Südtirol

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Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Provincia Autonoma di Bolzano – Alto Adige
Provinzia Autonoma de Balsan/Bulsan – Südtirol
Wappen
Provinz Cuneo Provinz Turin Provinz Asti Provinz Alessandria Provinz Vercelli Provinz Biella Provinz Verbano-Cusio-Ossola Provinz Novara Provinz Pavia Provinz Lodi Provinz Cremona Provinz Mantua Provinz Brescia Provinz Bergamo Provinz Monza und Brianza Provinz Mailand Provinz Varese Provinz Como Provinz Lecco Provinz Sondrio Provinz Rimini Provinz Forlì-Cesena Provinz Ravenna Provinz Ferrara Provinz Bologna Provinz Modena Provinz Reggio Emilia Provinz Parma Provinz Piacenza Grosseto Provinz Siena Provinz Arezzo Provinz Prato Provinz Florenz Provinz Pisa Provinz Livorno Provinz Lucca Provinz Pistoia Provinz Massa-Carrara Provinz La Spezia Provinz Genua Provinz Savona Provinz Imperia Bozen Trentino Provinz Pordenone Provinz Udine Provinz Gorizia Provinz Triest Provinz Venedig Provinz Verona Provinz Rovigo Provinz Padua Provinz Vicenza Provinz Treviso Provinz Belluno Provinz Sassari Provinz Olbia-Tempio Provinz Oristano Provinz Nuoro Provinz Ogliastra Provinz Medio Campidano Provinz Carbonia-Iglesias Provinz Cagliari Provinz Trapani Provinz Palermo Provinz Agrigent Provinz Caltanissetta Provinz Messina Provinz Enna Provinz Ragusa Provinz Catania Provinz Syrakus Provinz Vibo Valentia Provinz Reggio Calabria Provinz Catanzaro Provinz Crotone Provinz Cosenza Provinz Potenza Provinz Matera Provinz Foggia Provinz Barletta-Andria-Trani Provinz Bari Provinz Tarent Provinz Brindisi Provinz Lecce Provinz Caserta Provinz Neapel Provinz Benevento Provinz Salerno Provinz Avellino Provinz Campobasso Provinz Isernia Provinz Viterbo Provinz Rieti Provinz Frosinone Provinz Rom Provinz Latina Provinz Chieti Provinz Pescara Provinz Teramo Provinz L'Aquila Provinz Terni Provinz Perugia Provinz Pesaro-Urbino Provinz Ancona Provinz Macerata Provinz Fermo Provinz Ascoli Piceno Aostatal San Marino Vatikanstadt Algerien Tunesien Malta Montenegro Bosnien und Herzegowina Kroatien Slowenien Ungarn Schweiz Österreich Schweiz Monaco Frankreich Frankreich FrankreichLage innerhalb Italiens
Über dieses Bild
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol Trentino-Südtirol
Hauptstadt: Bozen
Fläche: 7.400,43 km²
Einwohner: 515.714 (31. Dez. 2013)[1]
Sprachgruppen: deutsch (62,3 %),
italienisch (23,4 %),
ladinisch (4,1 %),
andere (10,2 %)
(Stand: Volkszählung 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 69,7 Einwohner/km²
Anzahl Gemeinden: 116
Kfz-Kennzeichen: BZ
ISO-3166-2-Kennung: IT-BZ
Landeshauptmann: Arno Kompatscher (SVP)
Website: www.provinz.bz.it
Übersichtskarte von Südtirol

Südtirol (amtlich Autonome Provinz Bozen – Südtirol; italienisch Alto Adige, Sudtirolo; ladinisch Südtirol) ist die nördlichste Provinz Italiens und bildet zusammen mit der Provinz Trient die autonome Region Trentino-Südtirol. Seit Inkrafttreten der erweiterten Autonomie im Jahr 1972 genießt Südtirol umfassende Selbstverwaltungsrechte und wird seiner selbstständigen Ausrichtung entsprechend als autonome Provinz bzw. als Land bezeichnet. Südtirol zählt rund 515.000 Einwohner. Die Landeshauptstadt Südtirols ist Bozen.

Südtirol zählt zu jenen Gebieten Italiens, in denen eine starke Regionalkultur vorherrscht. In Südtirol ist sie auf die bairische und ladinische Besiedlung sowie auf die historisch gewachsenen Bindungen an den deutschen und österreichischen Kulturraum zurückzuführen. Die europäische Einigung ermöglicht eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den anderen Teilen des ehemaligen Kronlandes Tirol, die seit Gründung der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino am Beginn einer institutionellen Verflechtung steht.

Hinsichtlich der sprachlich-kulturellen Differenzierung setzt sich die Bevölkerung gegenwärtig zu über 62 % aus deutschsprachigen und zu etwa 23 % aus italienischsprachigen Südtirolern zusammen. Rund 4 % der Bevölkerung, hauptsächlich im Dolomitengebiet, gehören zur ladinischen Sprachgruppe. Inner- und außereuropäische Migration hat insbesondere seit den 1990er-Jahren zu einer weiteren Diversifizierung der Bevölkerungszusammensetzung geführt.

Entstehung und Bedeutungswandel des Begriffs „Südtirol“[Bearbeiten]

Landkarte The Valleys of Tirol aus dem Jahr 1874, in der in etwa das heutige Südtirol und Osttirol als South Tirol bezeichnet werden; der italienischsprachige Landesteil scheint als Wälsch- or Italian Tirol or the Trentino auf.

„Südtirol“ als Bezeichnung einer politischen Verwaltungseinheit: Ein vom größeren Tiroler Gesamtzusammenhang politisch und juridisch abgegrenztes Südtirol gibt es erst als unmittelbare Folge des Ersten Weltkriegs: War Tirol bis dahin ein geschlossener Teil von Österreich-Ungarn gewesen, so wurden das heutige Südtirol und das Trentino (ehemals Welschtirol) mit Friedensvertrag von 1919 Italien zugesprochen. Die 1927 gegründete Provinz Bozen erlangte erst mit dem Ersten Autonomiestatut von 1948 ihren heutigen geographischen Umfang, wurde allerdings amtlich noch als Tiroler Etschland bezeichnet. Die für dieses Gebiet seit den 1920er-Jahren allgemein übliche Bezeichnung Südtirol wurde mit dem Zweiten Autonomiestatut von 1972 erstmals offiziell anerkannt. Seither verwendet die Landesverwaltung als Eigenbezeichnung die Langform Autonome Provinz Bozen – Südtirol. Das italienische Äquivalent hierzu lautet Provincia Autonoma di Bolzano – Alto Adige, das ladinische Provinzia Autonoma de Balsan – Südtirol (auf Gadertalisch) oder Provinzia Autonoma de Bulsan – Südtirol (auf Grödnerisch).

„Südtirol“ als topographische Bezeichnung: Der Name „Südtirol“ bzw. seine Entsprechungen in anderen Sprachen (South Tyrol oder Tirol im Englischen, Sud-Tyrol im Französischen) fanden bereits im 19. Jahrhundert Verbreitung, konnten sich jedoch auf verschiedene südliche Gebiete der Grafschaft Tirol beziehen, die das moderne Südtirol auch nur teilweise oder überhaupt nicht einschlossen. Im weitesten Sinne wurden mit „Südtirol“ alle Tiroler Gebiete südlich des Alpenhauptkamms bezeichnet, die auf der Grundlage der sprachlichen Mehrheitsverhältnisse weiter in „Deutsch-Südtirol“ und „Welsch-Südtirol“ (oder „Welschtirol“) unterteilt wurden. Nach der Annexion des Südteils Tirols durch Italien vollzog sich in den 1920er Jahren ein Bedeutungswandel, aufgrund dessen „Südtirol“ zum Synonym für die hauptsächlich deutschsprachig besiedelte „Provinz Bozen“ aufrückte.[3]

Entstehung und Verwendung der italienischen Begriffe „Alto Adige“ und „Sudtirolo“: Die italienische Bezeichnung Alto Adige (zu deutsch „Oberetsch“ oder „Hochetsch“) für die deutschsprachigen Teile Tirols südlich der Wasserscheide wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom italienischen Nationalisten Ettore Tolomei geprägt und verbreitet. Er bediente sich dabei des Namens des Département Haut-Adige (Dipartimento dell'Alto Adige) im napoleonischen Königreich Italien, das von 1810 bis 1813 bestand und größtenteils das heutige Trentino sowie einige angrenzende Gebiete, darunter auch den Südteil des heutigen Südtirols mit der Stadt Bozen, umfasste. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand die italienische Alternativbezeichnung Sudtirolo, die zunehmende Verbreitung findet.[4]

Lage[Bearbeiten]

Südtirol (hier das Unterland) verbindet über die Brenner-Transitroute Nord und Süd.

Südtirol befindet sich zur Gänze in den Alpen. Südtirol ist sowohl die nördlichste als auch mit einer Gesamtfläche von 7400,43 km² die größte Provinz Italiens. Durchzogen wird es in Nord-Süd-Richtung von der bedeutenden Brenner-Transitroute, die Deutschland und Österreich mit Oberitalien verbindet. Die nächstgelegenen Millionenstädte sind München etwa 150 km nördlich und Mailand etwa 200 km südwestlich.

Im Norden und Osten grenzt Südtirol an die österreichischen Bundesländer Tirol (Nordtirol, Osttirol) und zu einem kleinen Teil Salzburg. Die Nordgrenze orientiert sich seit der Teilung Tirols nach dem Ende des Ersten Weltkrieges größtenteils am Alpenhauptkamm. Im Westen stößt Südtirol an den Schweizer Kanton Graubünden. Innerhalb Italiens ist es im Südwesten von der lombardischen Provinz Sondrio, im Süden vom Trentino und im Südosten von der zu Venetien gehörenden Provinz Belluno umgeben.

Der Alpenhauptkamm (hier im Bereich des Pfossentals) bildet die Nordgrenze Südtirols.
Bundesland Tirol (Österreich)
Landesteil Nordtirol
Bundesland Salzburg (Österreich)
Kanton Graubünden (Schweiz) Nachbargemeinden Bundesland Tirol (Österreich)
Landesteil Osttirol
Lombardei
Provinz Sondrio
Trentino Venetien
Provinz Belluno

Physische Geographie[Bearbeiten]

Geologie[Bearbeiten]

Quer durch Südtirol verläuft grob in Südwest-Nordost-Richtung die Periadriatische Naht, die die Südalpen von den Zentralalpen trennt. In Südtirol treten zumindest drei der vier Hauptbauelemente der Alpen zutage: Das Südalpin kommt südlich der periadriatischen Naht zum Vorschein, das Ostalpin nördlich davon und im nördlichen Landesteil östlich des Brenners das Tauernfenster, in dem das Penninikum und nach Angaben einiger Autoren auch das Helvetikum sichtbar werden.[5]

Im Südalpin lässt sich in Südtirol in groben Zügen folgender Aufbau erkennen: Das unterste Stockwerk bildet das kristalline Grundgebirge. Vor etwa 280 Millionen Jahren, im unteren Perm, kam es zu mehrfachen magmatischen Ereignissen. An der nördlichen Grenze des Südalpins entstand damals der Brixner Granit, etwa zeitgleich kam es weiter südlich, im Großraum Bozen, zu starker vulkanischer Aktivität und es bildete sich der Etschtaler Vulkanit-Komplex. Im Oberen Perm setzte eine Periode ein, in der Sedimentgesteine gebildet wurden. Zu Beginn waren es teilweise klastische Sedimente, wozu etwa der Grödner Sandstein zählt. In der Trias erfolgte dann die Bildung mächtiger Karbonatplattformen aus Dolomitgestein, die in der mittleren Trias von einer kurzen, aber heftigen vulkanischen Aktivitätsphase unterbrochen wurde.[6]

Das Ostalpin besteht in Südtirol vorwiegend aus metamorphem Gestein wie Gneisen oder Glimmerschiefern mit vereinzelten Marmoreinlagerungen (siehe auch Laaser Marmor) und metamorph überprägten Sedimentgesteinen (etwa am Ortler oder südwestlich des Brenners).[5] Im Tauernfenster kommen verschiedene metamorphe Gesteine zum Vorschein, unter anderem Hochstegenkalk (etwa am Wolfendorn)[7], Grünschiefer (etwa am Hochfeiler) oder Gesteine des Zentralgneises (überwiegend im Bereich des Hauptkamms der Zillertaler Alpen).[8]

Das Land Südtirol hat zahlreiche geologische Naturdenkmäler unter Schutz gestellt.[9] Zu den bekanntesten zählen die Bletterbachschlucht, ein 12 km langer Canyon in der Gemeinde Aldein, und die Rittner Erdpyramiden, die mit einer Höhe von bis zu 30 m die größten Europas sind.

