Boxed (Album)

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„Boxed“ (engl., deutsch etwa: „in eine Schachtel gepackt“) ist ein Boxset mit vier Langspielplatten des englischen Rockmusikers Mike Oldfield, die am 29. Oktober 1976 veröffentlicht wurde. Die Box mit der Virgin-Katalognummer VBOX 1, stieg am 20. November 1976 in die britischen Charts ein und kam in 13 Wochen bis auf Platz 22.

Das Boxed-Set[Bearbeiten]

Nach den großen Verkaufserfolgen mit Oldfields ersten Alben hatte seine Plattenfirma Virgin Records 1976 keine neue LP-Veröffentlichung von Oldfield zu erwarten. Tubular Bells hielt sich drei Jahre nach Erstveröffentlichung noch immer in den Verkaufslisten. So kam man bei Virgin auf die Idee, die Beliebtheit der ersten drei Alben noch einmal auszunutzen[1] und veröffentlichte sie – in neuer Abmischung – in dem Set Boxed. Neben den neuen Versionen von Tubular Bells, Hergest Ridge und Ommadawn enthält das Set die LP Collaborations mit einer Sammlung von Stücken, die zuvor in dieser Zusammenstellung nicht auf LP erhältlich waren. Die Originalaufnahmen der drei Hitalben wurden allerdings in der – Mitte der 1970er Jahre beliebten – Quadrofonie-Tontechnik neu abgemischt, so dass der Käufer des Boxed-Sets tatsächlich neue Versionen der alten LPs erhielt - „vier LPs zum Preis von zweien“, pries die Werbung[2] diese Aufarbeitung von Oldfields Gesamtwerk bis dato an. Auf den Etiketten der Schallplatten wird auf die Quadrofonie-Abmischung durch den Hinweis Stereo/SQ Quad compatible hingewiesen.

Tubular Bells[Bearbeiten]

Tubular Bells erhielt für das Boxed-Set von Phil Newell und Alan Perkins einige neue Sounds und Instrumente dazugemixt. Newell sagte nach der Veröffentlichung, er glaube, „dass die neue quadrofonische Version in Teilen geschliffener, kraftvoller und vollständiger sei, als die vorherigen Versionen.“[3]

Zusätzlich zu dieser Neuabmischung erhielt der Schluss von Seite zwei eine neue Version von „The Sailor’s Hornpipe“ - die längere Urversion. Der Master of Ceremonies Viv Stanshall, der während des gesamten Tubular Bells–Werks bereits die Instrumente ansagt, erzählt in diesem Lied während eines Rundgangs durch The Manor (das Haus, in dem die Aufnahmen entstanden) was er dort sieht. Oldfield und sein Produktionsassistent Tom Newman hatten zuvor Mikrofone in den Räumen verteilt, mit denen Stanshall sowie Oldfield und Newman, die ihn musikalisch im wahren Wortsinne begleiteten, aufgenommen wurden. Dieser Track war Virgin für die ursprüngliche Veröffentlichung des Erstlingswerks eines neuen Künstlers angeblich zu schräg gewesen[4] – vermutlich auch, weil die drei zu dem Zeitpunkt ziemlich betrunken gewesen sein sollen[5] und dies auch in der Aufnahme recht deutlich wird.

  • Titelliste:
    • Seite 1: Tubular Bells, Part One (25'55")
    • Seite 2: Tubular Bells, Part Two, inkl. The Sailor’s Hornpipe (25'47")

Hergest Ridge[Bearbeiten]

Während Tubular Bells also einige Aspekte mehr bot, wurde Hergest Ridge durch Oldfields eigenen Remix etwas abgespeckt. So entfernte er die Snare Drum vollständig, die Trompete zu großen Teilen aus der neuen Abmischung; auf der zweiten Seite legte er mehr Betonung auf die Vokalparts und entfernte einige Gitarrenpassagen.[6] Als in den 1980ern Oldfields Alben erstmals auf CD veröffentlicht wurden, nahm man für Hergest Ridge diese neu gemischte, quadrofonische Version – den Originalmix gibt es somit nur auf Vinyl.[7] Oldfield war laut Boxed-Begleitheft mit der neuen Version sehr zufrieden; über Seite zwei der LP sagt er dort: „Jetzt ist sie das Strukturexperiment, das sie immer sein sollte, eine Art Prototyp für den Anfang der Seite zwei von Ommadawn.“

  • Titelliste:
    • Seite 1: Hergest Ridge, Part One (21'33")
    • Seite 2: Hergest Ridge, Part Two (18'40")

Ommadawn[Bearbeiten]

Ommadawn war das neueste der drei wiederveröffentlichten Werke, und es war dasjenige, an dem am wenigsten verändert wurde. Die Quadrofonie-Abmischung nahm Oldfield diesmal in Zusammenarbeit mit Phil Newell vor, nur wenige Wochen, nachdem die Original-LP im Oktober 1975 veröffentlicht worden war. Ommadawn hat dadurch einen anderen Klang, jedoch nicht so sehr wie Hergest Ridge. Gegen Ende hört man nun einige Vokalharmonien, die im Originalmix untergingen.[8]

  • Titelliste:
    • Seite 1: Ommadawn, Part One (20'06")
    • Seite 2: Ommadawn, Part Two, inkl. On Horseback (17'17")

Collaborations[Bearbeiten]

Auf der vierten LP, Collaborations, finden sich Tracks, die zuvor auf Alben von David Bedford oder, in Zusammenarbeit mit Leslie Penning, als A- und B-Seiten von Singles erschienen waren; alle wurden für das Boxed-Set von Phil Newell in Quadrofonietechnik gemischt.

