Boxmeer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum belgischen Manager siehe Jean-François van Boxmeer.
Gemeinde Boxmeer
Flagge der Gemeinde Boxmeer
Flagge
Wappen der Gemeinde Boxmeer
Wappen
Provinz Nordbrabant
Bürgermeister Karel van Soest
Sitz der Gemeinde Boxmeer
Fläche
 – Land
 – Wasser
115,37 km²
112,82 km²
2,55 km²
CBS-Code 0756
Einwohner 28.149 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 244 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 39′ N, 5° 57′ O51.6483333333335.9444444444444Koordinaten: 51° 39′ N, 5° 57′ O
Vorwahl 0478, 0485
Postleitzahlen 5830–5831 (Boxmeer)
Website www.boxmeer.nl
Lage von Boxmeer in den Niederlanden

Boxmeer ( anhören?/i) ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Nordbrabant an der Grenze zur Provinz Limburg und nur knapp 10 Kilometer von der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland entfernt. Die Gemeinde hatte 28.149 Einwohner (Stand 1. Januar 2014) auf einer Fläche von rund 115 km². Sie liegt zwischen 10 und 32 m NAP.

Die direkt an der Maas gelegene Gemeinde entstand 1998 im Rahmen einer Gemeindereform aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Boxmeer und Vierlingsbeek. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im gleichnamigen Ortsteil.

Orte[Bearbeiten]

In Klammern die ungefähre Einwohnerzahl

  • Boxmeer (13.100)
  • Beugen (1.800)
  • Groeningen (400)
  • Holthees (500)
  • Maashees (900)
  • Oeffelt (2.300)
  • Overloon (3.600)
  • Rijkevoort (1.600)
  • Sambeek (1.700)
  • Vierlingsbeek (2.500)
  • Vortum-Mullem (700)

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Boxmeer liegt nahe dem Autobahndreieck der A73 und der A77 (der deutschen A57) zwischen Nijmegen (Nimwegen) ca. 20 km nördlich und dem 34 km südöstlich gelegenen Venlo. An der einspurigen Bahnstrecke zwischen beiden Städten hat Boxmeer einen Bahnhof und Vierlingsbeek eine Haltestelle an dieser Linie. Die Stadt Goch liegt 16 km östlich.

Der Hauptort Boxmeer hat Fabriken, unter anderem für Tiermedikamente und Impfstoffe. Diese sind auf dem Industriegebiet Saxe-Gotha beheimatet. Dazu gibt es viel Kleingewerbe, sowie Transportunternehmen (LKW von und nach Deutschland).

Overloon ist ein touristisches Zentrum. Landwirtschaft und Gartenbau sind bedeutende Einnahmequellen (Schweinezucht, Ackerbau, Baumschulen, Blumenzucht).

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits in der Römerzeit gab es hier, am westlichen Ufer der Mosa (Maas) zahlreiche kleine Handels- und Bauernsiedlungen. Im Mittelalter war das Gebiet der heutigen Gemeinde Boxmeer ein Zankapfel im Grenzgebiet zwischen den Herzogtümern Brabant und Geldern. Der Herr (damals noch Graf) von Geldern verlieh einem gewissen Jan Boc van Mere im 13. Jahrhundert Herrschaftsrechte an diesem Gebiet; der Name Boc's Meer wurde zu Boxmeer. Als Nordbrabant 1648 Teil der Republik der Vereinigten Niederlande wurde, blieb Boxmeer außerhalb des neuen Staates. Das hatte zur Folge, dass Boxmeer nicht wie die westlichen Nachbargemeinden gezwungen wurde, zum Protestantismus überzutreten. Katholiken aus ganz Nordbrabant zogen an Sonn- und Feiertagen nach Boxmeer, um dort die Messe zu hören. Dazu kam, dass sich am Anfang des 15. Jahrhunderts in Boxmeer ein Wunder mit dem heiligen Blut ereignet haben soll. Dadurch wurde es zum Wallfahrtsort. In der Französischen Zeit (1795-1815) wurde Boxmeer der Provinz Nordbrabant einverleibt. Das Gebiet ist durch das ausgedehnte, damals unzugängliche Moorgebiet De Peel vom westlichen Nachbarland getrennt. Da auch die Eisenbahn Nijmegen – Venlo gebaut wurde, orientierte sich Boxmeer nach Nimwegen um. Im 19. Jahrhundert und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde De Peel teilweise urbar gemacht und die Gewinnung von Torf brachte etwas mehr Arbeitsgelegenheit.

Der Zweite Weltkrieg hatte für die Gemeinde Boxmeer katastrophale Folgen. Im Oktober 1944 gab es hier eine große Panzerschlacht im Rahmen der Operation Market Garden. Die Alliierten gewannen diese „Schlacht bei Overloon“ schließlich nach blutigen Kämpfen: der letzte Brückenkopf westlich der Maas war von Nazi-Deutschland zurückerobert worden. Aber Overloon, Boxmeer und andere Orte in diesem Gebiet mussten nach dem Ende des Krieges völlig oder zu einem großen Teil wiederaufgebaut werden. In Overloon wurde 1946 das Kriegs- und Widerstandsmuseum (Nationaal Oorlogs- en verzetsmuseum) eingerichtet.

Sehenswürdigkeiten und Ereignisse[Bearbeiten]

  • Das Kriegs- und Widerstandsmuseum (Nationaal Oorlogs- en verzetsmuseum) in Overloon
  • Der neue Zoo in Overloon
  • In Sambeek steht der älteste Lindenbaum der Niederlande, der vielleicht 1000 Jahre alt ist
  • In Vortum-Mullem findet jedes Jahr am Rosenmontag ein Karnevalsbrauch statt, der zum Teil auf vorchristliche Fruchtbarkeitsriten zurückgeht: das „Mettwurstrennen“, ein traditionelles Pferderennen
  • Die 1952 wieder aufgebaute Sankt-Peter-Basilika in Boxmeer ist am 2. Sonntag nach Pfingsten immer noch der Mittelpunkt einer Heilig-Blut Prozession, 'de Vaart' genannt.
  • Einen Tag nach Ende der Tour de France treffen sich die niederländischen Radprofis, zusammen mit einigen ausländischen Stars, zum Straßenkriterium von Boxmeer
  • In der Gemeinde stehen noch einige malerisch gelegene Kapellen aus dem späten Mittelalter, unter anderem in Groeningen und Holthees
  • In der Region gibt es die sogenannten „Maasheggen“: eine an besonderen Vögeln und Pflanzen sehr reiche Art Landwehr aus undurchdringlichem Gestrüpp
  • Am Maasufer liegen einige kleine Jachthäfen und Campingplätze
  • Die Gemeinde ist reich an kleinen Wald- und anderen Naturgebieten

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Sigmaringen (Deutschland). Die Städtepartnerschaft besteht seit 2001. Die Verbindung geht zurück auf eine 1666 geschlossene Ehe zwischen Maria Clara van de Berg aus Boxmeer und Maximilian von Hohenzollern-Sigmaringen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Boxmeer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande