisanschluss und zwölf Flugzeughallen.
1937 Bau der Sturmholzsiedlung.
nach dem Zweiten Weltkrieg Das Flugplatzgelände wird Stützpunkt sowjetischer Truppen.
1953 Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Borstel wird gegründet. Bis 1960 ist der Ort voll genossenschaftlich.
1973 Borstel wird Ortsteil von Stendal.
1989 Nach bewegten politischen Ereignissen, die auch an Borstel nicht spurlos vorübergehen, beginnen partnerschaftliche Kontakte mit Einwohnern "Borstels" – einem Ortsteil der niedersächsischen Neustadt am Rübenberge.
1990 Borstel wird 850 Jahre alt. Die Einwohner und zahlreiche Gäste begehen dieses Jubiläum feierlich vom 5. bis 7. Juli.
1997 Planung der abwasserseitigen Erschließung Borstels der Stadtwerke.
1999 Beginn des Ausbaus der Osterburger Straße.
01.06.2000 Einweihung des Kinderspielplatzes an der Festwiese.
2002 Überlegungen, den ehemaligen Borsteler Bahnhof als Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen.
2002 Bau des Hartsteinweges und der Eichstedter Brücke (Einweihung 2003), Ausbau der Dorfstraße (Freigabe 2003).
2003 Ausbau der Borsteler Straße (Einweihung 2004).
2005 Enthüllung des Gedenksteins auf dem Lindenplatz.
2006 Ausbau der Kurzen Straße.
2007 Ende des "Dorferneuerungsprogramms".
2011 DSL ist in Borstel verfügbar!

Nahverkehr[Bearbeiten]

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der Verkehrslandeplatz Stendal (Kennung: EDOV) liegt direkt im Stendaler Ortsteil Borstel. Neben der privaten Sportfliegerei wird er auch von Geschäftsfliegern sowie von der Bundespolizei und der Bundeswehr genutzt.