Lediglich das Stück First Excursion nahmen Bedford und Oldfield neu für diese Schallplatte auf – nur fünf Tage, bevor sie ins Presswerk ging. Als Grund, dass noch ein „neues“ Stück auf die LP musste, nannte David Bedford in einem Interview 1989: „Richard Branson hat dies eine mal das Gefühl gehabt, er dürfe die Kunden nicht völlig übers Ohr hauen, also müsste auch etwas Neues aufs Album.“[9]

Eine Zeitungsanzeige preist die drei Stücke der ersten Seite von Collaborations als „drei der besten Beispiele für Oldfields Arbeit als Sologitarrist für andere Künstler.“[2]

Titelliste[Bearbeiten]

Seite 1:

  • 1. Phaeacian Games (3'58")
von David Bedfords Album The Odyssey, aufgenommen 1976
  • 2. Extract from Star’s End (7'33")
von David Bedfords Album Star’s End, aufgenommen 1974
  • 3. The Rio Grande (6'37")
von David Bedfords Album The Rime of the Ancient Mariner, aufgenommen 1975

Seite 2:

  • 1. First Excursion (5'56")
Neuaufnahme von Bedford und Oldfield 1976 für dieses Set; später außerhalb Großbritanniens als B-Seite der Single „The William Tell Overture“ veröffentlicht
  • 2. Argiers (3'59")
mit Leslie Penning; britische B-Seite der Single „The William Tell Overture“, 1976
  • 3. Portsmouth (2'02")
mit Leslie Penning; wurde 1976 kurz nach Boxed in Großbritannien als Single-A-Seite veröffentlicht; Oldfields größter Single-Hit (Platz 3) in Großbritannien
  • 4. In Dulci Jubilo (2'49")
mit Leslie Penning; Single A-Seite 1975
  • 5. Speak (Tho’ You Only Say Farewell) (2'54")
mit David Bedford; B-Seite der Single „Portsmouth“, aufgenommen 1974

CD-Ausgabe[Bearbeiten]

1989 wurde Boxed, verteilt auf drei CDs, wieder veröffentlicht. Auf der ersten CD befanden sich zusätzlich zu „Tubular Bells“ (Parts 1 und 2, inkl. „The Sailor's Hornpipe“) die Titel „The Rio Grande“, „Portsmouth“ und „In Dulci Jubilo“; „Hergest Ridge“ (Parts 1 und 2) wurden auf der zweiten Disc um „An Extract from Star’s End“, „Argiers“ und „Speak (Tho' You Only Say Farewell)“ ergänzt; auf der dritten Scheibe befanden sich „Ommadawn“ (Parts 1 und 2, inkl. „On Horseback“) sowie „The Phaeacian Games“ und „First Excursion“.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Bedford: „It was one of these Virgin things to get more mileage out of Mike's music when he wasn't producing anything.“, lt. David Porter/Dave Walker, David Bedford Interview aus dem Magazin Airborne von 1989, Online-Version gesichtet 29. Januar 2007
  2. a b www.mikeoldfield.org
  3. „I believe that the new quad version is in places more subtle, more powerful and more compete than its predecessors“, zitiert nach: Al Clark, „Mike Oldfield Boxed“, Begleitheft zu Mike Oldfields Boxed.
  4. „At the time, the result was considered a little too bizarre to place on an album by a complete unknown.“, Begleitheft zu Mike Oldfields Boxed.
  5. „the helplessly intoxicated trio“, ebd.
  6. Mike Oldfield, Begleitheft zu Boxed
  7. „Strangely enough when Hergest Ridge was to be released on CD in the early eighties, the remixed version would be used in preference to the original. In this case if you only have a CD version you are missing out on the original mix.“, lt. Mike Oldfields Webpage, gesichtet 29. Januar 2007
  8. Ommadawn also sounds different, although not so much as Hergest Ridge as all the sounds and instruments are still here. At the very end you can also hear some vocal-harmonies that was drowned in the original-mix.“ lt. Vintage Progressive Rock Website, gesichtet 29. Januar 2007
  9. David Bedford: „… and they felt, for once, Richard Branson that is, that he couldn't short change the public. There had to be some new material […] so we did it for the album.“, lt. David Porter/Dave Walker, David Bedford Interview (Version vom 28. Juni 2001 im Internet Archive) aus dem Magazin Airborne von 1989, Online-Version gesichtet 29. Januar 2007