Bottenwil

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Bottenwil
Wappen von Bottenwil
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Zofingenw
BFS-Nr.: 4273i1f3f4
Postleitzahl: 4814
Koordinaten: 642888 / 23740147.2861068.005555493Koordinaten: 47° 17′ 10″ N, 8° 0′ 20″ O; CH1903: 642888 / 237401
Höhe: 493 m ü. M.
Fläche: 5.10 km²
Einwohner: 787 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 154 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 7,2 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.bottenwil.ch
Blick auf Bottenwil vom Bottenstein

Blick auf Bottenwil vom Bottenstein

Karte
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Bottenwil (schweizerdeutsch ˌbɔtːəˈʋiːu)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Zofingen im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im oberen Uerkental und grenzt an den Kanton Luzern.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf befindet sich im engen Tal der Uerke, wobei der flache Talboden nirgends breiter als 250 Meter ist. Bottenwil besteht (von Nord nach Süd) aus den drei Ortsteilen Winkel, Eggen und Vorstatt, die allerdings zusammengewachsen sind. Bei Eggen zweigt in Richtung Westen das rund ein Kilometer lange Grabental ab, das von den Hügeln Eichstock (631 m ü. M.), Rottannhubel (657 m ü. M.) und Bottenstein (603 m ü. M.) umgeben ist. Bei Winkel zweigt in Richtung Südosten das Sulbachtal ab. Zwischen den Tälern der Uerke und des Sulbachs erhebt sich an der Grenze zum Kanton Luzern der Buechwald-Hügel (665 m ü. M.).[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 510 Hektaren, davon sind 218 Hektaren bewaldet und 45 Hektaren überbaut. Die höchste Stelle befindet sich auf 665 Metern im Buechwald, die tiefste liegt 470 Metern an der Uerke.

Nachbargemeinden sind Zofingen im Westen, Uerkheim im Norden, Staffelbach im Osten, Wiliberg im Südosten sowie die luzernische Gemeinde Wikon im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Alamannen besiedelten im 7. oder 8. Jahrhundert das obere Uerkental. Im Jahr 1189 bestätigte Papst Clemens III. dem Kloster Muri Besitz in Botanwile; dies ist die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes. Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen Botinwilari ab, was «Hofsiedlung des Boto» bedeutet.[3] Weitere Grundbesitzer im Mittelalter waren das Kloster Einsiedeln und die Freiherren von Aarburg.

Das Dorf lag im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren. Um 1350 entstand das Muhenamt, ein gesonderter Gerichtsbezirk, dem auch Bottenwil angehörte. Über dem Dorf erhebt sich auf einem Hügel die Ruine der Burg Bottenstein (heute auf dem Gebiet von Zofingen gelegen). Diese war im 13. Jahrhundert im Auftrag der gleichnamigen Ministerialenfamilie erbaut worden. Bereits Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Burg verlassen und zerfiel zu einer Ruine, von der nur die Grundmauern erhalten geblieben sind.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Bottenwil gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Bis 1496 lag die niedere Gerichtsbarkeit bei der Stadt Zofingen und gelangte dann ebenfalls an Bern. Bottenwil wurde dem Gerichtsbezirk Kölliken im Amt Lenzburg zugeteilt. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Seither gehört Bottenwil zum Kanton Aargau.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Bevölkerungszahl den historischen Höchststand. Doch dann nahm sie kontinuierlich ab, da viele Bewohner in die benachbarten Industriezentren zogen oder gar nach Übersee auswanderten. Bis 1980 verringerte sich die Bevölkerung um fast ein Drittel. Seither ist wieder ein leichter Aufwärtstrend feststellbar.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot schwarz gefugte weisse Zinnenmauer mit grüner Tanne.» Auf dem Gemeindesiegel von 1811 ist das Wappen erstmals abgebildet, und zwar weiss in grünem Schild. 1872 erschien es grün in blauem Schild über einem grünen Dreiberg. 1965 führte der Gemeinderat die heutige Version ein. Als zusätzliches Symbol nahm man die Zinnenmauer aus dem Wappen der Herren von Bottenwil auf.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1798 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 556 960 762 754 706 671 679 660 762 799 792

Am 31. Dezember 2013 lebten 787 Menschen in Bottenwil, der Ausländeranteil betrug 7,2 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 70,1 % reformiert und 14,4 % römisch-katholisch; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 98,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Bottenwil gehört zum Friedensrichterkreis Staffelbach.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Bottenwil gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 200 Arbeitsplätze, davon 33 % in der Landwirtschaft, 50 % in der Industrie und 17 % im Dienstleistungsbereich.[9] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Zofingen oder in der Region Aarau.

Verkehr[Bearbeiten]

Bottenwil liegt abseits der Verkehrsachsen und ist über Nebenstrassen vom Suhrental und Wiggertal aus erreichbar. Die Buslinie 13 der Gesellschaft SZR verkehrt vom Bahnhof Zofingen über Bottenwil nach Schöftland.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über ein Schulhaus mit Kindergarten und Primarschule. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule) können in Zofingen besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Zofingen und Aarau.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Stettler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band I: Die Bezirke Aarau, Kulm, Zofingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 21). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1948. DNB 366495623.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 101–102.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1109, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 127.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.