Botafogo FR

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Botafogo
Vereinsemblem
Voller Name Botafogo de Futebol e Regatas
Ort Rio de Janeiro
Gegründet 1904
Vereinsfarben weiß-schwarz
Stadion Estádio Olimpico João Havelange,
meist „Engenhão“ genannt
und das Maracanã-Stadion
Plätze 45.000/92.000
Präsident Maurício Assunção
Trainer Joel Santana
Homepage www.botafogo.com.br
Liga Série A
2012 7. Platz
Heim
Auswärts

Botafogo de Futebol e Regatas, in der Regel kurz Botafogo genannt, ist ein in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro beheimateter Sportverein. Sein internationales Renommee bezieht der Klub aber vornehmlich von seiner Fußballabteilung. Weltstars wie Garrincha und Nílton Santos machten den Club ab Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts berühmt und erfolgreich.

Der Verein der im gleichnamigen Viertel Botafogo von Rio de Janeiro begründet wurde, ist einer der vier großen Fußballvereine der Stadt und gehört zu den traditionsreichsten Brasiliens. Von den Lesern des FIFA-Magazins wurde er unter den großen Vereinen des 20. Jahrhunderts im Dezember 2000 auf Rang zwölf gewählt.

Die großen Stadtrivalen Botafogos sind Flamengo, Fluminense und Vasco da Gama.

Das Vereinssymbol ist ein weißer Stern auf schwarzem Grund. Die Mannschaft spielt seit der Gründung in schwarz-weiß-längsgestreiften Trikots und schwarzer Hose.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Hauptquartier des Clube de Regatas

Am 1. Juli 1894 wurde der Clube de Regatas Botafogo als Ruderclub im Stadtteil Botafogo gegründet und wurde bald einer der erfolgreichsten seiner Art in Rio. Zu dieser Zeit war Rudern der populärste Sport in Brasilien. Auch Flamengo und Vasco da Gama waren zu dieser Zeit als Ruderclubs gegründet worden.

Zehn Jahre später, am 12. August 1904, wurde in Botafogo ein Fußballverein gegründet: der Electro Club. Noch im gleichen Jahr änderte der Verein den Namen in Botafogo Football Club und hatte die gleichen Farben (schwarz und weiß) und das gleiche Emblem, wie der Ruderclub. Der BFC gehörte zu den acht Mannschaften, die 1906 die erste Meisterschaft Rios austrugen und gewann das Campeonato Carioca 1907, 1910, 1912. Weitere Staatsmeisterschaften sollten ab 1930 folgen. 1942 schlossen sich der Fußballverein und der Ruderclub Botafogo schließlich unter dem Namen Botafogo de Futebol e Regatas zusammen.

Die ruhmreichste Zeit hatte Botafogo, als Garrincha, den noch heute viele in Brasilien für den besten brasilianischen Fußballer aller Zeiten halten, 1953 verpflichtet wurde. Mit Didi, Nílton Santos und Mário Zagallo spielten noch drei weitere Weltmeister von 1958 und 1962 bei Botafogo, Amarildo wurde 1962 als Ersatz für Pelé Weltmeister. Didi wurde 1958 und Garrincha 1962 zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Auch die nachfolgende Spielergeneration hatte herausragende Akteure. In der brasilianischen Mannschaft, die 1970 Weltmeister wurde, waren Gérson und Jairzinho herausragende Spieler von Botafogo. Trainiert wurde die 1970er Seleção von Mário Zagallo, der Trainer von Botafogo gewesen war, bis einige Monate vor der Weltmeisterschaft der brasilianische Verband Joao Saldanha entließ und Meistertrainer Zagallo engagierte.

Botafogo in Rio de Janeiro

In den 1970er Jahren begann ein Niedergang des Vereins. Die Stars wurden verkauft, ebenso wie der Vereinssitz, der unter ungeklärten Umständen abgegeben wurde und erst 1993 zurückerworben werden konnte. Mit dem zeitweiligen Wechsel auf die andere Seite der Guanabara-Bucht, in die als gerade noch als Vorort von Rio ansehbare Nachbarstadt Niterói, verlor der Verein für viele Fans seine Identität.

1989, 1990 und 1997 gelang Botafogo wieder der Gewinn der Rio-Staatsmeisterschaft. Zwei weitere der größten Erfolge gelangen in den 1990er Jahren. Nachdem 1993 bereits die südamerikanische Copa Conmebol, vielleicht vergleichbar dem europäischen UEFA-Pokal, gewonnen wurde, gewann Botafogo 1995 seine erste brasilianische Meisterschaft.

2002 stieg der Verein als Tabellenletzter aus der ersten Liga ab. Im folgenden Jahr gelang der Wiederaufstieg, seither spielt Botafogo zwischen Mittelfeld und Abstiegsrängen, konnte sich aber von 2005 bis 2007 drei Mal in Folge für die Copa Sudamericana, den Nachfolgewettbewerb der Copa Conmebol, qualifizieren.