Klima[Bearbeiten]

In Südtirol herrscht ein warmgemäßigtes, relativ mildes Kontinentalklima mit markanten jahreszeitlichen Schwankungen vor. Aufgrund seiner inneralpinen, durch Gebirgsketten abgeschirmten Lage ist das Land vor nördlichen Kälteströmungen und Feuchtluftmassen aus dem Mittelmeerraum einigermaßen geschützt. Dementsprechend haben bestimmende Wetterwirkungen Mitteleuropas nur einen abgeschwächten Einfluss und Südtirol ist auch deutlich niederschlagsärmer als die umliegenden Gebiete. Die relative Sonnenscheindauer ist mit 55–60 % beachtlich hoch. Die klimatischen und Witterungsbedingungen variieren jedoch je nach Landesteil, Exposition und Höhenlage beträchtlich (so können Weinbau und Gletschergebiete fallweise nur durch wenige Kilometer Distanz voneinander getrennt sein). Generell sind der Norden und Osten des Landes vergleichsweise rauher als der mildere Süden und Westen.[10]

Täler[Bearbeiten]

Etwa 64,5 % der Gesamtfläche Südtirols liegen oberhalb von 1500 m s.l.m., lediglich 14 % unterhalb von 1000 m s.l.m.[11] Dementsprechend konzentriert sich die Bevölkerung des Landes auf eine verhältnismäßig geringe Fläche in den Haupttälern in einer Höhenlage zwischen etwa 200 und 1200 m. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Etschtal, wo sich im Bereich von breiten Talkesseln mit Bozen, Meran und Leifers drei der vier größten Städte befinden. Der höchstgelegene Teil des Etschtals im Westen Südtirols bis zum Reschen (1507 m) wird Vinschgau genannt, der südlichste Abschnitt bis zur Salurner Klause (207 m) in Überetsch und Unterland gegliedert. Bei Bozen mündet das Eisacktal ins Etschtal. Das Eisacktal (in seinem höher gelegenen Abschnitt Wipptal genannt) zieht sich von Bozen, eine leichten östlichen Bogen beschreibend, nordwärts bis zum Brenner (1370 m). Bei der Stadt Brixen trifft das Eisacktal auf das ostwärts streichende Pustertal, das an Bruneck vorbei und über den Toblacher Sattel (1210 m) zur Ostgrenze Südtirols führt.

Neben den drei großen Haupttälern gibt es in Südtirol noch eine große Anzahl weiterer Nebentäler. Zu den bedeutenderen besiedelten Nebentälern zählen (von West nach Ost) u. a. Schnals, Ulten, Passeier, Ridnaun, das Sarntal, Gröden, das Gadertal und das Tauferer Ahrntal.

Gebirge[Bearbeiten]

Südtirol hat gemäß der Alpenvereinsteilung Anteil an 13 Gebirgsgruppen der Ostalpen, von denen allerdings nur die Sarntaler Alpen zur Gänze innerhalb der Landesgrenzen liegen. Die übrigen zwölf sind (im Uhrzeigersinn im Westen beginnend): Sesvennagruppe, Ötztaler Alpen, Stubaier Alpen, Zillertaler Alpen, Venedigergruppe, Rieserfernergruppe, Villgratner Berge, Karnische Alpen, Dolomiten, Fleimstaler Alpen, Nonsberggruppe und Ortler-Alpen.

Besonders prominent sind die Dolomiten, die in Teilen 2009 als „Welterbe Dolomiten“ anerkannt wurden und wegen ihrer Größe wiederum in zahlreiche Untergruppen gegliedert werden. Teilweise oder ganz auf Südtiroler Boden befinden sich Fanesgruppe, Geislergruppe, Langkofelgruppe, Latemar, Lüsener Berge, Peitlerkofelgruppe, Puezgruppe, Pragser Dolomiten, Rosengarten, Schlerngruppe, Sellagruppe und Sextner Dolomiten.

Obwohl vereinzelte Massive nahe an die 4000-m-Grenze heranreichen und eine starke Vergletscherung aufweisen (vor allem in den Ortler-Alpen und am Alpenhauptkamm), dominiert in Südtirol der Anteil von Bergen mit Höhen zwischen 2000 und 3000 m bei Weitem. Unter der Vielzahl an Gipfeln ragen drei aufgrund ihrer alpinistischen oder kulturellen Bedeutung heraus: der Ortler (3905 m) als höchster Berg Südtirols, der Schlern (2563 m) als „Wahrzeichen“ des Landes und die Drei Zinnen (2999 m) als Zentrum des Alpinkletterns. Zu weiteren bekannten Bergen zählen u. a. die Königspitze (3851 m), die Weißkugel (3739 m), der Similaun (3599 m), die Hochwilde (3480 m), das Sarner Weißhorn (2705 m), der Hochfeiler (3509 m), der Schwarzenstein (3369 m), der Hochgall (3436 m), der Peitlerkofel (2875 m) und der Langkofel (3181 m).

Gewässer[Bearbeiten]

Der bedeutendste Fluss Südtirols ist die Etsch, die am Reschen entspringt, bis zur Landesgrenze an der Salurner Klause eine Strecke von etwa 140 km zurücklegt und anschließend weiter Richtung Po-Ebene und zum Adriatischen Meer fließt. Die Etsch, deren insgesamt 415 km Länge in Italien allein vom Po übertroffen werden, entwässert 97 % der Landesfläche. Zu ihrem Flusssystem gehören auch der rund 95 km lange Eisack und die rund 80 km lange Rienz, die beiden nächstgrößten Flüsse Südtirols. Gespeist werden sie durch zahlreiche Flüsse und Bäche der Nebentäler. Unter den bedeutendsten Zubringern kann man etwa die Plima, die Passer, die Falschauer, die Talfer, die Ahr und die Gader nennen. Die übrigen 3 % der Landesfläche werden durch die Flusssysteme der Drau und des Inn zum Schwarzen Meer bzw. durch das Flusssystem des Piave zur Adria hin entwässert.[12]

In Südtirol gibt es 176 natürliche Seen mit einer Fläche von mehr als einem halben Hektar, der Großteil davon über 2000 m hoch gelegen. Nur 13 natürliche Seen sind größer als 5 ha, lediglich 3 davon liegen unterhalb von 1000 m Höhe: der Kalterer See (215 m), der Große (492 m) und der Kleine Montiggler See (514 m).[13] Beispiele für natürliche Seen in größeren Höhenlagen sind u. a. der Dürrensee (1406 m), der Pragser Wildsee (1494 m), der Karersee (1519 m), der Lech de Crespëina (2374 m) und die Spronser Seen (2117–2589 m). Zu den für die Energieerzeugung genutzten Stauseen in Südtirol zählen u. a. der Reschensee (1498 m), der mit 523 ha Fläche das größte stehende Gewässer Südtirols bildet, der Zufrittsee (1850 m) und der Arzkarsee (2250 m).

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flora und Fauna Südtirols

Flora: Aufgrund der Vielfalt seiner geographischen und klimatischen Gegebenheiten beherbergt Südtirol eine äußerst artenreiche Flora. Es bestehen Lebensräume sowohl für xerophile als auch hygrophilen Gewächse, wärmeliebende Pflanzen kommen ebenso vor wie an hochalpine oder gar nivale Bedingungen angepasste. In Südtirol sind etwa 2.200 Arten an Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen. 84 Arten, Gattungen oder Familien sind durch ein Landesgesetz geschützt.[14]

Fauna: Bis 1995 wurden in Südtirol rund 14.700 heimische, und 875 fossile Tierarten nachgewiesen. Davon gehören mehr als die Hälfte, nämlich 7.585 zu den zwei Ordnungen Käfer und Schmetterlinge und nur 494 Arten entfallen auf Wirbeltiere. Eine effektiv Schätzung besagt, dass auf dem Gebiet Südtirols mindestens 32.000 Tierarten heimisch sind. Davon sind 41 % bereits gefährdete Tierarten, 71 Tierarten bzw. -gruppen sind geschützt.[15]

Das älteste gefundene Fossil aus Südtirol stammt von Würmern, welche vor 290 Millionen Jahren lebten. Megalodonten-Muscheln aus dem Hauptdolomit wurden auf ein Alter von 215 Millionen Jahren datiert.[16]

Humangeographie[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Südtirol zählt 116 Gemeinden, acht davon haben den Status einer Stadt. Bozen ist mit einer Bevölkerungszahl von über 100.000 Einwohnern die einzige Großstadt. Am Stichtag 31. Dezember 2013 hatten 17 Gemeinden weniger als 1.000 Einwohner.[17] Die flächenmäßig größte ist die Gemeinde Sarntal, die sich über 302,50 km² erstreckt, die kleinste hingegen Kuens mit lediglich 1,66 km². Im kommunalen Aufgabenbereich befinden sich u. a. die Trinkwasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung, gewisse Bereiche der Raumordnung, Gestaltung des Territoriums sowie soziale und kulturelle Dienste.[18]

Nachfolgend eine Tabelle der zehn größten Gemeinden, die Bevölkerungszahlen geben den Stand von 2011 wieder.

Gemeinden Südtirols
Gemeinde Italienischer Name Ladinischer Name Einwohner
Bozen Bolzano Balsan, Bulsan 102.869
Meran Merano Maran 37.436
Brixen Bressanone Persenon, Porsenù 20.713
Leifers Laives 16.933
Bruneck Brunico Bornech, Burnech 15.417
Eppan Appiano 13.997
Lana Lana 11.255
Kaltern Caldaro 7.664
Ritten Renon Renon 7.643
Sarntal Sarentino 6.896

Bezirksgemeinschaften[Bearbeiten]

Südtirol ist in acht Bezirksgemeinschaften untergliedert, wobei die Landeshauptstadt Bozen alleine eine Bezirksgemeinschaft darstellt. Politisch haben Bezirksgemeinschaften eine untergeordnete Bedeutung, ihre Aufgabe besteht in der Koordination der kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung der Mitgliedsgemeinden. Darüber hinaus werden den Bezirksgemeinschaften aus organisatorischen Gründen diverse Aufgaben des Landes Südtirol oder der Gemeinden übertragen. Dazu zählen unter anderem die Sozialdienste sowie Zuständigkeiten im Umweltbereich.

Nachfolgend eine Tabelle der Bezirksgemeinschaften, die Bevölkerungszahlen geben den Stand von 2011 wieder.

Bezirksgemeinschaften Südtirols
Bezirksgemeinschaft Hauptort Fläche
(km2)
Bevölkerung
Bozen Bozen 52 102.869
Burggrafenamt Meran 1.101 97.728
Eisacktal Brixen 624 50.267
Pustertal Bruneck 2.071 79.270
Salten-Schlern Bozen 1.037 48.306
Überetsch-Unterland Neumarkt 424 71.684
Vinschgau Schlanders 1.442 35.305
Wipptal Sterzing 650 19.638

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

In Südtirol gib es zahlreiche Biotope, die per Gesetz vor Umwelteingriffen geschützt sind. Grundsätzlich soll dadurch der Erhalt von natürlichen und naturnahen Lebensräumen gewährleistet werden, damit ein effizienter Schutz seltener oder gefährdeter Pflanzen- und Tierarten gelingen kann. Die speziellen Bestimmungen und Maßnahmen unterscheiden sich je nach Biotoptyp und dessen Schutzziel.

Auf dem Gebiet der Provinz Bozen sind zudem weiträumige Natur- und Kulturlandschaften in einem Nationalpark sowie in sieben Naturparks besonderen gesetzlichen Schutzmaßnahmen unterstellt.[19]

Nachfolgend eine Liste der acht großen Naturschutzgebiete, die Größenangabe zum Nationalpark Stilfser Joch bezieht sich nur auf den Südtiroler Anteil des Parks.

Name Größe in km² Gründungsjahr
Nationalpark Stilfser Joch 534.04 1935
Naturpark Drei Zinnen 118,91 1981
Naturpark Fanes-Sennes-Prags 254,53 1980
Naturpark Puez-Geisler 107,22 1978
Naturpark Rieserferner-Ahrn 313,20 1988
Naturpark Schlern-Rosengarten 72,91 1974
Naturpark Texelgruppe 313,91 1976
Naturpark Trudner Horn 68,51 1980

Bevölkerung[Bearbeiten]

Demographie[Bearbeiten]

Gemäß amtlicher Bevölkerungsstatistik lebten zum Stichtag 31. Dezember 2013 genau 515.714 Personen in Südtirol. Die Einwohnerzahl ist seit Jahren kontinuierlich im Steigen begriffen. Dieser Umstand beruht bei einer rückläufigen Geburtenrate (10,3 Lebendgeborene je 1.000 Einwohner) und einer konstant bleibenden Sterberate (7,9 Todesfällen je 1.000 Einwohner) auf einer positiven Wanderungsbilanz. 8,8 % der Wohnbevölkerung sind Ausländer. 43,7 % der in Südtirol ansässigen Personen leben in den sieben Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern. Die Lebenserwartung liegt bei 85,0 Jahren für Frauen und 80,6 Jahren für Männer, und somit über dem staatlichen (82,4 Jahre) und EU-weiten Mittelwert (80,3 Jahre). Das Durchschnittsalter beträgt 41,8 Jahre.[17]

Größe der Wohnbevölkerung laut Volkszählungen von 1910 bis 2011:

1910 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011
251.451 333.900 373.863 414.041 430.568 440.508 462.999 504.643

Sprachen[Bearbeiten]

Sprachliche Vielfalt: Die meistgesprochene Sprache Südtirols ist Deutsch, das über 62 % der Bevölkerung als Muttersprache verwenden. Etwa 23 % erklären sich als italienischsprachig, rund 4 %, hauptsächlich im Dolomitengebiet, verwenden vorwiegend Ladinisch. Neben diesen autochthonen Bevölkerungsgruppen existiert seit den letzten Jahrzehnten, analog zum gesamteuropäischen Trend, auch eine wachsende Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund, die aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Staaten stammen, und ursprünglich keiner der drei genannten Sprachgemeinschaften angehören.[20]

Geographische Verteilung der Sprachgruppen in Südtirol gemäß der Volkszählung des Jahres 2011

Deutsch: Deutschsprachige Südtiroler verwenden im Alltag vorwiegend Tiroler Dialekte, die geographisch in über 40 verschiedene Varianten ausdifferenziert sind. Diese südbairischen Mundarten sind jedoch trotz Unterschieden einander recht ähnlich und gegenseitig verständlich. Die Verwendung von Standarddeutsch ist in Südtirol großteils auf eine recht beschränkte Zahl von Domänen (etwa Schule und Verwaltung) begrenzt. Markantes Merkmal sowohl der Südtiroler Dialekte als auch des landesüblichen Standarddeutsch (gelegentlich als „Südtiroler Deutsch“ ausgewiesen) sind die in den letzten Jahrzehnten aus dem Italienischen übernommenen Wörter und Lehnübersetzungen. Von den 116 Gemeinden Südtirols haben 103, vorwiegend ländliche Kommunen eine mehrheitlich deutschsprachige Bevölkerung. In 77 Gemeinden liegt diese Mehrheit bei über 90 %, in Martell gar bei 100 %.

Italienisch: Anders als unter deutschsprachigen Südtirolern üblich ist in der italienischen Gemeinschaft in Südtirol die Standardsprache die dominante Varietät. Dialekte finden kaum Verwendung, da die größtenteils im 20. Jahrhundert entstandene italienische Sprachgruppe in Einwanderungsbewegungen aus verschiedenen Regionen Italiens wurzelt. Nur im Unterland wird von einem kleinen Bevölkerungsanteil traditionell ein lombardisch-venetischer Dialekt gesprochen. Die italienische Sprachgruppe lebt vorwiegend im städtischen Ballungsgebiet um die Provinzhauptstadt Bozen. Auch die umliegenden Gemeinden Leifers, Branzoll und Pfatten sowie Salurn an der südlichen Landesgrenze sind mehrheitlich italienischsprachig bewohnt. In den Bezirksstädten Meran, Brixen und Bruneck sowie in mehreren Gemeinden im Unterland sind größere italienische Gemeinschaften beheimatet.

Dreisprachige Beschilderung in Gröden auf Ladinisch, Deutsch und Italienisch

Ladinisch: Im Alltag der Südtiroler Ladinischsprecher finden überwiegend die lokalen Dialekte Verwendung. Die 1998 geschaffene Standardsprache Ladin Dolomitan stößt auch bei offiziellen Institutionen nicht auf volle Akzeptanz. Die ladinische Sprachgruppe, deren Situation stark von Multilingualismus geprägt ist, konzentriert sich auf die Talschaften des Gadertals und Grödens. Acht dort verortete Gemeinden, nämlich Abtei, Corvara, Enneberg, St. Christina, St. Martin, St. Ulrich, Wengen und Wolkenstein haben eine ladinische Bevölkerungsmehrheit.

Geschichtliche Entwicklungsdynamiken: Der Anteil der verschiedenen Sprachgruppen an der Gesamtbevölkerung unterlag speziell im 20. Jahrhundert starken Schwankungen. In den ersten Jahrzehnten führten insbesondere die staatlich geförderte Zuwanderung italienischer Arbeiter (Italianisierung Südtirols) und die politisch motivierte Umsiedlung deutschsprachiger Südtiroler (Option) zu massiven demographischen Veränderungen. Der italienische Bevölkerungsanteil stieg im Zeitraum von 1910 bis 1961 dadurch von 3 % auf 35 % an, sank in den darauffolgenden Jahrzehnten aber auf einen aktuellen Stand von rund 25 % ab.

Seit der Jahrtausendwende hat sich vor allem die Einwanderung aus Drittländern im Gesellschaftsbild Südtirols bemerkbar gemacht. 2011 lebten zum Stichtag 44.362 ausländische Staatsbürger in Südtirol, was einem Anteil von 8,7 % an der lokalen Wohnbevölkerung entspricht.[21] Die größte Gruppe der Südtiroler mit unmittelbarem Migrationshintergrund waren dabei Albaner, gefolgt von Deutschen und Marokkanern. Den Großteil der nicht-deutschsprachigen Immigranten integriert dabei die italienische Gemeinschaft Südtirols. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt an italienischen Grundschulen bei 21,1 %, an den deutschsprachigen Schulen hingegen nur bei 6,1 %, an ladinischen Schulen bei 4,0 %.[22] An höheren Schulen lag der Anteil ausländischer Schüler 2011 bei 7,0 %.[23]

Wohnbevölkerung nach Sprachgruppen laut Volkszählungen von 1880 bis 2011 in Prozent:

Sprache 1880 1890 1900 1910 1921 1961 1971 1981 1991 2001 2011
Deutsch 90,6 89,0 88,8 89,0 75,9 62,2 62,9 64,9 65,3 64,0 62,3
Italienisch 3,4 4,5 4,0 2,9 10,6 34,3 33,3 28,7 26,5 24,5 23,4
Ladinisch 4,3 4,3 4,0 3,8 3,9 3,4 3,7 4,1 4,2 4,0 4,1
Andere 1,7 2,3 3,2 4,3 9,6 0,1 0,1 2,2 4,0 7,5 10,2

Sprachenpolitik:

Zweisprachiger Personalausweis für Südtirol

In Südtirol gibt es drei offiziell anerkannte Sprachgemeinschaften: eine deutschsprachige, eine italienischsprachige und eine ladinischsprachige. Ihre jeweilige kulturelle Eigenart wird vom italienischen Staat per Gesetz und durch entsprechende Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung in ihrem Fortbestand gesichert. Die Sprachen der drei autochthonen Sprachgemeinschaften, nämlich Deutsch, Italienisch und Ladinisch, sind in der Provinz Bozen auch die offiziellen Amtssprachen, wobei dies für das Ladinische nur in den mehrheitlich von Ladinern bewohnten Talschaften gilt. Die amtliche Mehrsprachigkeit impliziert, dass sämtliche Orts- und Straßenschilder sowie ein Großteil aller öffentlichen Beschilderungen deutsch- und italienischsprachig beschriftet sind. Alle Mitarbeiter von öffentlichen Ämtern sind gesetzlich zur Zweisprachigkeit verpflichtet, in Gemeinden mit ladinischer Bevölkerung zur Dreisprachigkeit. Der sogenannte „Ethnische Proporz“ stellt sicher, dass Stellen bei öffentlichen Ämtern gleichmäßig zwischen den drei Sprachgruppen aufgeteilt werden. Potentielle Bewerber müssen dementsprechend eine „Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung“ vorweisen.

Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung in Prozent:

Sprache 1991 2001 2011
Deutsch 67,99 69,15 69,41
Italienisch 27,65 26,47 26,06
Ladinisch 4,36 4,37 4,53

Konfessionen[Bearbeiten]

Katholische Kirche: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Südtirols ist römisch-katholisch getauft. Das Gebiet der heutigen Provinz war traditionell zwischen den Bistümern Brixen und Trient aufgeteilt. Um den geänderten politischen Gegebenheiten zu entsprechen, wurde 1964 die Diözese Bozen-Brixen gegründet, deren Ausdehnung mit jener Südtirols identisch ist. Geführt wurden die Gläubigen seither von den Bischöfen Joseph Gargitter (1964–1986), Wilhelm Egger (1986–2008), Karl Golser (2008–2011) und Ivo Muser (seit 2011). Die Diözese umfasst 28 Dekanate und 281 Pfarreien (Stand: 2014),[24] als Diözesanpatrone werden die Heiligen Kassian und Vigilius verehrt.[25] Wichtige Bezugspersonen in aktuellen Diskursen der lokalen katholischen Kirche sind Josef Freinademetz und Josef Mayr-Nusser.

Konfessionelle Kleingruppen: Vor allem im touristisch früh erschlossenen Meran entstanden im 19. Jahrhundert verschiedene konfessionelle Kleingruppen. Dort wurde 1861 die heute noch bestehende evangelisch-lutherische Gemeinde gegründet, die wie auch die etwas jüngere Gemeinde in Bozen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien angehört. Zusammen betreuen sie als Eigentümer mehrerer Kirchen und Predigtstätten weniger als 1000 Gläubige in Südtirol und im benachbarten Trentino. Die jüdische Gemeinde Südtirols unterhält in Meran eine Synagoge und verfügt in Meran und Bozen über eigene Friedhöfe. Auch die russisch-orthodoxe Kirche ist in Meran beheimatet. Ebenso existiert eine Südtiroler Gemeinschaft der Zeugen Jehovas. Über die gestiegene Einwanderung aus dem arabischen und asiatischen Raum kamen in den vergangenen Jahren Muslime nach Südtirol, deren Anzahl auf rund 14.000 Gläubige geschätzt wird.[26]

Charakteristika des gesellschaftlichen Lebens[Bearbeiten]

Hohe Dichte an Non-Profit-Organisationen: Die Südtiroler Gesellschaft ist in erheblichem Ausmaß durch die Aktivitäten von Non-Profit-Organisationen geprägt.[27] 2011 waren unter insgesamt 4.927 aktiven Vereinen und Verbänden ohne Erwerbszweck 60,1 % im Bereich Kultur, Sport und Freizeit tätig, 11,2 % im Sozialwesen und Zivilschutz, sowie 7,1 % im Umweltschutz. Auf 10.000 Einwohner kamen 97,6 Organisationen, was den gesamtstaatlichen Durchschnitt von 50,7 bei Weitem übertrifft. Mitglieder übten dabei rund 150.000 institutionalisierte Ehrenämter aus (3.008 je 10.000 Einwohner), was statistisch ebenfalls aus den italienischen Vergleichswerten deutlich heraussticht.[28] Zu den größten Vereinen und Verbänden des Landes zählen u. a. der Verband der Sportvereine Südtirols (rund 85.000 Mitglieder in 518 Vereinen und 1.124 Sektionen),[29] der Alpenverein Südtirol (rund 60.000 Mitglieder in 91 Sektionen und Ortsstellen),[30] das Weiße Kreuz (rund 50.000 Mitglieder),[31] der Katholische Verband der Werktätigen (rund 40.000 Mitglieder in 260 Ortsgruppen),[32] die Freiwilligen Feuerwehren Südtirols (rund 18.000 Mitglieder in 306 Feuerwehren),[33] die Katholische Jungschar (rund 11.000 Mitglieder),[34] die Südtiroler Musikkapellen (rund 9.000 Mitglieder in 211 Kapellen)[35] und die Schützen (rund 6.000 Mitglieder in 143 Kompanien und Kapellen).[36]

