Bottwar

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Bottwar
Lage Baden-Württemberg
Länge ca. 17 kmdep1
Quelle nördlich von Prevorst, Gemeinde Oberstenfeld
49° 3′ 23″ N, 9° 23′ 19″ O49.0564805555569.3886555555555369
Quellhöhe 369 m ü. NN
Mündung bei Steinheim in die Murr48.9644139.27054194Koordinaten: 48° 57′ 52″ N, 9° 16′ 14″ O
48° 57′ 52″ N, 9° 16′ 14″ O48.9644139.27054194
Mündungshöhe 194 m ü. NN
Höhenunterschied 175 m
Flusssystem MurrNeckarRhein
Einzugsgebiet ca. 77 km²dep1

Die Bottwar ist ein rechter Nebenfluss der Murr in Baden-Württemberg. Sie entspringt in den Löwensteiner Bergen und fließt in südwestliche Richtung. Das Bottwartal bildet den nordöstlichen Winkel des Landkreises Ludwigsburg, zu kleineren Teilen fließt sie im Landkreis Heilbronn.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Name

Es wird angenommen, dass der Name des Flusses von dem der Stadt Großbottwar abgeleitet ist, der bereits im Jahr 779 als Boteburon und 873 als Bodibura erwähnt wird. Erst vier Jahrhunderte später, 1260, wird der Fluss erstmals urkundlich Botebor genannt. Über den Ursprung des Namens gibt es zwei Theorien. Die eine leitet den Namen vom Keltischen ab und deutet ihn als „Siedlung im Überschwemmungsgebiet“ oder „Sumpfsiedlung“. Die andere Ableitung bezieht sich auf den germanischen Vornamen Bodo und deutet ihn als „Häuser des Bodo“.[1][2] Ein ähnlicher Flussname, für den dieselbe Ableitung aus dem Keltischen angenommen wird, ist die slowakische Bodva.[3]

In einer Urkunde von 1555 erscheint der Name des Flusses als Altbach. Diese Bezeichnung setzte sich jedoch nicht durch, stattdessen wurde die Stadt später Großbottwar genannt, auch zur Unterscheidung vom weiter flussabwärts gelegenen Dorf Kleinbottwar, und der Name wurde auf den Fluss übertragen. Das Amt mit Sitz in Großbottwar wurde jedoch noch lange „Amt Bottwar“ genannt.

Ein Zufluss der Bottwar, der von Winzerhausen kommend bei Großbottwar mündet, heißt Kleine Bottwar.

[Bearbeiten] Verlauf

Die Bottwar entsteht nördlich von Prevorst, einem Ortsteil der Gemeinde Oberstenfeld in den Löwensteiner Bergen. Als Ursprung wird eine Quelle in der „Kohlkammer“ angesehen, einer seitlichen Ausbuchtung des Öltals.[4] Die Bottwar wird gleich nach der Quelle durch das Wasser einiger Bäche verstärkt, die von der Südseite des zwei Kilometer entfernten Stocksbergs herunterfließen.

In dem kleinen Tal fließt die Bottwar zunächst an der Oberen und der Unteren Ölmühle vorbei und tritt nach etwa 4 km kurz vor Gronau (ebenfalls Gemeinde Oberstenfeld) aus dem Wald heraus. Auf den nächsten 3 km wird die Bottwar in schneller Reihenfolge durch den Zufluss mehrerer Bäche gestärkt, der Kurzach, dem Schmidbach und dem Söhlbach. Alle diese Bäche sind beim Zusammenfluss genauso lang oder gar länger als die Bottwar selbst.

Beim Zusammenfluss mit dem Söhlbach ist Oberstenfeld erreicht, und das Landschaftsbild hat sich grundlegend gewandelt. Die Bottwar hat das Neckarbecken erreicht und fließt nun in einem offenen, durch Siedlung und Verkehr recht belebten Tal, dessen Hänge ebenso wie die seiner Seitentäler stark vom Weinbau geprägt sind, während die Löss-Flächen in Flussnähe landwirtschaftlich genutzt werden. Auf der rechten, westlichen Talseite befinden sich mit Wunnenstein, Forstberg und Köchersberg drei Zeugenberge der Löwensteiner Berge, auf der linken Talseite markieren Lichtenberg (mit der gleichnamigen Burg), Harzberg und Benning die südwestlichsten Ausläufer der Höhenzüge.

