Brügge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der belgischen Stadt Brügge; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Brügge (Begriffsklärung).
Brügge
BEL COA Bruges.svg Flag of Bruges.svg
Brügge (Westflandern)
Brügge
Brügge
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Westflandern
Bezirk Brügge
Koordinaten 51° 13′ N, 3° 13′ O51.2094444444443.222Koordinaten: 51° 13′ N, 3° 13′ O
Fläche 138,4 km²
Einwohner (Stand) 117.577 Einw. (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 850 Einw./km²
Höhe m
Postleitzahl 8000 (Brügge, Koolkerke)
8200 (Sint-Andries, Sint-Michiels)
8310 (Assebroek, Sint-Kruis)
8380 (Dudzele, Lissewege)
Vorwahl 050
Bürgermeister Renaat Landuyt
Adresse der
Kommunalverwaltung
Burg 12
8000 Brugge
Webseite www.brugge.be

lblels

Brügge (niederländisch Brugge, französisch Bruges) ist die Hauptstadt und mit 117.577 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) die größte Stadt der Provinz Westflandern in Belgien. Außerdem ist Brügge Bischofssitz der katholischen Kirche für das Bistum Brügge.

Im Spätmittelalter war die niederländische Region um Brügge eines der Zentren der Textilindustrie und des Fernhandels in Europa und damit eine der Geburtsstätten des Frühkapitalismus. In der Stadt residierten zeitweise die Herzöge von Burgund unter deren Herrschaft Brügge zu einer der wirtschaftlich und kulturell reichsten Städte im damaligen Europa wurde.

Die mittelalterliche Altstadt, die von Wallanlagen, auf denen sich Windmühlen befinden, und Kanälen umgeben ist, ist sehr gut erhalten, da sie nie durch Kriege oder großflächige Brände zerstört wurde. Die Stadt ist sowohl auf gepflasterten Straßen als auch per Bootstour erkundbar. Die Kanäle, die die Stadt durchziehen, nennen die Einheimischen Reien nach dem im Mittelalter vollständig kanalisierten Flüsschen Reie. Sie dienten dem Warentransport zum Zwin.

Der mittelalterliche Stadtkern wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Im Jahr 2002 war Brügge Europäische Kulturhauptstadt.

Brügge beherbergt das renommierte Europakolleg (College of Europe) und verfügt über einen wichtigen Seehafen im Teilort Zeebrügge.

Name[Bearbeiten]

Ein Ursprung aus einem westgermanischen Wort für „Brücke“ ist wahrscheinlich.[1] Mehrere ähnliche Wörter werden in den alten Dokumenten in verschiedenen germanischen Sprachen erwähnt, z. B. altenglisch bryċġ > bridge, altsächsisch bruggia, althochdeutsch brucca, altnordisch bryggja, die wohl alle auf das germanische *bruʒjō zurückgehen.[2]

Stadtteile[Bearbeiten]

Stadtteile von Brügge
  • Innenstadt Brügge, Sint-Pieters und Sint-Jozef (I)
  • Koolkerke(II)
  • Sint-Andries (III)
  • Sint-Michiels (IV)
  • Assebroek (V)
  • Sint-Kruis (VI)
  • Dudzele (VII)
  • Lissewege, Zeebrügge und Zwankendamme (VIII)

Geschichte[Bearbeiten]

Ur– und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Gräben und Wallanlagen im Stadtteil Assebroek (5. Jh.)

Bereits im 2. und 3. Jahrhundert befand sich auf dem Gebiet von Brügge eine gallo-römische Siedlung. Ihre Bewohner waren nicht nur Landwirte, sondern auch Händler, die Kontakte mit England und mit dem Rest von Gallien unterhielten. In der Mitte des 9. Jahrhunderts baute Balduin I. eine Festung am noch heute Burg genannten Platz zum Schutz der Küste vor Angriffen der Wikinger. Brügge erhielt 1128 das Stadtrecht.

Europäische Handelsmetropole (13.–15. Jh.)[Bearbeiten]

Brügges Nordseeanschluss (Karte von 1635)
Löschen einer Schiffsladung (Simon Bening, 1. Hälfte 16.Jh.)[3]
Alter Börsenplatz, in der Mitte Haus der Kaufmannsfamilie Van der Beurze

Über einen Seearm der Nordsee, den 1134 in Folge einer Sturmflut entstandenen Zwin, und das kanalisierte Flüsschen Reie war die Stadt im Mittelalter direkt mit dem Meer verbunden und konnte so am Fernhandel partizipieren. Um 1200 fand in Brügge die erste Handelsmesse statt. Gehandelt wurden Wolle aus England für die Tuchproduktion, Gewürze und Brokat aus Italien, Pelze und Hölzer aus Russland, Lammfelle aus Spanien, Wein aus Frankreich und Gobelins aus Flandern[4] – die Region um Brügge wurde zu einem Zentrum der Textilherstellung und Textilveredlung.

1369 wurde Brügge Teil des Herzogtums Burgund und Residenzstadt der Burgundischen Herzöge. Kaufleute aus ganz Europa kamen in die Stadt um dort Handel zu treiben. Um den Jan van Eyckplatz entstand ein Stadtviertel mit Handelsniederlassungen.[4] Viele der Handelsschiffe legten hier an, während die spanischen Kaufleute ihren Hafen am Spaanse Loskaai hatten.[4] Am früheren Oude Beursplein (dt. Alter Börsenplatz) befanden sich die Handelsniederlassungen der italienischen Seestädte Genua,[5] Florenz[6] und Venedig[7] sowie das 1246 erbaute Haus der Kaufmannsfamilie Van der Beurse, der ersten Börse der Welt.[8] In- und ausländische Kaufleute trafen dort regelmäßig zusammen und tätigten Handels- und Wechselgeschäfte.[8][9] Vom Familiennamen der Kaufleute wurde das niederländische Wort beurs als Bezeichnung für derartige Handelsplätze abgeleitet und entsprechend in andere europäischen Sprachen übernommen.[9] 1472 eröffnete das Florentiner Bankhaus Medici eine Bankfiliale im Hof von Bladelin.[4]

Auch Kaufleute aus den rheinischen Städten und aus den Hansestädten Lübeck und Hamburg kamen nach Brügge. Die Hanse errichtete an der Nordsee neben dem Stahlhof in London und der Bryggen in Bergen auch ein Hansekontor in Brügge und war so mit den Märkten außerhalb ihres eigentlichen Wirtschaftsraumes verbunden. 1253 gewährte die Gräfin von Flandern Margarete II. den Hansekaufleuten diverse Handelsprivilegien. Mehr als 500 überlieferte Briefe und zehn Handelsbücher des damals in Brügge lebenden Lübecker Hansekaufmanns Hildebrand Veckinchusen geben Aufschluss über Geschäftspraxis und Lebenswelt der Kaufleute im Spätmittelalter.[10] Vom Versammlungshaus des Brügger Hansekontors am Osterlingenplein, dem Haus der Osterlinge, ist nur noch der als Hotel genutzte rechte Teil vorhanden.[8] Als Osterlinge – „die aus dem Osten kamen“ – wurden die deutschen Kaufleute bezeichnet.[8]

Für englische Kaufleute sind in Brügge erstmals 1359 Handelsprivilegien nachweisbar. Der 1407 in England mit Sitz in London gegründete Company of Merchant Adventurers wurde von der englischen Krone das Monopol auf den Export unbehandelter Tuche in die Niederlande zugestanden. In Brügge errichtete die Company of Merchant Adventurers ihre erste Niederlassung. 1446 wurden ihr bessere Bedingungen von Herzog Philipp III. angeboten und sie verlegte ihre niederländische Hauptniederlassung nach Antwerpen.

Für den sechs Wochen dauernden Pfingstmarkt verließen alle Ausländer Brügge um in Antwerpen Handel zu treiben.[11] Im verzweigten Handelsnetz von Flandern war Antwerpen der zweitwichtigste Fernhandelsplatz nach Brügge, während Gent und Ypern regionale Marktorte waren.[11]

1302 wurde das bürgerliche Selbstverständnis der Städte Flanderns durch den positiven Ausgang der Sporenschlacht weiter gestärkt.