Tendenz zur ethnischen Trennung: Ein weiteres Merkmal der Südtiroler Gesellschaft ist ihre relativ starke Ethnisierung. Diese spiegelt sich in erster Linie in der institutionalisierten Trennung nach Sprachgruppen wider (z. B. sprachlich getrennte Schulsysteme, Zuweisung von Arbeitsplätzen im Öffentlichen Dienst nach Ethnischem Proporz), lässt sich aber auch im Bereich der Wirtschaft (Landwirtschaft und Tourismus als traditionell „deutsche“ Domänen, Öffentlicher Dienst und Industrie lange Zeit als primäre Wirtschaftsbasis der „Italiener“), sowie auf Ebene der Non-Profit-Organisationen (italienische Parallelorganisationen wie Club Alpino Italiano, Azione Cattolica, Croce Rossa) und im Bereich der meinungsbildenden Regionalmedien (deutsch- vs. italienischsprachig) eindeutig nachweisen. Gegen diese Ethnisierung, die im Kern auf den ökonomischen Interessensunterschieden der Sprachmilieus beruht,[37] und phasenweise nationalistisch übersteigert wurde, praktizierten kleine politische Oppositionskreise sogenannte interethnische Gegenkonzepte, die in den 1970er-Jahren im gesellschaftlichen Diskurs erstmals wahrgenommen wurden (Alexander Langer, Neue Linke/Nuova Sinistra). In den 1990er-Jahren begann auch die regierende Lokalpolitik, vorhandene Parallelstrukturen in Ansätzen aufzubrechen, etwa durch die Einrichtung der mehrsprachigen Freien Universität Bozen.[38]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Südtirols

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Gletschermumie Ötzi aus dem 4. Jahrtausend v. Chr.

Das Gebiet an Etsch, Eisack und Rienz ist seit der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) besiedelt. Die Menschen hielten sich damals im Sommer überwiegend im Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze auf. Dies belegen zahlreiche archäologische Fundstellen mit Funden aus dem 7. bis zum 4. Jahrtausend v. Chr. In der darauf folgenden Jungsteinzeit begann der Mensch die fruchtbaren Mittelgebirgsterrassen entlang der Haupttäler zu besiedeln. Wichtige Funde aus dieser Zeit stammen vom Plunacker in Villanders, dem Hügel von Schloss Juval im Vinschgau und vom Tisenjoch („Ötzi“). In der Bronzezeit begann eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, hauptsächlich wegen des Kupferbergbaus. In der späten Bronzezeit (1300–1000 v. Chr.) und der älteren Eisenzeit war das heutige Südtirol von Menschen besiedelt, die Träger der inneralpinen Laugen-Melaun-Kultur waren. Die Räter sind in der jüngeren Eisenzeit Träger der Fritzens-Sanzeno-Kultur und damit die erste namentlich bekannte Urbevölkerung des mittleren Alpenraumes.

Altertum[Bearbeiten]

Ruinen auf Castelfeder aus der Zeit zwischen dem 6. und dem 9. Jh. n. Chr.

Von 59 v. Chr. bis zur Völkerwanderungszeit gehörte das Gebiet des heutigen Südtirol zum römischen Imperium. Auf diese Zeit gehen keine örtlichen Stadtgründungen zurück, da das Gebiet reine Etappe war, aber zahlreiche Meilensteine und römische Straßenstationen etwa Sebatum im Pustertal oder Sublavione im Eisacktal sind bekannt. In jüngster Zeit wurde bei St. Pauls in Eppan eine römische Villa aus dem 4. Jahrhundert entdeckt und ausgegraben, wobei auch sehr gut erhaltene Fußboden-Mosaike zum Vorschein kamen.

Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Bajuwaren besiedelt, die dort auf die Langobarden und die romanisierten Ureinwohner stießen. Wichtige Fundstellen und Denkmäler aus dieser Zeit sind der Hügel von Kloster Säben bei Klausen, Castelfeder bei Auer, St. Peter in Altenburg bei Kaltern und die Kirche St. Prokulus bei Naturns.

Mittelalter[Bearbeiten]

Schloss Tirol, 13. Jh. n. Chr.

Als Teil des Frankenreiches und später des Heiligen Römischen Reiches erlangte das Gebiet strategische Bedeutung, weil seine Straßen nach Italien führten. Große Teile des Landes wurden 1004 und 1027 den Bischöfen von Trient und Brixen als Grafschaften (u. a. das Norital) übertragen.

Nachdem deren Verwalter (Vögte), die Grafen von Tirol (vgl.: Meinhard II.), das Land unter ihre Herrschaft gebracht hatten, erhielt das Territorium zusammen mit den Talschaften nördlich des Brenners den Namen Tirol. Südtirol ist eine der Gegenden mit den meisten Burgen in Europa; dazu zählen etwa die besonders bekannten Anlagen Schloss Tirol, Schloss Runkelstein, Churburg, Burg Hocheppan und Burg Taufers. 1363 ging die Grafschaft – nach erfolglosen Bemühungen seitens der Wittelsbacher und der Luxemburger – von Margarete von Tirol (später „Maultasch“ genannt) unter Zustimmung der tirolischen Landstände an die Habsburger über, die das Land fast durchgängig bis 1918 regierten.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Gemälde von Joseph Anton Koch (um 1820) zum Tiroler Volksaufstand von 1809

Am Beginn des 16. Jahrhunderts wurde auch der Tiroler Raum von den großräumigen politischen und religiös-ideologischen Umwälzungen erfasst. Michael Gaismair führte um 1525 den lokalen Bauernaufstand an, der nach ersten Zugeständnissen des Tiroler Landesfürsten allerdings gewaltsam niedergeschlagen wurde. Gaismair fiel 1532 in Padua einem gezielten Mordanschlag der Habsburger zum Opfer.

Die Reformation fand in Tirol zeitgleich in der Bewegung der Hutterer besondere Resonanz – eine religiöse Vereinigung, die 1528 von Jakob Hutter gegründet worden war. Auch die Hutterer waren massiver Verfolgung ausgesetzt. Jakob Hutter wurde 1536 vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zahlreiche seiner Anhänger verließen Tirol infolge der Repression und fanden in Mähren, später in Nordamerika, eine neue Heimat.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Zuge der Französischen Revolution und den anschließenden Eroberungskriegen Napoleons entstand in Tirol unter Führung Andreas Hofers eine Widerstandsbewegung, die sich der säkularen, aus Frankreich importierten Neuordnung gewaltsam widersetzte. Nach ihrer militärischen Niederlage wurde das Gebiet des heutigen Südtirol zusammen mit dem Trentino 1810 erstmals an das kurzlebige Königreich Italien angegliedert, 1813 von den Truppen des Kaisertums Österreich jedoch neuerdings besetzt. Im Zuge der Wiederherstellung der vorrevolutionären Machtverhältnisse in Europa (Restauration) auf dem Wiener Kongress wurde Tirol 1815 erneut als Teil der Habsburgermonarchie bestätigt.[39]

Die Industrielle Revolution hielt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Tirol erst verspätet Einzug und blieb lange Zeit im Wesentlichen auf die kleinstädtischen Ballungszentren der Region beschränkt. Als politische Strömung gewann der neue Nationalismus deutscher und italienischer Prägung zunehmend an Bedeutung. Erste Kontroversen hatten sich in Tirol diesbezüglich bereits im Revolutionsjahr 1848 abgezeichnet; sie verstärkten sich vor dem Hintergrund des italienischen Risorgimento (1861) und der deutschen Reichsgründung (1871).

Kriegsjahre und Diktaturen[Bearbeiten]

Erster Weltkrieg: Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die soziale Basis des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn auch in Tirol durch die aufkommenden Nationalismen bereits tief gespalten war. Die Hinrichtung des italienischen Irredentisten Cesare Battisti in Trient im Jahr 1916 gilt als symbolischer Höhepunkt des Tiroler Nationalitätenkonflikts. Ihm war der Kriegseintritt Italiens gegen Österreich-Ungarn aufseiten der Triple Entente im Jahr 1915 vorausgegangen. In diesem Zusammenhang hatte Italien in einer geheimen Abmachung von seinen Bündnispartnern die Zusicherung erhalten, nach dem Sieg unter anderem den südlichen Teil Tirols bis zum Brennerpass annektieren zu können.

Abtrennung von Österreich: Am 30. Oktober 1918 konstituierte sich der neue Staat Deutschösterreich und betrachtete Deutsch-Südtirol als Bestandteil seines Staatsgebiets. Am 3. November 1918 schloss die kaiserlich-österreichische Armee (Ungarn betrachtete sich seit dem Ende der Realunion am 31. Oktober 1918 als nicht mehr betroffen und verhandelte seinen Waffenstillstand mit Italien in der Folge separat) mit dem Königreich Italien den Waffenstillstand von Villa Giusti. Südtirol wurde daraufhin rasch von italienischen Truppen besetzt.

Deutschösterreich nahm am 12. November 1918 die Ausrufung der Republik vor. Es hatte als Teil der Verliererseite des Krieges kaum Einfluss auf den Vertrag von Saint-Germain vom 10. September 1919 (der demzufolge damals als Diktat von Saint-Germain bezeichnet wurde), aber zum Vertragsabschluss keine gangbare Alternative. Der Vertrag legte die Staatsgrenzen der Republik völkerrechtlich fest. Südtirol wurde, dem Geheimabkommen Englands, Frankreichs und Russlands mit Italien von 1915 entsprechend, Italien zugesprochen (Artikel 27, 36). Das österreichische Parlament ratifizierte den Vertrag am 21. Oktober 1919;[40] völkerrechtlich trat er am 16. Juli 1920 in Kraft. Daraufhin erfolgte am 10. Oktober 1920 auch formal die Annexion Südtirols durch Italien.

Italianisierung: 1922, mit der Machtergreifung der Faschisten in Italien begann in Südtirol eine gewaltsame Assimilierungspolitik, die eine vollständige Ausmerzung des altösterreichischen Charakters der Region zum Ziel hatte. Im Rahmen eines umfassenden Italianisierungsprogramms wurde unter anderem der Gebrauch der deutschen Sprache im Schulunterricht sowie in allen öffentlichen Einrichtungen verboten; ebenso wurden Vor- und Familiennamen der ortsansässigen Bevölkerung behördlich ins Italienische übersetzt. Eliten aus dem Umfeld der katholischen Geistlichkeit sowie des konservativ-deutschnationalen Deutschen Verbands widersetzten sich dieser Entnationalisierungspolitik mit der Einrichtung illegaler Katakombenschulen. Ab Beginn der 1930er-Jahre organisierten sich Südtiroler aber auch im nationalsozialistischen Völkischen Kampfring Südtirols (VKS).

Südtiroler Optanten 1940 bei ihrer Ankunft am Bahnhof von Innsbruck

Umsiedlungspolitik: Im Mai 1939 schlossen Benito Mussolini und Adolf Hitler den Stahlpakt, und legten darin u. a. fest, "die gemeinsame, für alle Zeiten festgelegte Grenze zwischen Deutschland und Italien" anzuerkennen, also auch jene zwischen Tirol und Südtirol. Zur Lösung der Südtirolfrage wurde auf Linie der nationalsozialistischen Heim ins Reich-Doktrin im Oktober desselben Jahres schließlich ein Umsiedlungsabkommen geschlossen, die sogenannte Option, in der die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung vor die Wahl gestellt wurde, in das Deutsche Reich abzuwandern oder ohne ethnischen Minderheitenschutz in ihrer Heimat zu bleiben. Der Völkische Kampfring Südtirols unterstützte dieses Abkommen nach anfänglicher Kritik, während sich eine kleine Gruppe um den Andreas-Hofer-Bund der Umsiedlung widersetzte. Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden so zehntausende Südtiroler (rund 86 % hatten sich für die Abwanderung entschieden) in das Deutsche Reich umgesiedelt.

Nationalsozialistische Herrschaft: Mit dem Sturz Mussolinis und dem deutschen Einmarsch in Norditalien endete die Umsiedlung 1943 vorzeitig; Südtirol geriet nun als Operationszone Alpenvorland bis Kriegsende 1945 direkt unter nationalsozialistische Herrschaft (siehe auch Durchgangslager Bozen). Mit Einmarsch der US-Streitkräfte im Frühjahr 1945 übernahm die italienische antifaschistische Widerstandsbewegung Comitato di Liberazione Nazionale (CLN) die provisorische Verwaltung Südtirols; gleichzeitig wurde die Südtiroler Volkspartei (SVP) als Sammelpartei der deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler gegründet.

Nachkriegszeit und Autonomie[Bearbeiten]

Auf Initiative des österreichischen Außenministers Bruno Kreisky kam 1960 die UN-Resolution zur Südtirolfrage zustande.
Einer der 37 in der Feuernacht im Juni 1961 gesprengten Strommasten

Unmittelbare Nachkriegszeit: Am Rande der Pariser Friedenskonferenz 1946 wurde zwischen der österreichischen Bundesregierung Figl I und der Republik Italien die Grundlage für ein Autonomiestatut für Südtirol und die deutschsprachigen Gemeinden des angrenzenden Trentino ausgehandelt (Gruber-De-Gasperi-Abkommen). Die italienische Regierung fasste die beiden Provinzen 1948 jedoch zu einer Region zusammen, wodurch die politischen Vertreter der deutschsprachigen Südtiroler gegenüber den italienischen Parteien in eine Minderheitenposition gebracht wurden. Auch andere Bestimmungen des Vertrages blieben im Verlauf der 1950er-Jahre zum Großteil unerfüllt. Die italienische Wirtschaftspolitik förderte gleichzeitig die Arbeitsmigration aus den italienischen Nachbarregionen nach Südtirol, gegen die sich unter der alteingesessenen Bevölkerung Widerstände aufbauten.

Bombenattentate: Das Klima politischer und ökonomischer Marginalisierung bestärkte einige separatistisch gesinnte Südtiroler (Befreiungsausschuss Südtirol, BAS) ab Mitte der 1950er-Jahre in ihrem Vorhaben, durch Bombenattentate eine Loslösung Südtirols von Italien zu erzwingen. Nach Inhaftierung der Führungsriege des BAS infolge der Feuernacht im Jahr 1961 wurden bis in die späten 1980er-Jahre zunehmend gewalttätigere Anschläge von Folgegruppierungen verübt, die mit neonazistischen Kreisen aus dem deutschsprachigen Ausland in Verbindung standen. Gleichzeitig hatten die italienischen Behörden über Folterungen von BAS-Häftlingen und gewalttätige Provokationen aus Geheimdienstkreisen (SIFAR, Gladio) gezielt eine Strategie der Spannung verfolgt, um die Verhandlungsposition der deutschsprachigen Südtiroler auf diplomatischer Ebene zu schwächen.

Diplomatische Lösung: Bereits vor den Ereignissen der Feuernacht wurde die Südtirolfrage im Jahr 1960 mit der Bekanntgabe des Streitfalls zwischen Österreich und Italien durch den damaligen österreichischen Außenminister Bruno Kreisky vor der UNO-Generalversammlung „internationalisiert“, d. h. zum Gegenstand der Aufmerksamkeit über Österreich und Italien hinaus gemacht. Die italienische Regierung wurde dadurch zu einer Lösung des politischen Konflikts mit der ethnischen Minderheit der Südtiroler motiviert. Nach Einsetzung der parlamentarischen Neunzehnerkommission im Jahr 1961 erzielten die Außenminister Giuseppe Saragat (Italien) und Bruno Kreisky (Österreich) 1964 eine erste grundsätzliche Einigung hinsichtlich der Verwirklichung des Maßnahmenpakets, das die Kommission vorgelegt hatte. Nach weiteren Nachverhandlungen wurden 1969 schließlich der so genannten „Operationskalender“ zur Verwirklichung des „Südtirol-Pakets“ von der Südtiroler Volkspartei und dem österreichischen Nationalrat gutgeheißen und 1971 vom italienischen Parlament verabschiedet. 1972 trat somit das Zweite Autonomiestatut als Verfassungsgesetz in Kraft, das einen bedeutenden Ausbau der Autonomie Südtirols mit sich brachte. 1992 gab die italienische Regierung der österreichischen bekannt, Paket und Operationskalender seien nun komplett realisiert. Österreich richtete daraufhin nach Zustimmung der Südtiroler und Tiroler Politiker eine „Streitbeilegungserklärung“ an Italien und an die Vereinten Nationen.

Jüngere Entwicklungen: Südtirol besitzt eine weitgehende Autonomie (teils auch in Budgetangelegenheiten) und konnte sich zu einer wohlhabenden Region in Europa und einer der wohlhabendsten Italiens entwickeln. Der europäische Integrationsprozess mit dem Schengener Abkommen, die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro und die Bildung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ermöglicht es seit den neunziger Jahren, verstärkt an die lange historische Zusammengehörigkeit von (Nord-)Tirol, Südtirol und Trentino anzuknüpfen.

Politik[Bearbeiten]

Regionalautonomie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Autonomie Südtirols
Wappen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol

Südtirol (also die Provinz Bozen) bildet zusammen mit dem Trentino (Provinz Trient) die Region Trentino-Südtirol, eine der insgesamt fünf italienischen Regionen, die mit weitgehenden Gesetzgebungsbefugnissen ausgestattet und dementsprechend auch von der italienischen Verfassung als autonome Regionen mit besonderem Statut anerkannt werden. Das Erste Autonomiestatut wurde 1948 auf Grund des Gruber-De-Gasperi-Abkommens per Verfassungsgesetz eingeführt. Von den politischen Vertretern der deutschsprachigen Südtiroler wurde diese Lösung jedoch als unzureichend empfunden, zumal mit Konstituierung der Gemeinschaftsregion mit dem Trentino de facto eine italienischsprachige Bevölkerungsmehrheit geschaffen wurde, die bei Wahlen das politische Potential der deutschsprachigen Regionalparteien limitierte. Gleichzeitig wurde im Verlauf der 1950er- und 60er-Jahre von Seiten der deutschsprachigen Bevölkerung die fehlende Umsetzung der zugesicherten Maßnahmen zur wirtschaftlichen und kulturellen Förderung kritisiert.

Mit Einführung des Zweiten Autonomiestatus im Jahr 1972 wurden nach mehrjährigen Verhandlungsetappen die autonomen Verwaltungskompetenzen erweitert und beinahe zur Gänze von der Region Trentino-Südtirol an die beiden Provinzen Trient und Bozen übergeben. Der Provinz Bozen (in der eine deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit vorherrscht) ist es vorbehalten, eigene Gesetze im Bereich der öffentlichen Ämter, der Raumordnung, des Handwerks, der Messen und Märkte, der Jagd und Fischerei, dem Kommunikations- und Transportwesen, dem Fremdenverkehr und Gastgewerbe, der Landwirtschaft, den Kindergärten, dem Schulbau und einer Reihe weiterer Kompetenzbereiche zu erlassen.

Um die Umsetzung der Provinzialgesetze und eine entsprechende Selbstverwaltung zu ermöglichen, wird Südtirol mit finanziellen Mitteln aus den staatlichen Steuereinnahmen versorgt, bleibt dabei jedoch ein Nettozahler zum italienischen Staatshaushalt.[41] Ein Großteil der in der Provinz einbezahlten Steuern (vor allem der Umsatzsteuer sowie der Einkommens- und Körperschaftsteuer) fließen von Rom an die Provinzverwaltung zurück. Der Südtiroler Landeshaushalt belief sich 2012 auf rund fünf Milliarden Euro pro Jahr.[42] Das Landesbudget des österreichischen Bundeslandes Tirols wies vergleichsweise drei Milliarden Euro auf.[43] Dadurch werden in Südtirol (wie auch im Trentino) von der lokalen Verwaltung zahlreiche Dienstleistungen angeboten, die in anderen italienischen Regionen von der staatlichen Verwaltung übernommen werden oder überhaupt nicht bestehen.

Ein 2014 zwischen den autonomen Provinzen Bozen und Trient sowie der italienischen Regierung abgeschlossener Pakt regelt den Südtiroler Finanzhaushalt im Detail. Das Abkommen sieht vor, dass der Staat 90 % nahezu aller in Südtirol entrichteter Steuern der autonomen Provinz zukommen lässt. Im Gegenzug überweist Südtirol anschließend eine Summe zurück, die 0,6 % der Zinslast der italienischen Staatsverschuldung entspricht (Stand 2014: 476 Millionen Euro) und in definierten Fällen um weitere 10 % erhöht werden kann.[44]

Politische Landschaft[Bearbeiten]

Hauptartikel: Parteien Südtirols
Arno Kompatscher, Landeshauptmann Südtirols seit dem 9. Jänner 2014

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs und der Konstituierung Südtirols als autonome Provinz innerhalb der Republik Italien bestimmt die Südtiroler Volkspartei (SVP) maßgeblich das politische Geschehen vor Ort. Sie präsentiert sich als „ethnische Sammelpartei“ aller deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler und tritt auf gesamtstaatlicher Ebene als Regionalpartei für eine „Vollautonomie“ Südtirols ein, also einen möglichst umfassenden Übergang legislativer und exekutiver Kompetenzen von Rom nach Bozen. Die SVP konnte von 1948 bis 2008 ununterbrochen die absolute Mehrheit der Mandate im Südtiroler Landtag erreichen. Bei den Landtagswahlen 2013 verfehlte sie erstmals die dafür notwendige Stimmenanzahl, blieb aber stärkste Landtagsfraktion. Entsprechend stellte die SVP bis dato alle Landeshauptleute und stets die Mehrheit der Mitglieder der Südtiroler Landesregierung. Auf kommunaler Ebene ist die SVP in zahlreichen Gemeinden die stärkste politische Kraft. Im gesamtitalienischen Kontext hingegen ist sie eine Kleinstpartei, die allerdings seit 1948 ununterbrochen durch Parlamentarier in der Abgeordnetenkammer und im Senat vertreten ist. Im italienischen Parlament wie auch in den größeren Stadtgemeinden der Provinz (wo gesamtstaatliche Parteien über größeres politisches Potential verfügen) koalierte die SVP bis Anfang der 1990er-Jahre stets mit der gesamtstaatlichen Regierungspartei Democrazia Cristiana. Nach der Transformation des italienischen Parteiensystems ging die SVP strategische Partnerschaften mit dem italienischen Mitte-links-Bündnis L’Ulivo ein, aus dem 2007 der Partito Democratico hervorging.

Neben der Südtiroler Volkspartei existieren seit den 1960er-Jahren auch kleinere regionale Oppositionsparteien. Die Soziale Fortschrittspartei und die Sozialdemokratische Partei Südtirols forderten im Zuge der Ausgestaltung der Regionalautonomie in den 1970er-Jahren einen stärkeren Ausbau von regionalen Sozial- und Bildungseinrichtungen sowie politischen Pluralismus innerhalb der deutschsprachigen Regionalbevölkerung. Die Parteien BürgerUnion, Süd-Tiroler Freiheit und Die Freiheitlichen üben demgegenüber seit den 1980er-Jahren grundsätzliche Kritik an der autonomen Provinz Bozen als Institution. Sie fordern eine Loslösung Südtirols von Italien zugunsten unterschiedlicher staatlicher Alternativmodelle (Angliederung an Österreich, Gründung eines Südtiroler Freistaats, Gründung einer Freien Europaregion Tirol in Abgrenzung zur existierenden Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino). Eine stärkere Eigenständigkeit unter ethnisch-territorialen Gesichtspunkten fordert seit den 1990er-Jahren ebenso der Moviment Politich Ladins für die ladinischen Talgemeinschaften der Provinz. Die Südtiroler Grünen verfechten in partieller Kontinuität zu den sozialdemokratischen Regionalparteien wiederum eine ökosoziale Politik; vor allem die erste links-alternative Liste Neue Linke/Nuova Sinistra setzte am Beginn der 1980er-Jahre zusätzlich wesentliche Akzente zur Überwindung der ethnischen Trennung der politischen Öffentlichkeit in ein deutsch/ladinischsprachiges und ein italienischsprachiges Lager.

