Bouldermatte

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Boulderer mit Crashpad

Eine Bouldermatte oder Crashpad (engl. für Sturzpolster) ist eine dick gepolsterte Matte, vergleichbar einer Weichturnmatte, die beim Bouldern (Klettern ohne Kletterseil in geringer Höhe bzw. bis zur Absprunghöhe) benutzt wird. Sie soll bei einem Sturz vor Verletzung schützen. Zum leichteren Transport ist sie faltbar und mit Tragegurten versehen. Sie hat entweder einen oder zwei Faltpunkte. Durch eine schräge Anordnung dieser Faltpunkte soll ein Durchdringen an diesen Stellen bis zum Boden verhindert werden. Der innere Aufbau besteht aus mehreren (meist zwei oder drei) Schichten mit unterschiedlichen Härtegraden. Die obere Schicht ist hart und dient der Kraftverteilung bei harten Stürzen. Sie sorgt dafür, ein Durchdringen und somit ein Aufschlagen am Untergrund zu vermeiden. Darunter befindet sich eine oder mehrere weiche Schichten, um die Aufprallgeschwindigkeit zu minimieren.[1]

Da jede Matte Mindestbestimmungen erfüllen muss, ist die Qualität von Matten verschiedener Hersteller vergleichbar. Unterschiede bestehen vor allem in den Anwendungsgebieten, für welche die einzelnen Modelle geeignet sind. Wichtige Faktoren sind dabei insbesondere Größe und Schichtenanzahl.

Grundsätzlich muss unterschieden werden, ob es sich um eine Bouldermatte als Crashpad oder um eine Matte für einen Boulderraum handelt, da hier die Anforderungen unterschiedlich sind.

Für die Verwendung in einer Boulderhalle spielt leichtes Handling keine Rolle, dafür ist hier die Belastbarkeit von höherer Relevanz. Aufgrund häufiger Absprünge von der Wand und Laufens auf der Matte wird diese punktuell stark beansprucht. Aus diesem Grund ist ein hochwertiger Schaumstoffkern erforderlich. Matten für stationären Gebrauch werden nach der Norm DIN 7914 hergestellt.

Beim Aufbau der Matte ist wichtig, dass der obere Bereich sehr fest ist, um bei kontrollierten Landungen auf den Füßen ein Umknicken zu verhindern. Der untere Bereich der Matte besteht aus weichem Schaum, damit der flächige Aufprall nach unten abgefedert wird.

Beim Aufprall auf die Matte wird der Schaum gestaucht und die im Schaum befindliche Luft komprimiert. Um den Kompressionsdruck abzuleiten, ist eine gute Entlüftung der Matte erforderlich. Bei Crashpads werden hierzu häufig Metallösen eingesetzt. Große Bouldermatten haben ein Gittergewebestreifen über mindestens zwei Seiten.

Eine Norm für den Aufbau von Bouldermatten (wie bei Weichbodenmatten für Schulsport üblich) gibt es nicht. Empfohlen wird jedoch bei einer Raumhöhe unter 3 Metern eine Mattenhöhe von mindestens 20 cm, bei einer Raumhöhe von über 3 Metern eine Mattenhöhe von mindestens 30 cm. Der Aufbau besteht hierbei aus etwa einem Drittel hartem Schaum oben und zwei Dritteln weichem Schaum unten. Bei der Verwendung mehrerer Matten nebeneinander sind diese fest miteinander verbunden, um ein Auseinanderrutschen zu verhindern. Außerdem sind alle Ritzen abgedeckt, um nicht mit den Füßen hineinrutschen zu können (Verletzungsgefahr).

Vom am weitesten ausladenden Punkt der Wand wird ein Fallschatten von wenigstens 2 Metern eingeplant. Natürlich wird bei richtiger Konfektionierung von Bouldermatten auch die Wandneigung berücksichtigt.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Internetseite eines Herstellers

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bouldermatten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien