Botanischer Garten München-Nymphenburg

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Lage des Botanischen Gartens im Norden des Schlossparks Nymphenburg
Historisches Botanisches Institut
Großer Teich
Gewächshäuser
Pumpenhaus
Café
Sonderausstellung Tropische Schmetterlinge: Heliconius melpomene rosina
Schildkröten in Gewächshaus Nr. 4

Der Botanische Garten München-Nymphenburg, auch Neuer Botanischer Garten, schließt an den Nymphenburger Park nach Norden an und ist mit einer Fläche von 21,20 Hektar und über 400.000 Besuchern im Jahr einer der größeren Botanischen Gärten Deutschlands. Er gehört heute zu den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Im Mai 2014 feierte der Botanische Garten München sein 100-jähriges Jubiläum.

Geschichte[Bearbeiten]

1812 kam es zur Gründung des ersten Botanischen Gartens in München nach einem Entwurf von Friedrich Ludwig von Sckell und unter Leitung von Franz von Paula von Schrank. Die Reste dieser Anlage, heute als Alter Botanische Garten bezeichnet, befinden sich in der Nähe des verkehrsreichen Karlsplatzes im Stadtzentrum.

1914 wurde unter anderem aufgrund des Stadtwachstums und der damit einhergehenden Luftverschmutzung der Neue Botanische Garten vor den damaligen Toren Münchens in Nymphenburg angelegt und 1915 erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Auf Initiative von Karl von Goebel plante dieser den neuen Garten zusammen mit dem Gartenarchitekten Peter Holfelder. Goebel wurde der erste Direktor des Botanischen Gartens Nymphenburg. Spätere Direktoren waren u.a. von 1966-1985 Hermann Merxmüller, von 1985-1988 Franz Schötz und von 1991-2003 Jürke Grau.

Seit 1966 werden der Neue Botanische Garten, die sich auf dem gleichen Gelände befindende Botanische Staatssammlung sowie das Institut für Systematische Botanik der Ludwig-Maximilians-Universität in Personalunion geleitet. Seit 2003 ist Susanne S. Renner Direktorin.[1]

Gestaltung[Bearbeiten]

Zeitgenössischen Aussagen zufolge war der neue, bis heute kaum veränderte Botanische Garten München-Nymphenburg der erste, der im Sinne der Gartenreform gestaltet wurde. Eine entsprechende reformtypische Einfachheit und Regelmäßigkeit wiesen vor allem die Gartenquartiere im Umfeld der Neubauten sowie die landschaftlich gestalteten westlichen Bereiche auf. Diese wurden zur Inszenierung besonderer Landschaftsbilder wie Heide oder Wasser- und Sumpflandschaft sowie einer künstlichen Felsenlandschaft aus Pollinger Kalktuff genutzt, wobei letztere allerdings wegen ihrer Ausformulierung auf Kritik stieß. Eingegliedert wurden zudem ein Rosengarten, Nutz- und Heilpflanzenabteilungen sowie das „System zur Präsentation der wichtigsten heimischen Pflanzen“.[2]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Botanischen Garten werden etwa 14.000 Pflanzenarten auf rund 18 Hektar Fläche kultiviert. In der Schausammlung der über 4.500 Quadratmeter großen Gewächshäuser haben Pflanzen feuchttropischer Gebiete, kühltropischer Bergwälder und Wüsten ihren Platz.

Weitere Einrichtungen sind der Schmuckhof, der Rhododendronhain, das Arboretum und das Alpinum an einem kleinen See, der unter dem Namen Großer Teich bekannt ist. Zusammen mit seiner Außenstation, dem bereits 1901 gegründeten Alpengarten am Schachen (1.860 m) im Wettersteingebirge, dient die Einrichtung auch Forschung und Lehre.[3]

Während der Wintermonate von Dezember bis März werden seit einigen Jahren als Sonderausstellung in einem tropischen Gewächshaus exotische Schmetterlinge gehalten. Über 400 verschiedene Arten von Schmetterlingen fliegen dabei frei in dem warmen Gewächshaus Nummer 4, das einen tropischen Regenwald simuliert.[4]

Jedes Jahr im Juli bietet der Botanische Garten eine (Verkaufs-) Rosenschau im und um das Große Gewächshaus an.

Im Zentrum des Parks beim Rosengarten gibt es ein Selbstbedienungscafé.

Zugang[Bearbeiten]

Besucher können den Botanischen Garten München von Norden (Trambahn) oder von Süden über einen direkten Weg aus dem Nymphenburger Park erreichen. Es wird Eintritt erhoben, im Winter nur beim Betreten der Gewächshäuser.

Galerie[Bearbeiten]

Wüstenlandschaft

Förderverein[Bearbeiten]

Zur Unterstützung des Botanischen Gartens hat sich 1956 der Verein der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e. V. zusammengefunden.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Botanischer Garten München und von Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München (Hrsg.): Botanischer Garten München. MünchenVerlag, München 2014, ISBN 978-3-7630-4013-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susanne Renner: Geschichte des Botanischen Gartens München. In: Botanischer Garten München. 2014, S. 10–17.
  2. Botanischer Garten München. Jahr 1915 in der Online-Ausstellung 100 Jahre Landschaftsarchitektur des bdla. Abgerufen am 29. November 2014.
  3. Andreas Gröger: Die Alpinensammlung. In: Botanischer Garten München. 2014, S. 118–127.
  4. Andreas Gröger: Tropical butterflies – Special exhibition. 2013.
  5. Quelle: Website der Gesellschaft

Weblinks[Bearbeiten]

48.162511.501666666667Koordinaten: 48° 9′ 45″ N, 11° 30′ 6″ O