Der Aktionsradius der gesamtstaatlichen (italienischen) Parteien ist in Südtirol traditionell vorwiegend auf den urbanen Raum Bozen und Meran beschränkt, der eine größere Anzahl italienischsprachiger Bürger beheimatet. Bis in die 1990er-Jahre war die Democrazia Cristiana unter der italienischen Bevölkerung (die rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung Südtirols umfasst) durchwegs die stärkste politische Partei, wenngleich der verhältnismäßig hohe Anteil an Industriearbeitern auch der Kommunistischen Partei Italiens zeitweise drei von 35 Landtagsmandaten sicherte. Vor allem die Umsetzung des Zweiten Autonomiestatus für Südtirol und die damit verbundene Einführung des ethnischen Proporzes verunsicherte in den 1980er-Jahren viele italienischsprachige Wähler, die sich infolge mehrheitlich italienisch-nationalistischen Parteien wie dem neofaschistischen und anti-autonomistischen Movimento Sociale Italiano (MSI), später der Alleanza Nazionale und dem italienischen Mitte-rechts-Lager rund um den Popolo della Libertà zuwandten. Das italienische Mitte-links-Lager (Democratici di Sinistra, Partito Democratico) wird von der SVP als italienischer Koalitionspartner bis dato bevorzugt, da sich die Parteien dieses Spektrums stets klar zur Lokalautonomie bekannt, und an deren Ausgestaltung mitgewirkt haben.

Landtag[Bearbeiten]

Hauptartikel: Südtiroler Landtag
Mandatsverteilung im Südtiroler Landtag von 2013−2018
1
3
2
17
6
3
1
1
1
17 
Von 35 Sitzen entfallen auf:
Das Landtagsgebäude in Bozen

Der Südtiroler Landtag (italienisch Consiglio provinciale) ist das Parlament der Autonomen Provinz. Das Autonomiestatut verleiht dem Landtag umfangreiche legislative Befugnisse und Kompetenzen. Die 35 Abgeordneten werden laut Statut spätestens nach Ablauf einer fünfjährigen Legislaturperiode neu gewählt. Die Landtagsabgeordneten sind zugleich Mitglieder des Regionalrats Trentino-Südtirol.

Wahlergebnisse und Mandatsverteilung bei den Südtiroler Landtagswahlen 2013

Partei Stimmenzahl Prozent Mandate
Südtiroler Volkspartei 131.255 45,7 %
17/35
Die Freiheitlichen 51.510 17,9 %
6/35
Verdi Grüne Vërc-SEL 25.070 8,7 %
3/35
Süd-Tiroler Freiheit 20.743 7,2 %
3/35
Partito Democratico 19.210 6,7 %
2/35
Forza Alto Adige-Lega Nord-Team Autonomie 7.120 2,5 %
1/35
MoVimento 5 Stelle 7.100 2,5 %
1/35
BürgerUnion-Ladins Dolomites-Wir Südtiroler 6.065 2,1 %
1/35
L’Alto Adige nel cuore 6.061 2,1 %
1/35
Unitalia 4.832 1,7 %
0/35
Scelta Civica per l’Alto Adige-Südtirol 4.525 1,6 %
0/35
La Destra 1.655 0,6 %
0/35
Rifondazione Comunista 1.134 0,4 %
0/35
Partito dei Comunisti Italiani 730 0,3 %
0/35

Landesregierung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Südtiroler Landesregierung

Die Südtiroler Landesregierung (italienisch Giunta provinciale), auch Landesausschuss, besteht aus einem Landeshauptmann (Presidente) und einer variablen Anzahl an Landesräten. Die Anzahl der Landesräte wurde seit dem Jahr 1989, als die Landesregierung 14 Mitglieder (einschließlich des Landeshauptmanns) umfasste, stetig reduziert. Derzeit (2014) besteht die Landesregierung aus sieben Landesräten und dem Landeshauptmann.

Der Landeshauptmann und die Landesräte werden vom Landtag in geheimer Wahl mit absoluter Stimmenmehrheit gewählt. Unter Einhaltung besonderer Bestimmungen können dabei auch Personen in die Landesregierung berufen werden, die nicht Mitglieder des Südtiroler Landtags sind (Art. 50 Autonomiestatut). Die Zusammensetzung der Landesregierung muss jedoch in jedem Fall die proportionale Verteilung der drei anerkannten Sprachgruppen im Landtag widerspiegeln. Diese Bestimmung verhinderte bis dato eine Alleinregierung der deutschsprachig dominierten Südtiroler Volkspartei (SVP) und garantierte den nummerisch schwächeren italienischen Parteien eine geringfügige Beteiligung an der Landesregierung. Die Vertretung der ladinischen Sprachgruppe wurde bis dato stets von der SVP gestellt. Da die ladinische Bevölkerung, der sich nur knapp 4 % der Bevölkerung Südtirols zugehörig erklären, bei Wahlen jedoch nicht zwingend eine Landtagsvertretung erreichen kann, garantiert eine eigene Bestimmung im Autonomiestatut, dass der „ladinischen Sprachgruppe (…) die Vertretung im Landesausschuss von Südtirol auch abweichend von der proporzmäßigen Vertretung (im Landtag) zuerkannt werden (kann).“ (Art. 50 Autonomiestatut).

Derzeit gehören neben dem Landeshauptmann weitere fünf Landesräte der deutschen Sprachgruppe an, ein Vertreter erklärt sich der italienischen Bevölkerung Südtirols zugehörig, ein Landesrat vertritt die ladinische Sprachgruppe.

Aus den Reihen der Landesräte werden ebenso zwei Stellvertreter des Landeshauptmanns ernannt, wobei jeweils ein Stellvertreter der deutschen bzw. der italienischen Sprachgruppe vorbehalten ist. Neben dem derzeitigen (deutschsprachigen) Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) bekleiden die Landesräte Richard Theiner (SVP) und Christian Tommasini (PD) diese stellvertretenden Ämter.[45]

Durch das Verfassungsgesetz Nr. 2/2001, das seit Februar 2001 in Kraft ist, verfügt der Südtiroler Landtag über erweiterte legislative Möglichkeiten, die es ihm u. a. ermöglichen, auch die Regierungsform auf Provinzialebene teilweise eigenmächtig zu modifizieren und beispielsweise eine Direktwahl des Landeshauptmannes durch die wahlberechtigte Bevölkerung einzuführen.

Landesregierungen seit 1948[Bearbeiten]

Das Palais Widmann in Bozen, Sitz der Landesregierung
Legislaturperiode Landeshauptmann Kabinett Koalitionsparteien
1948–1952 Karl Erckert Erckert I SVP, DC, PRI
1952–1956 Karl Erckert, Alois Pupp Erckert II SVP, DC
1956–1960 Alois Pupp Pupp SVP, DC
1960–1964 Silvius Magnago Magnago I SVP, DC
1964–1968 Silvius Magnago Magnago II SVP, DC, PSDI
1968–1973 Silvius Magnago Magnago III SVP, DC
1973–1978 Silvius Magnago Magnago IV SVP, DC, PSI
1978–1983 Silvius Magnago Magnago V SVP, DC, PSDI
1983–1988 Silvius Magnago Magnago VI SVP, DC, PSI
1988–1993 Luis Durnwalder Durnwalder I SVP, DC, PSI
1993–1998 Luis Durnwalder Durnwalder II SVP, Partito Popolare Altoatesino, PDS
1998–2003 Luis Durnwalder Durnwalder III SVP, Unione Democratica Altoatesina, DS
2003–2008 Luis Durnwalder Durnwalder IV SVP, Unione Autonomista, DS
2008–2014 Luis Durnwalder Durnwalder V SVP, PD
2014– Arno Kompatscher Kompatscher SVP, PD

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

Südtirols Wirtschaft ist vor allem durch den Dienstleistungsbereich geprägt, und hier vor allem durch den Tourismus. Daneben spielen aber auch ein gut entwickeltes Handwerk, insbesondere im Bausektor, kleinere und mittelgroße Industrieunternehmen sowie Landwirtschaft eine wichtige Rolle in der Wirtschaftsstruktur des Landes. Die Südtiroler Wirtschaft erzielt anhand des BIP pro Kopf einen Spitzenwert im landesweiten Vergleich.

Das BIP pro Kopf lag 2007 bei etwa 33.500 Euro. Damit ist Südtirol nach der Lombardei die reichste Region Italiens. Auch kaufkraftbereinigt gehört das Land zu den reichsten Regionen (NUTS-2-Ebene) der Europäischen Union; das Wohlstandsniveau liegt bei einem Index von 134,5 (EU-27 = 100; Italien: 103,4; Tirol: 128,2).[46] Allerdings ist Südtirol im EU-Vergleich in den vergangenen Jahren wegen eines vergleichsweise schwachen Wirtschaftswachstums (2005/2006: real +1,2/+1,7 %[47]) deutlich zurückgefallen, wie der Rückgang des Index von etwa 160 im Jahr 2000 auf 134,5 im Jahr 2007 zeigt.[48]

Die Arbeitslosenquote beläuft sich auf 4,4 % (3,9 % bei den Männern und 5,0 % bei den Frauen im Jahr 2013[2]). Die Zahl der Arbeitsuchenden beträgt im Jahresmittel 10.600.[49] Seit fast zwei Jahrzehnten ist Südtirols Arbeitsmarkt durch niedrige Arbeitslosenzahlen geprägt, wenngleich ähnliche Zahlen inzwischen in breiten Teilen Norditaliens erreicht sind (Arbeitslosenquote in Norditalien: 3,9 %[50]). Auch die Jugendarbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen ist mit 7,2 % vergleichsweise niedrig (zum Vergleich im ersten Quartal 2008: Italien 20,4 %; Österreich 8,2 %; Deutschland 10,2 %).[49]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Per Stichtag 22. Oktober 2001 existierten in Südtirol 51.207 Arbeitsstätten mit insgesamt 207.380 Mitarbeitern. Dies ist ein Zuwachs von 27.300 oder 15,2 % im Vergleich zu 1991.

In Südtirol gibt es circa 13.000 Handwerksbetriebe mit 80 verschiedenen Handwerksberufen.

Zu den größeren Arbeitgebern im Land zählen etwa Leitner im Seilbahnbau, Salewa in der Wintersportbekleidung, Loacker in der Lebensmittelbranche und die Logistikunternehmen Fercam und Gruber Logistics. Überdies unterhalten zahlreiche Unternehmen aus Deutschland ihre italienischen Zweigstellen in Südtirol. Vertreten werden die lokalen Firmen vom Unternehmerverband Südtirol und vom Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol.

Für die Zukunft hat sich das Land die verstärkte Förderung von Innovationen vorgenommen, um damit den Wohlstand zu sichern und auszubauen. Im Jahr 2009 lag die Forschungsintensität bei 0,57 % (Ausgaben für Forschung und Entwicklung bezogen auf das BIP), während sie im Gesamtstaat Italien mit 1,25 %, Deutschland mit 2,75 % oder im EU-27-Durchschnitt mit 2 % deutlich höher war.[51] Dieses Ziel und die Lissabon-Strategie soll unter anderem durch forschungs- und bildungssichernde Institutionen wie die Universität und die Europäische Akademie in Bozen erreicht werden.

Die Energiewirtschaft spielt eine hervorragende Rolle in der Umweltbilanz Südtirols, welche natürlich durch die geographischen Gegebenheiten begünstigt wird. Biomasse, Wasserkraft und Solaranlagen sowie eine Vorreiterrolle in der Gebäudeisolierung führen zu besonders umweltfreundlichen Wirtschafts- und Wohnräumen.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Die Landwirtschaft beschäftigt 7,8 % der Südtiroler Erwerbsbevölkerung (2005).[52] Im Etsch- und Eisacktal dominieren der Anbau von Äpfeln und Wein, während im Pustertal, Wipptal und anderen Seitentälern die Milchwirtschaft überwiegt.

Die Apfelproduktion nimmt einen hohen Stellenwert innerhalb der Landwirtschaft ein – Südtirols Landwirte produzieren auf 18.000 ha rund 10 % der in der EU angebauten Äpfel beziehungsweise 2 % der Weltproduktion.