Vorbei am Weiler Hof erreicht die Bottwar die Stadt Großbottwar, wo sie die Altstadt nach Süden hin begrenzt und die Kleine Bottwar aufnimmt. Die Bottwar hat nun zwei Drittel ihres Weges hinter sich gebracht. Vorbei an Kleinbottwar, fängt sie mit Erreichen des Muschelkalks noch an, ihr Tal ein wenig zu vertiefen, erreicht jedoch bald darauf Steinheim an der Murr. Hier fließt sie westlich am Ortskern vorbei und verläuft eine Weile auf begradigtem Kurs am Rande eines Industriegebiets, bevor sie ihre Mündung erreicht.

[Bearbeiten] Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Bottwar beträgt ca. 77 km². Gemessen daran ist sie der größte Zufluss der Murr, an Länge wird sie jedoch noch vom Buchenbach übertroffen. Das Einzugsgebiet liegt je zur Hälfte im Südwesten der Löwensteiner Berge sowie im angrenzenden Gebiet des Neckarbeckens. Im Norden umfasst es noch Burg Wildeck und die „Sieben Weiler“ um Etzlenswenden, weiter wird seine Grenze markiert durch die Höhenstraße, die am Stocksberg und an Prevorst vorbeiläuft, durch den Höhenweg Richtung Kurzach/Nassach und den Fuchsbühl. Weitere markante Wasserscheiden sind im Osten das Neuwirtshaus an der Straße von Oberstenfeld nach Aspach und im Westen der Wunnenstein. Bei Winzerhausen (Ortsteil von Großbottwar) reicht das Einzugsgebiet noch etwas über die A 81 hinaus.

Am Pegel Steinheim, der sich etwa einen Kilometer oberhalb der Mündung befindet, hat die Bottwar einen mittleren Abfluss von 0,7 m³/s.[5]

Benachbarte Einzugsgebiete sind (im Uhrzeigersinn von Nordwesten) die der Schozach, der Sulm, der Lauter sowie kleinerer Zuflüsse von Neckar und Murr.

[Bearbeiten] Verkehr

Größere Verkehrswege führen nicht durch das Bottwartal; die Bottwartalbahn, die einst Marbach am Neckar mit Heilbronn verband, wurde 1968 eingestellt und ihre Trasse in einen Radweg umgewandelt.

[Bearbeiten] Naturschutz

Bis zum Austritt aus dem Wald oberhalb von Gronau liegt die Bottwar im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Das Quellgebiet an der Kohlkammer ist als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Ansonsten ist der gesamte Flusslauf außerhalb von Ortschaften − und abgesehen vom kurzen Abschnitt zwischen Gronau und Oberstenfeld − von verschiedenen Landschaftsschutzgebieten abgedeckt.

Im Gewässerbericht 2004 wurde der Flusslauf bis Gronau als „gering belastet“ (Güteklasse I-II) eingestuft, unterhalb davon als „mäßig belastet“ (Güteklasse II).[6]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Stadtgeschichte Großbottwars
  2. Willi Müller-Erdmannhausen: Die Flußnamen unseres Kreises. In: Hie gut Württemberg. 1, Nr. 9, 1950, S. 67−68.
  3. Die Menschen im Bottwartal sprechen Mantakisch (Webseite zum Stadtjubiläum Großbottwars)
  4. Beschreibung einer Wanderung auf der Webseite Beilsteins
  5. Pegel Steinheim
  6. Gewässergütekarte Baden-Württemberg 2004

Weitere geographische Angaben nach amtlichen topographischen Karten 1:25.000 und 1:50.000.

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