Wirtschaftlicher Hintergrund des Hundertjährigen Krieges (1337–1457) war aus flämischer Sicht der Kampf der Großmächte Frankreich und England um Flandern als Zentrum der europäischen Tuchindustrie. Der englische König Eduard III. setzte in der ersten Phase des Krieges (1337–1360) die flandrischen Städte – darunter Brügge als wichtigsten Fernhandelsplatz – durch einen Exportstopp englischer Schafwolle unter Druck und erzwang so deren Kooperationsbereitschaft.[12]

Brügge unter Burgundern und Habsburgern (15. Jh.)[Bearbeiten]

Am burgundischen Hof – Jean Wauquelin präsentiert sein Werk Philipp dem Guten, Frontispiz der Chronik von Hennegau,[13] (Gotische Buchmalerei, Rogier van der Weyden, um 1446).

Unter Herrschaft burgundischer Herzöge entwickelte sich Brügge im 15. Jahrhundert wirtschaftlich und kulturell zu einer der reichsten Städte Europas. Ein vom Meister der André-Madonna geschaffenes Marienbildnis zeigt als Hintergrund eine Stadtansicht aus dieser Zeit.

Im dicht besiedelten und urbanisierten Flandern mit seiner durch Textilherstellung und Handel bestimmten Wirtschaft wurde die Politik von den Städten dominiert, in anderen Territorien Burgunds vom Adel.[14] Am Hof und im Süden Burgunds sprach man Französisch im Norden aber nach wie vor Niederländisch.[14] Die Burgunder Herzöge und ihr Hof reisten in ihrem Herrschaftsgebiet umher und waren an keinen festen Ort gebunden.[14] Während Ihrer Aufenthalte in Brügge residierten sie und ihr Hofstaat im Prinzenhof.[15] Zählte der Hof 1426 noch 230 Personen, so stieg deren Anzahl bis 1474 auf etwa 600 Personen an, die zahlreichen Leibbogener nicht eingerechnet.[14] Der Hofstaat, der für seine Dienste Pensionen und Gagen erhielt, repräsentierte den jeweiligen Herzog; Feste, Rittertuniere, Einzüge in Städte und Totenkult demonstrierten dessen Rang, Macht, Reichtum und Verdienste.[14]

Maria von Burgund (Porträt um 1500)
Maximilian von Habsburg und Maria von Burgund, dazwischen deren Sohn Philipp

Nach dem Tod Karls des Kühnen in der Schlacht von Nancy (1477) zerfiel das Herzogtum Burgund in kürzester Zeit.[14] Dem Tod Karls folgte der Burgundische Erbfolgekrieg. Noch 1477 heiratete Maria von Burgund, die Erbtochter Karls des Kühnen, Maximilian von Habsburg den Sohn des römisch-deutschen Kaisers Friedrich III., mit dem sie bereits seit 1475 verlobt war.[16] Maximilian wurde durch diese Heirat iure uxoris Herzog von Burgund und Flandern – nachdem es bereits zuvor teilweise unter der Lehnsherrschaft des Heiligen Römischen Reiches gestanden hatte – Teil des habsburgischen Hausbesitzes. Nach einem Reitunfall bei einer Falkenjagd starb Maria von Burgund am 27. März 1482 in Brügge.[17] Ihr Sarkophag steht in der Brügger Liebfrauenkirche neben dem ihres Vaters.

Maria von Burgund, Sarkophag in der Brügger Liebfrauenkirche

Bevor sie starb, erklärte die Erbtochter Karls des Kühnen ihren erst vierjährigen Sohn Philipp, später Philipp der Schöne genannt, zum Herzog und damit auch zum Erben des Herzogtums. Über Philipp und dessen zweijährige Schwester Margarete übten die Stände – zu denen in politischer Hinsicht nicht der Landesherr aber die wirtschaftlich und damit auch politisch mächtigen Städte Flanderns gehörten – de facto die Vormundschaft aus. Zwar wurden die Kinder Marias und Maximilians von den Ständen als Erben anerkannt, nicht aber die testamentarisch von Maria verfügte Vormundschaft ihres Vaters Maximilian. Am 23. Dezember 1482 wurde im Frieden von Arras zwischen den niederländischen Ständen und dem König von Frankreich Ludwig XI. die Ehe zwischen dem französischen Dauphin Karl und Maximilians Tochter Magarete vereinbart. Diese sollte bei Volljährigkeit der Kinder vollzogen und Margarete bis dato am französischen Königshof erzogen werden. Als Mitgift sollten nach Vollzug der Ehe die Burgundischen Niederlande, die Freigrafschaft Burgund, das Artois und weitere Gebiete an Frankreich fallen. Am 22. Juli 1483, einen Monat vor der Thronbesteigung Karls, wurde der Ehevertrag geschlossen, jedoch die Ehe nie vollzogen. Am 6. Dezember 1491 heiratete Karl, der nun als Karl VIII. Frankreich regierte, Anne de Bretagne, obwohl Maximilian diese bereits am 19. Dezember 1490 per procurationem geheiratet hatte. Die Ehe mit Maximilian war bis dato nicht vollzogen worden und wurde durch päpstlichen Dispens annulliert, der Vertrag von Arras aber durch den Vollzug der Ehe Annes mit dem französischen König hinfällig. Maximilian erhielt die Freigrafschaft Burgund und das Artois zurück.[18]