Der Weinbau eine lange Tradition in Südtirol. Die bedeutendsten Sorten im Südtiroler Weinbaugebiet sind Gewürztraminer, Vernatsch und Weißburgunder. Besonders seit den späten 80er Jahren hat es sich als eine der besten Weißweinregionen Italiens einen Namen gemacht. Dabei steht Südtirol besonders für trockene und fruchtige Weißweine. Zudem erfreute sich auch die autochthone Rotweinsorte Lagrein großen Interesses. Südtirol gehört mit ungefähr 5100 ha zu den kleinsten italienischen Weinbauregionen (weniger als ein Prozent der Gesamtfläche), ist aber durch den hohen Anteil an Qualitätsweinen überaus erfolgreich.

Die Südtiroler Weinstraße führt von Nals durch das Überetsch und das Unterland bis nach Salurn durch die Weinberge der südlichsten Landesteile, des größten Weinanbaugebiets in Südtirol. Die Straße und der gleichnamige Trägerverein bilden die Brücke zwischen diesem Landwirtschaftszweig und dem Tourismus.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus spielt eine zentrale Rolle in der Wirtschaft des rohstoffarmen Landes. Besonders die Tallagen und die Wintersportzentren haben sich in den letzten 100 Jahren zu florierenden Fremdenverkehrszentren entwickelt. Einst wegen der Kurorte und des milden Klimas stark besucht, wurde Südtirol in den letzten Jahrzehnten zunehmend von Wintersport und sommerlichem Erlebnisurlaub geprägt.

Übernachtungen
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Bettenanzahl 213.553 214.603 217.317 217.343 219.018 219.473 218.964
Übernachtungen 25.698.000 26.151.000 26.418.000 27.310.635 27.721.289 28.086.707 28.580.491
davon Ausländer 16.426.000 16.592.000 16.601.000 17.184.856 17.564.848 17.678.038 18.116.711

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Südtirol verfügt über ein gut ausgebautes, 5029 km langes Straßennetz. Die bedeutendste Verkehrsinfrastruktur ist die mautpflichtige Brennerautobahn A22, die Teil der Europastraße 45 ist. Sie durchquert das Land in Nord-Süd-Richtung vom Brenner (1370 m) an Brixen und Bozen vorbei bis zur Salurner Klause (207 m). 2012 verzeichnete der Abschnitt zwischen Bozen Süd und Neumarkt durchschnittlich knapp 38.000 Durchfahrten pro Tag, davon über 11.000 durch Schwerverkehr.[53]

Die wichtigen Ortschaften, Täler und Pässe Südtirols werden durch Staats- und Landesstraßen erschlossen, die seit 1998 ausnahmslos von der Südtiroler Landesverwaltung gewartet und finanziert werden. Daneben bestehen noch zahlreiche Gemeindestraßen. Die Straßen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen sind die großen Staatsstraßen insbesondere im Bereich der Ballungsräume. Auf der den Westen des Landes bedienenden SS 38, die zwischen Meran und Bozen als MeBo vierspurig ausgebaut ist und weiter durch den Vinschgau zum Stilfser Joch führt, wurden 2012 im Raum Bozen im Durchschnitt über 35.000 Durchfahrten täglich gemessen. Die das Überetsch von Bozen aus erschließende SS 42 kam auf über 20.000 Durchfahrten, die parallel zur Autobahn verlaufende SS 12 („Brennerstaatsstraße“) am Eingang des Eisacktals auf über 18.000, die SS 49 im Pustertal abschnittsweise auf über 16.000.[53]

Die Gebirgslandschaft in Südtirol bringt mit sich, dass Straßen vieler aufwendiger Kunstbauten bedürfen. Allein auf Landes- und Staatsstraßen gibt es etwa 1700[54] Brücken und 168[55] Tunnels.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Das Südtiroler Schienennetz umfasst Strecken von 284 km Länge. Die Brennerbahn verbindet als Teil der Eisenbahnachse Berlin–Palermo Innsbruck über Bozen und Trient mit Verona. Der im Bau befindliche 55 km lange Brennerbasistunnel (BBT), der den Brennerpass unterqueren wird, soll im Jahr 2025 in Betrieb gehen.

Der Westen Südtirols wird durch die Bahnstrecke Bozen–Meran und die daran anschließende Vinschgaubahn bedient. Die von Franzensfeste nach Innichen führende Pustertalbahn stellt eine Verbindung zur Drautalbahn und damit zum österreichischen Osttirol her. Daneben besteht noch eine Reihe kleinerer schienengebundener Verkehrsmittel, die eher touristischer Bedeutung sind, darunter die Rittnerbahn und die Mendelbahn.

Staatlicher und zwischenstaatlicher Personenfernverkehr sowie Güterverkehr finden in Südtirol ausschließlich auf der Brennerbahn statt. Grenzüberschreitenden Nahverkehr gibt es auf der Brenner- und der Pustertalbahn.

Rad-, Seilbahn- und Flugverkehr[Bearbeiten]

Seit Jahren beständig im Ausbau begriffen ist das Netz aus Radrouten und Radwegen.[56] Das übergemeindliche Routennetz war 2011 etwa 400 km lang.[57] Das Radwegnetz umfasst allein im städtischen Raum Bozens etwa 50 km gesondert ausgewiesener Verkehrsanlagen, über die inzwischen rund 30 % der gefahrenen Strecken im Stadtverkehr zurückgelegt werden.[58]

Im Jahr 2012 gab es in Südtirol 374 Luftseilbahnanlagen. Der überwiegende Teil davon dient der Erschließung von Wintersportgebieten, einzelne Anlagen unterstützen aber auch den öffentlichen Personennahverkehr.[53]

Der Flughafen Bozen ist der einzige Verkehrsflughafen Südtirols und wird durch Linien- und Charterflüge genutzt. Daneben besteht noch der Flugplatz Toblach, der hauptsächlich dem Militär dient, aber eingeschränkt auch der allgemeinen Luftfahrt zugänglich ist.

Öffentlicher Personenverkehr[Bearbeiten]

Die regionalen öffentlichen Personenverkehrsmittel sind in Südtirol in einem einheitlichen Verkehrsverbundsystem namens SII zusammengeschlossen. Mehr als die Hälfte der Südtiroler besitzt einen „Südtirol Pass“ (davon wiederum mehr als die Hälfte in den Sonderformen Abo+ und 65+), der eine Contactless-Entwertung und Fahrten in allen Verkehrsmitteln des Verbundsystems ermöglicht.[59][60] Dieses umfasst Busse der SAD Nahverkehr AG, die insbesondere im Überlandbereich aktiv sind, und der SASA AG in den urbanen Räumen Bozens und Merans. Weiters gehören die von SAD und Trenitalia betriebenen Regionalzüge zum Verbund, Mendelbahn und Rittnerbahn, sowie die Seilbahnen nach Jenesien, Meransen, Mölten auf den Ritten und nach Vöran.[61] In den 2000er-Jahren wurde das Bus- und Bahnangebot mit Finanzierung des Landes Südtirol umfassend ausgebaut und dicht getaktet.[62] Mit der schrittweisen Einführung des sogenannten „Südtirol-Takts“ entstanden auf den Hauptlinien halbstündliche oder stündliche Verbindungen, verdichtete Angebote zu Stoßzeiten und genauere Abstimmungen zwischen Bus und Bahn.[63]

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen, Zeitschriften und Buchverlage[Bearbeiten]

Logo des größten Südtiroler Regionalverlags Athesia
Logo der größten italienischen Regionalzeitung Alto Adige

Die älteste und am stärksten verbreitete Tageszeitung ist die in deutscher und geringem Ausmaß auch ladinischer Sprache erscheinende Dolomiten der politisch einflussreichen Verlagsanstalt Athesia, gefolgt vom italienischsprachigen Alto Adige. Ferner gibt es den Südtiroler Lokalteil des Corriere della Sera (Corriere dell’Alto Adige), der aus der ehemaligen Tageszeitung Il Mattino dell’Alto Adige hervorgegangen ist, sowie die deutschsprachige Neue Südtiroler Tageszeitung. Aus dem Hause Athesia stammt die Sonntagszeitung Zett.

Von den Wochenblättern sind das Wochenmagazin ff, das Katholische Sonntagsblatt, Il Segno und die Südtiroler Wirtschaftszeitung zu nennen. Der ff-Media-Verlag gibt außerdem das Wirtschaftsmagazin Südtirol Panorama heraus, das zehnmal jährlich erscheint.

Die Union Generela di Ladins, die Dachorganisation der Ladinerverbände, ist Herausgeberin einer Wochenzeitung in ladinischer Sprache, La Usc di Ladins („Die Stimme der Ladiner“). Die Texte sind je nach vorwiegend behandelter Talschaft im jeweiligen Dialekt verfasst.

Im Bereich des Buchverlags entwickelten sich neben dem traditionell beherrschenden Südtiroler Verlagshaus Athesia und dem deutlich kleineren Weger Verlag ab den 1990er-Jahren mit Edition Raetia, dem Folio Verlag und dem Provinz Verlag eine Reihe deutschsprachiger Konkurrenzverlage, die teilweise überregional agieren; auch der österreichische Studienverlag hat eine Niederlassung in Bozen. Der italienischsprachige Regionalbuchsektor Südtirols wird vor allem von den Verlagen Praxis 3 und Alpha Beta bedient. Seit der Jahrtausendwende haben einige Verlage verstärkt damit begonnen, ein zweisprachiges Programm aufzubauen (siehe auch Tirolensien).

Rundfunk[Bearbeiten]

Logo der Rai Südtirol

Unter den Rundfunkanstalten ist besonders die öffentlich-rechtliche Rai Südtirol hervorzuheben, die ihr Radioprogramm in Deutsch und über Rai Ladinia in Ladinisch ausstrahlt. Des Weiteren verfügt Südtirol über zahlreiche Lokalradios[64] in allen Landessprachen, u. a. über die deutschsprachigen Hörfunksender ERF Südtirol, Radio 2000, Radio Grüne Welle, Radio Holiday, Südtirol 1 und Südtirol Journal sowie das ladinischsprachige Radio Gherdëina Dolomites.

Über Digital Audio Broadcasting (DAB), teilweise auch im Standard DAB+, werden von der Rundfunk-Anstalt Südtirol (RAS) folgende Sender in zwei landesweiten Ensembles ausgestrahlt (Stand: 15. Oktober 2014): Rai Radio 1, Rai Radio 2, Rai Radio 3, Rai Südtirol, Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3, BR-Klassik, B5 aktuell, KiRaKa, Deutschlandradio Kultur, Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic, Radio Swiss Jazz, Radiotelevisiun Svizra Rumantscha, Rete Due, Ö1, Radio Tirol, Ö3 und FM4. Dazu kommen weitere Ensembles (DABMedia, Club DAB Italia, Eurodab), die private Südtiroler oder staatliche Radiosender verbreiten.[65]

Fernsehen[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Fernsehsender aus Südtiroler Blickwinkel sind die Radiotelevisione Italiana (Rai) mit dem lokalen Ableger Rai Südtirol und der Österreichische Rundfunk (ORF). Letzterer betreibt eine Außenstelle des Landesstudios Tirol in Bozen und strahlt die österreichischen Programme einschließlich Südtiroler Regionalfenster aus. Von Rai Südtirol und ORF stammen die regionalen Nachrichtensendungen Tagesschau und Südtirol heute in deutscher Sprache; Rai Ladinia produziert die ladinischsprachige Nachrichtensendung TRAIL mit lokalen Inhalten.

Von der Rundfunk-Anstalt Südtirol (RAS) werden die österreichischen Programme ORF 1, ORF 2 und ORF III, die bundesdeutschen Programme Das Erste, ZDF, 3sat, Bayerisches Fernsehen, KiKA und Arte, sowie die Schweizer Programme SRF 1, SRF zwei und RSI LA 1 über viele Sendeanlagen ausgestrahlt, seit Mai 2010 teilweise auch in HD.[66]

Zusätzlich sind die privaten lokalen Fernsehsender der Rosengarten Media AG (Video33, SDF), die regionalen Fernsehsender TCA und RTTR aus Trient, sowie einige andere italienweite Privatsender empfangbar.

