Boxenstopp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kasey Kahne im Dodge Charger beim Boxenstopp in der NASCAR-Serie.
Boxenstopp in der Formel 1 von McLaren beim Malaysia GP 2006
Boxenstopps beim NASCAR Sprint Cup-Rennen

Als Boxenstopp bezeichnet man im Motorsport das kurzfristige Stoppen eines Fahrzeugs in der Box, um aufzutanken, neue Reifen zu montieren, kleine Reparaturen und/oder mechanische Einstellungen vorzunehmen oder den Fahrer auszutauschen. Auch mehrere Tätigkeiten sind erlaubt. Welche genau, schreibt das Regelwerk der jeweiligen Motorsportart vor. Die Boxen sind normalerweise Teil der Boxengasse eines Streckenabschnitts, welcher parallel zur Start/Ziel-Geraden verläuft und an jedem Ende mit der eigentlichen Rennstrecke verbunden ist. Des Weiteren befinden sich am Rande der Boxengasse Garagen (in der Regel eine oder zwei pro Team). In diesen Garagen werden die Autos vor dem Rennen vorbereitet. Danach halten sich in ihnen die Mechaniker des jeweiligen Teams auf, bis sie erneut gebraucht werden. Der Fahrer verbleibt (außer bei einem Fahrerwechsel) im Fahrzeug.

Die Rennabschnitte, welche von den Boxenstopps unterbrochen werden, nennt man Stints.

Boxenstopps als taktische Mittel[Bearbeiten]

Boxenstopps können (zum Beispiel der Formel 1) rennentscheidend sein. Wird der eigene Boxenstopp schneller absolviert, als der der Konkurrenten, so kann man ihn dadurch unter Umständen indirekt überholen. Deshalb trainieren die Mechaniker regelmäßig, um die Arbeiten möglichst schnell zu verrichten.

Aufgrund des Tankverbots in der Formel 1 seit der Saison 2010 sollte sich der optimale Boxenstopp (mit Reifenwechseln) auf 1,8 Sekunden verkürzen[1].

Der aktuelle Weltrekord, und somit aktueller schnellster Boxenstopp, wurde in Suzuka (Japan Grand Prix 2013) durch die Teamkollegen von Fernando Alonso in seinem Ferrari erreicht. Diese machten einen 1.85sek Stop und erlangten somit einen neuen Rekord.

Zudem werden hierfür eine große Anzahl von Mitarbeitern benötigt, so werden in anderen Rennserien zur Kostenreduktion und Unterbindung des Boxenstopps als taktisches Mittel beispielsweise die Anzahl der Boxencrew oder eine Mindestaufenthaltsdauer der Fahrzeuge in der Boxengasse vorgeschrieben.

Da die Menge des Benzins und der Zustand der Reifen das Renntempo bedeutend beeinflussen, Boxenstopps aber auch Zeit kosten, ist es wichtig und rennentscheidend, die richtige Anzahl Stopps, die Benzinmenge und die eingesetzten Reifen (es gibt härtere und weichere, wobei erstere länger halten, aber letztere ein wenig mehr Grip bieten) bereits vor dem Rennen zu bestimmen. Deshalb setzten vor allem die Teams in höheren Rennklassen eigene Strategen ein, welche die möglichst beste Rennstrategie austüfteln sollen. Einer der besten seines Fachs ist der ehemalige Ferrari-Stratege Ross Brawn. Brawn hatte beim Großen Preis von Frankreich 2004 durch eine erst während des Rennens umgestellte Vier-Stopp-Strategie dem Ferrari-Pilot Michael Schumacher zum Sieg verholfen. Zuvor hat noch nie jemand mit vier Boxenstopps ein Formel-1-Rennen gewonnen.

Boxenstopps als Strafe[Bearbeiten]

Ein Boxenstopp kann allerdings auch das Ausführen einer Stop-and-Go-Strafe sein. Je nach Rennserie kann die Rennleitung Strafen für unsportliches Verhalten verhängen. Bei der Stop-and-Go-Strafe muss der Betroffene eine bestimmte Zeit in der Box verweilen, meistens 10 Sekunden. Während dieser Zeit dürfen keine Reparaturen, Reifenwechsel, etc. am Auto durchgeführt werden. Diese Strafe ist nicht zu verwechseln mit der Durchfahrtsstrafe, bei der ein bestimmter Fahrer einmal durch die Boxengasse fahren muss.

Gefahren der Boxenstopps[Bearbeiten]

Der Boxenstopp ist eine der riskantesten Tätigkeiten während eines Rennens. Da auch bei hochmodernen Tankanlagen immer wieder Sprit auslaufen und auf den heißen Auspuff tropfen kann, ist die Gefahr eines Brandes immer gegeben. Aus diesem Grund ist es für die Mechaniker, den Fahrer und auch alle anderen eventuell in der Boxengasse Anwesenden (zum Beispiel Reporter oder weitere Teamangehörige; dies ist durch das jeweilige Reglement einer Rennserie festgelegt) vorgeschrieben, feuerfeste Kleidung zu tragen. Ein Beispiel für einen Feuerunfall ist der Brand beim Nachtanken des niederländischen Formel-1-Fahrers Jos Verstappen im Benetton-Ford beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim in der Saison 1994. Weil der Tankschlauch verkantet aufgesetzt wurde, konnte Benzin ausfließen und sich entzünden. Aufgrund der feuerfesten Kleidung wurde allerdings niemand ernsthaft verletzt. Lediglich Verstappen erlitt einige leichte Verbrennungen. Zu Beginn jener Saison wurde das Nachtanken in der Formel 1 wieder erlaubt und ist seit 2010 wieder verboten.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Red Bull: Boxenstopp in 1,8 Sekunden, Artikel auf www.formel1.de, abgerufen am 19. März 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Boxenstopp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Boxenstopp – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen