Bozen

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Bozen
(ital.: Bolzano, lad.: Bulsan/Balsan)
Wappen von Bozen
Bozen (Südtirol)
Bozen
Bozen
Lage von Bozen in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Bozen
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
102.869/103.891
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
25,52 % deutsch
73,80 % italienisch
0,68 % ladinisch
Koordinaten 46° 30′ N, 11° 21′ O46.49797777777811.354783055556262Koordinaten: 46° 30′ N, 11° 21′ O
Meereshöhe: 232–1616 m s.l.m. (Zentrum: 262 m s.l.m.)
Fläche: 52,3 km²
Dauersiedlungsraum: 28,0 km²
Stadtviertel: Zentrum-Bozner Boden-Rentsch, Oberau-Haslach, Europa-Neustift, Don Bosco, Gries-Quirein
Nachbargemeinden: Deutschnofen, Eppan, Jenesien, Karneid, Leifers, Pfatten, Ritten, Terlan
Partnerschaft mit: Ödenburg (Sopron)
Postleitzahl: 39100
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021008
Steuernummer: A952
Politik
Bürgermeister (2010): Luigi Spagnolli (PD)

Bozen [ˈboːtsən] (italienisch Bolzano [bolˈtsano] örtlich [bolˈdzano], ladinisch Bulsan [bʊlˈzaŋ] oder Balsan, Südtirolerisch [poutsn̩] oder [pɔatsn̩], lateinisch Bauzanum) ist die Landeshauptstadt Südtirols, einer autonomen Provinz in Italien, und als solche Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags.

Seit 1964 ist die Stadt Bischofssitz der neugeschaffenen Diözese Bozen-Brixen, seit 1998 mit der Freien Universität Bozen auch Universitätsstadt.

Bozen wird zu den großen städtischen Zentren im Alpenraum gerechnet und gilt auf Grund seiner Bikulturalität als wichtiger Begegnungsort der österreichisch-deutschen und der italienischen Kultur und Wirtschaft.

Die Stadt wurde zur Alpenstadt des Jahres 2009 gekürt.

Geografie[Bearbeiten]

Bozner Talkessel von Westen
Bozen mit der Brennerautobahn, Panorama Richtung Stadt
Luftbild Bozen von Nord-Osten
Bozen aus der Luft
Bozen und der Schlern, von Südwesten (Missian) aus betrachtet

Lage[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Bozen liegt zentral im Süden Südtirols und umfasst eine Fläche von 53,34 km², wobei davon lediglich 28 km² als permanenter Siedlungsraum genutzt werden. An dieser Siedlungsfläche hat die dichte städtische Bebauung den allergrößten Anteil. Bozen liegt in einem Talkessel am Zusammenfluss von Eisack, Talfer und Etsch, der an drei Seiten von hohen Bergketten umschlossen wird. An dieser Stelle gabeln sich die Alpentransversalen der oberen Etschtal- und der Eisacktalfurche, welche über historische Handelswege zum Reschen- respektive Brennerpass führen und damit die Stadt in den Mittelpunkt eines überregionalen Wegenetzes rücken. Bis 1911 beschränkte sich das Bozner Stadtgebiet auf eine vergleichsweise kleine Fläche östlich der Talfer, weshalb die Stadt von der einheimischen Bevölkerung bis heute auch als Talferstadt bezeichnet wird.[1][2]

Der Ortsmittelpunkt liegt auf einer Höhe von 262 m ü. NN. Die höchste Erhebung des Bozner Stadtgebiets – der Titschengipfel am Kohlerer Berg – liegt 1616 m ü. NN. Die niedrigste Stelle mit 232 m ü. NN befindet sich am Etschufer an der Südgrenze der Stadt. Bozens Nachbargemeinden sind Deutschnofen, Leifers und Pfatten im Süden, Eppan und Terlan im Westen, Ritten und Jenesien im Norden sowie Karneid mit dem Eggentaler Bach als natürlicher Grenze im Osten. Die nächsten Großstädte sind Trient 58 km in südlicher und Innsbruck 118 km in nördlicher Richtung. Die Entfernung zur Hauptstadt Rom beträgt 642 km.

Geologie[Bearbeiten]

Der größte Teil des bewohnten Stadtgebiets liegt auf einem Schwemmfächer der Talfer, weshalb der Bozner Talkessel lange Zeit ein unbewohnbares und häufigen Überschwemmungen ausgesetztes Sumpfgebiet gewesen ist. Der Untergrund des Talbodens besteht aus fluvialen Ablagerungen und ist reich an Grundwasser, dessen Wasserspiegel durchschnittlich bei 2-5 m unter der Oberfläche liegt.[3]

Lithostratographisch ist der Raum Bozen in die Etschtaler Vulkanit-Gruppe eingebettet, weshalb die die Stadt umschließenden Bergketten vor allem aus Ignimbriten gebildet sind. Auch im Talkessel sind Schotter und Sande, die eine grobe Schichtung oder eine konkave Schrägschichtung aufweisen, die vorherrschenden Lithofazies. Die maximale Größe der Steine und Gerölle variiert zwischen 35 und 50 cm.[4] Im nordöstlichen Stadtgebiet bei Zwölfmalgreien und St. Magdalena sowie im Süden bei der Haselburg sind aber auch Moränen und Schotterflächen erhalten, die sich in der Würm-Kaltzeit gebildet haben.[5]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bozen ist in fünf Stadtteile gegliedert, die wiederum mehrere historische Viertel und ehemals selbständige Gemeinden umfassen. Die historische Stadtgemeinde Bozen erstreckte sich bis 1910 auf ein Gebiet zwischen Talfer und Eisack bzw. zwischen Zollstange und Wangergasse, wobei etwa 45 % der Gesamtbevölkerung im räumlich beengten Altstadtbereich wohnte. Dieses Gebiet ist im Stadtteil Zentrum-Bozner Boden-Rentsch aufgegangen, welches innerhalb der gegenwärtigen Stadtgrenzen eher eine Randlage im Nordosten einnimmt. Zu diesem Viertel gehört auch die früher selbstständige Landgemeinde Zwölfmalgreien, die 1911 eingemeindet worden ist. Ähnlich erging es der einstigen Landgemeinde Gries, welche 1925 Bozen einverleibt wurde und heute im Stadtteil Gries-Quirein in dessen Norden liegt. Sowohl Zwölfmalgreien als auch Gries sind bis in die Gegenwart aber eigene Katastralgemeinden geblieben.

Geographisch im Zentrum des heutigen Stadtgebiets von Bozen liegt Europa-Neustift, der Kleinste unter den Bozner Stadtvierteln. Östlich davon erstreckt sich das Don Bosco-Viertel, welches zusammen mit Europa-Neustift im Weichbild von Gries entstanden ist. Jenseits des Eisack nach Süden hin breitet sich schließlich der Stadtteil Oberau-Haslach aus, der früher zur Gemeinde Zwölfmalgreien gehörte und aus den Ortsteilen Haslach, Oberau sowie St. Jakob-Unterau mit dem so genannten Grutzen besteht.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Das Bozner Stadtgebiet besteht zu knapp drei Viertel aus unbebauter Fläche, von der aber mehr als ein Drittel landwirtschaftlich genutzt wird. Als Baufläche, die in mehrere Nutzungs- bzw. Bebauungsarten unterteilt ist, werden derzeit 1320,9 ha verwendet. Im Stadtkern ist die Bebauung sehr dicht. Die älteren Siedlungsgebiete im Altstadtzentrum und Zwölfmalgreien sind durch enge Straßenzüge und hohe Altbauten geprägt, während sich im alten Gries besonders nach Westen hin eine ländliche Struktur erhalten hat. Im Quireiner Teil des Viertels hingegen beherrschen Monumentbauten und Machtsymbole des italienischen Faschismus sowie Wohnblöcke und monumentale Laubengänge, welche die rationalistische Strömung innerhalb der italienischen Architektur der 1920er und 1930er Jahre vertreten, das Bild. Ein ähnlicher Stil ist vereinzelt auch im Viertel Europa-Neustift anzutreffen. In den Vierteln Oberau-Haslach und Don Bosco hingegen tauchen vermehrt Hochhaussiedlungen der Nachkriegsmoderne auf. Im Süden befindet sich das größte Industrie- und Gewerbegebiet der Stadt, welches 1935 angelegt worden ist, um den Zuzug italienischer Arbeiter aus dem Süden zu fördern.[6] Eisackaufwärts zwischen Brennerautobahn und Bahnhofsareal liegt im Ortsteil Bozner Boden ein weiteres Gewerbegebiet, in dem auch ein Zollhof untergebracht ist. Wasserflächen machen weniger als 3 % aus, da es auf dem Stadtgebiet keine Seen gibt und die fließenden Gewässer allesamt in schmale Flussbetten gedrängt sind.

Nutzungsart Fläche in ha[7] Prozentual
Wohnbauflächen 610,14 11,66 %
Industrie- und Gewerbeflächen 341,67 6,53 %
Öffentliche Einrichtungen (inkl. Friedhof) 172,94 3,30 %
Militärflächen 14,98 0,29 %
Straßenverkehr 92,41 1,77 %
Flächen für Bahnanlagen 42,60 0,81 %
Flughafen, Lifte, Seilbahnen und Zubehörflächen 29,43 0,56 %
Deponien, Abraumhalden und Entsorgungsanlagen 16,72 0,32 %
Landwirtschaftlich genutzte Flächen 1431,89 27,36 %
Grün- und Freiflächen (inkl. Wald) 2335,77 44,63 %
Feucht- und Wasserflächen 139,75 2,67 %
Sonstige oder nicht klassifizierbare Flächen 5,7 0,10 %
Gesamt 5234 100 %

Klima[Bearbeiten]

Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur in den Sommermonaten liegt zwischen 27 und 29 °C, die durchschnittlichen nächtlichen Tiefstwerte in den Wintermonaten bei −1 bis −4 °C. Die durchschnittliche Lufttemperatur in Bozen beträgt 12,3 °C, der jährliche Niederschlag 710 mm. Im Schnitt ergibt sich die höchste Niederschlagsmenge im Juli mit über 88 mm, während der Januar mit rund 24 mm der trockenste Monat ist. Der Juli weist mit rund 7 Stunden und 30 Minuten täglich die längste Sonnenscheindauer auf. Der Dezember bringt es durchschnittlich immerhin noch auf 3 Stunden pro Tag.

Das Stadtklima von Bozen wird sowohl durch die Kessellage als auch durch die dichte Bebauung beeinflusst. So steigen während der wärmeren Jahreszeit Wärmebelastung und Schwüle, da der Luftaustausch im Stadtkern stark eingeschränkt ist. Problematisch ist vor allem die Luftverschmutzung im Stadtgebiet, die gegenwärtig am meisten auf den innerstädtischen Autobahnverkehr (in der Vergangenheit auch auf die Industrie) zurückzuführen ist. So ist die Belastung durch die klassischen Schadstoffe Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und die Schwermetalle spätestens seit der Jahrtausendwende im Rahmen aller Grenzwertvorgaben. In Sachen Feinstaub lässt sich zwar für den Zeitraum zwischen 2000 und 2009 eine Halbierung der Belastung feststellen, allerdings überschreiten die Werte nach wie vor die Jahresmittel-Richtlinien der WHO von 20 µg/m³ für PM10 und 10 µg/m³ für PM2,5 Partikel. Hinsichtlich der Stickstoffoxide (NO, NO2) ist die Situation bereits seit einigen Jahren unverändert. In der Stadt Bozen werden immer noch Überschreitungen des Jahresmittelgrenzwertes von 40 μg/m³ gemessen. Besonders problematisch sind schließlich auch die hohen Ozon-Werte in höheren Lagen, da es hier bisweilen auch an Lösungsansätzen fehlt, zumal lokale Maßnahmen allein kaum Wirksamkeit zeigen würden.[8][9]


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bozen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,6 9,2 14,6 18,7 23,1 26,9 29,2 28,5 24,4 18,2 10,8 6,0 Ø 18
Min. Temperatur (°C) −3,8 −1,4 2,9 7,1 11,0 14,3 16,0 15,5 12,3 6,8 1,2 −2,8 Ø 6,6
Temperatur (°C) 0,9 3,9 8,8 12,9 17,0 20,6 22,6 22,0 18,3 12,5 6,0 1,6 Ø 12,3
Niederschlag (mm) 23,8 26,1 35,9 56,4 72,1 79,1 88,5 87,4 71,0 69,4 66,1 34,4 Σ 710,2
Sonnenstunden (h/d) 3,3 4,3 4,8 5,3 5,7 6,7 7,5 6,9 6,0 4,9 3,4 3,1 Ø 5,2
Regentage (d) 4 3 5 7 9 9 9 9 7 7 7 5 Σ 81
Luftfeuchtigkeit (%) 72 69 62 66 69 66 66 68 71 75 74 73 Ø 69,3
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
5,6
−3,8
9,2
−1,4
14,6
2,9
18,7
7,1
23,1
11,0
26,9
14,3
29,2
16,0
28,5
15,5
24,4
12,3
18,2
6,8
10,8
1,2
6,0
−2,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
23,8
26,1
35,9
56,4
72,1
79,1
88,5
87,4
71,0
69,4
66,1
34,4
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Wetterdienst der Autonomen Provinz Bozen [10][11][12]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Bozens

Die spätere Stadt Bozen wurde ca. 1170–1180 als planmäßige Marktsiedlung mit einer zentralen Gasse und einem Marktplatz (Kornplatz) errichtet.[13][14] Um 1195 ist bereits ein Pfarrer namens Rudolf belegt,[13] der für seine Tätigkeit die um 1180 erweiterte, spätantike Marienkirche nutzte (der heutige Dom), die damals außerhalb der Stadtmauern lag.[15] Der mittelalterliche Markt erhielt seit dem späten 13. Jahrhundert stadtähnliche Vorrechte, doch ist erst für 1437 ein förmliches Bozner Stadtrecht mit 104 Artikeln bezeugt.[16] Die Stadtgemarkung wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals erweitert, zunächst um die bischöfliche Neustadt (Obstplatz), dann um die Wanger'sche Vorstadt (siehe Bindergasse) und zuletzt, nach diversen anderen Erweiterungen, 1911 um die weitläufige Landgemeinde Zwölfmalgreien und 1925 um die ehemalige Marktgemeinde Gries.

In Bozen wurden seit seiner Gründung mehrere Jahrmärkte (Messen) veranstaltet, 1635 gewährte die Tiroler Landesfürstin Claudia de’ Medici den Bozner Merkantilmagistrat (Handelsgericht).[17]

Die Industrialisierung Südtirols ging von Bozen aus, wo 1848 die Baumwollspinnerei Herrmann-Kofler gegründet wurde (eigentlich in St. Anton, bei St. Peter).[18] In Zwölfmalgreien entstanden bereits vor der Eingemeindung von 1911 weitere für Bozen wichtige Bauwerke wie der Bahnhof Bozen-Gries (1859), das E-Werk Kardaun (1901) und die Kohlerer Bahn (1908).[19]

Der seit dem 19. Jahrhundert aufblühende Tourismus hatte seinen Schwerpunkt im Kurort Gries, aber auch in Bahnhofsnähe entstanden mehrere Hotels (wie das heute noch bestehende Parkhotel Laurin, 1910).[20]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Das älteste erhaltene Bozner Häuserverzeichnis aus dem Jahr 1288 zählt 48 Häuser, bezieht sich jedoch nicht auf die innere Altstadt, sondern auf die ihr im Osten vorgelagerte Weintrauben- und Bindergasse sowie auf den sie im Norden umgehenden Straßenzug der heutigen Vintlerstraße und Wangergasse.[21][22][23] Ergänzend zu diesem kann aber das Zinsverzeichnis der Herrn von Wanga aus dem Jahr 1290 herangezogen werden, welches ein Marktrechtverzeichnis der ganzen Laubengasse, eines Teiles des Obstplatzes sowie der Neustadt (heutige Silbergasse und Dr.-Streiter-Gasse) darstellt und in dem weitere 106 Häuser aufgezählt sind.[21][22][24]


Die Anlage neuer Stadtquartiere sowie die Italianisierungsbemühungen der Zwischenkriegszeit beförderten den starken Bevölkerungszuwachs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1966 überschritt die Einwohnerzahl von Bozen zum ersten Mal die Grenze von 100.000, nachdem sie nur 26 Jahre zuvor noch bei 59.951 lag. Die höchste Einwohnerzahl in der Stadtgeschichte wurde mit 107.112 im Jahr 1975 verzeichnet. Nach einem anschließenden Rückgang deutlich unter die Marke von 100.000 wuchs die Bevölkerungszahl mit Beginn des neuen Jahrtausends wieder deutlich an.

Am 31. Dezember 2011 waren 104.841 Personen in Bozen ansässig, davon 54.742 Frauen (52,2%) und 50.099 Männer (47,8%). Trotz positivem Wanderungssaldo von +883 Personen (2011) lässt sich momentan der Trend beobachten, dass zahlreiche Bozner von der Stadt in das unmittelbare Umland übersiedeln, ihren Interessenschwerpunkt (Arbeit, zentrale Dienste) jedoch weiterhin im Stadtgebiet haben. Die Geburtenbilanz war in den vergangenen Jahren zumeist negativ. Das Durchschnittsalter der Bürger beträgt 44,07 Jahre und 23% der Bevölkerung sind älter als 65 Jahre.

In Bozen lebten Ende 2011 14.511 ausländische Staatsbürger. Das entspricht einem Anteil von 13,8 % an der Gesamtbevölkerung. Damit ist es Wohnsitzgemeinde von einem Drittel aller in Südtirol lebenden Ausländer. Die größten Gruppen der melderechtlich in Bozen registrierten Ausländer kamen am 31. Dezember 2011 aus Albanien (2.575), Marokko (1.695), Pakistan (969), Rumänien (889), Moldawien (650), Deutschland (641), Ukraine (639) und Peru (617).[25] 2004 wurde der erste Ausländerbeirat gegründet, der dem Gemeinderat in Ausländerfragen unterstützend zu Seite steht.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Bozen

Beschreibung: In Silber ein roter Balken mit goldenem sechsspitzigen Stern.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die zweisprachige ungarische Stadt Sopron/Ödenburg ist seit 1990 Bozens Partnerstadt. Am 4. Mai 2010 hat der Stadtrat einer bisher namenlosen kurzen Straße im Osten der Stadt den Namen Via Sopron gegeben.[26] Auf Deutsch wird die Straße laut Stadtratsbeschluss vom 17. August 2010 Ödenburger Straße genannt.[27]

Bozen wurde durch die Alpenkonvention zur Alpenstadt des Jahres 2009 erklärt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Städtebau, Sanierung und Denkmalschutz[Bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten]

Schloss Maretsch
Dom Maria Himmelfahrt
Michael Pacher: Verkündigung, Schreinflügel, Bozen-Gries, Alte Pfarrkirche
Evangelische Christus-Kirche
Rathaus Bozen
Südtiroler Archäologiemuseum

Schlösser und Burgen:

Weitere Bauten in der Innenstadt:

Sakralbauten[Bearbeiten]

Plätze und Gedenkstätten[Bearbeiten]

Architektonische Zeugnisse aus der faschistischen Zeit:

Seilbahnen, Promenaden und Radkunstwege[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Kino und Theater[Bearbeiten]

In Bozen gibt es auch mehrere Kinos, die Filme in italienischer, deutscher und vereinzelt auch in Originalsprache mit Untertiteln zeigen. Das Concordia-Kino wurde 2005 geschlossen. Ein bekanntes alternatives Kino Bozens ist das renommierte Programmkino Filmclub mit drei Sälen, das alljährlich im April die Bozner Filmtage veranstaltet. Am 12. Mai 2009 wurde in Bozen das neue Multiplex-Kino „Cineplexx“ der Betreibergesellschaft Constantin Film eröffnet. In der Vergangenheit hatte sich der Bau des neuen Kinos immer wieder verzögert. Es verfügt über sieben Kinosäle und ist somit das größte Kino in Südtirol.

Museen[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Bozen kann vier Blasmusikkapellen aufweisen, davon sind drei Kapellen deutscher Muttersprache (Stadtkapelle Bozen, Bürgerkapelle Gries, Musikkapelle Zwölfmalgreien) und eine italienischsprachige Kapelle (Corpo Musicale M. Mascagni).

Die Stadtkapelle Bozen vertrat 2008 das Land Südtirol beim Österreichischen Blasmusikwettbewerb in Feldkirchen in Kärnten und platzierte sich auf dem ersten Platz, wurde somit österreichischer Bundessieger.[28]

In Bozen gibt es zahlreiche Chöre, darunter drei Männergesangvereine, von denen zwei im Männergesangverein Bozen zusammengefasst sind.

Für die professionelle Musikausbildung gibt es in Bozen das Konservatorium „Claudio Monteverdi“, das aus der Musikschule des Bozner Musikvereins hervorgegangen ist.

Im Januar 2005 wurde Bozen zur Guggenmusik-Hauptstadt Europas. 34 Guggenmusiken aus der Schweiz und aus Deutschland haben am 39. Europäischen Guggenmusikfestival teilgenommen.

Sport[Bearbeiten]

Die Stadt Bozen beherbergt jedes Jahr mehrere sportliche Events und ist Geburtsort vieler Sportler. Laut einigen Studien ist Bozen im Vergleich zu den anderen italienischen Städten diejenige, in der die Bevölkerung am meisten sportliche Aktivitäten betreibt. Bozen ist auch Sitz des italienischen Faustballverbandes.

Sportstätten:

  • Eiswelle/Palaonda – Hockeystadion: Bis vor den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin war es das größte Hockeystadion Italiens mit 7220 Plätzen.
  • Drusus-Stadion: Fußballstadion mit einer Kapazität von 3000 Zuschauern
  • Europastadion – American-Football-Stadion: mit Kunstrasen und einer Kapazität von 3000 Sitzplätzen
  • Stadthalle/Palasport: Beherbergt mit seinen 2608 Sitzplätzen die meisten sportlichen Events, Konzerte und Vorstellungen (auch Fernseh-Shows)
  • Sportpalast:
  • Schwimmbad: mit 50-m-Becken und 10-Meter-Turm
  • Zwei Hallenbäder mit Kurzbahnen: werden auch für Wettkämpfe genutzt, eines davon (Hallenbad Karl Dibiasi) verfügt auch über einen 10-Meter-Turm

Eishockey:

Zusammen mit Mailand und Canazei hat Bozen die Eishockey-Weltmeisterschaft von 1994 beherbergt. Die lokale Eishockeymannschaft, der HC Bozen Foxes, ist mit 18 Meistertiteln, 3 Coppa Italia, 3 Supercoppa Italiana, 1 Alpenliga und 1 Europäischer Supercup Titel, die erfolgreichste Mannschaft Italiens. Die zweite Bozner Mannschaft ist der EV Bozen 84, der seit 2010 wieder in der Serie A2 spielt. Auch bei den Frauen war Bozen in Italien führend; der Hockey Club Eagles Bozen, aufgelöst im Jahr 2008, gewann insgesamt 7 Meistertitel. Die Nachfolgemannschaft EV Bozen 84 Eagles hat drei der vier Meisterschaften gewonnen, an denen sie teilgenommen hat.

Fußball:

Nach mehr als 30 Jahren Abstinenz ist mit dem FC Südtirol – Alto Adige ab der Saison 2010/2011 wieder ein Südtiroler Verein in der Lega Pro Prima Divisione vertreten. Im Sommer werden in Bozen eine Vielzahl hochkarätiger Freundschaftsspiele ausgetragen, aber auch auf niedrigerem Niveau, wie dem „SüdtirolCup“ und dem 5er-Fußball „Stadtturnier“, finden diese jährlich regen Zulauf.

Radsport:

Bozen war oft Etappenort des Giro d’Italia und anderer Radsportevents. Am 25. Mai 2003 endete das Einzelzeitfahren des Giro d’Italia der 15. Etappe mit einem Sieg des Spaniers Aitor Gonzalez Jimenez in Bozen. Auch im Giro d' Italia 2010 führte die 14. Etappe durch Bozen. Wir erinnern dabei an Südtirols dichtes Fahrradwegenetz.

Laufsport:

Jedes Jahr am 31. Dezember wird seit 1975 in Bozen die BOclassic, ein Straßenlauf über die Distanz von 10 km (für Frauen 5 km) mit internationaler Besetzung, ausgetragen. Die Rekordsieger sind Serhij Lebid und Berhane Adere. Vor dem Eliterennen findet auf demselben Kurs, einer 1250 m langen Runde durch die Altstadt, ein Volkslauf über 5 km statt.

Ab 2010 wird Bozen zum Zielort des bislang in Neumarkt abgehaltenen Südtirol-Marathons.

Basketball:

In Bozen gibt es eine Basketball-Frauenmannschaft, den Basket Club Bozen Iveco Lenzi, die in der Serie A2 eingeschrieben ist. Von der Saison 2003/04 bis zu der 2005/06 spielte sie in der obersten Liga der Serie A1. Gespielt wird im Palazzetto Paola Mazzali, dem Stadion, das dem großen Kapitän dieser Mannschaft gewidmet wurde, nachdem sie in einem Verkehrsunfall im August 2006 ums Leben kam.

Daneben gibt es noch zwei Herrenmannschaften:

  • Bozen Basket (spielt in der Serie D)
  • US Bozner Boden Electrogroup TEC (spielt in der Serie C)

Handball:

Der SSV Bozen Loacker ist die einzige Handballmannschaft der Stadt und spielt in der Serie A (Kreis Nord), 2012 wurde der SSV Bozen sowohl Cupsieger, Italienmeister als auch Supercupsieger.

Rugby:

Seit einigen Jahren wird in Bozen auch Rugby gespielt. Die Sudtirolo Rugby Cavaliers sind die einzige Rugbymannschaft Südtirols und spielen in der italienischen Serie C. Daneben gibt es auch eine Frauenrugbymannschaft, die Red Queens. Die Heimspiele werden in der Sportzone Pfarrhof ausgetragen.

Faustball:

Bozen ist Italiens einzige Stadt, die eine Faustballmannschaft hat. Die Mannschaft, die zum Sportverein SSV Bozen gehört, ist auch gleichzeitig die italienische Nationalmannschaft. Sie spielt in der 1. Österreichischen Bundesliga (FBL).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vom 21. bis zum 25. Juli 2010 war Bozen Austragungsort der 47. Europeade.

Internationaler Klavierwettbewerb[Bearbeiten]

Der Internationale Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni wird seit 1949 in Bozen durchgeführt. Der Bewerb ist programmatisch nach dem italienischstämmigen Pianisten Ferruccio Busoni (1866–1924) benannt, der hauptsächlich in Leipzig und Berlin wirkte und in Person und Oeuvre die italienische und deutsche Musikkultur auf das Engste verknüpfte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Per Stichtag 22. Oktober 2001 waren in Bozen 61.376 Mitarbeiter in 11.672 Arbeitsstätten angestellt. Öffentliche Körperschaften haben mit 315 Arbeitsstätten und 13.835 Angestellten hierbei einen nicht unwesentlichen Anteil. 2.308 Angestellte sind bei Non-Profit-Organisationen tätig. Bozen ist vor Meran (35.000), Brixen (20.000) und Bruneck (10.700) der größte Beschäftigtenstandort Südtirols. Außerdem gehört Bozen zu den größten Weinbaugebieten Südtirols. Bozens Weine werden besonders in St. Magdalena, Guntschna und Gries produziert und in der Kellerei Bozen gekeltert.

2004 wurde der Versuch, vor den Toren der Stadt ein Einkaufszentrum zu errichten, endgültig abgewehrt. Auch die Bemühungen, in Bahnhofsnähe ein größeres Einkaufszentrum zu errichten, scheiterten bis jetzt. Die Südtiroler Raumordnung hemmt die Zersiedlung, die Ansiedelung von großen Märkten auf der grünen Wiese und fördert dafür den Einzelhandel.

In Bozen Süd befindet sich die internationale Messe Bozen, mit Messegelände, Kongresszentrum und Messehotel.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Ein LKW des Transport- und Logistik-Unternehmens FERCAM.
Sitz des Milchprodukteherstellers Mila in Bozen.

Zu den größten in Bozen ansässigen Unternehmen [29] zählen die Einzelhandelskette ASPIAG (Austria SPAR International AG) mit einem Umsatz von 1530 Mio. € (2010), die Edelstahlwerke Acciaierie Valbruna SPA mit einem Umsatz von 582 Mio. € (2010), sowie Sozietät für Wirtschafts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Betriebsberatung Podini & Partners mit einem Umsatz von 501 Mio. € (2010). Weitere führende Unternehmen sind das Transport- und Logistik-Unternehmen Fercam AG (Umsatz: 434 Mio. €), sowie die im Energiesektor tätigen Etschwerke (419 Mio. €) und die SEL-Gruppe (272 Mio. €). Ferner sind in Bozen die international tätigen Unternehmen Salewa (Ober Alp AG, Produkte für den Bergsport), Thun AG (Sammlerobjekte), sowie Außenstellen der Unternehmen FRI-EL Green Power (Erneuerbare Energien) und Iveco (Nutzfahrzeughersteller) ansässig. Zu den regional bedeutsamen Unternehmen zählen die Bergmilch Südtirol (Milchproduktehersteller) und die Athesia (Druck- und Verlagsgruppe).

Der Techno Innovation Park South Tyrol (TIS) ist ein im Süden der Stadt gelegenes Zentrum, welches sich der Unternehmungsgründung innovativer Firmen, dem Innovationsprozess, sowie der Kooperation und Technologietransfer zwischen Südtiroler Firmen widmet. Zu den wichtigsten innovativen und technologieorientierten Unternehmen in Bozen zählen u.a. die bereits angeführte FRI-EL Green Power, der Hersteller für Multifunktionsglas Glas Müller Vetri Spa, das in der Medizintechnik tätige Unternehmen Health Robotics GmbH, der Beschneiungsanlagenhersteller TechnoAlpin und der Elektronik-Hersteller Microgate GmbH.[30]

Medien[Bearbeiten]

Das Funkhaus der RAI am Mazziniplatz in Bozen

Rundfunk- und Fernsehanstalten:

In Bozen hat die RAI (öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Italiens) ihren regionalen Hauptsitz. Sie produziert Programme in italienischer, deutscher und ladinischer Sprache. Da das lokale Programm nicht 24 Stunden lang gesendet wird, basiert der regionale Kanal auf dem nationalen Rai Tre. Sobald eine lokale Sendung beginnt, wird das nationale Programm zu Gunsten des Rai Senders Bozen überblendet.

Der italienischsprachige Privatsender Video 33 (ehemalige Videobolzano33) hat ebenfalls seinen Sitz in Bozen. In Bozen empfängt man eine Vielzahl von weiteren lokalen Radiosendern in italienischer wie auch in deutscher Sprache: RTTR, TCA, Radio NBC, Radio Tandem, Radio Sacra Famiglia, Südtirol 1, Radio Grüne Welle und Radio Nord.

Einige von ihnen sind im 2008 eröffneten Südtiroler "Funkhaus" in der Innsbrucker Straße untergebracht.

Der Österreichische Rundfunk (ORF) ist ebenfalls in Bozen mit einer eigenen Niederlassung vertreten und sendet täglich (allerdings aus Innsbruck) das lokale Nachrichtenmagazin Südtirol heute.

Zuständig für die Übertragung von Fernsehprogrammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Rundfunkanstalt Südtirol RAS, eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in Bozen.

Presseerzeugnisse:

In Bozen erscheinen folgende Tages- und Wochenzeitungen:

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Eisackuferstraße, eine wichtige Ausfallstraße

Bozen liegt an der Brennerautobahn (A22) und ist somit sowohl nach Süden als auch nach Norden an das europäische Autobahnnetz angebunden.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Über die Brennerbahn kann man Innsbruck, München, Mailand, Venedig und Rom direkt erreichen. Die Bahnstrecke Bozen–Meran verbindet das Burggrafenamt mit dem Vinschgau.

Lokaler öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Die Drahtseilbahn nach Kohlern 1932

Die Altstadt ist für den privaten Verkehr gesperrt. Der innerstädtische öffentliche Verkehr wird heute mit meist methangasbetriebenen Bussen der SASA AG abgewickelt. Regionale Buslinien fahren in alle Bezirke und Täler Südtirols. Der öffentliche Nahverkehr im Stadtgebiet von Bozen und dem näherem Umfeld wurde früher mit umweltfreundlichen Straßenbahnen und Lokalbahnen (z. B. Überetscher Bahn) durchgeführt, wobei die Straßenbahn Bozen 1909 eröffnet und 1948 wieder eingestellt wurde. Lediglich die ehemalige Talstrecke der Rittnerbahn hatte bis zur Einstellung von deren Zahnradbetrieb im Jahr 1966 Bestand. Drei Seilbahnen verbinden zwei Gemeinden und eine Fraktion von Bozen mit der Stadt (Kohlerer Bahn, Seilbahn Jenesien, Rittner Seilbahn). Erwähnenswert sind auch noch zwei ehemalige Standseilbahnen, die Virglbahn und die Guntschnabahn, welche die Stadt mit den Naherholungsgebieten verbanden.

Aufgrund der andauernden Pendlerstaus werden verschiedene Erweiterungen des Öffentlichen Personennahverkehrs in und um Bozen diskutiert. Ursprünglich sollte Bozen eine Straßenbahn erhalten und das Überetsch über eine reaktivierte Überetscher Bahn (entweder als Trambahn oder MiniMetro) angebunden werden. Allerdings verhinderten hohe Realisierungskosten eine Umsetzung.[31] Aktuell wird über die Inbetriebnahme einer Metrobuslinie zwischen Bozen und dem Überetsch diskutiert.[32]

Radverkehr[Bearbeiten]

In den vergangenen Jahren wurden zudem die Radwege systematisch zu einem funktionierenden Netz ausgebaut. Als Markenzeichen können die zweibahnigen Fahrradstreifen mit Mittelstreifen und Gegenverkehr gelten, die baulich vom Autoverkehr getrennt sind. Dadurch liegt der Fahrradanteil inzwischen bei 30 Prozent.[33]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Weiters hat Bozen einen Flughafen, derzeit (April 2014) werden täglich 4 Linienflüge (am Wochenende eine Verbindung) von und nach Rom sowie an Samstagen eine Verbindung nach Lugano angeboten.[34] Außerdem ergänzen saisonal verschiedene Charterflugziele das Angebot.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

In Bozen gibt es ein öffentliches Krankenhaus, das Zentralkrankenhaus Bozen. Daneben gibt es drei (früher vier) private Krankenhäuser: die Marienklinik (Früher Marieninternat), die Bonviciniklinik und die Villa Melitta. Das älteste Altersheim ist das ehemalige Armenhaus in der Rauschertorgasse, es wird wie ein weiteres privat geführt, ist aber mit den Sozialdiensten konventioniert, die selbst vier Altersheime und mehrere Tagesstätten für Senioren führt. Am Stadtrand von Bozen befindet sich das von Gesundheitsbezirk Bozen geführte Langzeitpflegeheim Firmian.

Friedhöfe[Bearbeiten]

Der Friedhof in Oberau dient seit den 1930er Jahren als öffentlicher Hauptfriedhof der Gemeinde Bozen. Er zeichnet sich durch einen parkartigen Charakter aus und liegt am Hangfuß des Kohlerer Bergs im Stadtviertel Oberau-Haslach. Ebenfalls unter der Kontrolle der Gemeinde stehen die beiden weiteren Friedhöfe in Gries und in Sankt Jakob, welche jedoch direkt von den örtlichen Pfarreien verwaltet werden. Den in St. Jakob gelegenen Österreichischen Soldatenfriedhof betreut der 1874 gegründete Militär-Veteranen-Verein Bozen (im Österreichischen Schwarzen Kreuz).

Bildung[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

Seit 1998 ist Bozen Sitz der Freien Universität Bozen (FUB) und somit Universitätsstadt. Die Freie Universität Bozen bietet dreisprachige Studiengänge in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch an. Seit der Gründung der Universität Bozen hat sich die Stadt verändert: Sie bietet jetzt mehr Gastlokale und das reichhaltige Kulturangebot wurde weiter ausgebaut. Dies hat allerdings auch zu Verstimmungen zwischen Lokalbetreibern und Anrainern geführt. Im Frühjahr/Sommer 2005 erreichten diese Verstimmungen ihren vorläufigen Höhepunkt, einige Lokale mussten vorübergehend ihre Sperrstunde herabsetzen, was dem Image der neuen Universitätsstadt Bozen einen harten Schlag versetzte.

Erwähnenswert ist auch die Europäische Akademie EURAC, eine parauniversitäre Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt Sprachminderheiten und Umwelt sowie erneuerbare Energien.

Neben der Universität beherbergt Bozen auch die nach der Tiroler Landesfürstin Claudia de’ Medici benannte Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana.

Weitere Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Bozen gibt es aufgrund der drei Sprachen (deutsch, italienisch, ladinisch) zahlreiche Schulen. So wird die im 19. Jahrhundert gebaute Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule, die im Jahre 1908 mit dem Unterrichtsbetrieb begann, nunmehr als fünfklassige Grundschule geführt. Zu den weiterführenden Schulen gehört das Humanistische Gymnasium „Walther von der Vogelweide“ (600 Schüler) mit klassischem Lyzeum (ursprünglich nur für Mädchen), die technisch ausgerichtete Gewerbeoberschule („Max Valier“), die wirtschaftlich ausgerichtete HandelsoberschuleHeinrich Kunter“ (795 Schüler), das Realgymnasium Bozen, die Oberschule für Geometer "Peter Anich", das Sprachenlyzeum (seit 1985), das Kunstlyzeum (seit 1992) und die musikalische Fachrichtung (seit 2003). Seit 1780 besteht – mit einigen Unterbrechungen – das Franziskanergymnasium, welches auch die Mittelschule umfasst. 1954 wurde das Südtiroler Kulturinstitut gegründet. Hier werden Kontakte zum deutschen Kulturraum gepflegt, es finden Theatergastspiele, Gastkonzerte, Ausstellungen, Autorenlesungen und wissenschaftliche Tagungen statt.

Weltbekannt ist auch die ZeLIG, eine dreijährige und dreisprachige Schule für Dokumentarfilm, Fernsehen und Neue Medien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Als besonderes Zeichen des Bürgerstolzes galten die "Acht Bozner Seligkeiten", die Karl Theodor Hoeniger in seinem bekanntesten Gedicht beschrieben hat.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrä Johann Bergmeister: Physisch-medizinisch-statistische Topographie der Stadt Bozen mit den drei Landgemeinden zwölf Malgreien, Gries und Leifers, oder des ehemaligen Magistratbezirkes Bozen, Bozen: Selbstverlag 1854.
  • Andreas Simeoner: Die Stadt Bozen, Bozen: Wohlgemuth 1890.
  • Franz Huter: Beiträge zur Bevölkerungsgeschichte Bozens im 16.–18. Jahrhundert, Bozen: Athesia 1948.
  • Bozner Bürgerbuch 1551–1806. Hrsg. vom Heimatpflegeverband Bozen, 2 Bde., Innsbruck: Wagner 1956.
  • Karl Theodor Hoeniger: Altbozner Bilderbuch, 3. Aufl., Bozen: Ferrari-Auer 1968.
  • Stadt im Umbruch – Beiträge über Bozen seit 1900. Hrsg. vom Südtiroler Kulturinstitut, Bozen: Athesia 1970.
  • Hermann Achenbach: Bozen – Bevölkerungsdynamik und Raumgliederung einer zweisprachigen Stadt. In: Die Erde 106, 1975.
  • Bruno Klammer (Hrsg.): P. J. Ladurner's Chronik von Bozen 1844, Bozen: Athesia 1982.
  • Rolf Petri: Storia di Bolzano, Padova: Il Poligrafo 1989. ISBN 8871150074 (mit Literaturverz. S. 265ff).
  • Oswald Trapp (Hrsg.), Tiroler Burgenbuch, Bd. 8: Raum Bozen, Bozen: Athesia 1989. ISBN 88-7014-495-X
  • Norbert Mumelter: Bozner Geschichte am Straßenrand. Straßen und Plätze von Bozen, Bozen: Athesia 1990.
  • Oswald Egger, Hermann Gummerer: Walther: Dichter und Denkmal. Wien/Lana: Edition Procura 1990. ISBN 3-901118-00-4.
  • Bozen von den Anfängen bis zur Schleifung der Stadtmauern / Bolzano dalle Origini alla Distruzione della Mura, Bozen: Athesia 1991. ISBN 887014559X.
  • Gaetano Sessa: Bolzano in cartolina – Die Stadt Bozen in den Ansichtskarten, 1890–1940, Trento: Arca 1994.
  • Bozen von den Grafen von Tirol bis zu den Habsburgern / Bolzano fra i Tirolo e gli Asburgo, Bozen: Stadtgemeinde Bozen 1999. ISBN 8870149862.
  • Siglinde Clementi, Martha Verdorfer: Frauen – Stadt – Geschichte(n): Bozen/Bolzano vom Mittelalter bis heute, Wien/Bozen: Folio 2000. ISBN 3852561345.
  • Hans Heiss: Gelungene Pazifizierung? Die Stadt Bozen/Bolzano im Spannungsfeld nationaler und kultureller Auseinandersetzungen 1919–1999. In: Roland Marti (Hrsg.): Grenzkultur – Mischkultur?, Saarbrücken 2000, S. 209–241.
  • Gabriele Rath u. a. (Hrsg.): Bozen – Innsbruck: zeitgeschichtliche Stadtrundgänge, Wien/Bozen: Folio 2000. ISBN 3-85256-125-6.
  • Oswald Stimpfl: Bozen kompakt – die Stadt auf einen Blick: Sehenswertes, Gastlichkeit, Kultur, Wien/Bozen: Folio 2002. ISBN 3-85256-210-4.
  • Bruno Mahlknecht: Bozen durch die Jahrhunderte – Band 1, Athesia Spectrum, Bozen 2005, ISBN 978-88-6011-020-6.
  • Ders.: Bozen durch die Jahrhunderte – Band 2, Athesia Spectrum, Bozen 2006, ISBN 978-88-6011-021-3.
  • Ders.: Bozen durch die Jahrhunderte – Band 3, Athesia Spectrum, Bozen 2006, ISBN 978-88-6011-027-5.
  • Ders.: Bozen durch die Jahrhunderte – Band 4, Athesia Spectrum, Bozen 2007, ISBN 978-88-6011-077-0.
  • Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500, 2 Bde., Bozen: Stadtgemeinde Bozen 2005–2008, ISBN 889018700X[35] und ISBN 9788890187018.[36]
  • Andrea Bonoldi, Markus A. Denzel: Bozen im Messenetz Europas (17.–19. Jahrhundert) / Bolzano nel sistema fieristico europeo (secc. XVII–XIX). Bozen: Athesia 2007. ISBN 978-88-8266-311-7.
  • Renate Brenn-Rammlmair: Stadtbaumeister Gustav Nolte. Der Heimatstil in Bozen 1908–1924, Bozen: Athesia 2007. ISBN 978-88-8266-361-2.
  • Gotthard Andergassen, Ettore Frangipane: Zweihundert Jahre Bozner Waltherplatz in Bildern / 200 anni piazza Walther a Bolzano in immagini 1808–2008, Bozen: Raetia 2008, ISBN 978-88-7283-330-8.
  • Helmut Stampfer (Hrsg.): Das Landesfürstliche Amtshaus in Bozen: vom maximilianischen Amtsgebäude zum Naturmuseum, Wien/Bozen: Folio 2008. ISBN 978-3-85256-373-2.
  • Hubert Stuppner: Musik und Gesellschaft in Südtirol, Band 1: Bozen 1800–2000, Bozen: Raetia 2009. ISBN 978-88-7283-337-7.
  • Stefan Stabler: Burgen und Ansitze – Bozen und Umgebung, Bozen: Athesia 2009. ISBN 978-88-8266-544-9.
  • Hannes Obermair: Bozen/Bolzano 1850–1950 (Reihe Archivbilder), 2. Aufl., Erfurt: Sutton 2010. ISBN 978-3-86680-489-0.
  • Adolph Stiller (Hrsg.): Stadt.Beispiel.Bozen._Projektentwicklung Bahnhofsareal. Architektur im Ringturm XXIV. Müry Salzmann Verlag, Salzburg 2011, ISBN 978-3-99014-048-2.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Bozen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bozen

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bozen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bozen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bozen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vom Isonzo in die Talferstadt. Artikel auf der Homepage der Stadt Bozen. Abgerufen am 18. Dezember 2012.
  2. Talferstadt (città del Talvera). Auf: rete comuni italiani. Abgerufen am 18. Dezember 2012.
  3. Erläuterungen zur geologischen Karte von Italien im Maßstab 1:50.000 (Blatt 026 – Eppan) (PDF; 5,1 MB), S. 169–170. Auf: isprambiente.gov.it. Abgerufen am 19. Dezember 2012.
  4. Erläuterungen zur geologischen Karte von Italien im Maßstab 1:50.000 (Blatt 026 – Eppan) (PDF; 5,1 MB), S. 136. Auf: isprambiente.gov.it. Abgerufen am 19. Dezember 2012.
  5. Geologische Karte von Italien im Maßstab 1:50.000 (Blatt 027 – Bozen). Auf: isprambiente.gov.it. Abgerufen am 19. Dezember 2012.
  6. Alfred Gufler: Bozen – Die Stadt und ihre faschistische Architektur. Auf: uibk.ac.at. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  7. Flächenstatistik der Provinz Bozen auf Gemeinde- und Bezirksebene (MS Excel; 157 kB). Auf: provinz.bz.it. Abgerufen am 20. Dezember 2012.
  8. Beurteilung der Luftqualität 2005–2015. Auf: provinz.bz.it. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  9. Maßnahmenkatalog zur Reduzierung und Vorbeugung der Luftverschmutzung. Auf: provinz.bz.it. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  10. Monatliche und jährliche Mittelwerte der Temperatur gemessen an der Wetterstation Bozen (PDF; 49 kB). Auf: Wetterdienst der Autonomen Provinz Bozen. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  11. Monatliche und jährliche Niederschlagsmengen gemessen an der Wetterstation Bozen (PDF; 25 kB). Auf: Wetterdienst der Autonomen Provinz Bozen. Abgerufen 22. Dezember 2012.
  12. Sonnenstunden und relative Feuchte. Auf: wetterkontor,de. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  13. a b  Hannes Obermair: Kirche und Stadtentwicklung. In: Der Schlern. 69. Jahrgang, Nr. Heft 8/9, 1995, S. 449–474 (http://www.gemeinde.bozen.it/UploadDocs/5273_Kirche_und_Stadtentstehung_Schlern_1995.pdf).
  14.  Mahlknecht, Bruno: Bozen durch die Jahrhunderte. Band 1, Athesia Spectrum, Bozen 2005, ISBN 8860110203, Vom bischöflichen Markt zum Stadtmagistrat, S. 41ff.
  15. Dom, Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt". In: Atlas. Tr3cento. Gotische Maler in Bozen. Amt für Kultur der Stadt Bozen, abgerufen am 23. Februar 2011.
  16. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Bd. 2: 1401–1500, Bozen: Stadtgemeinde 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 79–83 Nr. 996.
  17. Hans Heiss: 800 Jahre Messen und Märkte in Bozen. Messe Bozen, 28. Oktober 2002, abgerufen am 23. Februar 2011.
  18. 4. Archive der Wirtschaft. Südtiroler Landesarchiv, abgerufen am 24. Februar 2011.
  19. Technikmeile. Kuratorium für Technische Kulturgüter, 2006, abgerufen am 24. Februar 2011.
  20. die Kunst des logierens. Parkhotel Laurin, abgerufen am 24. Februar 2011.
  21. a b Historisches Ortslexikon Südtirol, S. 16–18 (PDF; 615 kB). Auf: oeaw.ac.at. Abgerufen am 24. Dezember 2012.
  22. a b Karl Theodor Hoeniger: Ein Häuserverzeichnis der Bozner Altstadt von 1497 (PDF; 3,8 MB). In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, Bd. 31. Innsbruck 1951, S. 309–310. Auf: landesmuseum.at. Abgerufen am 24. Dezember 2012.
  23. Oswald Zingerle (Hrsg.): Meinhards II. Urbare der Grafschaft Tirol. In: Österreichische Geschichtsquellen (Fontes rerum Austriacarum), Bd. 45, Teil 1. Wien 1890, S. 116–128.
  24. Leo Santifaller: Ein Zinsverzeichnis der Herrn von Wanga in Bozen aus der Zeit um 1300. Innsbruck 1924, S. 9.
  25. Bevölkerungsentwicklung und –struktur der Stadt Bozen und ihrer Stadtviertel – 2012 (PDF, 2,73 MB)
  26. Stadtratsbeschlüsse vom 4. Mai 2010 auf Gemeinde.Bozen.it
  27. Stadtrat Bozen: Einen Platz nach Silvius Magnago benannt. Suedtirolnews, 17. August 2010.
  28. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatErgebnisliste auf blasmusikwettbewerb.at. Abgerufen am 7. November 2009 (PDF; 17 kB).
  29. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTop-50 der Südtiroler Wirtschaft: Aspiag-Despar bleibt Nummer eins. Abgerufen am 21. Januar 2013.
  30. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLeaders – Innovationstreiber in Südtirol. Abgerufen am 21. Januar 2013 (PDF; 2,6 MB).
  31. Verkehrslösung für Überetsch: Landesregierung diskutiert Metrobus auf Provinz.bz.it
  32. Anbindung Überetsch-Bozen: Metrobus überzeugt auf Provinz.bz.it.
  33. Fahrradfreundliches Bozen
  34. http://www.bolzanoairport.it/images/ORARI_ESTATE_2014.pdf
  35. Download Bozen Süd – Bolzano Nord, Bd. 1 (PDF; 6,0 MB)
  36. Download Bozen Süd – Bolzano Nord, Bd. 2 (PDF; 10,1 MB)