Brünieren

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Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 50938
Bereich Beschichten von Bauteilen
Titel Brünieren von Bauteilen aus Eisenwerkstoffen - Anforderungen und Prüfverfahren
Letzte Ausgabe 2000-04
ISO
brünierter Rundstab aus Stahl
Anlage zum Brünieren

Brünieren dient dem Bilden einer schwachen Schutzschicht auf eisenhaltigen Oberflächen, um Korrosion zu vermindern. Durch Eintauchen der Werkstücke in saure bzw. alkalische Lösungen (z. B. Natronlauge) oder Salzschmelzen bilden sich schwarze Mischoxidschichten aus FeO und Fe2O3 (Edelrost). Die Brünierung ist keine Beschichtung.

Durch die geringe Dicke der Konversionsschicht von etwa 1 µm bleiben die brünierten Werkstücke weitestgehend maßhaltig. Wegen der Porosität der Brünierschicht besitzen sie einen nur geringen Korrosionsschutz, der sich aber durch Beölen oder Befetten deutlich verbessern lässt. Diese Schichten sind weitgehend biege- und abriebfest sowie bis etwa 300 °C temperaturbeständig. Das Einsatzgebiet liegt im Maschinen- und Werkzeugbau. Weiterhin dient die Brünierung als Haftgrund für weitere Oberflächenbehandlungen wie das Lackieren. Eine spezielle Anwendung ist das Brünieren von Handfeuerwaffen.

Das Verfahren ist in Deutschland in der DIN 50938 normiert. Dort unterscheidet man auch zwischen Ein-, Zwei-, und Dreibadbrünieren.

Neben dem Schutz dient die Brünierung oft auch zur optischen Aufwertung von Gegenständen, beispielsweise um ein „antikes“ Aussehen zu erzeugen, wie bei Möbelbeschlägen und Schrauben aus Messing. Dort kann das Brünieren mit Essigessenz (Essigsäure) erfolgen.

Viele Verfahren zum Brünieren von Eisen sind kompliziert, giftig oder feuergefährlich.

Schwarzfärben[Bearbeiten]

Eine vor allem in der Vergangenheit verwendete wesentlich einfacher realisierbare Methode ist das Abbrennen von Leinöl auf der Eisenoberfläche. Dazu wird das Metall zwischen glühenden Kohlen erhitzt und dann mit Leinöl abgeschreckt. Alternativ kann auch das Öl zuerst aufgetragen und der Gegenstand dann erhitzt werden. Gewöhnlich sind mehrere Durchgänge erforderlich, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Geeignet ist auch altes Motorenöl. Die Temperatur soll etwa 400 °C (Stahl wird braun) bis 700 °C (dunkelrot) betragen. Das Öl raucht dann beim Auftragen sichtbar ab.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hansgeorg Hofmann, Jürgen Spindler: Verfahren der Oberflächentechnik. Grundlagen – Vorbehandlung – Beschichtung – Oberflächenreaktionen – Prüfung. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, München u. a. 2004, ISBN 3-446-22228-6.