Stadion[Bearbeiten]

Botafogo trägt seine Heimspiele dieser Tage im für die Panamerikanischen Spiele 2007 erbauten und nach dem vormaligen FIFA Präsidenten benannten Vielzweckstadion Estádio Olimpico João Havelange aus. Dieses Stadion, das umgangssprachlich „Engenhão“ genannt wird, hat ein Fassungsvermögen von rund 47.000 Zuschauern.

Wenn notwendig kehrt Fogão aber immer wieder ins weite Rund des Maracanã-Stadions zurück, das mit einem Fassungsvermögen von 96.000 immer noch zu den größten der Welt gehört.

In früheren Dekaden trug der Club seine Heimspiele im Estádio de General Severiano in Botafogo aus, das 20.000 Zuschauern fasste. Das 1913 eingeweihte Stadion fiel 1977 dem Abriss zum Opfer.

Maskottchen[Bearbeiten]

Manequinho vor dem Vereinssitz General Severiano

Wie alle brasilianischen Fußballvereine hat auch Botafogo sein Maskottchen. Lange Zeit war das die Comicfigur Donald Duck, in Brasilien Pato Donald genannt. 1991 verlangte aber der Walt-Disney-Konzern plötzlich Lizenzgebühren. Die Ente wurde seither offiziell durch das Manequinho, einer Statue vor dem Vereinssitz General Severiano, ersetzt, die eine starke Ähnlichkeit mit dem Brüsseler Wahrzeichen Manneken Pis aufweist, wenngleich „Manequinho“ in derivaten Abbildungen wenigstens den Oberkörper durch ein Botafogo Trikot züchtig verhüllt und auch ordentliche Fußballschuhe und Stutzen trägt.

Am populärsten ist bei den Fans aber der Hund Biriba, der schon in den erfolgreichen 1940er Jahren treue Dienste leistete und nun die Hoffnung hegt von den Vereinsgewaltigen bald wieder zum offiziellen Glücksbringer ernannt zu werden.

Der Hund selbst wird oft als das Tier-Symbol von Botafogo FR anerkannt, dafür sind Botafogo-Fans auch als Cachorrada (portugiesisch, „Hundemeute“) bekannt.

Erfolge[Bearbeiten]

Internationale Turniere

Bedeutende Spieler[Bearbeiten]

  • Nílton Santos, 1948–1964; Weltmeister 1958, 1962
  • Garrincha, 1953–1965; Weltmeister 1958, 1962
  • Mário Zagallo, 1958–1965; Weltmeister 1958, 1962
  • Didi, 1957–1959, 1960er; Weltmeister 1958, 1962
  • Amarildo, 1959–1963; Weltmeister 1962
  • Paulo César, 1967–1972, 1977–1978; Weltmeister 1970
  • Jairzinho, 1959–1974; Weltmeister 1970
  • Gérson 1963–1969; Weltmeister 1970
  • Alemão, 1981–1987; WM-Teilnehmer 1986, 1990
  • Bebeto, 1998–1999; Weltmeister 1994

Rekorde[1][Bearbeiten]

Rekordspieler
# Name Spiele Tore Jahre
1. Nílton Santos 723 11 1948–1964
2. Garrincha 612 243 1953–1965
3. Waltencir 453 6 1967–1976
4. Quarentinha 444 306 1954–1964
5. Manga 442 394* 1959–1968
6. Carlos Roberto 442 15 1967–1976
7. Geninho 422 115 1940–1954
8. Jairzinho 413 186 1962–1974, 1981
9. Wágner 412 503* 1993–2002
10. Osmar 387 4 1970–1979
11. Juvenal 384 12 1946–1957
12. Gérson dos Santos 371 2 1945–1956
13. Wilson Gottardo 354 13 1987–1990, 1994–1996
14. Roberto Miranda 352 154 1962–1973
15. Pampolini 347 27 1955–1962
16. Mendonça 340 116 1975–1982
* Torwart
Rekordtorschützen
# Name Tore Spiele
1. Quarentinha 306 444
2. Carvalho Leite 261 303
3. Garrincha 243 612
4. Heleno de Freitas 209 235
5. Nilo 190 201
6. Jairzinho 186 413
7. Octávio Moraes 171 200
8. Túlio Maravilha 159 223
9. Roberto Miranda 154 352
10. Dino da Costa 144 176
11. Amarildo 136 231
12. Paulinho Valentim 135 206
13. Nílson Dias 127 301
14. Mendonça 116 340
15. Geninho 115 422
16. Didi 114 313
17. Zezinho 110 174
18. Pascoal 105 158
19. Patesko 102 242
20. Gérson 96 248

Bedeutende Trainer[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Botafogo FR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Statistik-Seite von Botafogo (portug.)