Boston Neck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Im englischsprachigen Original sind keine Belege im Text angegeben. Mutmaßlich sind die in den Abschnitten Literatur und Weblinks angegebenen Werke die herangezogenen Quellen. --LimboDancer 16:21, 9. Jan. 2012 (CET)
Der Verlauf des Boston Neck entlang der heutigen Washington Street. Das Gebiet im Norden und Westen, das ursprünglich Seemarsch gewesen war, wurde aufgefüllt und befestigt. Im Südosten ist der deutlich schmalere und kürzere Fort Point Channel zu erkennen.
Der Standort des Stadttors im kolonialen Boston aus Sicht der East Berkeley Street.

Der Boston Neck oder auch Roxbury Neck war ein Isthmus, der die damalige Halbinsel von Boston im Bundesstaat Massachusetts in den Vereinigten Staaten mit dem Festland der Stadt Roxbury (heute ein Stadtteil von Boston) verband. Die Umgebung des Landstreifens wurde nach und nach aufgefüllt, um dem Zuwachs der Bevölkerung in Boston gerecht werden zu können.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei normalem Wasserstand war der Boston Neck ursprünglich 120 ft (37 m) breit. Die ersten Siedler bauten um 1631 ein hölzernes Stadttor sowie einen Erdwall auf dem Neck, um Angriffe der Indianer abzuwehren und Tiere sowie unerwünschte Personen aus der Stadt fernzuhalten. Das Tor wurde rund um die Uhr bewacht und üblicherweise während bestimmter Abendstunden abgeschlossen. Während dieser Zeit konnte kein Einwohner die Stadt betreten oder verlassen. Gleich außerhalb des Tors gab es einen hölzernen Galgen, an dem regelmäßig Taschendiebe, Einbrecher und Mörder exekutiert wurden.

Während der Kolonialzeit befanden sich das Marschland des Charles River nördlich des Boston Neck und die Gallows Bay auf der Südseite, die ihren Namen von den Hinrichtungen in der Nähe hatte und später in South Bay umbenannt wurde. Die Hauptstraße über den Boston Neck war die Orange Street.

Im Jahr 1710 wurden weitere Befestigungsanlagen hinzugefügt, wahrscheinlich jeweils ein hölzernes Tor für Fuhrwerke und Fußgänger. Im September 1774 verstärkte General Thomas Gage die alten Befestigungsanlagen mit Backsteinen, Steinen und mit Holz versetzter Erde. Er befahl außerdem, einen Graben auf der Außenseite der Befestigungen auszuheben, der sich bei Flut mit Salzwasser füllte und Boston dadurch vom Festland abschnitt. In Zeiten der Ebbe gab es daher sehr weichen Schlamm auf beiden Seiten des Boston Neck, der es sehr schwierig machte, die Stadt zu Fuß zu erreichen, ohne das Stadttor zu benutzen.

In der Nacht zum 18. April 1775 sandte Joseph Warren, der Anführer der Patrioten, Paul Revere und William Dawes auf Pferden mit identischen Nachrichten aus, um John Hancock und Samuel Adams vor der britischen Expedition zu warnen, welche die beiden gefangen nehmen und das Schwarzpulver in Concord beschlagnahmen sollte. Der 30-jährige Bostoner Gerber Dawes war den britischen Wachposten am Stadttor auf dem Boston Neck wohlbekannt, konnte jedoch trotz einer an diesem Abend angeordneten vollständigen Abriegelung das Tor passieren. Er ritt auf einer südlichen Route über Land, während Revere eine nördliche Route nahm. Warren hatte beide Männer geschickt um sicherzugehen, dass wenigstens einer von ihnen die britischen Patrouillen umgehen konnte. Dawes verließ die Stadt gegen 22.00 Uhr und ritt 17 mi (27 km) in drei Stunden. Er traf sich mit Revere kurz vor 1 Uhr am Morgen des 19. April 1775 im Hancock-Clarke House in Lexington, nur wenige Stunden bevor die Gefechte von Lexington und Concord die Amerikanische Revolution auslösten.

Im späten 18. Jahrhundert begannen die Bostoner Bürger damit, Füllmaterial entlang des Boston Neck aufzuschütten, da die niedrig gelegene Gegend der Bodenerosion ausgesetzt war. Anfang des 19. Jahrhunderts, beginnend in den 1830er Jahren, wurden bereits ganze Zugladungen mit Schotter aus der Gegend um Needham in den Charles River geschüttet. Dadurch entstand der heutige Bostoner Stadtteil Back Bay. Die Reste der Befestigungsanlagen und des Stadttors waren bis 1822 zu sehen, heute sind jedoch keine Spuren mehr vorhanden. Um 1824 wurde der Abschnitt der Orange Street, wo einst das Stadttor stand, in Washington Street umbenannt.

Die Washington Street Elevated betrieb von 1901 bis 1987 eine Bahnlinie über der Washington Street, bis die Orange Line der MBTA, die nach dem alten Namen der Straße benannt ist, verlagert wurde und die aufgeständerten Schienenwege und Bahnhöfe demontiert wurden.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Kupferstich des Boston Neck - aus The Pictorial Field-Book of the Revolution von Benson J. Lossing, (New York: Harper & Brothers, 1851)

42.343944444444-71.065972222222Koordinaten: 42° 20′ 38,2″ N, 71° 3′ 57,5″ W