„Langhälse“ am Minnewater

Die flandrischen Städte widersetzten sich nach dem Tod Marias mit Unterstützung Frankreichs der Herrschaft der Habsburger. Die mächtige Stadt Gent fiel von ihnen ab und auch die Zünfte von Brügge rebellierten.[19] Die Stadt Brügge schreckte nicht davor zurück Maximilian – ab 1486 auch römisch-deutscher König[20] – von Januar bis Mai 1488 im Haus Craenburg am Grote Markt zu inhaftieren, als dieser neue Steuern einführen wollte.[21][22][19] Sein Vater musste erst eine Armee zusammenstellen, um die Freilassung seines Sohnes zu erzwingen.[21][22][19] Der Berater Maximilians Pierre Lanchals, auch Lankhals genannt, und des Verrats verdächtige Mitglieder der Stadtverwaltung wurden vor Maximilians Augen auf dem Grote Markt gefoltert und schließlich enthauptet.[21][23] Eine Legende behauptet, dass Maximilian die Stadt Brügge nach seiner Freilassung dazu verurteilte auf ewig Schwäne – „Langhälse“ – auf dem Minnewater zu halten um diesen Affront zu sühnen; die Schwäne sind dort auch heute noch zahlreich vertreten.[21] Die Erbfolgestreitigkeiten zwischen Maximilian von Habsburg und dem König von Frankreich Karl VIII. wurden schließlich im Vertrag von Senlis (1493) geregelt und die Auseinandersetzungen damit beendet.

Niedergang (16.–19. Jh.)[Bearbeiten]

Zum Ende des 15. Jahrhunderts versandete der Zwin. Brügge war damit von der Nordsee abgeschnitten. Der burgundische Hof zog sich aus der Stadt zurück und Maximilian beschränkte die Rechte der Stadt. Diese musste ihre führende Position in Flandern an Antwerpen abgeben, das über die sandfreie Schelde mit der Nordsee verbunden ist.

Brügge verarmte und kam von 1524 bis 1713 unter spanische Herrschaft. Die Hugenottenkriege trugen weiter zum Verfall bei. In der Stadt herrschte über Jahrhunderte Stillstand; nacheinander herrschten hier das Kaiserhaus Habsburg (1713 bis 1795), Frankreich (1795 bis 1815) und die Niederlande (bis 1830) über Brügge.

Neuzeit (ab 1830)[Bearbeiten]

Nach 1830 wurde Flandern und damit Brügge ein Teil des neuen Königreichs Belgien. An der im 19. Jahrhundert aufkommenden Industrialisierung hatte die Stadt praktisch keinen Anteil. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Brügge einige Aufmerksamkeit als Kulturstadt, als der Schriftsteller Georges Rodenbach die Stadt in seinem Roman Bruges la Morte beschrieb. Als 1907 ein Anschluss an den Seehafen Zeebrügge geschaffen wurde, erhielt Brügge neue wirtschaftliche Perspektiven. Seit 1949 beherbergt Brügge das Europakolleg (College of Europe) als renommierte Europa-Hochschule, 1960 wurde die Stadt mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Heute profitiert Brügge von dem jahrhundertelangen Stillstand, da der mittelalterliche Stadtkern unverbaut erhalten geblieben ist und die Grundlage für den Tourismus bildet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtplan von Marcus Gerards (1562)
Zentrum von Brügge 1562, mit Burg, Belfried und Waterhalle
  • Stadttore: Gentpoort, Kruispoort, Smedenpoort und Ezelpoort
  • Brügger Reien – Brügges Kanäle wurden nach dem Fluss Reie benannt, der früher die Stadt durchfloss. Dessen Name wurde vom keltischen Wort Rogia für Heiliges Wasser abgeleitet; die Kelten sahen Flüsse und Brunnen als göttliche Wesen an. Wegen der vielen Kanäle und Bogenbrücken wird Brügge auch Venedig des Nordens genannt.
  • Altes Sankt-Jans-Hospital (nl:Oud Sint-Janshospitaal) – Das frühere Hospital wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet. Seit 1188 wurden hier Pilger, Reisende und Kranke von Nonnen versorgt.[24] Im Sankt–Jans befindet sich neben dem Hospitalmuseum auch das Memlingmuseum (nl: Memling in Sint-Jan).
  • Minnewater
  • Windmühlen am Kruispoort – Im Mittelalter war Brügge faktisch eine Festung umgeben von Wällen und Wassergräben. Die Stadt war nur durch befestigte Stadttore zugänglich. Auf einem der Wälle, nahe dem Stadttor Kruispoort stehen noch heute vier von einst 20 Windmühlen.[26] Zwei dieser Windmühlen sind noch voll funktionsfähig.[26]
  • De Halve Maan - Die älteste Stadtbrauerei Brügges gibt es seit 1546.[26] Die Brauerei wird seit 1856 als Familienbetrieb in heute in sechster Generation geführt. Die Bierspezialitäten des Brauhauses sind das Brugse Zot und der Straffe Hendrik. Die Brauerei und das angeschlossene Biermuseum können besichtigt werden.
  • Provinciaal Hof
  • Gruuthusemuseum

Museen[Bearbeiten]

Altes Sankt–Jans−Hospital (Krankensaal um 1778)

Die städtischen Museen in Brügge sind unterteilt in die Kategorien Schöne Künste (vom 15. bis zum 21. Jahrhundert), Bruggemuseum (Sammelname für elf historische Museen) und Hospitaalmuseum (Hospitalmuseen).

Die zwei Museen der Schönen Künste sind das Groeningemuseum, mit einer Kollektion der flämischen Primitiven sowie Gemälde und Skulpturen der Renaissance, des Barock, des Klassizismus und des Expressionismus und das Arentshaus.

Bruggemuseum enthält das Archäologie-Museum, den Gentpoort, den Belfried, das Rathaus, das Brügger Freiamt, das Gruuthusemuseum, die Liebfrauenkirche, das Heimatmuseum, die Koelewei-Mühle, die Sint-Janshuis-Mühle und das Guido-Gezelle-Museum.

Die zwei Hospitalmuseen sind das Alte Sankt–Jans–Hospital (nl: Oud Sint-Janshospitaal) mit dem Memlingmuseum (nl: Memling in Sint-Jan) und Unsere Liebe Frau zur Potterie. Im Memlingmuseum werden unter anderem Werke des Brügger Malers Hans Memling gezeigt, darunter der Ursulaschrein (vor 1489), der das Martyrium der Heiligen Ursula darstellt und der Flügelaltar. Die mystische Hochzeit der Heiligen Katharina (1479).[27]

Private Museen in Brügge sind das Historium, das Beginenhaus, das Brauereimuseum, das Biermuseum, das Diamantmuseum, das Schokoladenmuseum Choco-Story, das Pommes-Frites-Museum (im Spätmittelalter Handelsniederlassung der italienischen Seestadt Genua),[28] das Lampenmuseum Lumina Domestica, das Englische Kloster, die Heilig-Blut-Basilika, der Hof Bladelin, die Jerusalemkirche, Museum-Gallery Xpo: Salvador Dalí, das Spitzenzentrum, die St.-Georgs-Schützengilde, die St.-Sebastian-Schützengilde, die St.-Salvator-Kathedrale, die St.-Trudo-Abtei, die Sternwarte Beisbroek und das Kloster Ter Doest in Lissewege.

