Bosau
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Ostholstein | |
| Amt: | Großer Plöner See | |
| Höhe: | 25 m ü. NN | |
| Fläche: | 64,25 km² | |
| Einwohner: |
3412 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 53 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 23715 | |
| Vorwahl: | 04527 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OH | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 55 007 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Heinrich-Rieper-Str. 8 24306 Plön |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Mario Schmidt (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Bosau im Kreis Ostholstein | ||
Bosau ist eine Gemeinde am Plöner See im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Lage [Bearbeiten]
Bosau liegt im Naturpark Holsteinische Schweiz am Ostufer vom Südteil des Großen Plöner Sees; nördlich des Dorfs erstreckt sich als Bucht des Großen Plöner Sees der Bischofssee. In der Nähe liegen die Städte Plön und Eutin, und die Hansestadt Lübeck ist wie die Landeshauptstadt Kiel etwa 35 km entfernt. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist mit 87,6 m der Mühlenberg beim Ortsteil Brackrade.
Ortsteile [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Bosau gehören die Dorfschaften Bichel, Braak, Brackrade, Hassendorf, Hutzfeld, Kiekbusch, Kleinneudorf, Klenzau, Liensfeld, Löja, Majenfelde, Quisdorf, Thürk und Wöbs.
Politik [Bearbeiten]
Obwohl Bosau im Kreis Ostholstein liegt, gehört es seit dem 1. Januar 2007 dem Amt Großer Plöner See an, dessen übrige Gemeinden zum Kreis Plön gehören, der auch die Kommunalaufsicht über das Amt ausübt. Das Amt wird von der hauptamtlichen Verwaltung der Gemeinde Bosau in Hutzfeld verwaltet. Amtssitz ist allerdings die nicht-amtsangehörige Stadt Plön.
Gemeindevertretung [Bearbeiten]
Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 neun Sitze, die SPD und die Wählergemeinschaft WGB haben je vier Sitze und die FDP zwei Sitze.
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1945–1946: Hans Sievert
- 1946–1950: Wilhelm Wulf
- 1950–1959: Alfred Ahrens, SPD
- 1960–1984: Günter Vogel, parteilos
- 1984–2001: Joachim Herrmann, parteilos
- 2001–: Mario Schmidt, parteilos
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Gespalten. Vorn in Blau ein liegender silberner stilisierter Adlerkopf am Spalt mit dem Schnabel nach oben, hinten in Rot ein aufgerichteter goldener Löwe.“[3]
Das Wappen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Ermangelung von Dienstsiegeln, die frei von nationalsozialistischen und kaiserlichen Symbolen waren, von der Gemeinde gewählt und von der Britischen Militärregierung genehmigt.[4]
Gemeindepartnerschaften [Bearbeiten]
Saujon im französischen Département Charente-Maritime, zwischen La Rochelle und Bordeaux, 6281 Bewohner
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Bosau ist anerkannter Luftkurort mit über 100 000 Übernachtungen pro Jahr. Die Ostsee ist ca. 20 km entfernt.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bosauer St.-Petri-Kirche [Bearbeiten]
Bekannt ist Bosau vor allem durch die 1151/52 erbaute St.-Petri-Kirche. Sie entstand im Rahmen der Christianisierung des slawisch besiedelten Ostholstein. Der Missionar Vicelin wurde 1149 von Heinrich dem Löwen zum Bischof von Oldenburg in Holstein ernannt und erhielt Bosau als vorläufigen Amtssitz, wo er 1151/52 eine Kirche erbauen ließ. Vicelin erlitt 1152 einen Schlaganfall und starb 1154 in Neumünster. Der Pfarrer Helmold von Bosau berichtet davon in seiner Slawenchronik.
Kultur [Bearbeiten]
Seit über 40 Jahren veranstaltet die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bosau die Bosauer Sommerkonzerte in der Petri-Kirche. Seit 2003 ist der Bosauer Kirchenmusiker und Organist Sergej Tcherepanov der künstlerische Leiter der Sommerkonzerte. Er hat diese Veranstaltungsreihe zu einem attraktiven Musikfestival mit verschiedenen Schwerpunkten ausgestaltet: Orgelkonzerte klassischer Art, Tage der alternativen Orgelmusik Die Orgel tanzt, Konzerte, kammermusikalische, chorale und solistische Darbietungen. Seit 2008 werden die Sommerkonzerte durch einen Förderverein Freunde der Bosauer Sommerkonzerte gefördert und bei der Durchführung unterstützt.
Erstmals 2009 wurde parallel zu den Sommerkonzerten eine Internationale Sommerakademie Bosau veranstaltet, bei der über 35 Teilnehmer aus mehreren Ländern Meisterkurse in den Fächern Orgel, Cembalo, Oboe und Barockvioline belegen konnten. Initiiert und organisatorisch geleitet wird die Sommerakademie ebenfalls von S. Tcherepanov, Unterstützung findet sie vor allem bei Dozenten der Lübecker Musikhochschule. Die Abschlusskonzerte der Akademieteilnehmer und Dozenten sind eine attraktive Bereicherung der Sommerkonzerte. Die Sommerakademie soll in Zukunft ebenfalls in jedem Jahr im Rahmen der Sommerkonzerte stattfinden.
1977 drehte Wolfgang Petersen in der Stadtbeker Straße in Bosau Szenen des Tatort-Kriminalfilm Reifezeugnis mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg, der in der Reihe der Tatort-Serie Kultstatus erhielt.
Ebenfalls die „Location Bosau“ nutzte 1988 der Regisseur Jan Harloff in seinem Film Das Auge der Tiefe, der malerische Aufnahmen der Holsteinischen Schweiz mit psychologischen Horrorvisionen verbindet.
Erprobungsstelle der „Schlitzrohrschleuder“ [Bearbeiten]
1939 erwarb die Firma Hellmuth Walter KG aus Kiel Gelände am Plöner See und errichtete dort in Stadtbek ihre Werkserprobungsstelle. Hier wurden Torpedos und die Schlitzrohrschleuder erprobt. Diese Walter-Schlitzrohrschleuder war eine chemische Dampfschleuder, die dann bis Kriegsende Verwendung fand. Die Flugbombe Fi 103, später Vergeltungswaffe 1 bzw. V1 genannt, wurde von der Walter-Schlitzrohrschleuder (Katapult) mittels Dampfkolben mit einer Geschwindigkeit von 350 km/h in die Luft geschleudert. Der Kolben wurde ausgeklinkt und die Fi 103 flog mit eigenem Pulsoantrieb weiter. Gebäude der Erprobungsstelle, im See auf Pfählen errichtet, wurden nach dem Krieg durch die Alliierten gesprengt.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Hugo Süchting (1874–1916), Schachspieler
- Johann Heinrich Böhmcker (1896–1944), Bremer Bürgermeister
- Hans-Heinrich Sievert, Dr. (1909–1963), Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- Fritz Latendorf, (1924–2000), Kommunal- und Landespolitiker, Sportfunktionär
Literatur [Bearbeiten]
- Johannes Habich, Matthias Hartenstein: Die Kirche zu Bosau am Plöner See. Langewiesche, Königstein i. Ts. ca. 1982, ISBN 3-7845-0262-8. (Langewiesche Bücherei)
- Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 10: Hansestadt Lübeck – Ostholstein – Kiel. von Zabern, Mainz 1968, DNB 456682538.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ http://wahlen.kreis-oh.de/wahl/GW2008/bosau.htm
- ↑ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
- ↑ Wikipedia: Von der Britischen Militärregierung genehmigte Wappen in Schleswig-Holstein
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