Seit November 2009 erfolgt die Ausstrahlung der Fernsehprogramme in Südtirol nur noch digital über DVB-T.[67]

Sport[Bearbeiten]

Südtirol stellt und stellte besonders im Wintersport international erfolgreiche Sportler. So gehörten der Skifahrer Gustav Thöni und der Kunstbahnrodler Armin Zöggeler mit mehreren Weltcupgesamtsiegen und Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zu den Besten ihrer Disziplin. In Damenwettbewerben errangen Isolde Kostner im Skisport und Carolina Kostner im Eiskunstlauf mehrfach Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Aktuell zählen Christof Innerhofer, Dominik Paris, Manfred Mölgg und Werner Heel zu den Weltbesten im alpinen Skisport, Roland Fischnaller ist Südtirols erfolgreichster Snowboarder. Im Wintersport werden zudem alljährlich diverse Welt- und Europacuprennen in verschiedenen Disziplinen (Alpinski, Biathlon, Langlauf, Naturbahnrodeln und Snowboard) in Südtirol ausgetragen.

Auch in den Sommersportarten sind und waren Südtiroler erfolgreich: Klaus Dibiasi gewann drei olympische Goldmedaillen im Turmspringen, Tania Cagnotto zahlreiche Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Alex Schwazer gewann eine olympische Goldmedaille im Gehen. Andreas Seppi gehört zu den besten 100 Spielern der Tennis-Weltrangliste. Im organisatorischen Bereich zählt die Leichtathletikveranstaltung BOclassic zu den größten Sommersportveranstaltungen.

In den Mannschaftssportarten erzielen vor allem Eishockey und Fußball eine beträchtliche Breitenwirkung, wobei lokale Vereine und Sportler diverse überregionale Erfolge verzeichnen können. Der HC Bozen ist 19-facher italienischer Meister im Eishockey und war auch international, z.B. als Meister in der EBEL-Liga 2013/14, erfolgreich. Im Fußball spielt der FC Südtirol aktuell in der 3. italienischen Liga und der CF Südtirol in der zweiten Liga der Frauen. Mehrere Fußballspieler aus Südtiroler standen bzw. stehen bei italienischen, österreichischen und bundesdeutschen Profivereinen unter Vertrag, wie z. B. Klaus Bachlechner, Michael Cia und Arnold Schwellensattl. Der SSV Bozen Loacker und die Mannschaften von Brixen und Meran waren mehrfach italienische Meister im Handball.

Der größte Sport- und Freizeitverein des Landes für Sommer- und Wintersport ist der Alpenverein Südtirol (AVS) mit über 60.000 Mitgliedern. Zu den bedeutenden Alpinisten des Landes zählen u. a. Reinhold Messner und Hans Kammerlander.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Südtirol – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Südtirol

Literatur[Bearbeiten]

Politische Geschichte
Kultur- und Sozialgeschichte
Verfassungsrecht und Lokalverwaltung
Naturwissenschaften
Linguistik
  • Heidemaria Abfalterer: Der Südtiroler Sonderwortschatz aus plurizentrischer Sicht (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft: Germanistische Reihe 72). Innsbruck University Press: Innsbruck 2007. ISBN 3-901064-35-4
  • Kurt Egger/Franz Lanthaler (Hrsg.): Die deutsche Sprache in Südtirol: Einheitssprache und regionale Vielfalt. Folio Verlag: Wien/Bozen 2001, ISBN 3-85256-138-8
  • Kurt Egger: Sprachlandschaft im Wandel: Südtirol auf dem Weg zur Mehrsprachigkeit. Athesia: Bozen 2001, ISBN 88-8266-112-1

Weblinks[Bearbeiten]

Weiterführende Informationen in den
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Multimedia-Inhalte
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Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. a b Südtirol in Zahlen – 2014. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT). Publikation vom 12. November 2014. Abgerufen am 13. November 2014.
  3. Siehe zur Namens- und Begriffsgeschichte von „Südtirol“ Hans Heiss: „Man pflegt Südtirol zu sagen und meint, damit wäre alles gesagt.“ Beiträge zu einer Geschichte des Begriffes Südtirol. In: Arbeitsgruppe Regionalgeschichte/Gruppo di ricerca per la storia regionale, Tirol — Trentino. Eine Begriffsgeschichte/Semantica di un concetto (Geschichte und Region/Storia e regione Bd. 9). Folio, Wien-Bozen 2000, ISBN 3-85256-149-3, S. 85–109,
  4. Siehe zur Namens- und Begriffsgeschichte von „Alto Adige“ und „Sudtirolo“ Carlo Romeo: Der Fluß im Schatten des Schlosses. „Alto Adige“ – eine Begriffsgeschichte. In: Arbeitsgruppe Regionalgeschichte/Gruppo di ricerca per la storia regionale, Tirol — Trentino. Eine Begriffsgeschichte/Semantica di un concetto (Geschichte und Region/Storia e regione Bd. 9). Folio, Wien-Bozen 2000, ISBN 3-85256-149-3, S. 153–170.
  5. a b Das Entstehen der heimischen Gesteine. Vereinigung Naturstein Südtirol, abgerufen am 13. Januar 2015.
  6. Rainer Brandner u. a.: Sediment 2007, Exkursionsführer (PDF-Datei)
  7. Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000, Blatt 175, Sterzing
  8. Geologische Bundesanstalt: Geofast-Karten
  9. Naturdenkmäler Südtirols. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  10. Klima in Südtirol: Wissenswertes zum Klima und Wetter in Südtirol. Südtirol Wetter (wetter.bz), abgerufen am 13. Januar 2015.
  11. Reinhard Kuntzke, Christiane Hauch: Südtirol. DuMont Reise-Taschenbuch. Dumont Reiseverlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7701-7251-1, S. 44
  12. Etsch. Landesagentur für Umwelt der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  13. Zustand der Südtiroler Seen. Landesagentur für Umwelt der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  14. Flora. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  15. Fauna. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  16. Klaus Hellrigl: Die Tierwelt Südtirols. Naturmuseum Südtirol, Bozen 1996, ISBN 88-70 14-922-6
  17. a b Demografisches Handbuch für Südtirol 2014. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 16. Januar 2015 (PDF-Datei).
  18. Franz Alber: Zukunftsperspektiven der Südtiroler Gemeinden. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 74–78, abgerufen am 18. Januar 2015 (PDF; 15 MB).
  19. Naturparks in Südtirol – Natur er-leben, Natur be-greifen, Natur er-halten. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol
  20. Statistisches Jahrbuch 2006 – Kapitel 3 – Demographische Struktur (Memento vom 30. Oktober 2008 im Internet Archive) (PDF)
  21. Ausländische Wohnbevölkerung - 2011. provincia.bz.it. 14. Juni 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  22. Grundschulen im Schuljahr 2011/12 (PDF-Download) provinz.bz.it. April 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  23. Oberschulen - Schuljahr 2011/12. provincia.bz.it. 20. Juni 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  24. Diözese Bozen-Brixen. Diözese Bozen-Brixen, abgerufen am 27. Januar 2015.
  25. Diözesanpatrone Hl. Kassian und Hl. Vigilius. Diözese Bozen-Brixen, abgerufen am 27. Januar 2015.
  26.  Elisabeth Parteli: Verdächtig religiös. In: ff – Südtiroler Wochenmagazin. Nr. 4, 22. Januar 2015, S. 36–47.
  27. Organisationen und Vereinigungen. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 19. Januar 2014.
  28. 9. Arbeitsstättenzählung 2011: Nonprofit-Organisationen – Vertiefung zu den Hauptsitzen. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 19. Januar 2014 (PDF-Datei).
  29. Mitgliederversammlung 2014. Verband der Sportvereine Südtirols, abgerufen am 27. Januar 2015 (PDF-Datei).
  30. AVS hat mehr als 60.000 Mitglieder. Südtirol Online, 12. Mai 2014, abgerufen am 19. Januar 2015.
  31. Weißes Kreuz hat nun mehr als 50.000 Mitglieder. Weißes Kreuz, 27. August 2010, abgerufen am 19. Januar 2015.
  32. Der Verband. Katholischer Verband der Werktätigen, abgerufen am 24. Januar 2015.
  33. 59. Landesfeuerwehrtag: Vilpian, 9. Mai 2014. Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols, abgerufen am 19. Januar 2015 (PDF-Datei).
  34. Wer sind wir. Katholische Jungschar Südtirols, abgerufen am 19. Januar 2015.
  35. Der Verband. Verband Südtiroler Musikkapellen, abgerufen am 19. Januar 2015.
  36. Mitgliederstatistik des SSB 2010. Südtiroler Schützenbund, abgerufen am 19. Januar 2015.
  37. Flavia Pristinger: Ethnic conflict and modernization in the South Tyrol, in: Charles R. Foster (Hrsg.): Nations without a State. Ethnic Minorities in Western Europe, Praeger, New York 1980, S. 153–188.
  38. Siegfried Baur: Kommunikation und Kooperation in Mehrheits-/Minderheitssituationen am Beispiel Südtirol. In: Rudolf W. Keck, Margitta Rudolph, David Whybra, Werner Wiater (Hrsg.), Schule in der Fremde – Fremde in der Schule, Lit Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7302-1, S. 252–260
  39. Michael Forcher: Tirols Geschichte in Wort und Bild, Innsbruck 1984, S. 139–142.
  40. In derselben Sitzung wurden der Staatsname von bisher „Republik Deutschösterreich“ nach nunmehr „Republik Österreich“ abgeändert und die gesetzliche Bestimmung vom 12. Oktober 1918 „Deutschösterreich ist ein Bestandteil des Deutschen Reiches“ außer Kraft gesetzt - StGBl 1919-484
  41. Dati Regionali 2012 shock: Residuo Fiscale (saldo attivo per 95 miliardi al Nord). Statistische Aufschlüsselung der Beiträge der einzelnen Regionen zum italienischen Staatshaushalt auf scenarieconomici.it, abgerufen am 19. September 2014
  42. Das ist Südtirol, http://www.provinz.bz.it/729212/download/das_ist_suedtirol.pdf, Seite 30
  43. Südtirol „Ich lasse mich nicht mürbe machen“, Tiroler Tageszeitung, 2. November 2012
  44. Pakt steht: Land schickt jährlich 476 Mio. Euro nach Rom. Südtirol Online, 15. Oktober 2014, abgerufen am 18. Januar 2015.
  45. Die Landesregierung 2008–2013
  46. Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF; 379 kB)
  47. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der italienischen Regionen 2006 (PDF, italienisch; 425 kB)
  48. Indikatoren der Lissaboner Strategie – Wirtschaftlicher Hintergrund (PDF)
  49. a b Gemeinde Bozen – Indikatoren für Beschäftigung und Arbeitslosigkeit Erwerbstätigkeit in Südtirol
  50. ISTAT: Italien in Zahlen, 2009 (PDF, italienisch; 593 kB)
  51. Südtiroler Landesinstitut für Statistik: Forschung und Entwicklung 2009 (PDF)
  52. Statistisches Jahrbuch 2006 – Erwerbstätigkeit (PDF; 674 kB)
  53. a b c Mobilität und Verkehr in Südtirol - 2012. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 16. Januar 2015 (PDF-Datei).
  54. Dienststelle für Brücken. Abteilung Tiefbau der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  55. Tunnelgruppe. Abteilung Straßendienst der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  56. Radwege und Radrouten. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  57. Radwegenetz in Südtirol. Südtirol Rad, abgerufen am 16. Januar 2015.
  58. Fahrradfreundliches Bozen. Stadt Bozen, abgerufen am 16. Januar 2015.
  59. Öffentlicher Nahverkehr: Landesregierung passt Ticket-Preise an. Pressedienst der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, 11. November 2014, abgerufen am 19. Januar 2015.
  60. Contactless-Entwertungssystem. Südtirol Mobil, abgerufen am 16. Januar 2015.
  61. Verkehrsverbund Südtirol. Südtirol Mobil, abgerufen am 16. Januar 2015.
  62. Südtirol Bahn. Verkehrsverbund Südtirol Mobil, abgerufen am 19. Januar 2015.
  63. Südtiroltakt. Verkehrsverbund Südtirol Mobil, abgerufen am 19. Januar 2015.
  64. Liste von Lokalradios
  65. Digitalradio-Programme. Rundfunk-Anstalt Südtirol, abgerufen am 19. Januar 2015.
  66. Digitales terrestrisches Fernsehen DVB-T. Rundfunk-Anstalt Südtirol, abgerufen am 19. Januar 2015.
  67. Digital terrestrisches Fernsehen: FAQ. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 10. Januar 2015.

46.6611.43Koordinaten: 46° 40′ N, 11° 26′ O