Theater, Konzertsäle, Kinos[Bearbeiten]

Konzertgebäude

Brügge hat verschiedene Theater und Konzertsäle. Die wichtigsten sind das für „Brügge 2002 – Europäische Kulturhauptstadt“ neugebaute Concertgebouw („Konzertgebäude“) – Residenz des Orchesters Anima Eterna Brugge –, die Stadsschouwburg, Biekorf, De Dijk, De Werf, der Magdalenazaal, Het Entrepot und der Joseph Ryelandtzaal.

Die drei Kinos in Brügge sind Cinema Lumière für nicht-kommerzielle Filme, Cinema Liberty, ein kleines kommerzielles Kino, und das Cineplex Kinepolis in Sint-Michiels.

Seit 1964 findet jedes Jahr im August das Festival Musica Antiqua Brugge (heute MAFestival), eins der wichtigsten Alte-Musik-Festivals, statt.

Verkehr und Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Brügge ist durch die Autobahnen A10/E 40 BrüsselOstende, A18/E 40 Brügge–Frankreich, A10/E 403 Brügge–Doornik und N49/E 34 Antwerpen–Brügge/Zeebrügge/Knokke-Heist erschlossen.
  • Der Hauptbahnhof von Brügge liegt an den Eisenbahnlinien Brüssel–Ostende (Strecke 50A), Brügge–Kortrijk (Strecke 66) und Brügge–Blankenberge (Strecke 51); weitere Strecken führen nördlich nach Zeebrügge (Strecke 51A) und nordöstlich nach Knokke-Heist (Strecke 51B). Zwischen 1863 und 1959 gab es auch eine weitere Verbindung (Strecke 58) nach Eeklo. Rund um die Uhr gibt es unter anderem mehrere IC-Verbindungen in andere wichtige Städte Belgiens. Der Hauptbahnhof ist auch Station des Thalys Paris–Brüssel–Ostende.
  • Mit Gent, Ostende und Sluis ist es über die Kanäle Gent–Brügge, Brügge–Ostende und Brügge–Sluis verbunden, und mit Zeebrügge, an der Nordsee, über den 12 km langen, für Seeschiffe befahrbaren Boudewijnkanal.
  • Der nächstgelegene Flughafen ist der Internationale Flughafen Ostende-Brügge in Ostende, ungefähr 25 km vom Zentrum von Brügge.
  • Der öffentliche Stadtverkehr in Brügge besteht aus einem umfangreichen Busnetz. Betreiber ist die Gesellschaft De Lijn.

Hafen

Der Hafen von Brügge-Zeebrügge gilt als einer der modernsten und wichtigsten in Europa. Seine Hauptvorteile sind seine geographische Lage an der Nordsee mit der Straße von Dover, die Nähe zu England und sein Zugang mit großen Wassertiefen.

Bildung[Bearbeiten]

In Brügge befindet sich unter anderem das renommierte Europakolleg, ein unabhängiges postgraduales Hochschulinstitut für europäische Studien.

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Jan-Breydel-Stadion

Erste Division:

Beide spielen im Jan-Breydel-Stadion (30.000 Sitzplätze) in Sint-Andries.

Im Jahr 2000 war Brügge eine der acht Gastgeberstädte der Fußball-Europameisterschaft.

Radrennen[Bearbeiten]

In Brügge befindet sich der Startpunkt für die Flandern-Rundfahrt.

Brügge in den Medien[Bearbeiten]

Das Herrenhaus Nummer 22 an der Brügger Sint-Annarei diente als Kulisse des Films Geschichte einer Nonne

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Filme, die (überwiegend) in Brügge spielen (Auswahl):

Literatur[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan A. van Houtte: De geschiedenis van Brugge. Bussum 1982.
  • Rudolf Häpke: Brügges Entwicklung zum mittelalterlichen Weltmarkt. Berlin 1908.
  • Raymond de Roover: Money, Banking and Credit in Mediaeval Bruges. Cambridge (Mass.) 1948.
  • François Louis Ganshof: Le comté de Flandre, la ville de Bruges. Paris 1962.
  • Jean-Pierre Sosson: Les travaux publics de la ville de Bruges, XIVe–XVe siècles. Les matériaux, les hommes. Brüssel 1977.
  • Andrew Brown: Civic Ceremony and Religion in Medieval Bruges c. 1300–1520. Cambridge University Press, Cambridge 2011, ISBN 978-0-521-76445-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brügge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Brügge – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Brügge – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. etymologiebank.nl : Namensherkunft Brugge (niederländisch)
  2. T. F. Hoad, English Etymology, Oxford University Press, 1993. Stichwort bridge.
  3. Monatsbild – Oktober im Kalendarium eines flämischen Stundenbuches von Simon Bening, Brügge, 1. Hälfte 16.Jh.,Wikimedia Commons: Wikimedia Commons/Labors of the months/Simon Bening
  4. a b c d Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 109, (Reiseführer).
  5. heute genutzt als Pommes-Frittes-Museum (nl:Frietmuseum)
  6. heute genutzt als Restaurant de Florentijnen
  7. heute genutzt als Buchhandlung de Slegte
  8. a b c d Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 151, (Reiseführer).
  9. a b DUDEN – Deutsches Universalwörterbuch
  10. Franz Irsigler: Kaufmannsmentalität im Mittelalter. In: Cord Meckseper und Elisabeth Schraut (Hrsg.): Mentalität und Altag im Spätmittelalter. 2. Auflage. Göttingen 1991, ISBN 3-525-33511-3, S. 68 f.
  11. a b Norman Devies: Verschwundene Reiche, Die Geschichte des vergessenen Europa. Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-25975-5, S. 155, ( hier abgedruckt ein Auszug aus W. Blockmans, W. Prevenier: The Promised Lands: The Countries under Burgundian Rule, 1369–1530. Philadelphia 1999, S. 164 f)
  12. Martin Claus: Das Ringen zwischen England und Frankreich. Der Hundertjährige Krieg. In: Klaus Herbers, Florian Schuller (Hrsg.): Europa im 15. Jahrhundert. Herbst des Mittelalters – Frühling der Neuzeit?. Regensburg 2012 (wirtschaftlicher Kriegsgrund aus Sicht Flanderns → s. Verlauf → Phase 1: 1337–1360, S.189).
  13. Brüssel, Königliche Bibliothek, Ms. 9242. Literatur: Walther, S. 467.
  14. a b c d e f Hermann Kamp: Kultur und Politik am Hof der Herzöge von Burgund. In: Klaus Herbers u. Florian Schuller (Hrsg.): Europa im 15. Jahrhundert. Herbst des Mittelalters – Frühling der Neuzeit ? Regensburg 2012, ISBN 978-3-7917-2412-6, S. 75 f.
  15. Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 110, (Reiseführer).
  16. Victor von Kraus: Maximilian I. Sein Leben und Wirken. Wien 1877, S. 14 ff. (online).
  17. Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 111, (Reiseführer).
  18. Karl Vocelka: Die Europäisierung der habsburgischen Hausmachtpolitik. In: Klaus Herbers, Florian Schuller (Hrsg.): Europa im 15. Jahrhundert. Herbst des Mittelalters – Frühling der Neuzeit? Regensburg 2012, ISBN 978-3-7917-2412-6, S. 207 f.
  19. a b c Zur Situation in Brügge vor Maximilians Haft (abgerufen am 11. Dezember 2014)
  20. Barbara Stollberg-Rilinger: Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Vom Ende des Mittelalters bis 1806. 4. Auflage. 2009, ISBN 978-3-406-53599-4, S. 38.
  21. a b c d Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 102, (Reiseführer)
  22. a b BLKÖ:Habsburg, Maximilian I. In: Wikisource, der freien Quellensammlung.
  23. Johan Huizinga: Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens– und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden. 12. Auflage. Stuttgart 2006, ISBN 3-520-20412-6, S. 24 unter Bezug auf Molinett II, S. 226, 241, 283–287 und La Marche II S. 289, 302.
  24. a b c d e f g h Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 99,(Reiseführer).
  25. Procession of the Holy Blood in Bruges 2009
  26. a b c Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 101, (Reiseführer).
  27. Carlos van Hooreweder: Hans Memling im Sint-Jans-Spital Brügge. Vierte Auflage. 1997. Koninklijke Gidsenbond van Brugge en West–Vlaanderen (Königlicher Fremdenführerverein von Brügge und Westflandern).
  28. Kerstin Schweighöfer: Antwerpen Brügge Gent. Merian, München 2015, S. 151,(Reiseführer).